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Darum wirkt Fortnite so verflucht komplex – sogar für uns Core-Gamer

Das MMO Fortnite kämpft mit dem Komplexitäts-Problem. Die Zielgruppe kennt bestimmte Aufwertmechaniken nicht, denn die kommen aus dem Mobile-Bereich. Tutorials fehlen.

In einem längeren Interview sprach der Creative Director von Fortnite über die Probleme des Spiels.

So hat man sich bei Fortnite erst relativ kurzfristig dazu entschieden, ein Online-Spiel zu werden und auf PS4 und Xbox One zu erscheinen. Nach dieser Entscheidung hat man das Interface umgestellt.

Aus dem Grund fehlen noch einige Tutorials im Spiel. Das soll im nächsten halben Jahr verbessert werden.

Fortnite zu komplex – das schüchtert ein

Aktuell empfinden viele Spieler Fortnite als einschüchternd komplex. Laut dem Creative Director hängt das davon ab, ob die Spieler Erfahrung mit „Evolutionsbasierten RPGs gemacht haben“, vor allem das Aufstufen von Items und Charakteren mit bestimmten Zutaten überfordert viele Spieler zuerst, die das noch nicht kennen.

Wer dieses System aus anderen Spielen kennt, der hat damit keine Probleme und steigt schnell ein.

In den nächsten Monaten will man weiter an dieser Schwäche arbeiten und das Interface so vereinfachen, dass zu Beginn Informationen weggesperrt sind und dann später dazukommen, wenn der Spieler bereit für sie ist.

Kulturschock: Update-System „Evolution“ kommt aus Mobile-Spielen, daher kennen es viele nicht

Mein-MMO meint: Was der Creative-Director nicht verrätDas „Evolutions-System“, was er meint, ist in asiatischen Free2Play Mobile-RPGs verbreitet und da Teil der Monetarisierung. In Spielen wie Marvel Future Fight oder War of Crown sind ähnliche Systeme enthalten. Diese Free2Play-Spiele stehen im ständigen Vorwurf entweder zu grindy oder zu „Pay2Win“ zu sein.

Die Zutaten, die man braucht, um einen Helden auf das nächste Qualitäts-Level zu heben, müssen ergrindet werden und viele Spieler greifen dann zur Kreditkarte. Dieses Monetarisierungsmodell mit „extrem seltenen Raritäten-Stufen und dem Upgraden“ ist ein Faktor, der hinter den wahnsinnig hohen Einnahmen von Mobile-Spielen in Asien derzeit steht.

Unterschied zwischen Asien und dem Westen

Der Unterschied in dem Modell ist etwa:

  • Bei den Spielen, die wir kennen, gewinnt man Erfahrungspunkte, indem man einen Charakter selbst spielt und benutzt
  • Bei Fortnite ist es so, dass man ihn mit „anderen Charakteren und Items füttern muss“: mit Erfahrungspunkten, die entstehen, wenn man die anderen „entzaubert“, oder die man bei Missionen in einen „großen Pool“ erspielt

In Vollpreis-Spielen und auf dem PC sind solche Systeme hier nicht verbreitet. Deshalb kennen sich die meisten Core-Gamer mit diesen Mechanismen noch nicht aus und das Verständnis dafür muss erst entstehen: Fortnite wirkt auf sie wahnsinnig komplex. Auch weil Tutorials fehlen, um das Modell ausführlich zu erklären.

Aber nur mit dem Verständnis dieses Modells versteht man damit zusammenhängende Konzepte von Fortnite wie das Leveln, das Endgame und die Progression. Auch die Monetarisierung und den Cash-Shop begreift man erst, wenn man das Evolutions-Konzept begriffen hat.

Fans von asiatischen Mobile-RPGs hätten wahrscheinlich weniger Probleme, sich in Fortnite einzuleben, als PS4-Spieler, die eine ganz andere Spielekost gewohnt sind.


Wie viel Geld man in Fortnite lassen kann, seht Ihr hier:

Spieler gibt 1500$ in Fortnite aus, kriegt den falschen mythischen Helden

Eine Übersicht über das „Power-Level“ und die Systeme dahinter, haben wir hier:

Fortnite: Power-Level erhöhen – So werden Du & deine Basis stärker

QUELLE GameInformer
Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.