Einige fordern Bann für die gamescom-Rüpel – Aber Streamer fühlt sich sicher: „Twitch ist nicht die Internet-Polizei“

Einige fordern Bann für die gamescom-Rüpel – Aber Streamer fühlt sich sicher: „Twitch ist nicht die Internet-Polizei“

Auf der gamescom 2022 kam es zu einer Rangelei zwischen deutschen Twitch-Streamern wie Tanzverbot, Scurrows und orangemorange. Auf Twitter wurde danach die Forderung laut: Twitch solle die Streamer für ihr aggressives Verhalten auf der gamescom von der Streaming-Plattform verbannen. Doch einer der Beteiligten, Casino-Streamer Scurrows, ist sich sicher: Rechtlich geht das gar nicht. Sollte Twitch ihn wirklich bannen, werde er sich zurück auf die Plattform klagen.

Was ist auf der gamescom vorgefallen?

  • Einige deutsche Twitch-Streamer waren in einen handgreiflichen Konflikt auf der gamescom 2022 verwickelt. Zuerst fielen wüste Beschimpfungen, dann kam es zu einem Gerangel. Der Konflikt entbrannte zwischen einer Gruppe um die Casino-Streamer orangemorange und Scurrows auf der einen Seite und dem Twitch-Streamer Tanzverbot auf der anderen Seite.
  • Bei der Aktion wurde niemand verletzt, obwohl Becher und Arme flogen. Laut dem Veranstalter, der gamescom, hätten alle Parteien versichert, keine Anzeige zu erstatten. Von der gamescom hieß es: Man respektiere das.
  • Am Freitag, dem 26. August, kursierten mehrere Videos von dem Vorfall auf Twitter und lösten Empörung in der Öffentlichkeit aus. Viele Leute schrieben: Die gamescom solle für Spiele da sein, nicht für solch ein Verhalten. Es wurden auch Forderungen laut, Twitch solle die beteiligten Streamer bannen.
Nach Prügelei: Tanzverbot und Scurrows durften wieder auf gamescom, sorgten direkt für weitere Skandale

Twitch-Passus regelt „Verhaltensweise außerhalb von Twitch“

Das war die Forderung nach dem Eklat: Ein viel beachteter Tweet nach dem Vorfall kam von Twitch-Streamer Dracon. Er verwies auf einen Passus in den Twitch-Regeln, die „Verhaltensweisen außerhalb von Twitch“ betreffen. Das sind relativ neue Regeln: Sie wurden im April 2021 aktualisiert.

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In den Regeln heißt es, dass Straftaten von Twitch-Benutzern auch ein Sicherheits-Risiko für die Twitch-Community darstellen, selbst wenn sie komplett außerhalb von Twitch begangen werden.

Ein Passus, den Dracon herausstellt, bezieht sich auf „Handlungen, die die körperliche Unversehrtheit der Twitch-Community unmittelbar und eindeutig bedrohen.“

Mitglied von PietSmiet fordert Twitch-Bann – Bekommt viel Zuspruch

In einem Tweet fordert der Twitter-Nutzer „Don Jay“ von der Gaming-Gruppe Pietsmiet am 26. August, Twitch solle jetzt die beteiligten Streamer wie orangemorange oder Tanzverbot bannen (via twitter).

Der Tweet bekam 15.880 Likes.

Scurrows auf der gamescom
Der Twitch-Streamer Scurrows.

„Twitch ist nicht die Internetpolizei“

Das sagt einer der Beteiligten dazu: Der Twitch-Streamer Theo „Scurrows“ Bottländer hat sich auf Twitter ausgiebig zu der Forderung geäußert, ihn bannen zu lassen.

Scurrows sagt:

Um mal klarzustellen: Twitch ist nicht die Internetpolizei. Sie können dich für dein Verhalten z.B. auf YouTube nicht auch auf Twitch dafür bannen. Und erst recht nicht wegen Vorfällen, die offline stattgefunden haben.

