ProSieben zeigt Fortnite als Gemetzel – Pädagogin sagt „Panikmache“

Auf dem Privatsender ProSieben wurde ein Beitrag über Fortnite ausgestrahlt, der von „Gemetzel“ im Zusammenhang mit dem Spiel spricht. Viele der Zuschauer sind verärgert über dieses Bild. Auch eine Expertin distanziert sich von ihren Aussagen, die im Clip gezeigt wurden. Sie spricht von „Panikmache.“

Fortnite fährt aktuell einen Hype, der extrem viele Haushalte erreicht – auch in Deutschland. Darunter Leute, die den Namen des Spiels zwar immer wieder hören, sich aber nicht weiter damit auseinandersetzen.

ProSieben behandelte das Thema nun in seinem Format „Newstime.“

Fortnite Beitrag in der ProSieben Newstime

Dass der Battle Royale-Hit „Fortnite“ immer größer wird, lässt sich nicht wegdiskutieren. Regelmäßig zocken Gamer das Spiel und messen sich online mit anderen. Mehr als 45 Millionen Spieler sind inzwischen für das kostenlose Game registriert.

Wer nicht selbst zockt, schaut zu. Heute waren über 600.000 Zuschauer gleichzeitig live dabei, als der bekannte Fortnite-Streamer „Ninja“ zusammen mit Rapper-Größe „Drake“ Fortnite streamte.

Nun entschied sich der Privatsender ProSieben dazu, einen Beitrag über Fortnite zu veröffentlichen. Eingeleitet wurde der Bericht mit den Worten „… und jetzt schlagen Jugendschützer Alarm.“ Den Beitrag der News-Time könnt Ihr hier sehen – spult auf etwa 9 Minuten und 12 Sekunden vor. Einen Youtube-Mirror binden wir hier für Euch ein (der Titel ist hier aber schon ironisch gemeint und von den Betreibern des Mirrors gewählt.)

Fortnite Battle Royale als wildes Gemetzel

Neben den neutralen Kommentaren fallen im Clip Sätze und Behauptungen wie „Fortnite Battle Royale als wildes Gemetzel“ oder „Spaß am Tötungsszenario, das vielen Eltern Sorgen bereitet“.

Außerdem erklärt ProSieben in dem Beitrag, dass die Grundversion ab 12 Jahren im Handel erhältlich ist, aber der „wesentlich brutalere Online-Ableger“ frei online gespielt werden kann.

Im Beitrag wird die Pädagogin Linda Scholz eingeblendet, die ihre Meinung zum Thema erklärt. Allerdings ist sie mit dem Video von ProSieben unzufrieden, denn aus einem längeren Interview wurde ein Satz herausgerissen, der durch die Anmoderation und den Schnitt in einen anderen Kontext gerückt wurde. Sie spricht von reißerischer Panikmache und wendet sich per Twitter an ProSieben, Sat1 und Co.

Als Folge hat Linda Scholz zusammen mit Spieleratgeber NRW eine Stellungnahme zu dieser fragwürdigen Berichterstattung von ProSieben verfasst.

„Auch wenn bei Fortnite: Battle Royale Waffengewalt als einzige Möglichkeit der Konfliktlösung vorliegt, ist es ein sehr fiktives Setting ohne detailreiche Gewaltdarstellungen. […] Zwar handelt es sich um realistische Waffennamen, aber die Grafik im Cartoon-Stil verleiht dem Ganzen ein fiktives Aussehen.“ Wir haben dem Spiel nach redaktioneller Abstimmung eine pädagogische Empfehlung ab 14 Jahren gegeben.  Dies ist eine Orientierungshilfe für Eltern, die ihren Kindern natürlich erlauben können, das Spiel auch früher zu spielen. Wir stellen uns immer gerne einer Diskussion um unserer erfolgten Empfehlungen, bitten jedoch um einen respektvollen und angemessenen Ton, den man leider in der Diskussion um den Fernsehbeitrag vermissen musste.

Weiter heißt es „Aus diesem Grund distanzieren wir uns an dieser Stelle von dem Kontext des Berichts „Eltern warnen zu wollen“ oder „Alarm zu schlagen“. Eltern können jedoch ihrer Erziehungsverantwortung nur gerecht werden, wenn sie auf verschiedene Informationen zurückgreifen können.“


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Autor(in)
Quelle(n): ProSiebenBuffed
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