Shadowlands könnte die nächste WoW-Erweiterung sein, das spricht dafür

Die nächste Erweiterung von World of Warcraft könnte „Shadowlands“ heißen. Wir verraten, was drinstecken soll und ob das wirklich stimmen kann.

Rund um World of Warcraft hat wieder die große „Leak-Saison“ begonnen. Auf Reddit oder in Foren wie 4chan gibt es aktuell fast jeden Tag einen neuen Leak, der angeblich die kommende Erweiterung von World of Warcraft verraten soll. Wer alleine jetzt danach googelt, der wird wohl ein gutes Dutzend an „Leaks“ finden, die angeblich ganz genau wissen, was als Nächstes in World of Warcraft passiert. Offensichtlich sind die meisten davon nur das Hirngespinst eines Fans, doch manch eine Idee ist so überzeugend, dass sie tatsächlich wahr sein könnte.

Deswegen wollen wir heute über den Leak von „Shadowlands“ sprechen, denn dieser klingt durchaus plausibel. Bedenkt bei allen Informationen aus diesem Artikel jedoch, dass es sich nicht um bestätigte Inhalte handelt. Wie bei allen Leaks könnte es auch nur erfunden sein.

Das ist World of Warcraft Shadowlands

Woher stammt der Leak? Der Leak tauchte zuerst im Forum von 4chan auf. Hier gab sich ein Nutzer als Mitarbeiter von Blizzard aus und erklärte, dass in Zuge eines „Show&Tell“-Meetings kommende Projekte von Blizzard untereinander vorgestellt wurden. Demnach wird die nächste Erweiterung von World of Warcraft „Shadowlands“ heißen und in die namensgebenden Schattenlande führen.

Die angebliche „Shadowlands“-Karte.

Was sind die Schattenlande? Die Schattenlande sind das Totenreich in World of Warcraft. Wenn Wesen sterben, dann werden ihre Seelen in die Schattenlande transportiert. Jedes Volk nennt die Schattenlande zwar anders (etwa „Geisterwelt“, „Die andere Seite“ oder „Reich der Toten“), aber es ist immer das Gleiche gemeint. Hier landen die Seelen der Toten.

Worum geht es in Shadowlands? In der Erweiterung soll es vor allen um die Seelen in den Schattenlanden gehen. Diese werden über Flüsse nämlich aktuell nach Ny’alotha geführt und füttern die alten Götter, die dadurch wieder an Stärke gewinnen. Die Spieler müssen mit verschiedenen Entitäten des Todes zusammenarbeiten (wie etwa Elune und Helya), um die Leere zurückzuschlagen. Diese ist in den Schattenlanden auf dem Vormarsch.

Das wurde geleakt: Bevor wir auf einzelne Details eingehen, hier erstmal eine Liste der großen Punkte, die geleakt wurden. Das sind die bisherigen Haupt-Features der Erweiterung und groben Eckpunkte der Rahmenhandlung:

  • Zwei neue Kontinente: Schattenlande und Dracheninseln
  • Bolvar (Lichkönig) bringt die Spieler in die Schattenlande.
  • Neue Klasse: Tüftler, der alle 3 Rollen erfüllen kann (DPS, Heiler, Tank). Benutzt schwere Rüstung mit Intelligenz als Hauptwert.
  • Überreste der Macht als sekundäres Talentsystem (ähnlich wie Artefaktwaffen oder die Essenzen für das Herz von Azeroth)
  • Neue Skalierungstechnik, durch die Itemlevel und Attribute nicht immer wieder geschrumpft werden müssen („Stat-Squish“).
  • Champion-System: Wir treffen die Geister von gefallenen Helden, darunter etwa Uther, Cairne, Vol’Jin, Varian, Saurfang und Rhonin. Man wird aber auch einige Bösewichte treffen.
  • 9 Dungeons, 5 in den Schattenlanden und 4 auf den Dracheninseln.
  • Die Alten Götter sind nicht tot, sondern sie schlafen in Ny’alotha. N’Zoth hat die Seelen der gestorbenen aus dem Krieg (Battle for Azeroth) umgeleitet, um die Alten Götter zu nähren.
  • Auf den Dracheninseln hilft man allen 4 Drachenschwärmen und vor allem dem schwarzen Schwarm, wieder aufgebaut zu werden. Gleichzeitig bekämpft man merkwürdige „Leeren-Drachen“.

Dazu gibt es noch Dinge, die ausdrücklich noch nicht kommen werden:

  • Keine Überarbeitung der alten Welt.
  • Der „Level-Squish“ wurde verschoben, soll erst später kommen.
  • Raid-Tiersets wird es auch weiterhin nicht geben.
Helya soll zurückkehren – allerdings freundlicher und „hübscher“.

