Mecker Mittwoch: Meine 3 Gamingflops 2015

Einmal müsst Ihr meine Kolumne noch ertragen, dann habt Ihr das Jahr 2015 erfolgreich hinter Euch gebracht! Wie schon im vergangenen Jahr werde ich auch diesmal meine 3 Gaming-Flops küren, die sich über das Jahr angehäuft haben. Dabei geht es nicht zwingend um ein Spiel „als Ganzes“, sondern auch einzelne Entscheidungen der Entwickler können hier den Ausschlag geben. Im Grunde haben sich die Kandidaten des Vorjahres wieder auf die ersten Plätze vorgeschlichen. Aber lest am Besten selbst…

WildStar – 2 Chancen, 2 Mal abgerauscht

WildStar Free2Play

Schöner Trailer, wenig Wirkung. Der zweite Hype hielt kaum zwei Wochen an.

Eigentlich schmerzt es mich diese Zeilen zu schreiben, denn WildStar galt für mich als eines der engagiertesten und besten Spiele der letzten Jahre. Ich habe Hunderte Stunden auf dem Nexus verbracht, schon während der Beta und war wirklich froh ein Spiel gefunden zu haben, das frischen Wind in das angestaubte Genre gebracht hat. Im letzten Jahr war WildStar ein Flop, weil viele Versprechen gebrochen wurden und zahlreiche Bugs gar nicht oder viel zu spät behandelt wurden. Dieses Jahr ist der Grund ein anderer: Selbst Free2Play konnte das Spiel nicht retten.

WildStar Loginbonus Kampfgeschworen

Man braucht schon einen starken Schluck aus der Pulle, um das WildStar-Disaster zu verkraften.

Trotz vieler sinnvoller Änderungen fühlt sich das Spiel nun nach genau dem an, was niemand haben wollte: noch mehr Einheitsbrei. Knapp 2 Wochen hielt das Hochgefühl an, als der „2. Release“ anstand, bevor das Spiel erneut in der Versenkung verschwand. Ich liebte das Spiel, hatte dort viel Spaß im Rollenspiel und konnte mich im Housing ewig verlieren. Doch wenn ein Game es 2 Mal in Folge nicht schafft, die Massen lange für sich begeistern zu können, vielleicht soll es dann einfach nicht sein. Ruhe in Frieden, WildStar. Ich befürchte, du wirst das nächste Jahr nicht überstehen. Vielleicht geschieht aber doch noch ein Wunder.

World of Warcraft: Das plötzliche Ende

WoW Grom Yrel Durotan happy family

Helden und Bösewichte schauen auf eine ungewisse Zukunft – die in weiter, weiter Ferne liegt. Langer Cintenthunger steht an.

Apropos Wunder. Auf Platz 2 landete für mich das unerwartete Ende von World of Warcraft: Warlords of Draenor. Nachdem es im Frühjahr noch hieß, dass der finale Boss des Addons „Gromm Höllschrei“ sein sollte, stand es eigentlich außer Frage, dass es nach dem Patch 6.2 noch weitergehen würde. Aber Pustekuchen. Die „Höllenfeuerzitadelle“ war der einzige neue Raid, den das Spiel nach dem Release bekam und beendete die Story der Erweiterung in vielen Aspekten vollkommen unsinnig.

Schwere Logiklöcher und Verdrehungen der Charaktere sorgten dafür, dass Bösewichte plötzlich mit Helden kooperierten, ganz gleich, was die bisherigen Ereignisse verlangten. Besonders den Charakter Yrel, der über viele Quests aufgebaut wurde, gab man damit eiskalt der Lächerlichkeit preis.

WoW Yrel confused

Versteht ihr eigenes Handeln nicht: Yrel handelt äußerst sonderbar.

Auch das Gebiet „Tanaan-Dschungel“ konnte nicht überzeugen, war es doch ein endloses Daily-Questgebiet, das kaum storyrelevante Aufgaben bereithielt.

Doch die Enttäuschung hält noch immer an: Knapp 1 Jahr lang müssen die Fans nun auch frischen Content warten, denn Legion liegt noch in weiter Ferne und wird wohl frühstens im Sommer 2016 veröffentlicht – das ähnelt schon fast der Dürreperiode aus „Mist of Pandaria“, die man eigentlich vermeiden wollte.

Evolve – An grottenschlechter PR gescheitert

Auch der letzte Flop tut mir im Herzen weh. Für mich ist Evolve noch immer das Spiel des Jahres 2015, es ist ein Shooter, der verdammt viel richtig macht. Kein anderes Spiel ließ das Adrenalin so durch meinen Körper rauschen wie dann, wenn ich in die Haut des Monsters schlüpfte und den Jägern auflauerte. Doch kann ich den Entwicklern von Turtlerock Studios keinen Vorwurf machen. Sie haben das Spiel so gut gemacht, wie sie konnten und für mich ist das näher an Perfektion dran, als es je ein anderes Game geschafft hat. Die Schuld liegt (aus meiner Sicht) rein beim Publisher 2K, der für die DLC-Politik und die Informationen darum verantwortlich ist.

Evolve-Cabot

Der große DLC-Wahnsinn von Evolve – einfach schlecht kommuniziert.

Obwohl Evolve schon zum Start verdammt viel Abwechslung und Inhalte bot, schaffte man es nicht, deutlich genug zu vermitteln, was man in Form von DLCs verkauft. Noch heute höre ich immer mal wieder Leute sagen, die meinen „Bei Evolve muss man doch mehrere Hundert Euro ausgeben, um alle Charaktere und Karten zu besitzen“ und das könnte falscher nicht sein. Zwar gibt es viele DLCs, doch die meisten davon sind nur Skins ohne spielerische Relevanz. Karten sind generell kostenlos und nur die in den Season Passes befindlichen Charaktere sind wirklich eine Erweiterung – und das relativ günstig, wie ich finde.

Evolve Meteor Goliath

Inzwischen gab es 4 vollkommen kostenlose Charaktere – ob das noch hilft?

Dennoch hat 2K es durch schlechte Planung und irreführende Aussagen geschafft, dass viele Evolve als „DLC – The Game“ betrachten. Gerade das sorgte für Zorn und Frust. Auch bei mir. Geringe Spielerzahlen sind die Folge und das, obwohl Evolve bei Steam auf Platz 21 der meistverkauftesten Spiele 2015 landete. Ich hoffe, dass die Zeit dem Spiel gut tun wird.

So, das waren meine drei herben Enttäuschungen 2015! Was hat Euch in in diesem Jahr so richtig aufgeregt? Welches Spiel hat Euch wütend oder gar traurig gemacht und warum? Lasst es mich in den Kommentaren wissen! 2016 geht das Gemeckere dann weiter – ich bin mir sicher, wir werden viele Themen finden.

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