Path of Exile 2 gilt als äußerst komplexes Spiel, insbesondere im Genre der Action-RPGs. Auch, wenn es einsteigerfreundlicher sein soll als sein Vorgänger, kann es gerade neue Spieler mit seinen Inhalten erschlagen. Das meint zumindest ein bekannter Entwickler und Twitch-Streamer.
Wer spricht da?
- Jason Thor Hall ist ein Software-Entwickler, der bereits für Blizzard und Amazon gearbeitet hat. Auf Twitch, YouTube und Co. tritt er unter dem Namen „Pirate Software“ auf. Auf Twitch hat er gleich zweimal innerhalb einer Woche einen Rekord geknackt.
- Obwohl sein Kanal noch relativ neu ist, gewann Hall schnell an Bekanntheit. Er erklärt selbst, dass sein Erfolg daher kommt, dass er YouTube richtig versteht.
- In seinen Streams gibt er häufig Einblicke in Hintergründe bei Games oder sagt seine Meinung zu aktuellen Gaming-Themen. 2024 etwa ging er hart ins Gericht mit einer EU-Initiative, die eigentlich Videospiele retten wollte.
Das sagt Pirate Software zu Path of Exile: Bereits im Oktober 2024 hat Hall sich zu Path of Exile 1 geäußert. Er sagte damals, dass der riesige Skill Tree des Spiels jeden neuen Spieler sofort abschrecken würde (via TikTok):
Sobald du Level 2 erreichst, bekommst du das hier. Das macht einem neuen Spieler höllische Angst. […] Das Problem von Path of Exile ist schon seit Langem, dass der Community-Standard ist, einen Charakter auf Level 70 zu spielen, diesen dann zu löschen und neu anzufangen, nachdem man versteht, wie das Spiel funktioniert.
Path of Exile 2 steht hier zwar etwas besser dar, aber auch im zweiten Teil gibt es einen enorm großen Skill Tree für alle Klassen. In einem neueren Clip auf YouTube erklärt Hall: „Ich denke immer noch, dass das für neue Spieler furchterregend ist.“
Für neue Spieler sei ein so umfangreicher Skill Tree einfach zu groß. Spieler wie er selbst würden genau so etwas aber lieben.
„Es muss nicht optimal sein, nur spaßig“
In einem späteren Stream fragt ein Zuschauer Hall nach dessen Build. Der sagt: den Build gebe es nirgendwo, außer gerade bei ihm. Er spiele nicht nach irgendwelchen Guides, sondern suche sich Zeug aus, das eben irgendwie passt.
Es sei eine Falle, wenn man andere für sich denken lasse, dass andere quasi bereits alle Probleme für einen lösen. Hall fragt: „Spielt man an diesem Punkt überhaupt noch? Spiel einfach. Mach dir keine Sorgen. Es muss nicht optimal sein. Nur spaßig.“
Hall selbst zockt und zeigt auf Twitch und Co. verschiedene Spiele. In letzter Zeit vor allem WoW Classic und hier den Hardcore-Modus, in dem jeder Tod permanent ist. Genau dabei hat er sich jedoch zuletzt in ein ziemliches Drama verstrickt: Streamer flieht in WoW Hardcore, lässt Gruppe im Stich und lügt eiskalt: „Ich hätte nichts tun können“
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Schon allein, sein Erfolg kommt weil er yt versteht, bei solchen Aussagen will man garnicht weiter lesen. Aber muss man ja auch zum Glück nicht, wer ist das nochmal?
Pro-Tipp: Anfangen zu lesen was da am Bildschirm steht.
Joa, die Möglichkeiten sind sehr groß. Sobald du dich aber für eine “Ziel-Skillung” entscheidest, merkst du sehr schnell dass nur ein sehr kleiner Teil davon relevant ist.
Das was ihn so komplex macht, ist alleine die Tatsache dass jede Klasse jede Skillung verwenden kann! (Sinnvoll/effektiv ist es dennoch nicht)
Meine Meinung:
Die Spieler die sich nicht damit beschäftigen wollen, die sollen lieber im “weichgespülten D4-No-Brainer” bleiben….
Immer das Bashing gegenüber D4, während PoE 2 in seiner Legacy schwimmt, der es momentan nicht gerecht wird.
Was genau ist denn daran komplexer, wenn einfach alle Skillbäume aller Klassen in einem Skillbaum sind und ich die “Freiheit” habe, mit meiner Minion Witch +Totemdamage zu skillen?