Die Vorhut des Todes: Ein bisschen mehr verrät der Leak noch zur Story in den Schattenlanden:

  • Storytechnisch dreht sich in den Schattenlandes alles um die Seelen der Gefallenen.
  • Elune, Helya und „andere“ arbeiten zusammen, um die Übergriffe der Leere auf die Schattenlande aufzuhalten.
  • Sylvanas hat den Pakt mit Helya eingehalten und Seelen für sie gesammelt.
  • Die Nachtkrieger von Elune bringen ebenfalls Seelen in die Schattenlande.
  • Viele der Gefallenen trifft man in den Schattenlanden erneut.
  • Bwonsamdi arbeitet für Hakkar den Seelenschinder, der Seelen nur verzehren will, um mächtiger zu werden.
  • Die Alten Götter haben den Tod des Titanen Argus genutzt, um Zugriff auf die Schattenlande zu haben.
  • N’Zoth hat den Krieg entfacht (Battle for Azeroth), um mehr Tod zu verursachen und weitere Seelen verschlingen zu können.
  • Sylvanas hat den Krieg vorangetrieben, um Seelen für Helya zu beschaffen und nicht für Ny’alotha.
WoW Nzoth full artwork

Das sind die neuen Gebiete von Shadowlands

Auch zu den neuen Zonen der Schattenlande wurde im Leak einiges verraten.

Das ist die Darkfront: An der Darkfront gibt es drei kleinere Fraktionen, die Nachtelfen, die Todesritter und Helya (mit Sylvanas). Helya soll angeblich nun „freundlicher und hübscher“ sein. Das Hauptziel dieser Zone ist es, Ny’alotha davon abzuhalten, die Seelen der Gestorbenen zu verzehren. Wie in allen Gebieten ist auch dieses von „Seelenflüssen“ durchzogen, die Seelen transportieren.

Das ist Morbara: Die getöteten Bluttrolle aus Nazmir sind in Morbara gelandet. Bwonsamdi arbeitet für Hakkar den Seelenschinder und muss ihm Seelen beschaffen. Die Spieler helfen dabei, Hakkar zu bezwingen und Bwonsamdi wieder zum Loa des Todes zu machen.

WoW Hakkar the Soulflayer Artwork
Hakkar der Seelenschinder – ist er wieder mit von der Partie?

Das sind die Alnir Riftlands: Zu den Alnir-Riftlands ist noch wenig bekannt. Es soll ein „Tiegel der ursprünglichen Elemente sein, die das Gebilde für alle Realitäten formt“ und zu jeder Realität ein Portal aufweist (wie etwa dem Smaragdgrünen Traum). Hier soll die Quelle für die Leerenangriffe liegen, die im Smaragdgrünen Traum und den Dracheninseln einfällt.

Das ist Xiros: Xiros ist ein halbwegs friedliches Gebiet, wo die Geister ihre Ruhe finden. Die Hauptstadt der Erweiterung wird hier stehen. Viele Astrale sind in dieser Zone unterwegs. Das ganze Gebiet soll von Griechenland und griechischer Mythologie inspiriert sein.

Zu den Dracheninseln und den einzelnen Zonen wurde nichts verraten.

Ein paar Erklärungen zu den Shadowlands-Leaks

Auf den ersten Blick mag vieles von „Shadowlands“ weit hergeholt klingen, doch sobald man sich mit den Details beschäftigt, wird das Bild klarer und logischer. Deshalb haben wir hier noch ein paar Anmerkungen und Spekulationen, wie die Geschichte logisch verknüpft sein könnte.

WoW Legion Sylvanas Valkyr
Sylvanas wollte diese Laterne – als Austausch für einen Pakt mit Helya.

Die Sache mit den Seelen: Shadowlands würde erklären, was für einen Pakt Sylvanas damals mit Helya abgeschlossen hat und der wäre ausgesprochen simpel: Sylvanas führt einen Krieg für Helya. Denn wenn Sylvanas und ihre Truppen Soldaten töten, dann werden die Seelen in die Schattenlande gebracht und gelangen in die Herrschaft des Wesens, dem sich der „Mörder“ verschrieben hat.

Das wird durch aktuelle Lore in „Battle for Azeroth“ bestätigt. Dort gehen die Spieler mit Bwonsamdi einen Pakt ein und kämpfen in dessen Namen. Alleine durch diesen Pakt werden vom Spieler getötete Trolle nach dem Tod zu Bwonsamdi geschickt.

Bwonsamdi wäre auch in den Schattenlanden dabei.

