Ex-Warhammer-Online Chef möchte nie wieder ein MMO hypen

Der ehemalige Chefentwickler hinter dem eingestellten MMO Warhammer Online, Mark Jacobs, kartet jetzt ein wenig gegen seinen früheren Arbeitgeber Electronic Arts nach.

Mark Jacobs sitzt im Moment mit einem Team an der Entwicklung des zumindest geistigen Dark-Age-of-Camelot-Nachfolgers „Camelot Unchained“. Dafür ist er bei Kickstarter und auf die Unterstützung von Fans angewiesen. Doch einige misstrauen ihm, weil er angeblich zu seiner Zeit bei Warhammer Online das Spiel über die Maßen gehypet, es in übertrieben positivem Licht dargestellt hätte. Damit hat er einiges an Vertrauen verspielt und das könnte nun potentielle Fans des Spiels abschrecken.

In einem Forenkommentar auf massively spricht Jacobs nun Klartext. „Seit ich von Electronic Arts weg bin, bin ich auch vom Hype-Train runter und ich habe niemals vor, wieder aufzuspringen.“ Jacobs entschuldigt sich bei allen Spielern, die von Warhammer Online enttäuscht gewesen seien. Auch er selbst sei enttäuscht gewesen, aber nicht vom Team, das hart daran gearbeitet habe, die Ziele anderer zu erfüllen und auch zu übertreffen.

Warhammer Online

Warhammer Online wurde im Dezember 2013 eingestellt.

Nach seinem Abschied von Electronic Arts und nachdem die Verschwiegensheitsklausel ausgelaufen sei, habe er keinen Hehl daraus gemacht, dass Warhammer Online zwar einige tolle Sachen gehabt hätte, es insgesamt aber nicht „ready for prime-time“ gewesen sei, also in der Verfassung um bei den ganz Großen mitzuspielen.

Für die Zukunft verspricht Jacobs vollkommene Transparenz gegenüber den Kickstarter-Backer und zu den Fans. Er möchte jederzeit mitteilen, was gut läuft und was nicht so gut läuft. Und er möchte das Geld der Fans nur annehmen, wenn die es ihm auch geben wollen und es sich nicht durch falschen Hype oder falsche Versprechungen erschleichen. Jacobs will zukünftig durch seine Arbeit und Gameplay-Videos überzeugen.

Der Teufelskreis des Misserfolgs

Mein MMO meint: Das ist mal ein Post, aus dem man zwischen den Zeilen einiges an Kritik an dem aktuellen Status Quo der MMO-Industrie herauslesen kann. An WAR (wie das Spiel auch genannt wird), kann man die Mechanismen der MMO-Industrie leider sehen. Vor einigen Monaten erschien bereits ein kurzer Bericht eines ehemaligen WAR-Mitentwicklers, der beschrieb, wie es sich anfühlte für ein Game zu arbeiten, das von Beginn an unter einem schlechten Stern stand.

Warhammer Online blieb leider stets hinter den finanziellen Erwartungen zurück. Wenn ein MMO schwach startet, verliert es mit der Zeit immer mehr Spieler. Dadurch werden immer mehr Mitarbeiter entlassen und das Spiel hat es immer schwerer, zurück auf Kurs zu finden. Allerdings darf das nach außen natürlich nicht kommuniziert werden, sondern der Eindruck muss entstehen, dass alles bestens läuft, damit die verbleibenden Spieler nicht auch von Bord gehen. Da WAR beileibe kein Einzelfall ist, sorgt das bei MMO-Veteranen oft für ein wachsendes Misstrauen.

Autor(in)
Quelle(n): massively.joystiq.com
Deine Meinung?
Level Up (0) Kommentieren (4)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.