World of Warcraft, Diablo 3: Urteil des BGH könnte Deutschland zum Botland machen

Im Oktober tagt der BGH in Sachen World of Warcraft und Diablo 3. Das Urteil wird mit Spannung erwartet und könnte gewaltige Kreise ziehen.

Wir haben in den letzten Monaten immer wieder von gerichtlichen (und auch außergerichtlichen) Duellen zwischen Blizzard und der Firma „Bossland“ berichtet. Bossland sitzt in Deutschland und stellt Bots für Blizzardspiele wie World of Warcraft oder Diablo 3 her.

WoW-Bot

Blizzard und Bossland liegen mittlerweile 6 Jahren in verschiedenen Rechtsstreitigkeiten miteinander im Clinch. Mal gewann die eine Firma, mal erzielte die andere ein Triumph. Blizzard und Bossland prozessieren durch alle Instanzen.

Ist es überhaupt illegal, einen Bot zu entwickeln?

Man streitet sich darüber, ob es legal ist, was Bossland da anbietet und dass sie damit Geld verdienen. Und ob es legal von Blizzard ist, ihnen zu sagen, das sei illegal. Wem gehören die Spiele letztlich? Und was kann der Kunde damit anstellen, nachdem er sie gekauft hat? Sind diese AGBs, die man unterschreibt, überhaupt das digitale Papier wert, auf dem sie stehen, oder kann man die getrost ignorieren?

World of Warcraft - Warlords of Draenor 2

Auf der englischen IT-Business-Seite venturebeat hat sich Marian Härtel, ein deutscher Anwalt, der auf IT- und Medienrecht spezialisiert ist, mit dem Thema auseinandergesetzt und verdeutlicht, um was es da im Oktober geht, wenn sich der Bundesgerichtshof mit dem Thema befasst. Denn viele der Themen wurden noch nie auf so einer hohen Ebene juristisch beleuchtet.

Das seien alles Themen, die in Deutschland juristisch noch nicht entscheiden sind.

Härtel fasst die vier spannendsten Punkte zusammen:

  • Schadet das Nutzen eines Bots wirklich dem Geschäft von Blizzard? Oder hilft es dabei, Nutzer zu behalten?
  • Fällt die Entwicklung solcher Software unter das Recht des unlauteren Wettbewerbs? Oder ist das Nutzen von Drittanbieter-Software eine Sache des Vertrags zwischen Publisher und Kunde?
  • Können Spiele, die verkauft werden, nur privat genutzt werden oder auch für kommerzielle Zwecke?
  • Sind Blizzards „Terms of Service“ (AGBs) rechtlich wirklich bindend?
Wow Gold Bank

Härtel glaubt, ein BGH-Urteil könnte nicht nur Auswirkungen auf Deutschland, sondern auf ganz Europa haben. Und auch nicht nur aufs Gaming, sondern auf Software insgesamt.

Sollte das BGH zugunsten von Bossland entscheiden, spekuliert Härtel, könnte das dazu führen, dass deutsche Startup-Hotspots wie Hamburg oder Berlin bald neue Kundschaft aus aller Welt erhalten: Firmen, die von der dann liberalen Rechtssprechung profitieren möchten.

Eine Anhörung des BGH ist für den 8. Oktober angesetzt. Wir werden also in den nächsten Monaten noch häufiger von der Geschichte hören.

Quelle(n): venturebeat
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Gorden858

Eine Sprudelflasche mit einem Onlinerollenspiel zu vergleichen ist aber auch schwierig. Da haben die berühmten Äpfel und Birnen ja noch mehr gemeinsam. Wenn ich Original-Sodastream-Flaschen kaufe bin ich ja nicht davon betroffen, wenn jemand anders das nicht macht. Hier wird einfach nur die Macht des Herstellers beschränkt und der Wettbewerb gestärkt.

Beim Onlinespiel sind aber automatisch über die Wirtschaft alle Spieler betroffen, wenn ein kleiner Personenkreis dies nutzt. Und auch wenn das noch nie jemand “beweisen” konnte, weil es einfach keine Vergleichswerte zwischen einem Spiel ohne Echtgeldhandel und dem gleichen Spiel in ansonsten exakt der gleichen Situation mit Echtgeldhandel gibt. Man kann sich darauf verlassen, dass das Preisniveau dadurch gestiegen ist, weil das ganze einfach ein Teufelskreis ist. Die Leute kaufen Gold, also sperrt irgendwo in China jemand einen Haufen armer Würste in Fabriken, damit die das den ganzen Tag Farmen, was sonst keiner machen würde. Dadurch ist mehr Gold im Umlauf, das Preisniveau steigt, die Leute kaufen noch mehr Gold und so geht die Spirale dann weiter.

