Bei Anthem war es angeblich ein Tabu, Destiny auch nur zu erwähnen

Beim Online-RPG Anthem fragen sich einige Fans, warum BioWare sich nicht stärker an Destiny und Destiny 2 orientierte und aus den Fehlern des Shooters lernte. Ein Insider-Report gibt jetzt die Antwort.

Das war die Frage: Nach dem Release von Anthem fragten sich einige Kritiker, warum BioWare nicht aus den Fehlern von früheren Loot-Shootern wie The Division oder Destiny gelernt hat.

Es schien manchem nicht verständlich, warum ein Spiel 2019 solche Probleme mit dem Loot hat und solche Schwierigkeiten durchmachen müsse.

Immerhin hatten

  • Destiny (2014)
  • The Division (2016)
  • und Destiny 2 (2017)

alle harte Launch-Phasen durchgemacht, dann aber nach etwa einem Jahr die Kurve bekommen.

Warum konnte Anthem nicht die Fehler der Vorgänger analysieren und es gleich zum Start besser machen?

Destiny 2 Forsaken Cayde Guardian
Forsaken gilt als Wendepunkt von Destiny 2 – Warum konnte Anthem aus den Fehlern Bungies nicht lernen?

Es sollte nicht über Destiny gesprochen werden

Das ist die Antwort: Laut einem Insider-Bericht über die Entstehung von Anthem der Seite Kotaku war es verpönt, das Wort „Destiny“ auch nur zu erwähnen. Das Wort galt als ein „Tabu“, war also verboten.

Das Führungsteam des Studios habe schon auf die Erwähnung des bloßen Namens Destiny negativ reagiert.

Der Referenz-Punkt, den die Leitung bevorzugte, sei Diablo 3 gewesen.

Das sagt ein Entwickler:

„Uns wurde ziemlich klar gesagt: Das ist nicht Destiny. Dabei war es das eigentlich ein bisschen. Was beschrieben wurde, ging ja eindeutig in die Richtung. Doch sie (die Studio-Leitung) wollten diese Vergleiche nicht.

Wir wollten diese Vergleiche eigentlich auch nicht ziehen.

Aber: Wenn man anfängt, über Fire-Teams zu sprechen, und davon, loszuziehen, um zusammen zu raiden. Wenn man über Waffen, Zaubersprüche und solche Dinge spricht … Na ja, dann gibt es eine Menge Elemente, die sich überschneiden.“

Anonymer Anthem-Entwickler, laut US-Seite Kotaku
Diablo 3 Tyrael Titel
Anthem soll sich an Diablo 3 orientiert haben, obwohl die Mitarbeiter die Parallelen zu Destiny früh sahen.

Das waren die Folgen des Destiny-Verbots: Laut diesem Entwickler, der anonym bleiben will, war das Verbot, über Destiny zu sprechen, ein Fehler. Denn so konnte man keine Lehren daraus ziehen, was Destiny richtig gemacht hat und warum sie Marktführer waren.

„Wir mussten auf Spiele wie Destiny schauen, weil sie Marktführer sind. Das sind die Jungs, die diese Sache am besten gemacht haben. Wir sollten auf jeden Fall darauf schauen, wie sie diese Sachen gemacht haben.“

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Als Beispiel nennt der Entwickler die große Vielzahl von Waffen in Destiny. Das wäre etwas, was Anthem fehlt, weil das Spiel von einer Menge Leute kam, die vor allem RPGs gemacht haben.

„Wir hatten nicht wirklich die Design-Fähigkeit, um das zu machen. Es war einfach nicht das Wissen, um so eine Vielzahl von Waffen zu schaffen.“

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Anthem wird häufig vorgeworfen, dass die Waffen sich nicht so stark unterschieden wie in Destiny.

Diese Rolle spielt Destiny noch: Im Insider-Report taucht Destiny an weiteren Stellen auf:

  • So wäre der Druck auf BioWare zum Ende der Entwicklung gestiegen, als The Division 2 angekündigt worden war, Destiny 2 immer besser wurde und sich Warframe konstant verbesserte
  • Außerdem heißt es, das Team von BioWare fühlte sich unterbesetzt, weil sie viel weniger Mitarbeiter hatten als die Teams hinter Destiny und The Division
  • Destiny sei aber nun ein Spiel, das BioWare Hoffnung gibt. Denn das Team hofft, Anthem so verbessern zu können, wie das Bungie mit Destiny gelungen ist
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