Warframe: Mama macht Karriere – 21-Jährige fing als Praktikantin bei MMO-Studio an, ist heute die Chefin

Warframe: Mama macht Karriere – 21-Jährige fing als Praktikantin bei MMO-Studio an, ist heute die Chefin

Die 31-jährige Rebecca Ford fing 2011 in Kanada als Praktikantin beim ziemlich glücklosen MMO-Studio Digital Extremes an. Damals war das Studio in so großer Finanz-Not, dass sie die KI „Lotus“ im MMO Warframe selbst einsprechen musste. Jetzt übernimmt Ford die Rolle des „Creative Directors“ beim SF-MMO.

Was ist so spannend an Rebbeca Ford? Ford fing im Januar 2011 als Praktikantin beim Studio „Digital Extremes“ an. Vorher hatte sie 4 Monate ein Sommer-Praktikum beim Pharmakonzern AstraZeneca absolviert. In ihrem neuen Job sollte sie sich um Facebook und Twitter kümmern, ein paar interne Präsentationen abliefern und helfen, wo sie gebraucht wird. Praktikanten-Job eben.

Das Studio Digital Extremes war damals in keinem guten Zustand: Im Wesentlichen machte man Ports oder Multiplayer-Teile von Spielen und musste sich mit Auftragsarbeiten irgendwie durchgeschlagen.

Ein Tiefpunkt war erreicht, als man 2013 das Action-Adventure „Stark Trek“ veröffentlichte: Das erhielt von der Fachpresse miese Wertungen um die 45 %.

Das „eigene“ Baby, ein Free2Play SF-MMO namens Warframe, war zwar seit 2000 in Entwicklung, als es dann aber im Jahr 2013 auf Steam kam, lief’s für einen Free2Play-Titel nur so mittelmäßig: etwa 10.000 Spieler erreichte Warframe im Schnitt. Das ist zum Leben zu wenig, und zum Sterben zu viel.

Dem Studio ging es damals so schlecht, dass die Praktikantin Rebecca Ford als Stimme der KI im Spiel, „Lotus“, eingesetzt wurde. Wie Ford in einem Interview Jahre später erklärte (via gamesindustry-biz):

„Als wir mit dem Spiel angefangen haben, mussten wir so viel improvisieren und mit Klebeband arbeiten, dass sie echt mich gefragt haben, ob ich eine Synchronstimme im Spiel sprechen kann – und den Charakter nennt man jetzt Space-Mom. Sie ist eine Art Cortana-Figur, wo sich rausstellt, dass sie dich gerettet hat […]

Warframe kündigt neue Erweiterung an und bringt grässliche Monster zurück, die jetzt noch fieser sind

Praktikantin wird zur Community-Managerin und Weltraum-Mama

Wie ging’s weiter? Im April 2012 reichte es aber für die Festanstellung von Ford bei Digital Extrem.

In den nächsten Jahren verdiente sich die Kanadierin den Spitznamen „Space-Mama“, denn so wie sie als Stimme der KI in Warframe die Spieler betreute, arbeitete sie ab April 2012 als Community-Managerin und PR-Assistentin, sprach viel mit den Spielern, der Presse und wurde zur Stimme des Spiels.

Ford konnte auch gar nicht genug davon schwärmen, wie viel Spaß ihr Warframe selbst machte und wie gerne sie mit den Spielern sprach, zu denen sie bis heute nur als „Tennos“ spricht.

Warframe: Erfolgsrezept – Lotus ist „Stimme des Spiels“ in jeder Hinsicht

Plötzlich waren die Spieler da – Aufschwung im Jahr 2016

Wann kam der Aufschwung? Der Aufstieg von Rebecca Ford in der Firma geht mit dem Aufschwung von Warframe einher.

Denn im November 2016, drei Jahre nach Release, schaffte Warframe endlich den Durchbruch auf Steam: Plötzlich waren die Spieler da. 2014 und 2015 waren die Spielerzahlen auf Steam kontinuierlich nach oben geklettert: Warframe hatte immer mal wieder so 40.000 oder 50.000 gleichzeitig Spieler.

Im November 2016 schaffte Warframe mit der Erweiterung „The War Within – Der Innere Krieg“ den Sprung in die Top 3 auf Steam mit fast 70.000 gleichzeitigen Spielern. Auf Xbox One und PlayStation 4 war das Spiel auch schon immer wieder ein Gesprächs-Thema, gerade als Alternative zu Destiny, das da schon in die Kritik geraten war – und das PC-Spieler ohnehin nicht spielen konnten.

Warframe-Lotus
Die KI Lotus führt Spieler, die „Tennos“, durch Warframe.

Plötzlich galt Warframe als „Vorzeige-MMO“. Man erkannte, dass gute Sachen passieren, wenn man ein Spiel weiterentwickelt und auf das Feedback der Spieler hört.

Ford war 2016 von der Community-Managerin und der PR-Assistentin zur Chefin der „Live Operations und Community Producerin“ befördert worden. Im Dezember 2017 machte man sie zur Chefin der Live Operations und der Kommunikation.

Welche zentrale Rolle Ford in der Entwicklung von Warframe einnahm, konnte man daran sehen, dass das Magazin Forbes sie 2020 zu einer der „30 unter 30“ bei Videospielen krönte: Hier rechnete man ihr hoch an, dass sie die TennCon aus der Taufe hob, die Messe zum Spiel. Außerdem notierte man, dass die 50 Millionen Mitglieder der Warframe-Community sie liebevoll „Weltall-Mama“ getauft hatten.