Der Skillbaum in PoE2 ist vielleicht größer und damit unübersichtlicher, aber wo man sich damit mehr beschäftigen muss, ist mir echt ein Rätsel. Man hat sogar “no-brainer typisch” oben eine Suchleiste, damit ich +Minion Damage für meine Minion Witch nicht mal selbst suchen muss. Und dann skille ich die Punkte. Thats it. Das ist das ganze Hexenwerk wie in vielen anderen ARPGs auch, nur eben in einem großen Skilltree aller Klassen.
Ich habe mittlerweile den Eindruck, dass der Skilltree nur so weiterhin in der Größe im Spiel ist, um den Mythos der Komplexität weiter Aufrecht zu erhalten, obwohl diese eigentlich gar nicht mehr derart vorhanden ist im Vergleich zu PoE1.
In anderen Bereichen des Spiels kannst du das bspw auch gut beobachten. Erst haben die Sockel ihre Farbe verloren und seit neusten Update kannst du die Runen in den Sockeln sogar noch tauschen. Die Grenzen verwischen immer mehr zum “no brainer Diablo”, deshalb würde mich wirklich mal interessieren, wo PoE2 denn derart viel komplexer sein soll?
Ich sehe da zwei große Punkte:
a.) Du kannst Hybrid-Klassen spielen und die genau nach deinen Wünschen anpassen und b.) auch kompletten Mist skillen und deinen Char damit unbrauchbar machen.
Ebenso gibt es sehr viele Passive die nur mit gewissen Stats/Items/Skills Sinn machen oder den Spielstiel nochmal komplett verändern.
Und gerade weil du auch sehr viele Sachen mit dem Skilltree “ausgleichen” kannst, wird im Endgame gerne nochmal der Skilltree sehr stark umgebaut. Zum einen weil du weiter Skillen kannst und/oder gewisse Schwellenwerte erreicht hast und zb. Resistenzen nun über Items bekommst. (Ganz abgesehen von den drei Subklassen)
In D4 hast du halt drei vorgegebene Wege die du nahezu nicht mischen und damit auch nichts falsch machen kannst.
Und Komplexität hat nichts mit Schwierigkeit/QoL zu tun, es bedeutet lediglich viele Optionen zu haben. Deshalb auch mein Tipp mit dem “Anfangen zu Lesen was auf dem Bildschirm steht”, denn damit wird der riesige Skilltree plötzlich (für Casuals) sehr übersichtlich – die vielen Möglichkeiten bleiben aber dennoch bestehen 😀
In D4 hast du auch viele Möglichkeiten, über Paragon Stats auszugleichen, Glyphen,- und Gearaforderungen zu erfüllen oder den Spielstil anzupassen. Im Endgame wird im Paragonbrett ebenfalls nochmal sehr viel hin und her geskillt, weil einzelne Paragonknoten Statanforderungen haben und du abwägen musst, welche du erfüllen willst. Auch kannst du da sehr wohl Hybrids spielen, speziell bei Klassen wie dem Druiden. Einen Char kannst du in D4 auch komplett verskillen…
Welche “drei vorgegebenen Wege” du meinst, verstehe ich nicht ganz. Wie gesagt, wenn ich in PoE 2 einen Minion Build spiele, suche ich +Minion Damage und skille das. Wenn du das so definierst, ist das in PoE 2 auch vorgegeben.
Ich habe über 1.000 Stunden in D4 und bald 200 in PoE 2, ich persönlich sehe da ehrlich gesagt nicht viele Unterschiede zwischen großen Fertigkeitenbaum in PoE 2 und Fertigkeiten + Paragon in Kombi in D4. Zumindest nicht, was die Komplexität betrifft.
Genau das was ich beschreibe, deckt sich aber auch mit dem Großteil der Spielerschaft. Also besteht da schon ein Unterschied, nur aus deiner Sicht ist der nicht so relevant.
Und zum Thema “3 Wege”:
In D4 hat jede Klasse hat drei Skill Richtungen und kann die auch nicht ändern, zb. ein Barbar mit Minions ist faktisch nicht möglich. Auch sind die Passiven meist auf eine Richtung fixiert.
In PoE hingegen kannst du die mischen wie du willst und auch der ganze Skill Tree steht dir offen.
Die Passiven sind in PoE2 auch fixiert. Ist ja schön, dass du den Warrior in der Theorie mit Minions spielen kannst, aber in der Praxis suchst du nach deinen Fertigkeiten, die zur Aszendenz passen und skillst die. Und dann bleiben auch nicht mehr so viele sinnvolle Builds. Am Ende hat der Warrior in PoE2 so viele Builds wie der Barb in Diablo, nur dass beim Barb eben die unnötigen Skills wie Minions nicht den Skillbaum oder die Fertigkeitenauswahl zuspamen. In PoE2 gibt’s dafür sogar extra einen Filter, unnötige Skills auszublenden. Der Vergleich wäre hier nämlich sinnvoller, die aktiven Skills in D4 mit den wählbaren Fertigkeiten für die Gemme zu vergleichen. Das was du meinst, ist in D4 das Paragonboard und da kannst du in D4 ebenfalls viel Quatsch machen und den Barb auf INT skillen und Glyphen für Miniondamage einsetzen.
