Fehlstart bei Bless: Ein „Premium Kundenservice“ für 200$-Gründer

Das MMORPG Bless führt offenbar den Zwei-Klassen-Support ein. Wer 200$ bezahlt und sich das größte Gründerpaket sichert, der wird bevorzugt behandelt. Spieler fragen sich: Und was ist mit dem Rest? Unser Autor Schuhmann glaubt: Bless hat einen Fehlstart hingelegt.

Leak macht schon Ärger, bevor’s losgeht: Am Freitag fand das große Enthüllungs-Event bei Bless statt. Doch schon im Vorfeld sorgte ein Leak für Ärger. Durch ein Versehen wurden die Gründerpakete zu früh bekannt.

Vor allem der hohe Preis der Founder’s Pack löste eine Diskussion unter den Fans aus – etwa auf der US-Seite mmorpg.com oder auch bei uns auf Mein MMO.

Dabei wird Bless von Skeptikern immer wieder unter die Nase gerieben, dass es schon in Russland und Südkorea gescheitert sei. Nun versuche Bless sein Glück im Westen. Wie man sich da erdreisten könne, so viel Geld zu verlangen, fragen die Kritiker.

Immerhin ist Bless ein Buy2Play-Spiel mit einem optionalen Abo und es verkauft teure Gründerpakete. Dass die „Premium-Mitgliedschaft“ für 15$ im Monat nur Kosmetisches bietet, wusste man da noch nicht.Bless Online Screenshot

Hohe Preise bei Bless: Die Preise für Bless beginnen bei 30$ und gehen hoch bis auf 200$. Dafür kriegt man das maximale Founder’s Pack. Das verspricht unter anderem „Premium Customer Service“, also eine bevorzugte Behandlung beim Kundendienst.

In einer Präsentation, die auf Twitch zu sehen ist, erklärt eine Mitarbeiterin dieses Feature: „Ihr kriegt einen Kundenservice, bei dem wir tatsächlich Eure Tickets lesen und sicherstellen, dass Ihr Kundendienst erhaltet.“

Da hebt der gemeine Mitteleuropäer schon mal besorgt seine Augenbrauen. Was passiert denn mit den Tickets der anderen?, fragt man sich da.

Bless Online Comeback

Premium Customer Service – neue Art des Privilegs

Zwei-Klassen-Gesellschaft: So ein „Premium Customer Service“ ist eine neue Idee bei AAA-MMORPGs, die Unfrieden auslöst. Es verstößt offenbar gegen das Gerechtigkeitsempfinden der Spieler.

Sie haben Angst, dass ihre Tickets dann bearbeitet werden, wenn Neowiz seine Premium-Kunden bevorzugt.Bless Elephant

Versteht Neowiz den Westen?

Premium-Kundendienst fühlt sich irgendwie falsch an: Nach unserem Verständnis sollte doch der „Kundendienst“ ein kostenloser Service sein, der sich um handfeste Probleme des Einzelnen kümmert. Es ist ein Service, damit jeder Kunde das bekommt, für das er bezahlt hat und das ihm zusteht.

Zwar kennen wir aus dem richtigen Leben so eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“, etwa bei der Krankenkasse, aber dem noch im virtuellen Leben zu begegnen? Darauf hat wohl keiner Lust – außer vielleicht jener, der bevorzugt wird.

Doch es hat einen Grund, dass kein anderes AAA-MMORPG vor Bless auf die Idee kam, mit einem „Premium-Kundendienst“ zu werben: Es verärgert offenbar viele und macht Bless zu einem leichten Ziel, lässt es irgendwie gierig und unfein erscheinen.

Vielleicht rächt sich hier, dass der koreanische Bless-Entwickler Neowiz keinen Vertriebspartner im Westen mehr hat. Neowiz hatte mit der deutschen Firma, Aeria Games, eigentlich einen Partner für den Westen gefunden. Der sprang ab. Seitdem übernimmt Neowiz das selbst. Das geht wohl nicht so geräuschlos vor sich, wie man sich das gewünscht hat

Bless-Screen-01

Event wirkte improvisiert

Kritik am Event: Für die Probleme von Neowiz spricht auch, dass einige Kritik am Event von Bless laut wurde. Das wirke amateurhaft, unorganisiert und sei katastrophal gelaufen, meckern einige auf Reddit. Das Chaos-Event ist gerade das größte Thema dort. So gab es keinen offiziellen Stream, sondern man überließ das Streamen der Community. Ferner hätten die Entwickler unvorbereitet gewirkt und es sei zu zahlreichen technischen Problemen gekommen.

Auch beim letzten großen koreanischen MMORPG gab es Anlaufschwierigkeiten und Probleme. Als Black Desert hier im Westen begann, krachte es immer wieder im Gebälk. Mittlerweile scheint man das aber unter Kontrolle zu haben. Man kann nur hoffen, dass Neowiz und Bless sich auch schnell im Westen zurechtfinden.

Nach diesem Wochenende werden einige misstrauisch auf Bless schauen und genau hinhören, was man da noch so für Ideen hat.

Mehr zu den Gründerpaketen und dem Steam-Launch von Bless:

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