Und es herrschte ja noch nichtmal eine Konkurrenz vor. Wenn es den illegalen Handel nicht schon gegeben hätte, hätte Blizzard das eventuell nie selbst angeboten. Und ich finde, in der Form wie sie das jetzt tun, gibt es einen gewaltigen Unterschied zum illegalen Handel. Denn man kann zwar Gold für Echtgeld kaufen, nicht aber umgekehrt. Selbst wenn man einen Haufen Gold erfarmt hat, kriegt man dafür nur zig Gametimetokens, die man wiederum nur nutzen oder wieder für Gold verkaufen kann. Ein anderes Weitergeben ist nicht möglich.

Manu Tuntematon

Kleine Fehlerkorrektur, es ist “der BGH”

Zindorah

Finde die können ruhig gewinnen. Bots sind nix schlimmes. Gab sogar schon genug Gutachten die zeigten das Bots nicht der Wirtschaft schaden.

Vesuk

Du meinst also 1 person stellt 10 bots und profitiert von z.b. echt geld Und du findest es gut?

Gorden858

Da frage ich mich, wie sie die Gutschaften aufgestellt haben. Und abgesehen davon geht es ja nicht nur darum, ob sie der Wirtschaft schaden, sondern auch dem Spiel. Random-BG-PVP macht nämlich einfach keinen Spaß, wenn man ständig auf Bots trifft.

Dachlatte

Ich finde den Item, Währung etc. (Echtgeld)Handel eigentlich nicht so schlimm!
Ich kenne jetzt kein Spiel wo nachweisbar damit geschädigt wurde. Im gegenteil es sind meistens die Gegenmaßnahmen wo das Spiel kaputt macht. Caps, Absurde Limits etc. Kommt jetzt ein wenig vom Weg ab xD

“Der legale und der illegale Weg unterscheiden sich nicht so stark wie du glaubst.”

Sign In!!!!

Haiku

wir reden hier immer noch über ein spiel oder? das ist dir bewusst? geht es um den rechtstreit unteranderem auch nicht um sowas? ich kann mir ein spiel ausdenken und eine regel aufstellen mit: nein gold kaufen auf einer externen seite dürft ihr nicht und wenn ja bekommt ihr ein bann des jeweiligen accounts. das ist mein gutes recht sowas zu machen, weil es MEIN spiel ist. die haben die tokens eingeführt dieses jahr, weil es unteranderem um goldseller geht. sie können sowas nicht verhindern, aber sehen es trotzdem nicht gerne. also ist deine aussage mit “goldhandel legalisiert” einfach nicht wahr.

edit: sie haben die tokens seit der letzen expansion eingeführt. also mop oder war das doch eher anfang wod?

Haiku

ich bekomme mein gold, bis 500k innerhalb 1 – 1 1/2 stunden, vom anbieter. durch das ah zu verkaufen dauert es wahrscheinlich mehrere tage, sogar vielleicht wochen bis das ding weg ist. deswegen sind die goldseller beliebert als die tokens und das sollte jedem klar sein, dass der aufwand auch viel größer ist via ah zu verkaufen.

Haiku

du kannst die tokesn gegen gold tauschen ja, natürlich auch dann verkaufen gegen gold im ah, natürlich. aber irgendwoher muss das gold doch herkommen? 20 euro für ein token das wiederum im ah erst verkauft werden muss und das braucht einige zeit, oder irre ich mich und man kann den token im tool direkt in gold umwandeln? sowas ist was anderes als wenn man für 20 euro auf einer externen subdomain 100k kriegen würde bzw. auswählen kann wie viel gold man eigentlich will.

Haiku

das mit dem gold für echtgeld stimmt nicht. blizzard hat und wird niemals gold im tausch von echtgeld anbieten weil so die inflation im spiel drastisch verändert werden wird. dass mit dem boost stimmt leider allgerdings

HSmarc

Du kannst die blzzcoins doch in gold umwandeln?

