MMOPRG Camelot Unchained ist seit 9 Jahren in Entwicklung – Stimmung ist offen feindselig

Das neue MMORPG „Camelot Unchained“ (PC) ist seit 2012 in Entwicklung. Doch Ende 2021 wird das Projekt offen angegriffen und kritisiert. Eine neue Aussage des Entwicklung-Chef Marc Jacobs sorgt für Spott und Hohn. Was ist das los?

Was ist das für ein Spiel?

  • Camelot Unchained ist der „geistige Nachfolger“ des PvP-Klassikers „Dark Age of Camelot“ (2001), das für viele MMORPG-Fans als ein Meilenstein des Genres gilt, vor allem für die Art, wie es „PvP“ als „Reich gegen Reich“-Kampf interpretierte. Aktuelle Spiele wie The Elder Scrolls Online und Guild Wars 2 setzten auf ein ähnliches Konzept.
  • Der Chef des Projekts ist Marc Jacobs, der neben Dark Age of Camelot auch an Warhammer Online arbeitete. Mit seinem eigenen Studio „City State Entertainment“ will er seine Vision von einem MMORPG umsetzen – offenbar hegt er auch noch den ein oder anderen Groll gegen die „Gaming-Industrie“ und speziell gegen EA.
  • Doch Camelot Unchained steht seit Jahren unter keinem guten Stern; die Entwicklung zieht sich immer weiter hin. Ende 2020 wurde ein „Ableger des Spiels“, angekündigt. Aber „Ragnarök: Final Stand“ war für viele Fans des MMORPGs ein rotes Tuch.
Fans warten 8 Jahre auf neues MMORPG, bekommen anderes Spiel, sind sauer

Was ist der aktuelle Aufreger? Am 3. Dezember 2021 haben die Entwickler einen Post auf ihrer Seite veröffentlicht, in dem sie ihre Leser über die Entwicklung von Camelot Unchained informieren (via camelotunchained).

In dem Post gibt es einige Bilder von Icons und Landschaften zu sehen.

Mark Jacobs endet den Post mit der Aussage:

„Wir konzentrieren uns darauf ein Spiel zu machen, das eher früher als später rauskommt.“

Mark Jacobs

„Wie bei Star Citizen – nur ohne Budget“

Wie ist die Reaktion? Auf der Webseite „Massivelyop“, welche die Entwicklung von Camelot Unchained intensiv begleitet und bei der Mark Jacobs selbst oft postet, ist die Stimmung in den Kommentaren offen feindselig:

  • „Das ist eine Schande, es hat sich zur Farce entwickelt.“
  • „Mehr als 8 Jahre später und sie zeigen uns Bilder für Icons. Mein Gott, Leute …“
  • „Es ist wie bei Star Citizen, nur ohne Budget …“
  • „Ey, die nähren sich 9 Jahre Entwicklungs-Zeit, wir sollten sie wirklich nicht zur Eile drängen“
  • „Zeit und Ressourcen darauf zu verschwenden, Schwertgeräusche im echten Leben aufzunehmen, statt eine der hundert Millionen vor aufgezeichneten Audio-Aufnahmen zu nehmen, ist das perfekte Beispiel dafür, warum das Spiel niemals erscheinen wird.“
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Final Stand: Ragnaröl startet im Early Access auf Steam – hat dort aber praktisch keine Spieler

Mit der Ankündigung des neuen Spiels kippte die Stimmung

Warum ist die Stimmung so schlecht? Über Jahre ging die Entwicklung von Camelot Unchained nur schleppend voran, eine Beta wurde immer wieder verschoben. Doch das MMORPG hatte einige treue Fans, welche die Entwicklung eng begleiteten und sich über jeden Schritt informierten.

Der Knackpunkt für Camelot Unchained kam vor einem Jahr. Da kippte sogar bei einigen treuen Fans die Stimmung.

Im Dezember 2020 kündigten die Entwickler von Camelot Unchained an, sie wollten ein Nebenprodukt der Entwicklung des MMORPGs als eigenständiges Spiel veröffentlichen: „Ragnarök: The Final Stand.“

Das sollte ein in sich abgeschlossenes PvP-Spiel werden, dessen Entwicklung dem großen MMORPG „Camelot Unchained“ zugutekam.

