Warum die letzten 3 Signale von Anthem auf die Stimmung drücken

Anthem kämpft gerade mit vielen Problemen. Viele Prozesse die Bioware dabei gerade durchgeht sind eigentlich völlig normal – auch, wenn sie einigen Sorgen bereiten. Wir zeigen euch, wieso.

Das ist zuletzt bei Anthem passiert: In Anthem gab es in den letzten Wochen einige schwierige Situationen. Neben dem Insider-Bericht rund um die Entwicklungshistorie von Anthem gab es Ärger um

  • verschobenen Updates auf unbestimmte Zeit
  • die zurückgefahrene Kommunikation seitens der Entwickler
  • einige führende Anthem-Entwickler, die nun den Teams rund um Dragon Age 4 zugeteilt wurden

Diese Ereignisse sorgen gerade für schlechte Stimmung, obwohl viele davon eher zum normalen Ablauf gehören. Mit „Normal“ meinen wir hier Prozesse, die zum Alltag von Entwicklerstudios nach einem Release dazu gehören.

Wenn diese Prozesse normal sind, wieso gibt es dann trotzdem schlechte Simmung?

Anthem-Sunken

Bioware zieht leitende Entwickler zu Dragon Age 4

Das macht den Fans Sorgen: Erst am 3. Mai wurde bekannt, dass Bioware in der Community bekannte Entwickler wie Mike Gamble und Mark Darrah von Anthem abzieht. Stattdessen liege der Fokus nun auf Dragon Age 4.

Obwohl Bioware betonte, dass man an Anthem dran bleibe, werteten manche das als endgültigen Sargnagel für Anthem.

Das Spiel war in den Augen der meisten Spieler nie wirklich fertig. Nun ziehen leitende Entwickler ab, bevor es auch nur ansatzweise auf dem Level ist, wie sich das viele erhoffen?

Unter einigen Spielern machte sich das Gefühl breit, Anthem würde bald von Bioware und Electronic Arts fallen gelassen.

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Darum ist das ein normaler Vorgang: Mike Gamble war der Lead Producer, der leitende Produzent von Anthem. Diese Rolle kommt vor allen in Entwicklungsphasen zum Tragen.

Für gewöhnlich ist ein leitender Produzent für das Managen und die Leitung des Produkts zuständig. Er oder sie sorgt dafür, dass gesetzte Ziele erreicht werden.

Anthem wird nun vom Live-Team übernommen. Leitender Produzent wird dann der Mitarbeiter Ben Irving. Diesen kennen viele ebenfalls bereits, da er an der Entwicklung von Anthem bereits beteiligt war.

Das Spiel wird von diesem Team nun weiter entwickelt und mit Updates versorgt. Das war, laut Bioware, von Anfang an der Plan

Es ist nicht ungewöhnlich, dass an solchen Punkten bestimmte Mitarbeiter zu anderen Projekten abgezogen werden. Dragon Age 4 ist das nächste, große Projekt von Bioware und somit ist es nicht ungewöhnlich, dass führende Köpfe nun dorthin abgezogen werden.

Verschobene Updates – Anthem befindet sich in einer Zwickmühle

Das macht den Fans Sorgen: Mit dem letzten Patch hat Bioware angekündigt, die geplanten Inhalte für den April auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dazu gehörten verschiedene Features wie neue Freeplay Events oder der nächste Story-Abschnitt Cataclysms.

Diese Entscheidung sorgte für Unmut bei den Fans. Viele werten das ein Indiz, dass Bioware möglicherweise gar nicht mehr vorhabe, diese Inhalte zu liefern.

Darum ist es ein normaler Vorgang: Anthem hat grundlegende Probleme, die mit den Schwierigkeiten während der Entwicklung zugrunde liegen.

  • Am schwersten wog der technische Zustand des Spiels, der teils extrem schlecht war
  • Es gab und gibt immer noch etliche Bugs, Glitches und Optimierungsfehler.
  • Dazu gibt es massig Kritik am Loot-System und der Balance des Spiels
  • Diese Probleme sind teilweise noch vorhanden.

Deswegen suchen die Anthem-Entwickler gerade auch Spezialisten für Loot-Systeme:

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Es sollte zwar nach geläufigen Meinungen nicht normal sein, dass ein Spiel in so einem Zustand auf den Markt kommt. Dennoch gibt es solche Fälle. Dazu zählen bekanntere Titel wie The Division 1 oder Fallout 76.

In so einer Situation ist es das nahe liegendste, sich erst um die Probleme zu kümmern. Der technische Stand eines Spiels sollte für Entwickler eigentlich immer wichtiger sein, als neuer Content. Denn was nützt Content, wenn man diese wegen Bugs und Glitches nicht spielen kann?