Scurrows

Zu dem Passus in den Regeln sagt er: Diese Regeln würden keiner Prüfung eines Gerichts standhalten. Twitch könne in die Regeln ja auch schreiben, jemand werde zum Tode verurteilt. Das sei dennoch nicht wirksam.

Scurrows scheint sich sicher zu sein, dass auf ihn keine Konsequenzen warten. Sollte er gebannt werden, hat er schon mit einer Klage gedroht. Auf den Hinweis, eine solche Verhandlung könne sich über Jahre ziehen, wie beim Streamer Phantomlord, verwies er auf die Möglichkeit, sich per einstweiliger Verfügung sofort wieder auf Sendung zu klagen.

scurrows-twitter
Der Streamer Scurrows hält die Regeln von Twitch für unwirksam.

Scurrows sieht sich ohnehin als Opfer an, wie er in einem aktuellen Video auf YouTube ausführt. Er glaubt, die öffentliche Stimmung sei ihm gegenüber nur so negativ, weil er als „Casino-Streamer“ in der Kritik steht. Der Aggressor sei Tanzverbot, der sich „wie ein Wildschwein“ verhalten habe (via youtube).

Allerdings sind die Tweets von Scurrows im Moment nicht mehr einsehbar, sein Twitter-Account wird als „Existiert nicht mehr“ markiert.

scurrows-grundgesetz
Scurrows ist sich sicher: Das deutsche Grundgesetz schützt ihn.

Streamer hat sich 2021 nach 3 Jahre Bann auf Twitch zurückgeklagt

Warum ist sich Scurrows da so sicher? Scurrows weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, sich auf Twitch zurückzuklagen. Denn er war ab 2018, 3 Jahre lang, von Twitch gebannt.

Er zog gegen den Bann vor Gericht.

Wie die Seite Streamrant berichtet, war es Scurrows nach einer Niederlage vor dem Landgericht, offenbar mit einer Klage bei dem Oberlandesgericht gelungen, den Bann aufheben zu lassen und wieder auf Twitch zu streamen (via streamrant).

twitch-tanzverbot
Der deutsche Twitch-Streamer Tanzverbot sagt, er wurde vor dem Vorfall provoziert.

Kommen Konsequenzen für die beteiligten Twitch-Streamer? Wahrscheinlich nicht. Es gibt offenbar hohe Hürden, bevor Twitch einschreitet und ein Verhalten bestraft, das nicht direkt auf Twitch erfolgt ist.

Es ist zwar bekannt, dass Twitch sensibel auf öffentlichen Druck reagiert, aber da ging es in der Vergangenheit immer um Clips von Vorfällen, die auf Twitch stattgefunden haben, wie etwa das berühmte „Uiiii“-Video von MontanaBlack.

Auch mit einem Ausschluss von der nächsten gamescom muss offenbar niemand rechnen. Die Streamer durften nach dem Vorfall wieder auf die Veranstaltung. In einem Statement sagt die gamescom, man habe sie darauf hingewiesen, dass die gamescom kein Ort für Gewalt ist.

Allerdings könnten Scurrows andere Probleme drohen:

  • Der Streamer verdient sein Geld auf Twitch mit Casino-Streams.
  • Diese Streams stehen weltweit stark in der Kritik.
  • Laut Twitch untersucht man gerade eingängig, ob man diese Inhalte auf Twitch überhaupt haben will.

Auf der gamescom ging es wirklich um Spiele:

Twitch bannt nur in seltenen, sehr krassen Fällen außerhalb der Plattform

Hat Twitch schon mal wen für ein Verhalt außerhalb von Twitch bestraft? Es sind wenige Fälle bekannt geworden, in denen Streamer für ein Verhalten außerhalb von Twitch gebannt wurden. Es sind dann oft sehr krasse Beispiele.