Das Gleiche soll – laut Shadowlands – übrigens auch mit den Nachtelfen und ihren Nachtkriegern der Fall sein. Wenn Nachtkrieger andere Wesen im Kampf erschlagen, landen die Seelen in den Schattenlanden bei Elune.

Wie passt der Tüftler da rein? Besonders auffällig ist der Tüftler in der Aufzählung der Features. Der wirkt quasi wie ein Fremdkörper, der gar nicht passt. Selbst wenn der Leak ein Fake sein sollte, wäre dieses Detail zu offensichtlich und steht im krassen Widerspruch zum Rest des Leaks, der in sich schlüssig und logisch ist.

Das wäre jedoch leicht zu erklären, wenn der Tüftler nicht „Teil von Shadowlands“ ist, sondern ähnlich wie schon der Dämonenjäger bei Legion, bereits als Vorbesteller-Bonus gespielt werden kann. Das würde dann gut zum Ausklang von Battle for Azeroth passen, wo Horde und Allianz viel von den Mechagnomen in Mechagon gelernt haben. Ein Tüftler würde nun mehr Sinn ergeben als jemals zuvor.

WoW Gnome engineer

Argus war der Titan des Todes: Dass die Schattenlande für die Leere nun zugänglich sind, wurde bereits in Legion angedeutet. Dort bedankte sich die Priesterwaffe Xal’atath nämlich bei dem Spieler, dass man der Leere „Zugang“ zu etwas verschafft habe, als man den Raum mit den Titanen betrat.
Die Titanen haben alle eine feste Rolle im Pantheon, so steht Eonar etwa für das Leben. Der Titan Argus hingegen stand vermutlich für den Tod und war damit auch der „Wächter“ über den Tod, nämlich die Schattenlande. Das wissen wir, weil Argus in den Spieldateien „Deathtitan“ (Todes-Titan) genannt wird und auch viele Fähigkeiten besitzt, die darauf anspielen. Geschichtlich würde das perfekt zusammenpassen.

WoW-Argus-The-Unmaker titel
Argus – der Titan des Todes? Alles deutete darauf hin.

Die Karte ist passend: Das Design der geleakten Karte ist ziemlich gut und enthält viele Details, die logisch erscheinen. So gibt es in den „Alnir Riftlands“ etwa ein Camp der Shirakess. Die Shirakess sind Naga, die Leerenmagie wirken, was wir bereits in Nazjatar zu sehen bekommen. Auch Alnir Riftlands als solches ist passend, denn der „Riss von Aln“ hatte schon zuvor eine große Bedeutung, dort war der Endkampf gegen Xavius im Smaragdgrünen Alptraum. Die anderen Orte, wie etwa Acherus im Norden, sind auch stimmig und passend.

Ein weiteres Detail für die mögliche „Echtheit“ der Karte ist der schwarze Balken unten links. Hinter diesem war vermutlich ein Code, der über das gezeigte Bild scrollt und anhand dessen man den Leaker hätte identifizieren können (etwa Zeitpunkt und Ort der Präsentation).

Das spricht für „Shadowlands“

Für diesen Leak sprechen viele Punkte. Zum einen würde Shadowlands viele Story-Stränge aufgreifen, die bisher noch ein bisschen in der Schwebe sind. Es lässt sich wohl kaum abstreiten, dass in World of Warcraft der Tod und die Reiche der Toten gerade eine große Bedeutung haben. Hier gibt es viele Beispiele:

  • Die Questreihe um Vol’jin dreht sich um dessen Tod und warum er nicht in das Reich der Geister gekommen ist.
  • Bwonsamdi, der Loa des Todes, hat eine große Rolle in Battle for Azeroth.
  • Sylvanas hat einen noch ungeklärten Pakt mit Helya, einer Herrscherin über Seelen. Helya selbst ist noch lebendig, wie wir aus den Quests der Insel-Expeditionen wissen.
  • Der Lichkönig Bolvar verfolgt spätestens seit Legion eigene Ziele, die noch im Unklaren sind. Er rekrutiert neue Helden, wie etwa den Todesritter-Helden (Ordenshalle-Questreihe).
  • Die Questreihe zur Vermächtnisrüstung der Tauren spricht ebenfalls von Problemen in der Geisterwelt, die zunehmend bedrohlicher werden.

Ein Wiedersehen mit alten Helden in den Schattenlanden ergibt auch durchaus Sinn. So könnte man beliebte Charaktere des Warcraft-Universums noch einmal antreffen. Das würde auch erklären, warum Uthers Grabmal in den westlichen Pestländern erneuert wurde. Dafür gab es nämlich bisher keinen Grund und keine Erklärung. Das ändert sich natürlich, wenn Uther einer der Helden ist, von denen man in den Schattenlanden lernen kann.

