Der 16-jährige Johnson „Gryffinn“ Lee stellt sich in League of Legends einer Aufgabe, die viele für unmöglich halten: Er will es als US-Amerikaner in die südkoreanischen LCK schaffen, der härtesten LoL-Liga der Welt, in der Superstars wie Faker oder Showmaker auf ihn lauern.
Warum ist das so ein schweres Ziel?
- In der südkoreanischen Profi-Liga LCK spielen ausschließlich Südkoreaner: Die 10 Teams in der LCK stellen aktuell auf jeder Position im Kader einen Südkoreaner auf.
- Sogar die 10 Challenger-Teams, sozusagen die Nachwuchs-Teams in der 2. Liga, bieten ausschließlich Südkoreaner auf. Wobei „Brion Challengers“ zumindest vor einem Jahr einen Vietnamesen im Kader hatte.
- Südkoreaner sind so gut und so dominant in LoL, dass sie nicht nur die LCK dominieren, sondern auch regelmäßig die besten Spieler in den USA und China stellen: Gerade die LPL in China ist gespickt mit südkoreanischen Top-Stars wie Kanavi, Ruler, Rookie, Tarzan oder Scout. Auch in China sieht man außer Südkoreanern kaum Ausländer, vielleicht mal einen Spieler aus Taiwan wie Weltklasse-Jungler Karsa.
16-jähriges US-Talent absolviert Probe-Trainings für Nachwuchs-Team der LCK
Wer will da jetzt in die LCK? Der 16-jährige US-Amerikaner Gryffinn ist ein Jungle-Talent. Wie Dotesports berichtet, absolviert er gerade Probe-Trainings für verschiedene Teams der LCK. Das berichtet der Südkorea-Experte LS, der als Coach in Südkorea und den USA gearbeitet hat. Das Ziel ist es offenbar, den 16-Jährigen in ein Academy-Team zu bringen, damit er perspektivisch in 3, 4 Jahren in der LCK auflaufen kann.
Gryffinn ist offenbar der erste aus Nordamerika oder Europa seit langer Zeit, der an Probe-Trainings für ein Team in Südkorea teilnimmt. LS spricht davon, er sei der Erste, der seit 2018 ein „richtiges Probetraining“ absolvieren dürfe (via twitter).
Schon die Einladung zu Probe-Trainings ist etwas Besonderes
Hat er eine Chance? Es wäre schon eine Sensation: Wie Dotesports berichtet, spricht der 16-Jährige kein Koreanisch, sondern muss sich auf Pings und einfaches Englisch verlassen, um sich mit seinen Mitspielern zu verständigen.

LS hat angekündigt, ihn von Montag bis Mittwoch zu verschiedenen Probe-Trainings der Academy-Teams zu bringen. Der Coach scheint schon allein stolz darauf, seinen Schützling in diese Probe-Trainings hineinbekommen zu haben.
Der 16-Jährige scheint jedenfalls was darauf zu haben, im Mai schaffte er es an die Spitze der „North American Challenger“, während er gleichzeitig Vollzeit in die Schule ging und auf Twitch unterwegs war.
Selbst wenn das mit der LCK nicht klappt, hat er allein mit der Aktion, ins Probe-Training eingeladen zu werden, jetzt schon Eindruck in der Szene gemacht und wird es sicher leichter haben, in den USA einen Platz zu finden. Vielleicht war das ja das Ziel von LS. Die Erfahrungen, die der 16-Jährige jetzt in Südkorea machen, werden langfristig sicher wertvoll sein.
Auch wenn es mit dem ganz großen Traum, nichts werden sollte.
Wie gut Südkoreaner sind, musste die US-Liga LCS jetzt lernen:
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