Der Streamer Leafy wurde im September 2020 von Twitch gebannt, nachdem er in einen Streit mit dem YouTuber Ethan „h3h3“ Klein verwickelt war. Der hatte auf Twitter ein Video gezeigt, in dem Leafy mit einer versteckten Waffe zu einem Protest gegangen war. Das könnte auf Twitch zu einem Bann geführt haben.

Es gibt einen Vorfall aus dem Juni 2019: Da wurde der Twitch-Streamer „Methodjosh“, der führenden WoW-Gilde Method, permanent von Twitch gebannt. Niemand wusste damals so recht, warum (via dotesports). Denn auf Twitch selbst wurde kein Verhalten beobachtet, dass eine solch harte Strafe gerechtfertigt hätte.

Später stellte sich heraus, dass dem Streamer vorgeworfen wurde, eine Frau vergewaltigt zu haben. Die Polizei kam bei einer Ermittlung zu keinem Ergebnis, aber der Streamer wurde permanent von Twitch gebannt. In den Bann spielten wohl auch Medienberichte mit hinein, die aber schon 4 Monate vorher erschienen und die nicht derart schwerwiegend waren (via kotaku).

Später erhoben weitere Frauen Vorwürfe gegen den Streamer und es kam im Juni 2020 zu einem Eklat, der zu einer zeitweisen Auflösung der Gilde Method führte.

Umfrage zu einer möglichen Strafe

Wie seht ihr das? Wir haben eine Umfrage zu dem Thema erstellt, ob Twitch die beteiligten Streamer bestrafen sollte. Ihr habt nur eine Stimme für eine Antwort und könnt aus 6 Optionen auswählen:

Sollte Twitch die Streamer bestrafen, die auf der gamescom in den Vorfall verwickelt waren?

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Ein ähnlicher Fall für einen Bann für ein Verhalten außerhalb von Twitch könnte der permanente Bann von DrDisrespect sein: Bis heute ist der Öffentlichkeit nicht bekannt, warum DrDisrespect permanent von Twitch gebannt wurde, nachdem er wenige Monate zuvor einen hoch dotierten Exklusiv-Vertrag unterschrieb.

Der Bann lässt sich nicht mit „Verhalten im Stream“ erklären.

Manche vermuten, Twitch könnte DrDisrespect wegen einer veränderten Marktlage gebannt haben oder weil er in Verhandlungen mit Twitch über einen Exklusivvertrag gelogen hat:

Das ist die beste Theorie, warum Dr Disrespect von Twitch gebannt wurde

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Nthusiast

Wie man so einen Kindergarten zwischen ein paar Jungs, die zu wenig an der Sonne sind, so ausschlachten kann, ist mir echt ein Rätsel..

TiDAL

keine ahnung warum man solchen leuten diese aufmerksamkeit zukommen lässt. und der, welcher beim tiktok stand einen auf „free andrew tate“ machte muss ja definitiv eine ziemlich traurige gestalt sein.

Keicho2

…lasst dad doch mal ruhen. Das war ne kleine Auseinandersetzung

sirhc

Twitch hat mit der Sache doch eigentlich wenig zu tun.
Viel mehr würde ich mir die Aussage von der GC wünschen das ein solches Verhalten dort nichts zu suchen hat und die drei mindestens fürs nächste Jahr sperrt.

Frost

Lootboxen- und Fifa Pack- Openings am besten auch noch mit rein nehmen.

Ganz schlimm sind auch diese Reaction auf Reaction auf Reaction … Videos, wo du dann 4-6 Webcam Fenster drin hast. Und dann wird das auch noch von Jedem monetarisiert, wo ich der Meinung bin, dass nur der Ersteller vom Original überhaupt monetarisieren dürfte.

