Hacker interessieren sich längst nicht mehr nur für Banken oder große Unternehmen. Ein neuer Bericht zeigt, dass inzwischen auch der Profisport massiv im Visier steht. Die Fußball-WM 2026 könnte für Cyberkriminelle besonders attraktiv sein.
Schiedsrichter tragen Kameras am Körper, der Video-Assistant-Referee überprüft strittige Szenen aus einem Kontrollraum und Fans kaufen Tickets, Wetten oder bestellen Snacks per App im Stadion. Technik gehört im Profisport längst dazu.
Wo liegt das Problem? Dank vieler technischer Verbesserungen ist Sport in vielen Bereichen gereift und mitunter fairer geworden. Doch genau diese Digitalisierung macht den Sport auch anfälliger für Hacker – eine neue Erhebung des Sicherheitsunternehmens Darktrace zeigt jetzt, wie groß das Problem bereits ist. (TechRadar)
84 Prozent der befragten professionellen Sportorganisationen waren demnach in den vergangenen zwölf Monaten von mindestens einem Cybervorfall betroffen. Mehr als jede zweite Organisation wurde sogar mehrfach angegriffen.
Besonders auffällig: 43 Prozent der Organisationen berichteten von sechs bis zehn Vorfällen innerhalb eines einzigen Jahres. Im Schnitt kostete ein solcher Angriff rund 169.000 US-Dollar. Wer mehrfach betroffen war, musste mit jährlichen Schäden von bis zu 1,7 Millionen US-Dollar rechnen. (Intelligentciso)
Darktrace befragte für die Studie 875 Cybersecurity-Experten aus Sportorganisationen in den USA, Großbritannien, Australien und Deutschland. Die Ergebnisse zeichnen dabei ein deutliches Bild: Der Profisport ist zu einem lukrativen Ziel für Angreifer geworden. Mit Blick auf Großereignisse wie die Fußball-WM 2026 warnen die Experten deshalb davor, dass die Angriffsfläche für Cyberkriminelle immer weiter wächst. (Darktrace)
Der Chef von Darktrace, Ed Jennings, beschreibt das Problem in einem LinkedIn-Posting so:
Je größer das Event, desto größer das kommerzielle Ökosystem darum – und desto größer die Angriffsfläche für Hacker.
Immer wieder KI
Welche Rolle spielt KI bei den Angriffen? Ein großer Treiber der Entwicklung ist Künstliche Intelligenz. 83 Prozent der befragten Sicherheitsexperten glauben, bereits Cyberangriffe beobachtet zu haben, bei denen KI zum Einsatz kam. 72 Prozent erwarten zudem, dass KI das Risiko im kommenden Jahr weiter erhöhen wird.
Laut Darktrace nutzen Angreifer KI inzwischen unter anderem für:
- Täuschend echte Phishing-Mails
- Deepfakes von Sportlern oder Verantwortlichen
- Gefälschte Webseiten und Markenauftritte
- Schnellere und präzisere Angriffe auf digitale Systeme
Gleichzeitig setzen auch die Vereine selbst immer häufiger auf KI – etwa beim Ticketing, in der Fan-Kommunikation oder beim Betrieb von Stadien. Genau dadurch entstehen neue Sicherheitslücken, die bislang oft nicht ausreichend abgesichert sind. (ItDaily & Darktrace)
Wie seht ihr das? Macht euch die zunehmende Digitalisierung des Sports Sorgen oder gehören Kameras, VAR und KI für euch einfach zum modernen Sport dazu? Schreibt es uns in die Kommentare!
Während Fußballvereine inzwischen Milliarden in ihre digitale Infrastruktur stecken und sich gegen Hacker absichern müssen, gibt es auch eine Sportart, die praktisch komplett auf Technik basiert: E-Sport. Gerade erst hat League-of-Legends-Legende Faker einen neuen Meilenstein erreicht – und teilt ihn ausgerechnet mit einem deutschen Profi.
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