Dank WoW Classic kann Blizzard endlich Retail komplett zerstören

Mit dem Release von WoW Classic können sich die Entwickler in Retail endlich von altem Ballast lösen. Es gibt nun kaum noch einen Grund, an alten Dingen festzuhalten.

Okay, ich gebe zu, die Überschrift ist vielleicht ein bisschen provokant gewählt, aber lasst mich erklären, was ich meine.

World of Warcraft dreht sich in seiner Entwicklung seit einer ziemlich langen Zeit im Kreis. Im Grunde kommt alle 2-3 Jahre eine neue Erweiterung mit ein paar neuen Features, aber das Grundlayout ist immer identisch:

Es gibt 5-6 neue Gebiete auf einem neuen Kontinent, 5-10 neue Level und ein paar neue Talente oder Überarbeitungen. Der alte Inhalt bleibt mehr oder weniger unangetastet und die ganze Action spielt sich nur in den neuen Gebieten ab. Die alten Zonen sind allesamt irrelevant, außer eine besondere Questreihe führt für 10 Minuten dorthin.

WoW BFA Advertorial Sylvanas title

Natürlich sind die neuen Gebiete meistens cool, grafisch aufwändiger als die Vorgänger und haben eine interessante Geschichte. Aber im Rest der Welt herrscht Stillstand, ein großer Teil der Spielwelt bleibt ungenutzt für Spieler auf der Maximalstufe.

Cataclysm war unbeliebt, weil es Nostalgie zerstörte

Blizzard hat einmal versucht, dieses System etwas aufzubrechen und das war mit Cataclysm. Hier wurden alte Gebiete überarbeitet oder komplett neu gestaltet. Durch neue Questreihen haben sich sogar manche Spieler auf Maximalstufe nochmal in die alten Zonen verirrt, nur um die Storys nachzuspielen und zu schauen, was Todesschwinge aus den Gebieten gemacht hatte.

Doch Cataclysm kam nicht gut an. Die Überarbeitung der alten Welt hat den Spielern etwas genommen, das sie sofort vermissten. Dank der Überarbeitung war die Nostalgie fort, die man mit dem Start in World of Warcraft verband.

Wer Erinnerungen an das Brachland von vor 10 Jahren hatte, der erkennt das seit Cataclysm kaum noch wieder. Viele der Quests sind verändert und das ganze Layout des Gebiets ist anders. Das stieß vielen Spielern sauer auf und sorgte dafür, dass es nicht mehr „ihre“ Spielwelt war. Es war nicht mehr ihre Heimat, in der sie einst begonnen hatten.

Die Erinnerungen und Gefühle, die man mit Jahren des Spiels verband, wurden einfach zerstört und durch etwas Neues ersetzt. Und diese neuen Quests, Gebiete und Inhalte konnten nicht an das heranreichen, was für viele Spieler die erste MMO-Erfahrung überhaupt war.

Klar, die überarbeiteten Gebiete waren moderner, erzählten oft interessante Geschichten in den Quests und boten mehr Abwechslung. Sie hatten häufig lange, zusammenhängende Questreihen und boten einen roten Faden. Aber die Nostalgie war eben doch verloren.

Classic ist immer da, die Nostalgie bleibt ewig

Das ist jetzt vorbei. Dank World of Warcraft Classic hat jeder Spieler auf legale Weise eine Möglichkeit, immer wieder an die Ursprünge von WoW zurückzukehren. Die Entwickler müssen sich nicht mehr sorgen, dass Spieler ein geliebtes Stück ihrer Spielwelt verlieren, denn in Classic existiert sie auch weiterhin.

WoW Classic Vegan Title
Classic ist immer da als wächter der Nostalgie.

Das könnte eine ziemliche Befreiung sein und dafür sorgen, dass die Entwickler nun endlich „verrückt spielen“ können. Man könnte die Spielwelt ein weiteres Mal komplett überarbeiten und etwa vollständig mit dem Spieler-Level skalieren lassen. Eine thematisch passende Erweiterung könnte Azeroth ein weiteres Mal komplett überarbeiten und dieses Mal dafür sorgen, dass alle Zonen eine gewisse Relevanz im Endgame haben.

Das müssten nicht nur Weltquests sein, sondern vielleicht abwechslungsreiche Events, von den einzelnen Fraktionen, die in den jeweiligen Gebieten beheimatet sind.

Warum Retail das bessere Videospiel, aber Classic die bessere Fantasy-Welt ist, erklären wir hier.

Gründe für eine Überarbeitung gibt es viele. Immerhin sind, rein storytechnisch, viele Gebiete eigentlich zerstört worden beim Angriff der Legion. Viele NPCs sind bei der Invasion gestorben, die allerdings auch auf Stufe 120 noch immer in der Spielwelt herumspazieren.

Wie hat sich die Welt seit so einem großen Ereignis wie dem Angriff der Legion verändert? Bauen einzelne Fraktionen bestimmte Gebiete wieder auf, was für Folgen hatten die Quests, die vor Jahren mit Cataclysm vielleicht eine Veränderung angestoßen haben?

WoW Nzoth full artwork

Sollte es in Zukunft wirklich das „Schwarze Imperium“ von N’Zoth geben, das einmal mehr die Welt zu überschatten bedroht, wäre es doch ziemlich cool, wenn das nicht einfach nur wieder 5 neue Zonen sind. Wie toll wäre es, wenn solche Ereignisse endlich wieder riesige Veränderungen auf der ganzen Welt bedeuten würden?

Zusammengefasst denke ich, dass WoW Classic ein großer Pluspunkt für Retail ist und das nicht nur aufgrund der allgemein größeren Zahl an Spielern, die wieder zu WoW gefunden haben. Dadurch, dass die Ursprungsversion des Spiels in offizieller Form zur Verfügung steht, kann man nun vergleichsweise einfach in der Retail-Variante sagen „Lasst uns mal was komplett verrücktes machen!“

Ob die Entwickler diesen Schritt gehen, wird sich vermutlich noch nicht in der nächsten Erweiterung zeigen. Aber die übernächste Erweiterung hätte zumindest die Gelegenheit, die World of Warcraft vollständig zu verändern. Hoffentlich hat Blizzard den Mut und die Ideen dazu.

Würdet ihr euch so etwas wünschen?

Shadowlands könnte die nächste WoW-Erweiterung sein, das spricht dafür

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