BavEagle

Eigentlich von meiner Seite gar keines Kommentars würdig, denn inwiefern solche Streamer einfach nur ein „Übel der modernen Zeit“ darstellen, geht hier zu weit und ich brauch dazu auch keinen Shitstorm irgendwelcher verblendeter Fans, die äußerst negative Konsequenzen von Streamern und Influencern auf unser aller Gesellschaftsleben sowieso niemals verstehen werden und wollen. Daher an diese Fans auch nur ein: „Habt Spaß und lasst Euch weiter stupide zum Kommerz anderer entertainen. Brot und Spiele kannten bereits die Römer“ 😉

Was ich aber belustigend finde:

Bei der Aktion wurde niemand verletzt, obwohl Becher und Arme flogen. Laut dem Veranstalter, der gamescom, hätten alle Parteien versichert, keine Anzeige zu erstatten. Von der gamescom hieß es: Man respektiere das.

Na das sage doch mal wer den Hooligans, die sich auf irgendeinem Acker treffen, um „die Arme fliegen zu lassen“. Find ich zwar persönlich auch voll daneben, aber Hey, da droht strafrechtliche Verfolgung auch ohne gegenseitige Anzeigen. Muss wohl an fehlenden Followern liegen und damit sind sie gesellschaftlich nicht über alle Maßen anerkannt^^ 🙈

Und noch ganz ernst gemeint:
Lässt man derartiges durchgehen, dann braucht man sich auch nicht wundern, wenn es irgendwann dann ’ne ganze Menge Anzeigen hagelt. Falls eben doch mal die Falschen in eine solche Rangelei geraten, nämlich Personen, die halt keine Fanboys von Streamern & Co. sind. Aber bestimmt haben die dann ganz einfach auf solch einer Veranstaltung nichts zu suchen^^ 🙈

Huehuehue

aber Hey, da droht strafrechtliche Verfolgung auch ohne gegenseitige Anzeigen. 

Nur, wenn besonderes öffentliches Interesse besteht, dass das verfolgt (und in dem Fall wohl eher, verhindert) wird oder jemand körperlich wirklich massiv verletzt wird. Ansonsten sind die hier passierten Dinge Beleidigung, Drohung und, was noch nicht mal passiert ist, letztendlich Körperverletzung in den meisten Fällen Antragsdelikte und bedürfen damit einer Anzeige.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
BavEagle

Öffentliches Interesse sehe ich darin nicht, zu verhindern, daß sich irgendwelche Hohlköpfe gegenseitig die Birnen einschlagen. Im Gegenteil, ich denke, die öffentliche Mehrheit würde sogar eher sagen: Sollen sie doch, ein paar Deppen weniger^^

Aber wenn dem so ist betreffs erforderlicher Anzeige, dann können wir uns das teure Polizeiaufgebot bei solchen Hooligan-Veranstaltungen doch eigentlich sparen oder wieso nicht ? Wie gesagt, die Rübe im Acker interessiert öffentlich eigentlich nicht.

Betreffs Ereignis auf der Gamescom kann ich Deine Gedanken aber nachvollziehen. Läuft einfach wie gehabt nach dem Motto: solange nix passiert ist und das ist es ohne Anzeige(n) ja „nicht“, passiert seitens Behörden eben auch nix. Solange bis es dann einfach tatsächlich mal für irgendeine (zufällig) beteiligte Person zu spät ist.

Kolbe

Scurrows oder wie der sich nennt liegt da unglaublich falsch. Eine Klage wird ihm da auch nicht helfen und der Vergleich mit dem Todesurteil ist auch schlecht.

  1. Todesurteil bezieht sich auf einem Bereich den Twitch nicht verwaltet!
  2. Auf ihrer Plattform darf Twitch so ziemlich alles machen was sie wollen.
  3. Da sie eine Klausel drin haben die ganz klar sagt das auch das öffentliche auftreten zu einem Bann führen kann und wie jeder sieht auch das öffentliche Verhalten von Streamern mit Twitch in Verbindung gebracht wird haben sie mehr als genügend Möglichkeiten das durchzusetzen wie z.B. die erwähnte Klausel oder einfach der Image Schaden wenn die Leute Twitch mit so einem Verhalten verbinden.