Dachlatte

Token ist Echtgeld… du Lappen ^^! Mit dem Token soll es nur schöner aussehen… und nicht nach Goldseller wirken, wie bei diversen Homepages!

Fly

Vielleicht irre mich jetzt oder sehe falsche Zusammenhänge, aber sollte in diesem Falle Bossland gewinnen, würden dadurch nicht quasi generell Bots in Spielen legalisiert werden? Also würde dadurch nicht Präsedenzfall geschaffen werden, der es möglich macht auch in Nicht-Blizzard-Games jederzeit und völlig legal Bots zu benutzen?

Das wäre wohl etwas überhaupt nicht feines.

Gorden858

Es geht erstmal nicht darum, ob es legal ist Bots zu nutzen, sondern diese zu entwickeln. Nur wäre es natürlich wesentlich einfacher, gegen ein paar Entwickler vorzugehen als zig tausend Nutzer.

Fly

Achso, das ist natürlich ein wesentlicher Unterschied. Das Entwickeln als solches würde ich erstmal nicht als illegal sehen, beim Nutzen sieht’s ja wieder anders aus. ^^

Gorden858

Aber ist es nicht bescheuert, das Entwickeln einer Software zu genehmigen, deren Nutzung in jedem Fall immer illegal ist? Dadurch macht man es dem Rechteinhaber doch nur unnötig schwer seine Rechte durchzusetzen.

Fly

Das auf jeden Fall. Aber beim Recht gibt’s ja so einige Punkte die bei näherer Betrachtung teilweise oder auch absolut widersprüchlich sind… ^^

Gorden858

Verrückter Vorschlag:
Blizzard bringt eigene (kostenpflichtige) Bots heraus, die dann aber nur auf eigens dafür markierten Servern benutzt werden dürfen. (Den Buddy-Code haben sie ja angeblich schon 😉 ). Aber dann dürfte sonst niemand mehr solche Programme vertreiben, da er in direkte Konkurrenz zum Copyrightinhaber treten würde und die ganze Sache wäre weniger kompliziert. ^^

Fly

So verrückt find ich den Vorschlag gar nicht, das würde einiges lösen. ^^

Duyan

Bin auch klar pro Blizzard, glaube aber, dass das Ding an Botland geht. Ich habe mich schon immer gefragt, inwieweit Blizzard mir vorschreiben darf, wie ich meinen gekauften Account zu nutzen habe. Denn auch wenn die den Server stellen und damit vermeintlich die Regeln darauf bestimmen können (sollten), ist dem einfach nicht so. Ich habe diese bewegliche Sache erworben und bin Eigentümer davon und laut Recht darf jeder mit seinem Eigentum machen, was er möchte. Die interessante Entscheidung hierbei wird sein, ob Blizz uns die Accs wirklich verkauft und überlässt oder ob wir eher ausschließlich für den Dienst zahlen, die Blizz Server zu betreten bzw sie zu nutzen. Spannende Frage! Naja, wir werden sehen…

Fly

Aber ist es nicht so, dass man zwar das Spiel als solches besitzt, aber der Account dennoch Blizzard gehört, bzw. von ihnen verwaltet wird oder ihr geistiges Eigentum ist? Dachte das wäre bei Onlinegames irgendwie schon lange so in der Art festgelegt.

Duyan

Wenn dem so ist, dann hast du natürlich Recht. Aber das ist ja meine Frage, inwieweit einem der Account gehört oder ob der Account nur gemietet ist.

Gorden858

Mit der DVD und der Schachtel darfst du ja auch gerne machen was du möchtest ;-). Aber wir sind uns ja wohl einig, dass man für physische Güter geltendes Recht nur sehr schlecht eins zu eins auf elektronische/virtuelle Güter und Dienstleistungen anwenden kann.

Aber selbst dabei ist man auch selten frei. Nur weil ich eine Waffe gekauft habe, darf ich damit auch nicht “machen was ich will”. Wenn ich mir ein Auto kaufe, muss ich mich auch an die StVO halten, wenn ich am öffentlichen Verkehr teilnehmen will. Und ich kann mir soviel sportliches Equipment zulegen, wie ich will. Wenn ein Wettkampfveranstalter festlegt, dass dieses nicht genutzt werden darf, kann ich nichts machen. Warum sollte in diesem Fall nicht eine ähnliche Rechtsprechung möglich sein?

