Guild Wars 2: Neuer Patch bringt epische Schlachten, aber auch dicke Enttäuschungen

In Guild Wars 2 erschien am 27. April das große Finale der Eisbrut Saga. MeinMMO-Redakteur Alexander Leitsch hat den Patch gespielt und ist gespalten. Obwohl er an einem epischen Kampf zwischen zwei Drachen teilgenommen hat, fühlte sich der gesamte Patch eher enttäuschend an.

Was war das für ein Patch? Seit September 2019 läuft die sogenannte Eisbrut Saga. Dabei handelt es sich um eine zusammenhängende Geschichte, die alle 6 bis 8 Wochen fortgesetzt wurde und mich zu einem epischen Moment geführt hat.

Denn im Laufe der Staffel braute sich ein Duell von zwei Alt-Drachen zusammen: Der Eisdrache Jormag wollte unbedingt seinen Bruder, den Feuerdrachen Primordus, ausschalten. Ein besonderer Moment für mich, denn zum einen begleitet mich Primordus seit der Geschichte von Guild Wars 1 und zum anderen waren die bisherigen Kämpfe gegen die Alt-Drachen allesamt sehr episch inszeniert.

Doch das große Finale der Eisbrut Saga hat für mich zwei Gesichter:

  • Zum einen der epische und bildgewaltige Kampf zwischen zwei Drachen
  • Zum anderen aber die daraus folgenden Konsequenzen, das schwache Ende und der generell geringe Umfang der Episode

Insgesamt war der Patch eine dicke Enttäuschung und ohne Übertreibung das schlechteste Finale, das je eine der Staffeln der Lebendigen Welt oder ein Addon hatte.

Über den Autor: Alexander Leitsch berichtet seit 2011 auf verschiedenen Gaming-Seiten über Guild Wars 2. Knapp 7 Jahre leitete er die GW2-Fanseite Guildnews.de und kommt auf über 9.000 Spielstunden in dem MMORPG. Er verschlingt jeden neuen Patch und ist auch in der Community des Spiels sehr aktiv.

Riesige Drachen treffen aufeinander

Was passiert in der Episode? Zu Beginn treffen wir uns im Auge des Nordens, dem Hub der Eisbrut Saga. Dort sprechen wir mit der Drachin Aurene, unserer Verbündeten, über den bevorstehenden Kampf. Denn sie steht für das Gleichgewicht und sollte einer der beiden Alt-Drachen, Jormag oder Primordus, den anderen töten, ohne selbst getötet zu werden, dann wäre das Gleichgewicht in Gefahr.

So locken wir die zwei Alt-Drachen an einen Ort, an dem wir einen leichten Vorteil haben und an dem wir uns auf den Kampf vorbereiten konnten.

Tatsächlich hat der Schauplatz des Kampfes etwas episches. Auf der linken Seite befindet sich der riesige Eisdrache, auf der rechten Seite der Feuerdrache. Beide bekämpfen sich, aber auch uns, die wir in der Mitte der Arena stehen. Es ist spannend: Wie gewinne ich gegen die Drachen? Und endet der Kampf wieder in einer riesigen Magie-Explosion? Wie sehr schadet diese Explosion unserer Welt?

Guild Wars 2 Drachen Kampf Primordus Jormag
2 riesige Drachen im Kampf miteinander.

Der Kampf jedoch, den ich aktiv erleben kann, findet hauptsächlich gegen die kleinen Champions der Drachen statt:

  • Dabei handelt es sich zum einen um Ryland, einen Charr und Sohn von Rytlock, der eine wichtige Rolle in der Geschichte von GW2 spielt.
  • Für Primordus wiederum kämpft unser Freund Braham, der als Norn immer das Ziel hatte, Jormag auszuschalten.

Genau dieser Kampf gegen die beiden Champions fällt eher enttäuschend aus. Sie machen vor allem mit viel Leben auf sich aufmerksam, weniger mit coolen Mechaniken. Ich muss selten ausweichen, hauptsächlich Schaden verursachen und das dauert teilweise so lange, dass ich nebenbei beruhigt zu Abendessen konnte. So stelle ich mir einen epischen Kampf eigentlich nicht vor.

Nachdem wir die beiden Champions ausgeschaltet haben, werden die Drachen kurzzeitig verwundbar. Dafür nutzten wir spezielle Kristalle, die ihnen Schaden zufügen. Juhu, total kreativ und aufregend …

Nach kurzer Regeneration kämpfe ich erneut gegen die Champions, mache die Drachen wieder verwundbar und fügen ihnen danach Schaden zu. Und das wieder und wieder.