Alleine das er so selbst Sicher auftritt und mit einer Klage droht vor er sich mal bei seinem Anwalt informiert hat zeigt das es ein Dienst für die Allgemeinheit ist wenn man ihn Bannt und damit seiner Reichweite nimmt. Sowas darf nicht gut geheißen werden auch wenn er vllt. nicht die Person war die anfing war er einer der Personen die da mitgemacht hat!

Huehuehue

Alleine das er so selbst Sicher auftritt und mit einer Klage droht

Aus der News (der Grund, warum er so sicher auftritt):

Warum ist sich Scurrows da so sicher? Scurrows weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, sich auf Twitch zurückzuklagen. Denn er war ab 2018, 3 Jahre lang, von Twitch gebannt.

Er zog gegen den Bann vor Gericht.

Wie die Seite Streamrant berichtet, war es Scurrows nach einer Niederlage vor dem Landgericht, offenbar mit einer Klage bei dem Oberlandesgericht gelungen, den Bann aufheben zu lassen und wieder auf Twitch zu streamen 

Er muss keinen Anwalt fragen, er hat dieses Spiel „Streamer geht gegen Bann vor und bekommt schließlich Recht“ bereits einmal durchgespielt. War zwar ein anderer Banngrund, letztendlich musste Twitch aber nachgeben.
Und im Grunde war es halt eine Nichtigkeit – ein paar, vor dem Gesetz erwachsene aber eigentlich immer noch ziemlich halbstarke Typen hatten Streit und jemand hat mitgefilmt. Es wurde letztendlich auch nicht wirklich körperlich (weswegen auch die Exekutive nicht aktiv werden musste).

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
Kolbe

Ja und da liegt der Unterschied… diesmal wurde es körperlich und mindestens eine unbeteiligte Person wurde verletzt… und ein simpler Streit und das jetzt ist ein riesiger Unterschied 😉

Udontgetit

Diese casino streamer sind halt richtige holzköpfe.. hätten es eigtl verdient mal eine gelangt zu bekommen..
Vor allem zurückklagen? Twitch hat hausrecht und die können bannen wen sie wollen ohne einen grund angeben zu müssen

Huehuehue

Können sie nicht so einfach, wie einer der beteiligten Herren aus eigener Erfahrung weiß, hat er sich doch nach 3 Jahren Bann zurückgeklagt.

ThisIsThaWay

Grundlos – definitiv nicht. Aber für den Verstoß gegen die Richtlinien, da kann auch das Gericht nicht viel unternehmen. Falls es dann letztendlich DOCH zum Rechtsstreit käme, hat Twitch sich Zeit erkauft ihre „Keine Glücksspiel“ Politik an den Start zu bringen.

ThisIsThaWay

Also an sich bin ich der Meinung, sie sollten definitiv für das Fehlverhalten eine Strafe erhalten. Falls es je so kommen sollte, dass sich Twitch dazu entscheidet „Wir wollen kein Glücksspiel mehr verherrlichen“ dann ist ja sowieso für zwei von dreien der Ofen aus.

Ob es nun „Offline“ passiert ist oder nicht, tut dabei nichts zur Sache. Wenn es in der Öffentlichkeit passiert – an einem Ort an dem sich viele Kinder/Fans/Whatever tummeln, dann sollte dies erst Recht bestraft werden. Wenn sich ein paar Streamer irgendwo in nem Hinterhof in Weißgottlingen auf die Rübe geben, is das deren Sache und im Privaten Umfeld – da hat niemand das Recht sie zu bestrafen außer der Justiz selbst.

Das wäre als wenn ich einem Arbeitskollegen bei einem Firmenevent einfach eine runter hauen würde – da is klar das ich den Job los bin. Ebenso an einem Ort an dem ich von „Funk und Fernsehen“ sichtbar bin. Daher verstehe ich nicht so ganz weshalb man dann diesen Personen nicht zumindest eine temporäre Abkühlphase gibt?