Die Entscheidung wurde heftig kritisiert. Viele Fans, die ans MMORPG glaubten, forderten ihr Geld zurück. Sie hatten das Gefühl, die Entwickler verzettelten sich. Sie sollten gefälligst am MMORPG arbeiten.

Am 28. Oktober ist Final Stand: Ragnarök im Early Access auf Steam erschienen und hatte im absoluten Peak 19 Spieler.

bild-final-stand
Final Stand: Ragnarök ist seit Oktober im Early Access auf Steam. Bildquelle. Steamcharts

Aktuell wirkt es so, als sei die Stimmung um Camelot Unchained am Boden. Eine Aussage, dass man ein Spiel entwickelt, „das eher früher als später erscheinen soll“ scheint einigen der verbliebenen Beobachter des MMORPGs im Moment übel aufzustoßen.

MMORPGs und Crowdfunding scheinen nur sehr schwer zusammenzupassen:

Warum neue MMOs über Crowdfunding wie Star Citizen uns so frustrieren

Quelle(n): massivelyop
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sandfoot

Korrektur: FS:R ist kein “in sich abgeschlossenes PvP-Spiel”; das Spiel ist co-op und im horde-mode Genre angesiedelt.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von sandfoot
Skyzi

Ich würde sagen, zumachen und auf Eis legen.

Oh Long Johnson

MMO’s und crowdfunding funktionieren nicht, weil man enorm viel Geld braucht und kompetente Entwickler die es umsetzten.
Wenn ich kein Geld habe bekomme ich auch nicht gerade gutes Personal.
Und wer glaub mit 3 oder 4 Millionen ein MMO bauen zu können, dass all die tollen Features hat die die Entwickler versprechen versprechen, damit sie in erster Linie überhaupt an Geld kommen, der ist wirklich lost.

Ca. 2010-2021+ ist die Zeit der gefloppten Indie MMO scams.

Flonki

Angeblich hängen noch Investoren mit jeweils mehreren Millionen $ mit im Projekt. Will ich mal glauben, ansonsten wär der Laden schon seit Jahren dicht

Ralf135

Die hatten deutlich mehr als 3-4 Millionen, ich glaub so um die 10. Ein reines PvP game ist damit defintiv zu machen aber man muss es leider so sagen, die sind komplett unfähig. Ich hab 300 Steine drin versenkt, für meine alte Liebe DAoC mach ich das gerne. <3 Lang lebe Midgrad Logres (in unseren Herzen)

Oh Long Johnson

Mitder Geldsumme war nicht speziell dieses MMO gemeint, sondern allgemein crowdfunded MMO’s.
10 mio sind auch keine Macht.
Diese ganzen indie MMO’s sind zum Scheitern verurteilt. Ich kenne keine, das in den letzten 10 Jahren einen Release gefeiert hat und mehr als 12 Spieler hatte. Albion ist glaub ich das einzige und das hat den Vorteil der isometrischen Perspektive

Ralf135

10 Mio in einem reinen PvP game ist schon ganz ordentlich.

sandfoot

Allein schon die Einnahmen ausm Crowdfunding haben die 4 Millionen überschritten. Dazu die Geldspritzen der Investoren und das Budget beläuft sich auf etwa 15 Million. Offiziell sollte man dazu sagen. Inofiziell hat Mark Jacobs schon einige Millionen aus seinem Privatvermögen investiert. In Summe schätze ich das Gesamtbudget auf 25-30 Millionen.

Flo

Optisch erinnert es mich an Crowfall.. 😀

Misterpanda

Als großer Daoc Fan habe ich damals auch investiert (Zum Glück nur 25$ für eine Kopie des Spiels) Aber trotz allem… Was haben sie in 9 Jahren gemacht? Ich habe das Gefühl die kommen aus einer anderen Zeit und haben irgendwie den Zug ans moderne Gaming verpasst. Glauben die echt daran dass bei der negativen Publicity das Spiel ein Hammer wird? 19 Spieler bei Ragnarök sagen doch schon alles aus. Wie man seine Core Audience so vergraulen kann…

sandfoot

Sie haben eine eigene Engine entwickelt. Eine, die hunderte Spieler auf engstem Raum darstellen kann ohne das ältere Hardware in die Knie geht. Und nein, keine auf dem proprietäre Engine kann so etwas … bis vielleicht auf die Planetside Engine.

