Fortnite-Star Ninja: Außen lustig, innen verbissen und irre ehrgeizig

Der Streamer Ninja ist in Fortnite: Battle Royale einer der besten Spieler. Doch wie konnte der dünne Junge mit den bunten Haaren so gut werden? Die Antwort ist nicht sonderlich glamourös.

Wer ist denn eigentlich dieser Ninja? Tyler „Ninja“ Blevins ist der erfolgreichste Streamer der Welt. Der schlaksige junge Mann mit den bunten Haaren hat über 11 Millionen Follower auf Twitch und nimmt durch deren Spenden und Abo-Gebühren jeden Monat zigtausende von Dollars ein. Auf Social Media gilt er als einflussreichster Athlet vor den Fußballern Neymar und Ronaldo.

Außerdem ist Ninja auch einfach ein verdammt guter Fortnite-Spieler.

Ninja-Fortnite

Das klingt eigentlich nach einem gechillten Leben: Den ganzen Tag zocken und damit auch noch stinkreich werden. Doch die Wahrheit ist weniger glamourös, wie Ninja im Gespräch mit dem Sportmagazin ESPN darlegt.

Maximaler Kampfgeist

Ninja ist ein Extrem-Wettkämpfer: Um Ninjas Spiel zu verstehen, muss man erstmal den Menschen Tyler Blevins näher betrachten. Der blasse Junge mit den gefärbten Haaren wirkt zwar nach außen wie ein lockerer Spaßvogel, ist aber im Kern ein knallharter, verbissener Siegertyp.

Er geht mit maximalem Engagement an alle Games heran, die er zockt. Das sei, laut seinem Bruder, schon als Kind so gewesen.

Schon als Kind unschlagbar: Tyler hätte schon damals immer gewonnen, egal was gezockt wurde. Selbst als sein Bruder ihm frustriert beim Spielen auf dem Arm geboxt hatte, damit Tyler den Controller fallen ließ, hätte der junge Ninja noch den Sieg errungen.

Fortnite Ninja Titel

Ninja mag einfach nicht verlieren. Wenn er zockt, dann zieht er das gnadenlos durch. Sei es in Halo, wo er seine Sporen als eSportler verdiente, oder eben jetzt in Fortnite.

Ninjas Art Fortnite zu spielen hat nichts mehr mit Spaß zu tun

Talent ist gut, aber mehr auch nicht: Ninjas Erfolg spricht auf jeden Fall dafür, dass er ein Talent für Games hat. Das mag ein Start-Vorteil sein, aber wenn man an die Spitze will, muss man hart trainieren. Und zwar noch viel härter, als es sich die meisten von uns vorstellen können.

Jeden Tag mindestens ein Sieg: Damit Ninja so gut bleibt, muss er ständig üben und seine Taktik überdenken. Er spielt am Tag um die 50 Matches. Davon muss er mindestens eines gewinnen. Meist sind es aber um die 15 Siege, einmal waren es sogar 29.fortnite-rocker-titel

Jede Niederlage ist ein Fehlschlag: Wann immer Ninja nicht gewinnt, ist das für ihn eine große Sache. Das regt ihn richtig auf, denn es gibt ja auf seinem Level von Professionalität keine Entschuldigung für das „Versagen“. Dann überdenkt er als Konsequenz seine Strategie und analysiert das vergangene Spiel, um aus seinen Fehlern zu lernen.

Das ist kein Spaß mehr: Ninja geht also unglaublich verbissen und kompetitiv vor, wenn er Fortnite spielt. Das hat mit dem, was den meisten Spielern unter „Spaß“ verstehen, nicht viel zu tun.

Das steht im krassen Gegensatz zu der Außenwirkung von Ninja, der sich seinen Fans stets gut gelaunt und witzig präsentiert.

Doch im Grunde geht es bei Ninja nicht um „Spaß“, es geht ums Geschäft. Sollte er weniger streamen oder schlecht werden, dann wären seine Rekord-Einnahmen schnell dahin.Fortnite Stern Woche 10

Training ist gut, aber es kommt drauf an wie man trainiert: Außerdem reiche es nicht, nur zu üben. Wenn man so gut wie Ninja werden will, muss man sein Training effektiv nutzen und darf auch dann nicht nachlassen, wenn man ganz oben angekommen ist.