Huehuehue

Das wäre als wenn ich einem Arbeitskollegen bei einem Firmenevent einfach eine runter hauen würde – 

Wäre es nicht, weil sie alles selbst Unternehmen sind, keine Arbeitskollegen. Das wäre wie, wenn dein Hausarzt dem Arzt aus dem Nachbarort eine runter hauen würden.

ThisIsThaWay

Sie „arbeiten“ für die selbe Plattform – nehmen wir das abstrakt gedacht als „Firma“ bei der sie unter Vertrag stehen. Arbeitskollegen wären sie demnach schon.

Bei dem Vergleich mit den Ärzten wäre es, wenn beide Beispielsweise im selben Krankenhäuser Verbund angestellt wären, aber in unterschiedlichen Krankenhäusern arbeiten würden und sich dann in aller Öffentlichkeit vor laufender Kamera prügeln würden.

Marvensen

Vorweg: Ich persönlich habe keinerlei Sympathie für diese Typen. Dennoch haben sie hier recht.

Wenn das was sie getan haben strafrechtlich relevant ist, dann hat sich Polizei und Justiz darum zu kümmern.
Twitch hat damit nichts zu tun.

Wer nun, nicht unverständlicherweise, dieses Verhalten unmöglich fühlt der soll halt einfach diese Knallköppe nicht mit Likes und Subs unterstützen.
Wenn das genug andere so sehen verschwinden sie damit ganz allein von der Bildfläche.

Wenn das hingegen nicht passiert, nun, dann teilen offensichtlich etliche Leute diese Meinung nicht.
Das ist ein Umstand, den man in einer Demokratie aushalten muss.

Arkell

Wenn diese Leute verurteilt werden und die Assoziation mit Twitch dazu führen könnte, dass Twitch ein materieller Schaden entsteht, hat Twitch durchaus die Möglichkeit Maßnahmen zu ergreifen.

Huehuehue

Verurteilt weswegen? Weil sich ein paar Typen lautstark gestritten haben und ein Becher geflogen ist, der niemanden getroffen hat (sein Inhalt schon)?

Arkell

Ich sage gar nicht, dass sie verurteilt werden (sollen). Ich zeige nur auf, warum Twitch im Falle einer Verurteilung eben doch zu einer Handlung befähigt wäre.

noom

Der Umstand der Vertragsfreiheit muss auch eine Demokratie aushalten.Auf gut Deutsch, Twitch kann sich aussuchen wem sie eine Plattform geben und wem nicht. Sie sind nicht verpflichtet jedem Dulli eine Plattform zu bieten.

Huehuehue

Wie die Vorgeschichte von Scurrows zeigt, der gegen einen Twitch-Bann geklagt hatte und nach 3 Jahren und mehr als nur einer Instanz schlußendlich Recht bekommen hat und von Twitch wieder entsperrt werden musste, ist die Sache nicht immer und überall ganz so einfach.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
noom

dann sind die Gesetze falsch oder die Nutzungsbedingungen von Twitch. Ansonsten hat dies nichts mehr mit einem liberalen Markt zu tun. Was kommt als nächstes? Metzger die vegane Würstchen verkaufen müssen?

Zuletzt bearbeitet vor 29 Tagen von noom
Joachim Rimer

Den vier an der körperlichen Auseinandersetzung beteiligten Kollegen würde eine 3-6 monatige Pause auf Twitch und Youtube gut tun. Ein wenig Zeit zum Nachdenken soll ja manchmal etwas bringen…

Tim

Also soll man ihnen einfach für 3 – 6 Monate ihre Jobs weg nehmen.
Na ob das die richtige Strafe ist ..

ThisIsThaWay

Das wäre durchaus die richtige Strafe, weil sie damit auf einen Großteil der Fanbase einen Negativen Einfluss haben könnte – da es in der Öffentlichkeit passiert ist. Was würde passieren wenn du dich einfach vor tausenden von Menschen, Offensichtlich mit einem Arbeitskollegen prügeln würdest?

