Diese 3 AAA-MMORPGs sind trotz Hype brutal gescheitert

Seit Jahren warten Spieler in Europa und Nordamerika auf große, neue PvE-MMORPGs, die den Reiz von früher wiederbringen. Daher ist der Hype groß, wenn ein neues Online-Rollenspiel erscheint. Wir schauen 3 MMORPGs der letzten Jahre an, auf die sich viele gefreut haben, die aber brutal gescheitert sind.

Kaum eine Fanbasis sehnt sich im Moment so sehr nach einem „neuen Spiel“ wie Fans von klassischen Themepark-MMORPGs. Gut, Fans von Diablo vielleicht noch.

Heute wollen wir auf drei Online-Rollenspiel schauen, auf die sich Spieler zu ihrer Zeit wahnsinnig gefreut haben, die dann aber übel gescheitert sind.

Was haben die Spiele gemeinsam?

  • Alle drei MMORPG zeichnet aus, dass sie mit „hohem Budget“ über einen langen Zeitraum und von großen Teams entwickelt wurden und daher als AAA-Titel galten – die genauen Entwicklungskosten sind allerdings selten bekannt
  • alle drei Spiele wurden heiß erwartet und hatten große Erwartungen ausgelöst
  • alle Spiele gelten als richtig krachend gescheitert – also nicht „es lief eigentlich ganz gut und dann ebbte es langsam ab“, sondern Spiele mit einem lauten und harten Crash
WildStar Mech

WildStar

Das wollte WildStar sein: Das SF-MMORPG WildStar wollte das bessere World of Warcraft sein, ein WoW wie es früher war, bevor Blizzard den „Casuals nachgab“ und alles so einfach machte.

Die klare Ansage von Carbine Präsident, Jeremy Gaffney, im Mai 2014 war: Wir wollen die ehemaligen World-of-Warcraft-Spieler.

Daher hatte sich das Studio Carbine auf die Fahnen geschrieben, ein „Hardcore-MMORPG“ zu sein. Es sollte eng mit der Fanbasis zusammen entwickelt werden und ein faszinierendes Spielerlebnis zum Release bieten.

Nach Videos wie dem hier hatten MMORPG-Fans wahnsinnig Bock auf WildStar.

Warum war der Hype so groß? Das Team sagte im Vorfeld all die richtigen Sachen. Die Videos waren humorvoll, toll inszeniert und einfach klasse gemacht.

Die Pläne hörten sich fantastisch an:

  • Das Team wollte gleichzeitig an mehreren Content-Patches arbeiten und so sicherstellen, dass immer neue Inhalte kamen. Damit wollte man die große Schwäche von WoW ausgleichen.
  • Das Housing-System von WildStar war zudem richtig gut – WoW bietet ja bis heute kein Housing
  • das Kampfsystem aktiv und interessant – im Gegensatz zum üblichen Tab-Targeting im Genre
  • die Welt von WildStar zeigte sich flippig und kurios im SF-Look – nicht im klassischen Fantasy-Gewand

Alles Features, die WildStar klar von WoW und ähnlichen Spielen abgrenzen sollten, um frischen Wind ins eingeschlafene MMORPG-Genre zu bringen.

Dazu gab es bei WildStar eine ausgedehnte Beta, bei der Spieler schon alles testen und spielen konnte, über Monate hinweg.

Die Pläne gingen voll auf – der Hype zum Start war gewaltig. Allein in Deutschland hatten sich zwei große Fanseiten gefunden, um von Anfang an „das nächste große Ding“ zu begleiten.

WildStar Chua War
Allein für die Chua musste man WildStar lieben.

So lief der Launch dann: WildStar hatte einen relativ guten und reibungslosen Launch. Das Spiel verkaufte sich sehr gut.

Die Stimmung in den ersten Wochen war positiv – zwar kannten viele Spieler das Game schon bis ins Endgame hinein, durch die Beta. Aber es würde ja bald mehr kommen.

Es stellte sich jedoch früh heraus, dass der „Hardcore“-Aspekt für viele doch zu anstrengend war, so musste man sich für den Raid mühsam qualifizieren.

WildStar F2P Review
Am Anfang war noch gut grinsen, aber die Probleme türmten sich im Hintergrund auf.

Was ging schief? Die gute Stimmung ebbte nach einigen Wochen ab. WildStar setzte auf ein Abo-Modell und viele verlängerten ihr Abonnement offensichtlich nicht.

Der versprochene ständige Content-Nachschub blieb aus. Es tauchten Schwierigkeiten auf:

  • Plötzlich fühlte sich der Loot nicht so interessant an
  • das PvP wurde kaum genutzt
  • es fielen Baustellen und Bugs auf, die nicht repariert wurden.

Rasch machte sich Enttäuschung breit: Carbine kassierte seine Versprechen nach und nach wieder ein.

WildStar: Das verflixte erste Jahr – Ein MMO beißt die Zähne zusammen

Woran ist WildStar letztlich gescheitert? Die hochfliegende Pläne von WildStar sind nach dem Launch zusammengebrochen. Carbine hat es offenbar nie geschafft, von einem Team, das ein MMORPG entwickelt, zu einem Team zu werden, das ein Live-MMORPG unterstützt.

Die charismatischen Entwickler wie Stephen Forst, zu denen Spieler vor Release eine Verbindung aufgebaut hatten, verschwanden rasch nach dem Launch.

WildStar - Stephan Frost
Der Abgang von Stephan Frost, dem Aushängeschild von WildStar, war ein Nackenschlag.

Später munkelte man: Der Plan, an mehreren Patches gleichzeitig zu arbeiten, erwies sich für Carbine als katastrophale Fehlentscheidung. Sie blockierte die Weiterentwicklung von WildStar erheblich.

Im Nachhinein wurde öffentlich viel schmutzige Wäsche gewaschen, das Management sei Schuld gewesen, hieß es dann von vermeintlichen Ex-Entwicklern, die anonym ihre Beschwerden posteten.

WildStar hätte eigentlich nie eine Chance gehabt, das sei von Beginn an zum Untergang verdammt gewesen, sagte etwa einer, der sich als Ex-Entwickler ausgab.

Wie auch immer: WildStar gelang es nie, richtig in einen Lauf zu kommen. Nach dem guten Start ging dem MMORPG die Puste aus. Ein Free2Play-Wechsel ein Jahr nach dem Launch konnte keinen Aufschwung bringen und letztlich zog NCSoft nach vielen Jahren 2018 den Stecker.

Aber eigentlich zeichnete sich das Ende von WildStar und Carbine schon im März 2016 ab, als fast das halbe Studio entlassen und ein geplanter China-Release abgesagt wurde.

Der Gang ins Free2Play kam spät und konnte keine Wende mehr bringen.

Wo steht WildStar jetzt? Das MMORPG lief im November 2018 aus. Das Studio Carbine wurde ebenfalls geschlossen, nachdem neue Projekte gecancelt wurden.

Lebe Wohl, Wildstar – Ein Abgesang an ein tolles MMORPG

Zurück bleiben viele Erinnerungen, so mancher hat die Welt von WildStar wirklich geliebt.

Auf Seite 2 geht es mit einem MMORPG weiter, das im selben Jahr wie ArcheAge erschien.

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