Das neue Fantasy-MMO Soulframe brachte für Ford einen Karrieresprung:

Soulframe Cinematic Reveal Trailer

Das ist jetzt der nächste Schritt: Nicht nur Warframe ist immer weiter gewachsen, sondern auch Digital Extremes. Als die Firma jetzt ein neues Fantasy-MMO ankündigte und der bisherige Creative Director, Steve Sinclair, von Warframe zu dem neuen Spiel wechselte, fiel die Wahl auf Rebecca Ford, um Warframe als „Creative Director“ weiterzuführen.

Ein beträchtlicher Sprung von der Praktikantin und Aushilfs-Synchron-Stimme über die „Stimme des Spiels“ hin zur Chefin, der Ford in 10 Jahren gelungen ist.

Das sagt sie:

In einem Interview mit Venture Beat sagt Ford, dass sie Respekt vor der neuen Rolle hat, die so viel mehr Druck mit sich bringt. Aber sie glaubt, sie kann jetzt die Ideen der Community in Updates und Änderungen übersetzen, die sehr viel Einfluss auf die Zukunft von Warframe haben werden.

Ford hofft darauf, dass die Fans ihr eine Menge Verständnis und Respekt entgegenbringen, während sie sich in der neuen Rolle zurechtfindet.

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Ford hat bereits angekündigt, die zusätzliche Last, zwei große MMOs zu betreuen, will Digital Extremes dadurch stemmen, dass man neue Leute einstellt. Jetzt hat man eine Science-Fiction und eine Fantasy-Branche.

Vielleicht ist unter den neuen Leuten, die Ford einstellt, ja wieder eine talentierte Praktikantin dabei.

Warframe ist für seine Quests bekannt:

Second Dream – Diese Quest hat die Art geändert, wie ich Warframe sehe

Quelle(n): Linkedin
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Chris

Warframe ist für mich die Definition von gutem Free 2 Play Gaming. Sie schaffen es ohne zu starkes Pay 2 Win ein tolles Erlebnis zu bieten und haben sich stets mit den Updates auch gesteigert. Warframe hat manche Systeme, die ich mir für andere AAA-Titel nur wünschen kann.
Die Rebecca Ford wird sicher auch starken Einfluss auf das Game gehabt haben. Sonst wäre sie nicht da, wo sie heute ist.
Ich hoffe auf jeden Fall auf ne gute Zukunft und bin auch gespannt was da in Zukunft mit Soulframe passiert. 👍

Maledicus

Space-Mom💗

Zuletzt bearbeitet vor 10 Tagen von Maledicus
Frost

Ford konnte auch gar nicht genug davon schwärmen, wie viel Spaß ihr Warframe selbst machte und wie gerne sie mit den Spielern sprach, zu denen sie bis heute nur als „Tennos“ spricht.

Oder Lo… äh… Users! 😀 Unsere Spacemom 

https://www.youtube.com/watch?v=VPytOVWZSqY

Sind gute Leute bei DE. Schau mir gerne deren Devstreams an.

BuschieUschi

Gratulation.
Sie wirkt ganz nebenbei erwähnt, sehr sympathisch auf mich.

iQly

Ich habe etliche Stunden Warframe gespielt und hatte immer eine gute Zeit. Immer mal wieder Pausen eingelegt aber eigentliche komme ich gerne zurück. Man braucht enorm viel Zeit für den Einstieg aber es lohnt sich wenn man die Geduld hat und keine Probleme damit hat Informationen im Internet/Wiki zu suchen. Finde die Entwicklung der letzten Jahre auch allgemein gut auch wenn die letzten Monate nicht so berauschend waren (meiner Meinung nach)

N0ma

Talent haben die meisten Leute wenn man sie nur an der richtigen Stelle einsetzt. Denke bei sowas sollte man auch mehr auf eigene Leute setzen, ansonsten kann man da viel Geld verbrennen was dem Spieler am Ende eh egal ist.
Ford hat sicher auch frischen Wind in diese „Männergesellschaft“ reingebracht, denke die waren auch etwas zu selbstzentriert. Bei bestimmten Sachen wie Raids sperren sie sich ja immer noch. Mein aus war leider die Superwaffe, die alle Schadensarten verteilt aber damit irgendwann das Spielen langweilig wird. Von daher hoffe ich bei dem neuen Spiel da mehr auf Nahkampf und einfache Waffen wie Bogen.
Ein 2. Problem daß man bei dem Skilltree nicht den Eindruck hatte das geht irgendwie vorwärts.

Zum F2P, meines Wissens hatte Warframe da einiges umgestellt, bzgl Shop Sachen? die man kaufen musste, erst danach ging das Spiel dann richtig nach vorn.

Luripu

21 Jährige?
Sorry sie sieht aus wie kurz vor 40.
Solten wir uns betreffs des Jobs Gedanken machen.

Edit:Ich werfe schnell noch ein das ich 45+ bin und alle hübchen Frauen 40+ sind.

Zuletzt bearbeitet vor 11 Tagen von Luripu
Lamoras

„Damals 21 jährige“ trifft es wohl eher. Sie ist laut Wiki 31.

Huehuehue

Und zum Zeitpunkt des Fotos, als sie „Live Operations und Community Producerin“ wurde, also 2017, war sie 26.

Todesklinge

Ein recht gutes Spiel.
Leider ist die Spielfiguren-Gestaltung abscheulich.

Porter

Stört mich auch arg dolle und wird für das neue Spiel auch wieder schwer mich darin zu verlieben.

N0ma

Das Design ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig. Bei dem neuen Spiel hat immerhin das Ego schonmal ein menschliches Gesicht. Mir persönlich darfs gern zumindest etwas weniger extrem sein.

Huehuehue

Go Rebb Go!

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