WoW: Das Ende des Kerkermeisters ist gut – denn es tut das, was es tun soll

WoW: Das Ende des Kerkermeisters ist gut – denn es tut das, was es tun soll

Das neuste Cinematic von World of Warcraft sorgt für viel Kritik. Das Ende des Kerkermeisters ist aber ziemlich gut – findet Story-Dämon Cortyn von MeinMMO.

Wieder einmal spaltet ein Cinematic die Spielerschaft von World of Warcraft. Das Video, das nach dem Kampf gegen den Kerkermeister abgespielt wird, sorgt für Unmut bei vielen. „Das war’s schon?“ und „Welch lachhaftes Ende“ liest man häufig. Doch ich finde, das Cinematic erfüllt genau das, was es soll – und ist sogar besser als das, was wir in der Vergangenheit bekommen haben.

Spoilerwarnung: Wer das Cinematic noch nicht gesehen hat und es lieber live erleben will, sollte nicht weiterlesen. Ihr wurdet gewarnt.

Das Ende vom Kerkermeister ist schnell erklärt. Nach dem Kampf wird er durch die Macht der anderen Ewigen, also der Anführer der Pakte, seiner Kräfte beraubt. Sein Plan ist gescheitert und die Ewigen richten über ihn, während langsam aber sicher seine Kraft aus dem Körper weicht und er wieder auf ein lebloses Automa reduziert wird. Mit seinem letzten Atem sagt er noch, dass ein geteilter Kosmos nicht gegen das bestehen kann, was kommt.

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Was hat die Spieler nun so enttäuscht? Warum sind einige Fans – mal wieder – so unzufrieden?

Ich denke, ein guter Vergleich dieses Cinematics ist mit dem von Patch 8.3. Damals haben wir N’Zoth besiegt und ihn mit einem „Superlaser“ einfach beseitigt. Das war ein ziemlich bescheidenes Cinematic. Es gab quasi keine gesprochenen Worte, einfach nur das Abfeuern des Lasers.

Das war im höchsten Maße unbefriedigend. Ich fand das Ende unwürdig für einen Alten Gott und hatte mir so viel mehr von Ny’alotha und N’Zoth erhofft, dass ich noch heute denke: Der ist nicht wirklich tot, das war nur ein Gedankentrick.

Anders sieht es beim Kerkermeister aus. Der ist wieder auf ein lebloses Automa reduziert worden und ziemlich sicher ausgelöscht. Er hat hat seine gerechte „Verurteilung“ von seinen Brüdern und Schwestern bekommen, wurde seiner Kräfte beraubt und seine Essenz ausgelöscht.

WoW Jailer Automa Ending

Es verwundert mich, dass viele dieses Ende nun als „unwürdig“ oder „schlecht“ empfinden. Denn noch in den Wochen und Monaten zuvor hörte man immer wieder den Wunsch: Der Kerkermeister soll weg. Der ist langweilig, der nervt, der ist einfach zu mächtig und mit dem verbindet man irgendwie gar nichts.

Jetzt passiert genau das im Cinematic – er stirbt. Er wird besiegt und stirbt einfach, ohne noch eine große, heroisch-böse letzte Tat. Er stirbt und im Grunde ist damit der Zustand wieder hergestellt, wie er auch vor Shadowlands war – natürlich mit ein paar kleinen Anpassungen, denn es gibt ja bald einen neuen Seelenrichter.

Und ja, auch ich finde das Cinematic nicht perfekt. Vor allem dieses nachgeschobene „ein geteiltes Universum ist nicht bereit für das, was kommt“ hat mich mit den Augen rollen lassen. In Warcraft gibt es irgendwie immer einen größeren Fisch, eine noch größere Bedrohung, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellt.

Ganz ehrlich? Ja, das nervt mich auch. Vor allem, weil ich die tragweite dieser Aussage nicht begreifen kann. Wenn der Kerkermeister den ganzen Kosmos neu schmieden wollte, dann war damit auch die Leere gemeint und die dazu gehörenden Leerenfürsten. Etwas, das noch einmal „drüber“ ist, müsste noch so viel gigantischer sein, dass ich es mir nicht vorstellen kann.

Aber das ist nur ein Detail. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Blizzard das lösen kann, ohne dass es in einer absurden Geschichte ausartet.