Daher ist diese Entscheidung wohl unausweichlich gewesen. Aktuell kümmert sich Anthem primär um seine technischen Schwierigkeiten, als um neue Inhalte.

Anthem Scars

Bioware hat die Kommunikation zurückgefahren

Das macht den Fans Sorgen: Seit ein paar Wochen wird von einigen Fans kritisiert, dass Bioware nicht mehr so kommunikativ ist, wie zum Release von Anthem.

Daraus schließen viele Fans, dass die Entwickler das Feedback nicht mehr so stark auswerten, wie noch zu Release.

Manche vermuten sogar, dass der Support von Anthem einfach nach und nach runtergefahren werde und dass das ein Zeichen dafür sei. Dabei ist auch das bei anderen Spielen zu beobachten.

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Darum ist das ein normaler Vorgang: Es ist eher die Regel, dass Entwickler nach großen Release-Phasen ihrer Spiele die Kommunikation herunterfahren.

Die Aufmerksamkeit der Entwickler liegt meistens nach Release auch noch bei nötigen Patches für etwaige Bug-Fixes. Oft schieben die Entwickler Zusatz-Schichten, um das nächste Update schnell fertig zu haben.

Außerdem waren gerade im Fall von Anthem viele Spieler „sehr emotional“ in ihrem Feedback. Das lief dann oft über wüste Beschimpfungen und Drohungen, weshalb die Entwickler auch automatisch weniger auf Nachrichten eingehen, wie der Community-Manager Jesse Anderson einem Fan erklärte.

Auch in The Division 2 haben die Entwickler fast 2 Monate nach Release die Kommunikation zurückgefahren und das gehörte zu den erfolgreichsten Spielen im März. Es kommt also nicht darauf an, ob ein Spiel erfolgreich startet, sondern ist einfach Routine. Oft verkünden Entwickler lieber nur etwas, wenn es auch handfeste Neuigkeiten gibt.

Es gibt aber auch Gegenbeispiele, wie Digital Extremes, die Entwickler des Online-Shooters Warframe. Diese zählen seit Jahren zu den kommunikativsten Entwickler-Studios.

Anthem-Loot-Ankündigung2

Fans wollen keinen „normalen“ Plan

Warum herrscht trotz „Normal“ so viel Unsicherheit? Nach all den oben geschilderten Problemen, die Anthem hat, wünschen sich die Fans eine stärkere Reaktion von Bioware.

Denn nach dem Insider-Bericht sieht die Lage von Anthem für alle Beteiligten sehr düster aus. Viele Spieler hoffen darauf, dass Bioware „richtig loslegt“, das auch den Fans signalisiert und den Karren aus dem Dreck zieht.

So schreibt der Spieler Amuriel auf Twitter: „Ich habe euch Leute von Anfang an verteidigt, weil viele Beschwerden purer Bullshit waren. Aber das Handling nach Release von Anthem könnte nicht schlimmer sein. Sowohl in der Spielentwicklung, als auch Kommunikation. Taten sprechen lauter als Worte. Und ich sehe kaum Taten von euch.“

Diese 3 oben genannten Signale mögen zwar ganz normale Vorgänge innerhalb eines Entwicklerstudios sein. Doch für seine Spieler geben die Entwickler damit eher die falschen Zeichen. Sie bestärken Fans in ihren Befürchtungen, dass das Spiel bald aufgegeben werden könnte.

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Bisher interpretierten viele Biowares Handeln als Signal für „Wir machen alles ruhig nach Plan und schauen, wie es läuft.“, was nach all der negativen Presse für einige eine weitere Enttäuschung ist.

Momentan sieht es aber so aus, als würde Bioware auf diesem Kurs bleiben. Da helfen auch die beschwichtigenden Stimmen von Bioware nichts, viele haben den Glauben verloren.

Der Reddit-User RentalGore schreibt an Bioware: „Ihr mögt ja alle sehr engagiert sein, aber echtes Engagement hängt davon ab, ob EA euch die Ressourcen dazu gibt, das Spiel wieder aufzubauen. Ich zweifle ihr Engagement an.“

Die Stimmung ist insgesamt düster um Anthem, das Subreddit quillt fast über vor negativen Posts.

Die Start-Seite des Subreddits am 6.5. um 18 Uhr.

Wie geht es nun weiter? Das ist offen. Anthem ist nun in den Händen des Live-Teams. Das wird weiterhin an Patches und neuem Content für Anthem arbeiten. Wie diese aussehen werden, ist allerdings nicht klar.

Aktuell kämpft Anthem mit Matchmaking-Problemen, hinter denen manche Fans Spieler-Mangel vermuten.

Das weiß man über die Zukunft von Anthem:

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