Heute Morgen starb das jüngste, große MMORPG auf Steam – Kaum wer trauert

Beim MMORPG Bless Online gingen heute Morgen die Server auf Steam offline. Das MMORPG ist nach knapp anderthalb Jahren Geschichte: Es war das letzte große AAA-MMORPG, das einen Launch im Westen versuchte und dabei brutal scheiterte.

Wann war Schluss? Der Dienst an Bless auf Steam ist seit heute heute Morgen um 9:00 Uhr am Montag, dem 9.9., offiziell eingestellt.

Bless kann zwar über Steam noch heruntergeladen und installiert werden, der Launcher findet dann aber keine Region mehr: ein trauriges Bild.

Das Ende von Bless hatte Entwickler Neowiz bereits im Juni angekündigt.

Bless-Love-Emote
Da hilft alles Emoten nicht: Bless ist tot.

Leute wollen ihr Geld zurück

Wie ist die Stimmung auf Steam? Im Gegensatz zu toten MMORPGs wie WildStar, bei deren Ende Wehmut und Nostalgie mitschwangen, sind die vorherrschenden Emotionen bei Bless Wut und Enttäuschung. (via steamcommunity)

Nur vereinzelt finden sich Kommentare, die ihr Bedauern zum Ausdruck bringen.

Auf Steam nennen Spieler die Entwickler „Betrüger.“ Sie sagen, die Entwickler könnten sich die warmen Worte sparen, sie wollen ihr Geld zurück.

Denn Bless sei jetzt, im wahrsten Sinne des Wortes, einfach nicht mehr spielbar.

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Was macht die Leute bei Bless so wütend? Bless hatte keinen guten Lauf:

  • Es erschien im Mai 2018 im Early-Access auf Steam. Vorher gab es weder eine Beta, noch eine andere Möglichkeit, sich das Spiel anzuschauen  – daher kauften es einige „blind“, von denen viele den Kauf umgehend bereuten. Nur 60% der Käufer erreichten Level 5 in Bless.
  • Man wusste um die Probleme des MMORPGs in anderen Regionen: Die Entwickler hatten aber versprochen, das MMORPG gravierend für den Westen zu überarbeiten.
  • Das MMORPG kostete 60 Millionen $ in der Produktion und wurde als AAA-MMORPG beworben, konnte technische Mindest-Standards zum Launch aber nicht erfüllen.
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  • Später hieß, das sei ein Missverständnis gewesen – die westlichen Spieler hätten ein fertiges MMORPG erwartet, es sei aber ein Early-Access-Start gewesen.
  • Dann wurde Bless zum Release „Free2Play“ – was Leute ärgerte, die schon Geld investiert hatten.
  • So richtig reißen konnte Bless aber beim „richtigen“ Launch nichts mehr – der Hype war da schon lange verflogen.
  • Content kam nach dem Launch nur spärlich und es waren dann Teile, die aus dem MMORPG rausgeschnitten und zurückgehalten wurden – eine Wende gelang Bless nicht mal im Ansatz. Am Ende hatte Bless noch 26 Spieler im Durchschnitt auf Steam online. Zu Hochzeiten im Juni 2018 waren es durchschnittlich 8,500 (via steamcharts).
Bless-Helden

Das steckt dahinter: Bless war einer der letzten großen AAA-Releases bei MMORPGs auf Steam im Westen. Sonst ist da seit Black Desert nicht viel passiert – vielleicht mit Ausnahme von MapleStory 2.

Umso enttäuschender wie das letztlich alles gelaufen ist. Die Geschichte von Bless zeigt uns, wie groß das Interesse nach einem „neuen MMORPG“ hier im Westen ist, aber auch wie brutal Hoffnung und Vorfreude in Frust und Enttäuschung umschlagen können.

Die guten Seiten am MMORPG wie das Zähm-System oder die Welt werden wohl bei den meisten MMORPG-Spielen in Vergessenheiten geraten oder sie haben diese Seite an Bless nie kennengelernt.

Die Leute auf Steam scheinen nicht um Bless zu trauern, sie trauern eher ihrem Geld nach.

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