Duyan

Auch mit einer Waffe darf ich machen, was ich will. Wie aber bei allen anderen Gegenständen gibt es aber auch bei Waffen die Grenze der Rechte anderer 😉
Das Beispiel mit dem Wettkampfveranstalter ist auch schlecht gewählt, da räumt der Gesetzgeber ja diverse Sonderrechte ein wie z.B. das Hausrecht. Eben um diese Sonderrechte geht es ja in dem Streit und ob Blizz Rechte der Teilnahme an ihren Diensten zu ihren Bedingungen verkauft oder ob Blizz die Accs als “Anteile” an dem Spiel verkauft.

Ilias

Mal ein paar Fragen von einem nicht WoW Spieler: In wie weit ist man eigentlich als normaler Spieler von den Botschaft betroffen? Wäre es für den Einzelnen wirklich so schlimm wenn Blizzard verlieren würde?

Gorden858

Als Nicht-PvPler ist mir tatsächlich noch nie ein Bot aufgefallen. Inwieweit man durch deren Einflüsse auf die Ingamewirtschaft betroffen ist, kann einem natürlich niemand sagen.

Haiku

natürlich sind pve´ler sowie pvp´ler davon betroffen. bots tauchen in bgs auf, oder um erze/kräuter etc. zu farmen um die dann in das ah zu stellen, natürlich gold und level -bots tauchen auf in rnd dungeons. also im schnitt sind bots nicht gut für das spiel und deren spieler.

Gorden858

Klar ist es schlecht und alle sind davon betroffen. Aber was ich meinte war, dass ich tatsächlich noch nie einen Charakter im Spiel gesehen habe und dachte, “Oh da läuft wohl ein Bot”. Suche allerdings auch nicht aktiv und betreibe kein PvP, wo die Sache ja wohl noch schlimmer sein soll. Vielleicht fällt das aber tatsächlich nicht so auf, weil wir uns in dem Spiel eh meistens selbst wie Bots verhalten…

Gerd Schuhmann

Ich hab’ in BGs gemerkt. Das ist ziemlich frstrierend, weil man dadurch auch verliert, weil die Bots halt nicht auf “Sieg” spielen, sondern auf “nicht gekickt werden.” Bzw. man gewinnt dadurch, dass der Gegner mehr Bots als man selbst. Die BGs hat das schon ein Stückweit ruiniert. Hab ich jedenfalls zeitweise so empfunden.

Und halt beim eigenen Farmen von Rohstoffen, wenn man sieht, dass andere die “immer gleichen Routen” abfarmen.

Mich hat dieses Ungerechtigkeitsgefühl gestört: Ich farm hier “ehrlich” die Erze und der Typ lässt das einen Bot machen. Genau wie beim Angeln “Ich investiere hier meine Zeit und der Typ mit Bot nicht – das ist ungerecht.”

Wobei meine Erfahrungen schon länger her ist: Wahrscheinlich so zu Cata/Lichking-Zeiten.. Mit der Garnison in WoD war ich nie farmen. Das ist alles noch von vorher.

Ich glaub in MoP, wo ich so meine “Goldmachen/Händler”-Phase” hatte, da hab ich auch nicht selbst gefarmt, sondern im AH Erze gekauft – wahrscheinlich von Bots gefarmte. Das weiß man ja nicht.

Chris Utirons

Ich denke die Ökonomie im Spiel könnte sehr darunter leiden wenn jeder einen Farmbot hat oder ähnliches.

Halogin

Es würde sich nichts zu jetzt ändern. Es geht dort darum ob das Entwickeln und Vertreiben solcher Tools illegal ist.
Blizzard wird immer noch bannen können wen sie wollen

Pokerkeks

Ich drücke Blizzard und uns ALLEN die Daumen das die Bots verlieren werden! Oh man, wäre das grausam wenn nicht :/

le-phil-de

sign!

Haiku

es hätte danach wenig sinn weiterzuspielen, wenn blizzard verliert.

Mndsch3in

Es geht meines erachtens nicht um die Nutzung solcher Bots (was immer noch verboten wäre) sondern um die programmierung solcher tools

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