Wenn man am „Ziel“ ist, geht die Arbeit erst los: Gerade dann, wenn man an der Spitze ist, so Ninja, müsse man erst recht hart arbeiten, um dort auch zu bleiben. Viele Spieler würden genau in diesem kritischen Moment nachlassen und dann wieder absacken. Das Ninja seit Monaten den Spitzenplatz auf Twitch beansprucht, ist ein Zeichen für seinen Ehrgeiz und sein Engagement.

Urlaub oder Streamen?

Urlaub und Events kosten tausende Dollars: Daher hat Ninja auch kaum Freizeit, die er in Ruhe mit seiner Frau und seinen Hunden verbringen kann. Wenn er als Top-Streamer weiterexistieren möchte, muss er quasi immer online sein und darf nicht nachlassen.

Als er mal doch zwei Tage eine Auszeit hatte, kostete ihn das umgerechnet 100.000 Dollar. Selbst Auftritte bei eSport-Events, wie dem Pro-Am-Turnier auf der E3 2018, kosteten Ninja Geld, da er in dieser Zeit nicht streamen konnte.fortnite-flucht-titel-04

Er muss also aufrechnen, ob die gestiegene Publicity bei solchen Events und Aufwandsentschädigungen den konkreten Wertverlust seines Twitch-Channels wieder wett machen.

Flitterwochen gehen trotzdem: Daher waren seine Flitterwochen auch sein einziger Urlaub in 8 Jahren. Denn Ninja hat schon vor Fortnite als Pro-Gamer Halo und andere Games gespielt und war dort ähnlich engagiert bei der Sache.

Für seinen Urlaub hatte er aber zumindest diverse Videos im Vorfeld produziert und diese zeitlich versetzt in seiner Abwesenheit veröffentlicht. Sonst wäre wohl der Verlust an Zuschauern zu extrem geworden.

Und selbst wenn er sich mal Zeit nimmt und sein Haus in einem ummauerten Wohnviertel verlässt, wird er von Heerscharen seiner Fans belagert und hat kaum Ruhe.

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Leben am Limit

Der Preis des Erfolgs: Wenn ihr also so gut werden wollt wie Ninja, dann müsst ihr wohl massig Zeit und Energie in endloses Üben investieren und dies für lange Zeit durchhalten. Und das dürften wohl nur die wenigsten schaffen, ohne vorher im Burnout unterzugehen.

Frau managt alles andere: Ninja schafft dies wohl auch nur durch seinen eisernen Willen und den Rückhalt seiner Frau, die das alles mitträgt und sogar als seine Managerin fungiert.

Außerdem sorgt sie dafür, dass ihr Mann bei seinem stressigen Streaming-Alltag genug Essen und Getränke bekommt.Fortnite-Frau

Was kommt nach Fortnite? Derzeit ist Ninja maximal mit Fortnite verbunden und seine Fans lieben ihn deswegen. Doch Ninja sagt von sich, dass er quasi jedes kompetitive Online-Spiel in Kürze meistern könne.

Sollte also Fortnite einmal untergehen, dann wäre Ninja wohl nach kurzer Einarbeitung woanders dabei und wohl bald wieder an der Spitze.

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Wie lange soll das noch so weitergehen? Derzeit will Ninja nicht aufhören und sich auf seinen verdienten Millionen ausruhen. Er plant, auf jeden Fall so lange weiterzumachen, bis er seiner Familie und seinen Kindeskindern ein komfortables Leben bieten kann. Dann wäre es Zeit, kürzer zu treten.Fortnite-Score

Fun -Fact: Ninja gab damals seinen Job bei einer Nudel-Firma auf, als er von seinem Halo-Streaming bequem leben konnte. Darunter verstand er ein Jahreseinkommen zwischen 80.000 und 90.000 US-Dollar!

Ninjas harte Arbeit hat ihm nun auf das Cover eines ankerkannten US-Sport-Magazins gebracht. Das könnte auch das Gaming an sich näher in den Mainstream rücken:

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Autor(in)
Quelle(n): PolygonESPN
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