Misterpanda

Das ist natürlich super, aber vielleicht hätten sie erst die Engine entwickeln sollen bevor sie das Spiel ankündigen… Aber dann hätte es natürlich nicht mit Kickstarter geklappt .. wie man’s dreht und wendet, es ist einfach zu lange. Es ist das allererste Spiel dieser Firma. Und wie heftig muss das sein wenn das floppt… Man hat ein bisschen das Gefühl man hat aus Hoffnung den Mitarbeitern die letzten Jahre einfach nur den Lebensunterhalt finanziert und wenn es tatsächlich floppt dann zucken sie da mit den Schultern und machen halt was anderes oder entlassen alle. Als Fan kratze ich mir da schon etwas den Kopf. Die ersten Jahre habe ich mich echt gefreut, mittlerweile ist mir das ziemlich egal.

sandfoot

Das ist natürlich super, aber vielleicht hätten sie erst die Engine entwickeln sollen bevor sie das Spiel ankündigen… Aber dann hätte es natürlich nicht mit Kickstarter geklappt .. wie man’s dreht und wendet, es ist einfach zu lange.

Es fühlt sich nur zu lange an weil sie die ganze Zeit über auf einen sehr offenen Entwicklungsprozess gesetzt haben. Bei anderen MMO(RPG)s findet fast die komplette Entwicklung hinter verschlossenen Türen statt und für uns Spieler sind vielleicht 10-20% der kompletten Entwicklungszeit miterlebbar.

Es ist das allererste Spiel dieser Firma.

Nein, es ist nicht das allererste Spiel der Firma. Vor Camelot Unchained haben sie March on Oz veröffentlicht und jetzt eben Final Stand: Ragnarök. Letzteres soll ja die Generalprobe fürs Team darstellen, wenn man so will.

Man hat ein bisschen das Gefühl man hat aus Hoffnung den Mitarbeitern die letzten Jahre einfach nur den Lebensunterhalt finanziert und wenn es tatsächlich floppt dann zucken sie da mit den Schultern und machen halt was anderes oder entlassen alle.

Erstens steht hinter CSE (dem Studio) eine geduldige Investorengruppe und zweitens haben sie mit der CU-Engine ein ziemlich mächtiges Teil geschaffen, dass meines Wissens nach momentan ohne Konkurrenz dasteht; allein die Tools um den Umgang zu vereinfachen fehlen noch.

Abgesehen davon bleiben sie zwar ihre Grundidee eines RvRvR ohne PvE dafür mit viel Realm-Pride Mechaniken treu, sind aber bereit “Überflüssiges” zu trimmen. Beste Voraussetzungen also, um ein richtig gutes Spiel zu veröffentlichen.

Misterpanda

Du bist noch optimistisch, finde ich gut 😋 Von March on Oz habe ich aber auch noch nie was gehört.

sandfoot

Danke. Das hat vor allem damit zu tun, dass ich mich für den Entwicklungsprozess interessiere. Ich finde CUs offene Entwicklung ziemlich aufschlussreich.

Flonki

Hatte auch um die 200€ bei denen gelassen 2013. Die Kohle habe ich abgeschrieben

Njalvar

Es lohnt nicht, sich darüber aufzuregen. Habe selbst auch genug Geld versenkt und es wird mir eine Lehre sein.

Lasst sie machen, aber meine Hoffnung dass da noch was ernsthaft spielbares raus kommt ist eigentlich bei 0. Und wenn die Rede von eher früher als später ist, würde ich als Laie vermuten das es finanziel mitlerweile nicht mehr so toll aussieht.

Crowfall war ja auch ein vergleichbares Beispiel bei dem am Ende Erwartung und Ergebnis überhaupt nicht zusammen gepasst haben.

Horteo

Naja, einfach machen lassen. Ich hab auch ca knapp 100 Euro (bin mir nicht mehr sicher wie viel) damals investiert.

Wenns klappt schön, wenn es halt nicht klappt auch egal. Hab schon mehr Geld für dümmeres versenkt.

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