Nach 4 Durchgängen drehen beide Drachen völlig am Rad, greifen sich gegenseitig an und töten sich in einer riesigen Explosion. BUMM. 30 Minuten Spielzeit und beide Drachen sind tot.

Das Fazit des Kampfes: Rein optisch hatte der Kampf echt viel zu bieten, doch bei den Mechaniken blieb jede Spannung und jeder Spaß irgendwie aus. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass ich sterben könnte oder die Drachen noch ein Ass im Ärmel haben.

Ein fürchterlich langweiliges Ende

Wie ging es nach dem Kampf weiter? Die Champions der Drachen, Ryland und Braham, haben überlebt. Wie auch immer das möglich war. Schließlich befanden sie sich direkt unter den beiden kämpfenden Drachen und mitten in deren Explosion von Magie.

Doch während Braham wieder zur Besinnung kommt und sich “normal” verhält, läuft der Charr Ryland Amok. Er wirft seinem Vater vor, dass der ja nichts riskieren würde und heult irgendwas von schwerer Kindheit, weil sein Papa ja so berühmt war.

Also bekämpfen wir ihn weiter, bis am Ende Papa Rytlock ihm ein Messer in den Magen rammt. Die Szene danach war etwas sehr dramatisch, aber sei es drum. Der Kampf hatte übrigens mehr Mechaniken, als der gegen die Drachen-Champions, war aber aufgrund der unheimlich hohen Lebenspunkte von Ryland trotzdem langweilig.

Ryland, bevor er vom Alt-Drachen Jormag befallen wurde.

Wie endet der Patch dann? Nach dem Tod von Ryland folgt ein kurzes Treffen unserer Heldengruppe samt der Drachin Aurene. Wir sprechen darüber, dass die freigesetzte Magie nicht komplett von Aurene aufgenommen wurde, sondern irgendwo hin verflogen ist.

Wer eins und eins zusammenzählt, wird an dieser Stelle merken, dass sie wohl vom Unterwasserdrachen, dem letzten der 6 Alt-Drachen, aufgenommen wurde. Der lebt irgendwo zwischen Tyria (unserem Kontinent) und Cantha (dem Kontinent der kommenden Erweiterung “End of Dragons”).

Jedoch wird hier noch keine Brücke geschlagen. Es gibt auch keinen echten Epilog, keine coole Cinematic, nichts, was mich in Aufbruchsstimmung versetzt oder was mir Bock auf die kommende Erweiterung gemacht hat.

1 Stunde Spielzeit und keine Glücksgefühle

Was ist das Problem des Updates? Für mich sind 3 Dinge an diesem Patch enttäuschend:

  • Der Umfang des Patches fällt mit knapp 60 Minuten Spielzeit echt klein aus
  • Der Kampf bot wenige Highlights
  • Es fehlt ein cooler Übergang oder Epilog am Ende

Der letzte Punkt steht dabei übrigens ganz weit oben.

Die zweite Staffel der Lebendigen Welt endete damit, dass wir mit Luftschiffen in den Dschungel flogen. Die Luftschiffe wurden in einer Cinematic von riesigen Ranken zerstört und wir stürzten ab. Das war ein cooler Cliffhänger und ich wollte wissen, wie es weitergeht, ich hatte Bock auf die kommende Erweiterung.

Das Finale der dritten Staffel deckte auf, wer uns die ganze Zeit schikaniert hat und führte so den Antagonisten der neuen Erweiterung ein: den Gott Balthasar. Hier baute sich ein gewisser Hass gegen den Gott auf, den ich unbedingt in Path of Fire zur Strecke bringen wollte.

Bei der Eisbrut Saga jedoch blieb ich mit Nichts zurück. Das epische Gefühl der Schlacht war schnell verflogen, der Kampf gegen Ryland erinnerte an ein bockiges Kind und der Ausblick auf die kommende Erweiterung End of Dragons fiel im Grunde komplett ins Wasser.

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Alles, was wir bisher zu End of Dragons haben, ist dieser Trailer aus 2020.

Schon die letzten 3 Updates der Eisbrut Saga waren eher enttäuschend. Das gaben sogar die Entwickler selbst in einem Livestream zu. Dort hieß es, dass viele Ressourcen für die neue Erweiterung End of Dragons abgezogen wurden. Darum fiel der Content am Ende der Saga kleiner aus.

Doch ein Staffelfinale sollte schon mit mehr Liebe behandelt werden. Als langjähriger Fan, der sich seit 2008 auf den Drachen Primordus freut, ist sein Tod jedenfalls eine herbe Enttäuschung.

Von allen bisherigen Finals, die Guild Wars 2 hatte, hinterlässt die Eisbrut Saga das mit Abstand schlechteste Gefühl. Und ich hoffe wirklich, dass die kommende Erweiterung das zumindest in Teilen gerechtfertigt hat.