Schulterteufelchen

Wenn ich mich so in meinem Job verhalte, kann mir ähnliches blühen… Abmahnung, freistellung, Kündigung.

Warum nicht ähnliche Lösungen für das Streaming?

Huehuehue

Weil sie keinen Arbeitgeber haben, sondern selbstständige Unternehmer sind. Du kannst einem selbstständigen Transportunternehmer halt auch nicht verbieten, weiter mit seinem Lieferwagen auf der Straße rumzufahren, weil er mit einem anderen Transportunternehmer einen beinahe in körperlicher Gewalt ausgetragenen Streit geraten ist.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
sWiesl23

Ich glaube man könnte es bei deinem bsp. eher damit vergleichen das wenn sich 2 Transportunternehmen einen Battle auf der Straße geben würden. Und die könnten dabei durchaus ihren Führerschein verlieren und somit ihre Einnahmequelle.

Arkell

Twitch ist hier ein Auftraggeber und wenn der Auftraggeber dem Transportunternehmer aufgrund des körperlich gewalttätigen Streits die Aufträge entzieht, kann dieser noch so selbstständig sein. Er fährt halt nix mehr durch die Gegend.

Ben

Aber wollen die Streamer nicht immer das Twitch als Arbeitgeber angesehen werden. Als die Thematik mit den Musiklizenzen kam, wollten die Streamer doch auch das Twitch sich darum kümmert, weil die Streamer ja für Twitch arbeiten. Oder so ähnlich war doch die Argumentation.

Und nun soll es nicht greifen, weil die Streamer doch alle Selbstständige sind.

Außerdem bietet Twitch doch auch nur ein Nutzungsrecht an, welches sie einem auch wieder entziehen können. Und ich denke, diese Prügelei wäre ein Grund dafür. Weil es gibt kein Anrecht darauf, dass man, egal was passiert, auf Twitch streamen darf.

Und klar einige Punkte in den AGB’s sind vielleicht fragwürdig, aber ein Streamer stimmt den Verträgen zu. Und wenn die Leute Twitch Partner sind, dann sind da sicher auch einige Verträge im Hintergrund die ein Streamer zu stimmt.

Also ich denke Twitch hat schon das Recht, die Streamer zu bannen, wenn sie es wollten.

Joachim Rimer

Aber natürlich gibt das Gesetz eine entsprechende Strafe dafür her, sie muß nur angewendet werden. Wenn Du eine Fahrerlaubnis besitzt müsstest Du das eigentlich wissen.

sWiesl23

Wenn ich mich so in meinem Job verhalte bin ich ihn wahrscheinlich einfach los.

Huehuehue

Die haben sich aber nicht in ihrem Job so verhalten. Die waren privat auf einer Messe und sind da in Streit geraten.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
Arkell

Die waren auf einer Messe, die mit ihrem Beruf zu tun hatte, und damit assoziiert man hier ihren Auftraggeber/Arbeitgeber mit den anwesenden Personen. In so einem Zusammenhang sind sie nicht Privatpersonen. Wenn ich bei einem Möbelhersteller arbeite und privat auf eine Möbelmesse gehe, kann ich mich auch nicht daneben benehmen. Schließlich stehe ich hier in direkter Assoziation zu meinem Arbeitgeber.

Joachim Rimer

Du hast die TOS nicht gelesen, richtig?
Merkt man.

Arkell

Sie vertreten bei einem solchen Event auch indirekt ihren Arbeitgeber/Auftraggeber. Wer sich daneben benimmt, muss nunmal mit Konsequenzen rechnen. Das geht jedem Otto Normalverbraucher genauso.

Joachim Rimer

Das wäre eine wirksame Strafe, auch wenn von den vier Beteiligten keiner am Hungertuch nagt.

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