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die nächste Erweiterung wieder Azeroth in den Fokus rücken wird. Immerhin gab es schon einen sinnig klingenden Leak zu den Dracheninseln. Ich hoffe, dass das Story-Telling wieder etwas kleiner und greifbarer wird und die großen kosmischen Kräfte erst im Addon danach wieder eine Rolle spielen.

Vielleicht ein Addon, in dem es darum geht, Azeroth wieder zu „heilen“ und viele kleine Probleme zu beheben, damit der Planet und seine Bewohner bereit ist für den großen Kampf danach – was auch immer das sein wird.

Vor genau diesem Hintergrund finde ich den Abgang des Kerkermeisters gut. Denn sein wenig spektakuläres Ende lässt offen, wie es weitergeht und zieht einen klaren Schlussstrich unter seine Geschichte.

Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass die Kampagne von Shadowlands noch ein bisschen weitergeht. Es fehlen noch ein paar Story-Kapitel und darunter auch das Aufeinandertreffen von Tyrande und Sylvanas.

Wirklich mehr zur weiteren Zukunft wissen wir natürlich erst am 19. April – denn dann wollen die Entwickler die nächste Erweiterung ankündigen und vorstellen. Dann dürften alle zumindest grob wissen, ob sie World of Warcraft und seiner Geschichte noch einmal eine Chance geben – oder lieber ein paar Jahre Pause einlegen.

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Ectheltawar

Ich finde der Beitrag geht ein wenig an der „echten“ Kritik vorbei. Ich kenne nur wenige die daran Kritik üben das der Kerkermeister sein Ende findet geschweige den auf welche Weise das geschieht. Wie gut oder schlecht nun das genaue „Ableben“ des Kerkermeisters vonstatten geht, dürfte für die wenigsten maßgeblichen Einfluss auf ihre Kritik haben. Diese richtet sich doch primär auf eine Allgemeine Entwicklung und das damit verbundene aktuelle Storytelling. Egal wie gut oder schlecht nun das Ende vom Kerkermeister dargestellt wurde, so ändert es zumindest bisher nichts an dem was die meisten zu kritisieren haben.

Das einzig maßgebliche Puzzleteil, welches das Ende des Kerkermeisters wirklich liefert, ist das auch er nicht das Ende der Fahnenstange war, sondern auch noch über ihm ein noch gewaltigeres und größeres Böses wartet. Dieses kleine Puzzleteil ist dann aber doch eher wieder genau das, was wirklich in der Kritik steht: Die Allgemeine Entwicklung der Geschichte und das Storytelling über welche diese vermittelt wird.

cloud1429

Ich halte N´Zoth auch noch für lebendig. ^^
Meine Hoffnungen waren eher darauf bedacht, dass der Jailer nur benutzt wurde.

Zum Beispiel, dass N´Zoth oder die Leere ihn beeinflusst haben. Er öffnet die Tür und wird verraten.
Sodass am Ende N´Zoth seine Brüder wieder zurückholt und den Champion in den Schattenlande einsperrt, da die Verbindung zum Diesseits unterbrochen wird.

Und wenn der Champion dann einen Weg zurück findet, ist eine Menge Zeit vergangen und die alten Götter haben Azeroth fast übernommen und die Überlebenden schließen sich zusammen.
Somit hätte man eine Konsequenz und Veränderung in Azeroth und einen Grund, warum es keine Horde und Allianz Unterscheidung mehr gibt.

Außerdem würde das gut zu diesem Comic passen, wo man einen alten Anduin sieht, der ja Andeutet, dass gerade was sehr schlimmes passiert.

Zord

Dieses der Bösewicht wurde nur benutzt vom Oberbösewicht, der wiederum nur benutzt wurde vom Megaoberbösewicht usw. finde ich extrem Langweilig und inzwischen nicht mehr besonders Einfallsreich. Ich hätte gerne mal einen Gegenspieler der nur Machgeil ist und die Welt Erobern will, einfach um die Welt zu beherschen und nicht weil er verdorben, beherscht oder ähnliches ist. Einfach ein gut geschriebenes und dabei cooles Arschloch, am besten auch nur ein normaler Sterblicher der durch Intrigen und Skrubellosigkeit an die Macht kam. So in etwas wie Palpatine in Star Wars.

Geroniax

Oder Garosh die längste Zeit, zumindest bis zum SoO patch

Drahn

Das Ende ist halt deswegen blöd, weil es nichts abschließt, außer vielleicht Shadowlands. Doch sind die Schattenlande wirklich jetzt gerettet? Das wars jetzt?