Aber es gibt ja noch anderen Content! Ja, das stimmt. Man kann:

  • Den Kampf gegen die Drachen auch als Gruppe erleben
  • Neue Erfolge freischalten
  • Sich neue Belohnungen in Form eines neuen Großschwerts, einem Umgang und neue Infusionen verdienen

Aber das alles ist mir an der Stelle nicht so wichtig, wie eine gute Geschichte und ein guter Übergang zur neuen Erweiterung. Und genau die sind im Staffelfinale nicht gegeben.

Guild Wars 2 bringt neuen Content im Sommer: Ein kleiner Lichtblick nach der enttäuschenden Episode war der neuste Blogpost von Guild Wars 2. Darin erklären sie ihren Content-Plan für den Sommer und die Zeit bis zur Erweiterung. Immerhin dort sind einige Highlights geplant, darunter die Rückkehr der legendären Marionette:

Guild Wars 2 zeigt Pläne für 2021: Bringt 4 große Neuerungen bis zur Erweiterung

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5 Kommentare
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Reznikov

Insgesamt war der Patch eine dicke Enttäuschung und ohne Übertreibung das schlechteste Finale, das je eine der Staffeln der Lebendigen Welt oder ein Addon hatte.

Da muss man sich ja direkt einloggen und sich die Sache mal ansehen. Mal gucken ob es den unterirdischen Abspann von der letzten HoT Map Meta unterbieten kann^^

Zuletzt bearbeitet vor 2 Monaten von Reznikov
Toppaz1337

Es war wie ne Pizza Bestellung, auf die man lange gewartet hat und was man bekommen hat ist ne Minipizza von 15 cm Durchmesser. Außerdem ist nur Tofu Salami drauf, obwohl man echte wollte.

Nomad

Irgendwie haben die Entwickler bei Arenanet wohl zu viel Netfix geschaut. Das ist doch keine Streaming-Serien-Staffel, sondern ein interaktives Spiel. Die haben mit den Episoden da irgendwie was durcheinander gebracht. Im Game will man was bewirken, im Stream zuschauen.
Wenn man denn eine spannende Serie liefern will, dann sollte man die Produktion auf Video-Technik aufbauen. Wenn man ein spannendes Spiel liefern will, dann auf interaktiver Gaming-Technik.
Die sind völlig vom Weg abgekommen. Welcher manager auch immer dafür verantwortlich ist, er sollte schnell gehen.

Tronic48

Ich stimme zu was den Bosskampf angeht, der hätte nicht nur epischer sondern hätte auch etwas länger gehen können.

Was das andere angeht, naja, ich fand es ganz Okay.

Das Ende wiederum fand ich dann auch nicht so Toll, es kam nichts mehr, es Endet einfach und man steht da und denkt sich hä war es das jetzt oder kommt da noch was.

Abaddon

Ich dachte zwar auch noch 1h, ob es das gewesen ist, doch hatte ich von Anfang an extreme Probleme mit der Story, da ich keinen Plan hatte, um was es genau geht. Die fehlende Vertonung am Anfang der Story hat dazu beigetragen, dass ich nie in die Story eintauchen konnte. Zwar habe ich diese immer gespielt, aber ich wusste nicht, um was es geht. Daher kann ich kaum sagen, ob ich enttäuscht bin. Es fühlt sich einfach ok an. Zwar stimme ich zu einen Cliffhanger erwartet zu haben und habe mich auch sehr gewundert, dass nichts in die Richtung passiert ist, um mich auf Cantha neugierig zu machen, aber vielleicht bietet eines der kommenden Events dahingehend eine Überraschung.
Das ganze als Meta-Event war schon sehr stressfrei. Wenn die Belohnungen ok sind, kann man das ruhig häufiger machen.
Alles in allem kann man aber sagen, dass die Übergangszeit zum kommenden Addone doch angenehmer ist, als es vorher war, wo eine wüstenhafte Flaute eine extreme Langeweile aufkommen ließ. Die Drachenmissionen und anderer Content haben doch eher dazu geführt, die Zeit einen nicht ganz so lang erscheinen zu lassen. Vor allem die aktuellen Pläne wie die legendäre Rüstkammer ermutigen mich doch sehr, mich um die Legendäre Ausrüstung zu kümmern. Ich hoffe nur, die vermasseln es nicht so wie das aktuelle Build-Speicher-System, was extrem schlecht ist, da ich persönlich immer Waffenset mit einer Ausrüstung kombiniere und da beides unübersichtlich getrennt ist, nervt das System sehr.

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