Das ist das, was ich persönlich anders sehe. Ganz exklusiv ist meine Meinung da übrigens auch nicht, dass PoE2 im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugänglicher wurde.
Ist für mich auch alles gut soweit, ich habe nach wie vor sehr viel Spaß mit dem Spiel. Das komplexe Spiel ist es für mich persönlich aber nicht, wie man häufig liest.
Achso und einen wichtigen Punkt zu dieser “Freiheit” habe ich noch vergessen.
Auf wie vielen Leveling Builds der verschiedenen Klassen spielt man bspw Firewall?
Cast on XY spielst du im Endgame auf wie vielen Klassen?
Das Problem dieser Freiheit ist dann schnell, dass du META Skills nicht nur auf verschiedenen Builds einer Klasse sondern direkt auf mehreren Klassen spielst.
Freiheit, Vielfalt und Komplexität sieht da für mich schon ein wenig anders aus.
In Bezug auf Komplexität muss ich widersprechen.
Das ist einer der Punkte die ich sogar besonders zu schätzen weiß.
Dabei ist es nur wichtig, dass die Balance stimmt. Das Game muss spielbar bleiben wenn man nicht alles optimiert hat und stets den best meta build verwendet, aber trotzdem die tiefe geben nicht ein bisschen mehr aus seinem build herausholen zu können.
Und an der Stelle muss ich den Autor klar zustimmen, ähnlich wie bei Warframe hat man langfristig nur Erfolg und auch Spaß daran wenn man sich selbst builds baut und diese versucht stets auszubauen.
Und nach aktuellem Stand macht PoE2 das zumindest bis zum späten midgame ganz gut.
Naja ich finde, dass das nicht wirklich ein “widersprechen” ist. Du sagst hier eher, dass du so eine Komplexität und/oder Detailtiefe magst. Und ich verstehe dich da. Bei manchen Spielen/Hobbys mag ich das auch.
Aber: “MIR gefällt das” ist ja kein Gegenargument gegen: “Manche Leute schreckt das ab”.
Wenn die Zielgruppe: “Leute die sich richtig hart reinfuchsen!” ist, dann spricht gegen so ein Spieldesign ja nichts. Dann ist es aber halt ggf. nichts, für Leute, die eine niedrigere Einstiegshürde und/oder flachere Schwierigkeitskurve bevorzugen.
…und ich würde mal behaupten letztgenannte Spielergruppe ist die deutlich größere Gruppe.
Wenn man aber behauptet, dass es neue Spieler grundsätzlich abschreckt und nicht nur “manche” würde ich es schon als widersprechen bezeichnen, auch wenn es mindestens erstmal nur auf mich zutreffen würde.
Zumindest habe ich seine Aussage so aufgefasst.
Wie gesagt, PoE2 schafft es hier mbMn sehr gut einen Mittelweg zu finden indem sie die Möglichkeit zur Tiefe bieten, es aber gerade für den Casual Gamer nicht notwendig machen.
Das schafft ein Diablo nicht, sodass es nur sehr beschränkte Meta builds gibt.
Hier sprechen die Zahlen sicherlich über die nächsten Jahre für sich welches Konzept das erfolgreichere ist.
Wird er nicht gerade dafür exposed das er auch sein gameplay faked?
Und somit diese Aussage zwar theoretisch richtig aber aus seinem Mund auch nicht ernst zunehmen ist?
Abgesehen davon hat PoE nicht mal einen Skilltree sondern in erster Linie eine extrem Visuell schlechte Darstellung um Stats zu verteilen.
Und ich bin der festen Überzeugung daß der nur aus Marketing gründen existiert.
Komplett unpraktisch und unübersichtlich ohne das es irgendeinen praktischen Sinn im Spiel erfüllt.
Der praktische Sinn besteht darin, dass man in dieser Darstellung einen Pfad im voraus planen kann. Aber es stimmt, die Stats könnte man auch ohne diese Darstellung verteilen.
Das Problem ist für mich nicht die Komplexität, sondern das es trotz Komplexität extrem langweilig ist. Klar, man kann schwere Bosse als „Rouge Like“ definieren, für mich nur mangelnde Kreativität und Einfallslosigkeit der Entwickler. Ja, ja, EA, na dann schauen wir mal. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, freu mich für jeden der es gerne spielt.