GameStar.de
› Warum sind Lootboxen in Overwatch okay, Blizzard?
Overwatch Lootbox Opening Animation

Warum sind Lootboxen in Overwatch okay, Blizzard?

Blizzard stellt sich selbst eine Absolution für die Lootboxen in Overwatch aus. Die gehörten nicht in eine kontroverse Diskussion, ganz egal in welche.

Lootboxen in Call of Duty, in Star Wars Battlefront 2 oder in Mittelerde: Schatten des Krieges. Ständig gibt es Zoff um die Mikrotransaktionen. Bei Overwatch bleiben solche Streitigkeiten aus und das ist auch richtig so, meint Blizzard-Chef Mike Morhaime.

Kontroverses Thema: Lootbox

Lootboxen sind das Thema der Stunde:

  • Bei Star Wars Battlefront 2 geht es um den Inhalt, der wird als zu mächtig, als Pay2Win empfunden.
  • Bei Mittelerde: Schatten des Krieges geht’s schlicht darum, dass ein Vollpreis-Titel nicht noch zusätzlich Mikrotransaktionen umfassen soll, immerhin hat man schon einmal tief in die Tasche gelangt.
  • Bei Call of Duty kritisieren manche, dass ein historischer Kriegsschauplatz wie Omaha Beach in ein klingelndes Online-Casino verwandelt wird. Activision treibe es hier zu weit, operiere mit psychologischen Glücksspiel-Tricks.

Blizzards Overwatch verdient ein Vermögen mit Lootboxen, blieb von solchen Vorwürfen aber bislang verschont. Und Mike Morhaime stellt im Interview mit Game Informer sicher, dass das auch so bleibt. Denn Blizzard will von einer Kontroverse um Lootboxen nichts wissen.

Schlächter Roadhog

Morhaime sagt: „Ich finde, es ist absolut nichts falsch daran, wenn es Lootboxen gibt, die einem zufällige Items geben. Ich denke, um was auch immer der Lootbox-Streit da geht – Overwatch gehört da nicht rein.“

Bei Blizzard vermeide man es, die Lootboxen an „Machtzuwachs“ zu verknüpfen. Auch sei es nicht möglich, Items aus den Lootboxen wieder gegen echtes Geld einzutauschen. Das hält Morhaime für ein kontroverses Element.

Ecopoint Mei

Lootboxen bei Overwatch: Blizzard macht vieles richtig, kommt aber auch mit allem durch

Mein MMO meint: Man sagt in der Gaming-Industrie: „Orientiere dich nicht an Valve oder Blizzard – die kommen mit allem durch, auch mit Sachen, für die andere gelyncht werden.“

In der Tat: Blizzard verdient mit den Lootboxen in Overwatch wahnsinnig viel Geld, bleibt von der Lootbox-Kontroverse aber verschont. Dabei ist Overwatch ein Vollpreis-Titel.

Deshalb sind Lootboxen bei Overwatch okay

Bei näherer Betrachtung funktionieren die Overwatch-Lootboxen so:

  • Es ist nur Kosmetik drin
  • Man kann die Lootboxen auch im Spiel selbst zu einer „vernünftigen Rate“ finden und sich verdienen
  • Und dadurch, dass Overwatch ein Multiplayer-Titel ist, fühlt sich das für viele offenbar „okay“ an
  • Auch wenn Overwatch ein Vollpreis-Titel ist, finden Spieler die Lootboxen wohl okay, weil sie akzeptieren, dass sie die Weiterentwicklung des Spiels finanzieren
  • Zusätzlich hat Overwatch im Laufe der Entwicklung Zugeständnisse gemacht, hat etwa das Problem mit doppelten Items gelöst

Wenn einer dieser Punkte nicht da wäre oder die Firma nicht Blizzard wäre, gäbe es wohl ein Problem. Bei Destiny 2 etwa müssen Spieler zusätzlich zu Lootboxen noch DLCs kaufen, um die Weiterentwicklung zu finanzieren. Ein Titel wie Mittelerde: Schatten des Krieges ist ein Singleplayer-Spiel. Bei Star Wars Battlefront 2 sind “nicht nur kosmetische Items” enthalten, sondern auch Items, die sich auf die Stärke der Spieler auswirken.

In all diesen Spielen gibt es Ärger um Lootboxen – bei Overwatch nicht. Ist bei Overwatch also alles perfekt? Nicht so wirklich.

Nova Widowmaker

Es gibt auch bei Overwatch Grund zur Kritik: Blizzard setzt auf viele kleine, psychologische Tricks, um den Verkauf anzukurbeln. Die Lootboxen funktionieren in Overwatch deshalb so gut, weil sie geschickt Druck auf den Spieler ausüben und Overwatch so gestaltet ist, dass es zum Kauf der Lootboxen animiert:

  • Es gibt zu Events regelmäßig spezielle Lootboxen, die besondere Skins enthalten, die nur für eine gewisse Zeit verfügbar sind -> Kauf jetzt noch Lootboxen, sonst sind die Skins weg
  • Außerdem schmücken die Skins die Helden und die haben bei Overwatch eine besondere Funktion, viele Fans haben eine tiefe Verbindung zu ihren Lieblingsfiguren -> Man will den Helden etwas guttun
  • Und man sieht andere Spieler mit den Skins herumlaufen oder sieht die in Videos – eine starke Werbewirkung
  • Auch das Öffnen einer Lootbox ist so konstruiert, dass es maximale psychologische Wirkung hat wie ein einarmiger Bandit – der Belohnungseffekt wird umso stärker

Activison experimentiert aktuell mit Methoden, um den Lootbox-Verkauf anzukurbeln. Das kann man etwa im neuen Call of Duty sehen oder in diesem Patent, das Activision angemeldet hat:

Activision patentiert Cash-Shop-Kram

QUELLE gameinformer
Schuhmann

Schuhmann, das L steht für Niveau.