Zudem hat es keinerlei nachträglichen Auswirkungen auf die Welt von Warcraft. All die großen Pläne und Konsequenzen, die der Jailer über die Jahre vorangetrieben hatte, sind mit einem Schlag nichtig. Und somit sämtliche Bösewichte von A wie Arthas bis Z wie N’Zoth (das N ist still). Und der Jailer war am Ende nix anderes als ein Automa. Wobei die Schattenlande auch etwas unglücklich gewählt worden sind, da die „Welt nach dem Tod“ dem Ableben innerhalb von Warcraft irgendwie den Schrecken nahm.

Ein anderer Faktor wäre 10.0 – Die große Erweiterung und vielleicht der Neustart von WoW. Man hätte schlichtweg den Jailer gewinnen lassen können, sodass dieser die Welt neu ordnet und gleichzeitig den Grundstein für 10.0 legt. Pustekuchen. 9.X reiht sich in die „Forgettable“-Liste der Erweiterungen ein, die keinen Einfluss auf die Geschichte oder die Welt hatten (anders als z.B. Cataclysm).

Und schlusslich kommt mal wieder der „Dragonball-Effekt“ zum Einsatz: ein übermächtiger Gegner wird einfach vom nächsten noch übermächtigeren Gegner ersetzt. Vielleicht wäre es mal eine Idee einen Gegenspieler einzuführen, der nicht gleich das gesamte Universum vernichten will, sondern einfach nur der persönliche Gegenspieler unseres Champions ist? Es muss nicht immer „größer, böser, mächtiger“ sein.

Zuletzt bearbeitet vor 2 Monaten von Drahn
mibbio

Genau, ich denke der Artikel missinterpretiert die Kritik. Es mag sicherlich einige Stimmen geben, die das Ende des Kerkermeisters im speziellen kritisieren, aber das meist zielt doch eher darauf ab, dass es (zusammen mit SL insgesamt) zu wenig für den Abschluss eines riesigen Lore-Kapitels ist. Sofern nicht mit 9.2.5 noch ein dicker Batzen erklärende Story kommt, bleiben mit dem jetzigen Abschluss einfach viel zu viele Fragen offen und viele Zusammenhänge ungeklärt. Und das wird hautpsächlich kritisiert.

Huehuehue

aber das meist zielt doch eher darauf ab, dass es (zusammen mit SL insgesamt) zu wenig für den Abschluss eines riesigen Lore-Kapitels ist

Weil es das halt, wie der letzte Satz des Jailers ja andeutet, auch gar nicht wirklich ist, sondern „bloß“ der Abschluss von Shadowlands, weil wohl noch mehr dahinter steckt als „nur der große, böse Jailer“.
Und einiges der Kritik ist dann eben auch, dass es das, entgegen der 2 Jahre lang aufgebauten Erwartung, doch nicht ist, sondern hinter demjenigen, der abgeblich für alles verantwortlich war, noch einmal etwas noch Größeres steht, das möglicherweise wiederum hinter allem, was der Jailer getan haben soll, stecken könnte.

Zuletzt bearbeitet vor 2 Monaten von Huehuehue
mibbio

Nur wann wollen sie das „große Ganze“ dahinter denn noch erzählen? Selbst wenn der finale Satz vom Jailor quasi als Cliffhanger für 10.0 dient, passt das nicht, denn das Kapiten „Lore von WC3 bis jetzt“ soll ja mit SL abgeschlossen sein, also kann nach SL eigentlich keine Story kommen, die doch wieder irgendwie damit zusammenhängt. Mehr als 9.2.5 wird für SL wohl nicht mehr kommen und mit x.x.5er Patches machen sie in der Regel kein größere Story-Fass mehr auf, das mit allen noch offenen Fragen oder Spekulationen aufgeräumt werden könnte.

Huehuehue

Was soll denn: ein geteiltes Universum ist nicht bereit für das, was kommt“ anderes sein, als ein Cliffhanger, an dem sich übrigens sehr viel der Kritik aufhängt, für das was, wsnn auch immer, kommt? Solche Sätze sind in Cinematics bisher immer synonym für „demnächst in ihrem Spiel“ gewesen.

Zuletzt bearbeitet vor 2 Monaten von Huehuehue
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