6 MMOs und Online-Games, die nach einem Fehlstart noch die Wende schafften

Wir haben 6 MMOs und Online-Games zusammengetragen, die mit einem Fehlstart auf den Markt kamen und hart kritisiert wurden. Diese Games haben aber an sich gearbeitet und konnten die Wende schaffen.

Einer der größten Vorteile von „Games as a Service„-Spielen ist, dass sie wandelbar sind. Die folgenden Spiele hatten einen Wandel bitter nötig, denn sie legten nach ihrem Release erst mal einen groben Fehlstart hin. Das hätte sie die Existenz kosten können.

Diese Spiele konnten das Ruder aber nochmal rumreißen. Hier sind ihre Geschichten.

Warframe

Warframe Tenno Jahr 5

Was ist Warframe für ein Spiel? Der kostenlose MMO-Shooter stammt von Digital Extremes und spielt in einem futuristischen Setting. Warframe hat einen starken Fokus auf Coop, Community und rasantes Gameplay.

Spieler können aus knapp 40 Warframes mit individuellen Skills wählen, um das Sonnensystem von verseuchten Monstern, faschistischen Klonen und gierigen Konzernen zu befreien. Warframe ist eins der beliebtesten Free2Play-Games und bekannt für seine harmonische Community.

Release: 25.03.2013 (PC), 25.11.2013 (PS4), 02.09.2014 (Xbox One), 20.11.2018 (Nintendo Switch)
Plattformen: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch
Jahr der Wende: 2015
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Was war Warframes Problem?

Als Warframe 2013 veröffentlicht wurde, war das Free2Play-Modell noch unüblich für große Publisher im Westen. Das Indie-Studio Digital Extremes entschied sich trotzdem damals für dieses Geschäftsmodell.

Warframe sollte sich ausschließlich durch Mikrotransaktionen finanzieren. Das Problem an der Sache war, dass Digital Extremes harte Bezahlschranken in das Spiel baute:

  • In der Closed Beta konnte Warframe bis zum Level-Cap kostenlos gespielt werden. Hatte man dieses erreicht, musste man zahlen, um weiter spielen zu können.
  • Genauso gab es auch Gameplay-relevante Mechaniken, die sich hinter Paywalls versteckten. So konnte man sich vier mal am Tag wiederbeleben. Danach musste eine Belebung mit Echtgeld bezahlt werden.
Warframe in 2013 - Closed Beta
So sah Warframe 2013 in der Closed Beta aus

Obwohl sich viele Kritiker einig waren, dass Warframe in seinen Grundzügen spannendes Gameplay besaß, war es zu dem Punkt noch nicht ausgereift:

  • Das Movement war abgehackt und die Gegner gaben kein gutes Treffer-Feedback.
  • Es war undeutlich, was überhaupt getan werden muss. Dinge wie Missionsmarker gab es nicht.
  • Es hieß ebenfalls, dass die Aktivitäten zu repetitiv wären. Damals gab es gerade mal drei Warframes und ein paar Schlauchlevel.

Warframe erntete zu dieser Zeit mittelmäßige und schlechte Noten der Kritiker. Exemplarisch vergab Eurogamer nur eine 4/10 und auch die GameStar war damals nicht gut auf Warframe zu sprechen, räumte dem Online-Shooter aber Potential ein. Andere Reviews sahen ähnlich aus.

Die Bezahlschranken waren unter den Spielern verhasst und das noch holprige Gameplay konnte diese nicht mal rechtfertigen. Warframe drohte hart zu floppen und seine damaligen Spieler schnell zu verlieren.

Wie konnte Warframe sein Problem lösen?

Trotz der Kritik und der Bezahlschranken bildete sich damals ein harter Kern von Spielern, der Warframe liebte. Dieser fand das Gameplay großartig und wollte den Free2Play-Shooter wachsen sehen. Die damalige Community bat die Entwickler, die Bezahlschranken zu entfernen.

Nun stand Digital Extremes 2015 vor einer ziemlich harten Entscheidung.
In einem Interview mit Gamesindustry sprach die Vizepräsidentin einmal davon, dass diese Entscheidung die DNA von Warframe für immer beeinflussen sollte:

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Man entschied sich dazu, auf die Community zu hören und die Bezahlschranken zu entfernen, was ein beängstigender Schritt für das Studio war. Man suchte jetzt andere Wege, sich mit Mikrotransaktionen zu finanzieren.

Genau diese Entscheidung war der Wendepunkt für Warframe. Die Community fühlte sich von Digital Extremes verstanden und half dabei, das Spiel zu fördern. Es gab im Jahr 2012-2013 ein Gründerpaket, das für sage und schreibe 225 € angeboten wurde und den exklusiven Warframe Excalibur Prime beinhaltete.

Excalibur Prime – Sehen Spieler diesen exklusiven Warframe, kann man sie noch heute beobachten, wie sie sich vor ihm verneigen.
  • Warframe arbeitete fortan an einem fairen Free2Play-Modell und gab den Spielern die Wahl, freiwillig für das Spiel zu bezahlen.
  • Bei Digital Extremes wollte man der Community nun immer eine Stimme und Entscheidungsfreiheit geben.
  • Es entstand ein enges Band zwischen Community und Studio, da die Spieler sich gehört und respektiert fühlten. Dieses Band sollte Warframe bis heute, 6 Jahre später, prägen und vor dem Flop bewahren.
  • Zusätzlich wurde 2015 ein neues Movement-System eingeführt, dass den Spielen eine Wendigkeit sondersgleichen gab: Parkour 2.0 – das kam richtig gut bei den Spielern an und wurde zum Erkennungsmerkmal von Warframe.

Wie steht Warframe heute da?

Warframe hat sich den Weg vom Underdog zum Platzhirsch erkämpft. Das Spiel erreicht derzeit Zahlen von bis zu 50 Millionen Spielern.

Seinen richtigen Durchbruch erreichte Warframe 2017 mit seiner ersten Open-World-Erweiterung „Plains of Eidolon“:

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Genau diesen Weg geht Warframe nun weiter und plant, nach und nach für jeden Planeten in seinem Sonnensystem eine Open-World zu erschaffen. Es folgte 2018 die nächste Erweiterung „Fortuna“, die ebenfalls bombastisch einschlug.

Warframe wird immer weiter mit großen Updates versorgt, die das Spiel verbessern und neue Inhalte bringen.

Das Bezahlmodell ist dabei fair geblieben. Wer möchte, bezahlt für Dinge wie kosmetische Gegenstände oder dafür, dass er das Craften von Items beschleunigen kann. Es gibt sogar einen Level-Begrenzung für bestimmte Items, damit Spieler diese nicht zu früh einfach kaufen können.

Für seine Zukunft verfolgt Warframe ein anderes Ziel als die Genre-verwandten Destiny 2 oder The Division 2:

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