Ein weiteres Detail ist für manche zwar „sehr weit hergeholt“, für andere aber umso überzeugender. Eines der Gebiete heißt Xiros. Dieses Gebiet ist mehr oder minder friedfertig und wohl so etwas wie „das Paradies“ für die Seelen. Hier endet ihre Reise und sie finden Frieden. Die Namensgebung ist etwas verdächtig, denn der Game Director von World of Warcraft hat in einem Interview erzählt, dass ihn Griechenland sehr dazu inspiriert habe, in das Erschaffen von Fantasy-Welten einzusteigen. Das liegt auch daran, dass er griechische Wurzeln habe.

Dabei nannte er explizit die Insel Syros – die im Englischen quasi genau so ausgesprochen wird wie das Gebiet Xiros. Dass ausgerechnet dieses Gebiet das „Erholungsgebiet“ von Shadowlands sein soll, passt gut, denn der Game Director könnte bei der Benennung durchaus seine Finger im Spiel gehabt haben.

Ob Euch diese Argumente überzeugen, bleibt Euch selbst überlassen.

Das spricht gegen „Shadowlands“

Wie bei allen Leaks gibt es aber auch bei Shadowlands einige Details, die bei genauerer Betrachtung komisch wirken. Diese wollen wir natürlich ebenfalls ansprechen.

So ist die Karte zwar recht gut gemacht, das Logo in der Ecke oben rechts erweckt aber Misstrauen. Zum einen liegt es genau über einem Teil der Karte und warum sollte man einen Abschnitt der Karte verdecken, wenn in den anderen Ecken noch genug Platz wäre?

Zudem wirkt das Logo von „Shadowlands“ sehr ähnlich wie das von Legion, nämlich mit einer Beleuchtung die „von hinten“ World of Warcraft anstrahlt. Bisher war jedes Logo einzigartig und Motive wurden nicht doppelt verwendet. Hier wäre es natürlich möglich, dass es sich noch um ein „Work in Progress“ handelt und das Logo bisher nur ein Platzhalter ist.

Hinzu kommt, dass die Leak-Geschichte ein bisschen unglaubwürdig ist. Es erscheint zwar logisch, dass Blizzard solche Meetings abhält, in denen das Team sich gegenseitig zeigt, woran man gerade arbeitet. Dass es bei diesen Meetings aber angeblich überhaupt keine Kontrolle gibt, ob denn jemand etwas mit einem Smartphone filmt, bzw. dass Smartphones an der Tür nicht einkassiert werden, das erscheint doch unwahrscheinlich. Das passt nicht zur sonst so strengen Geheimhaltung, die Blizzard sonst übt. Manch einer erklärt sich das damit, dass Blizzard diesen Leak absichtlich erschaffen hat, um den Hype anzukurbeln.

Zuletzt gibt es das Argument, dass die Schattenlande eigentlich kein eigener Ort mit eigenem Kontinent sein können. Die Schattenlande sollten nämlich einfach nur eine andere Dimension von Azeroth sein, die Azeroth aber optisch ähnlich ist. Spieler erleben sie jedes Mal, wenn sie tot sind und etwa zu ihrer Leiche zurücklaufen müssen oder mit einem Geistheiler sprechen.

WoW Spirit Mender
Die Schattenlande – jeder Spieler kennt sie schon.

Was ihr von diesen Gegenargumenten haltet, ist euch selbst überlassen.

Wann gibt es Gewissheit? Ob der Leak wirklich „legit“ ist, das erfahren wir erst Anfang November. Denn dann findet wieder die BlizzCon statt, auf der die Enthüllung der nächsten Erweiterung von World of Warcraft anstehen dürfte. Bis dahin müssen wir uns noch gedulden und können über Leaks spekulieren oder eigene Gedankenspiele wagen.

Zum Abschluss empfehlen wir übrigens noch ein langes Video der Kollegen von Vanion, die sich mit dem Thema ebenfalls sehr ausführlich auseinandergesetzt haben und noch einige andere Gedanken weitergesponnen haben:

Was haltet ihr von „Shadowlands“? Klingt das realistisch als neue Erweiterung? Oder ist das zu unwahrscheinlich?

Ihr wollt mehr zum Spiel? Tolle Specials, heiße News und interessante Infos zu World of Warcraft findet Ihr auch auf unserer WoW-Seite auf Facebook.

Autor(in)
Quelle(n): mmo-champion.com
Deine Meinung?
Level Up (12) Kommentieren (10)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.