Milliarden-Konzern hinter Call of Duty klaut Künstler Idee für einen Skin, entschuldigt sich für „fehlerhafte Prozesse“

Milliarden-Konzern hinter Call of Duty klaut Künstler Idee für einen Skin, entschuldigt sich für „fehlerhafte Prozesse“

Call of Duty musste sich in den letzten Wochen mit Plagiatsvorwürfen herumschlagen. Ein Skin für Warzone und Vanguard sah der Arbeit des Künstlers Sail Lin sehr ähnlich. Nun hat sich Activision-Blizzard entschuldigt und gesteht einen Fehler bei den internen Prozessen ein.

Um welchen Skin geht es? Der Skin heißt „Loyal Samoyed“ und ist ein mega-flauschiger Hund in Menschengröße – mit einer Knarre, versteht sich. Im folgenden Video seht ihr den Skin und das Bundle dazu:

https://youtu.be/IbRcJ3D30uA

Eigentlich sollte der Skin mit der aktuellen Season 4 ins Spiel kommen, doch daraus wird nichts. Activision hat alle Promotion-Bilder mit dem Skin entfernt und laut eines Dataminers auch die entsprechenden Dateien im Spiel gelöscht (via twitter.com).

Hier ein Bild der Arbeit von Sail Lin:

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Wie hat der Künstler reagiert? Am 29. Juli postete Sail Lin auf Twitter ein Bild mit Erklärung dazu, warum der Skin ziemlich eindeutig geklaut ist.

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Es gibt viele Elemente an der Arbeit, die sich gleichen und schon hier wurde klar, dass es sich um eine ziemlich dreiste Kopie handelt. Das Artwork wurde von Sail Lin Ende 2021 veröffentlicht.

Für den chinesischen Künstler besonders bitter: Es war nicht der erste Plagiatsvorfall seiner Arbeit. Schon im Dezember 2021 wurden Bilder seiner „Monster Army“-Reihe von dubiosen NFT-Händlern verwendet, um Geld mit der geklauten Arbeit zu verdienen.

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Auch damals war der „Loyal Samoyed“-Skin schon dabei, der bei Sail Lin „SAMOYE MEDICAL“ heißt:

Wie entschuldigt sich Activision? Sail Lin tweetete am 01.08.22, dass Activision-Blizzard Kontakt aufgenommen hätte (via twitter.com). Über eine Woche später stellt sich heraus, dass Sail Lin mit der Art, wie der Milliarden-Konzern damit umgeht, überhaupt nicht zufrieden ist:

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Tweet-Übersetzung: „Im Moment sieht es nicht gut aus. Meine Forderung war, dass sich Activision mit seinen offiziellen Medien entschuldigt und mir die Situation erklärt – keine oberflächliche Erklärung. Sie sind so arrogant wie immer, ich bin enttäuscht“.

Ein Statement von Activision lässt sich bei der US-Seite „Polygon“ finden. Darin heißt es:

Wir haben größten Respekt vor Kreativität und Content Creation. Wir lieben den „Loyal Samoyed“, aber leider gab es einen fehlerhaften Prozess und wir haben das Bild aus dem Spiel entfernt. Wir entschuldigen uns für den Fehltritt.

via polygon.com

Was bedeutet „fehlerhafter Prozess“? Die Aussage bleibt vage und kann vieles bedeuten. Etwa, dass jemand im Skin-Team von Call of Duty den süßen Hund als Idee ins Team einbringen wollte, dann in den Urlaub ging und das restliche Team dachte, es wäre eine fertige Idee – ohne den Hintergrund zu checken.

Das sind jedoch reine Spekulationen – von „Versehen“ bis „Absicht“ ist nach dem Statement auf Polygon weiterhin alles möglich.

Wir von MeinMMO haben bei Activision ebenfalls um ein Statement gefragt und Antwort erhalten. Weitere Stellungnahmen zum Thema sind derzeit nicht vorgesehen.

Eine unangenehme Situation für beide Seiten. Wie seht ihr den Fall? Lasst einen Kommentar mit eurer Meinung zum Thema da.

Wollt ihr mehr über die aktuelle Situation von Call of Duty und dem Publisher Activision erfahren, dann schaut hier vorbei: Activision verliert 40 % Spieler in 1,5 Jahren – Doch Call of Duty hat denselben Plan wie 2019 und der änderte alles

Quelle(n): Polygon
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Huehuehue

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Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
N0ma

Da ist Geld fällig, niedrig angesetzt 10k. Bei sowas geht man zum Anwalt und schreibt keine Twitter Nachrichten.

bmg1900

Damit man als Künstler mit seinem normalen Anwalt gegen ein Börsennotiertes Unternehmen Sang & Klanglos untergeht und dann noch auf den Prozess & Anwaltskosten sitzen bleibt?
Der öffentliche Shitstorm gegen Activision bringt da deutlich mehr, Anklage kann man im nachhinein immer noch erheben.

N0ma

der Shitstorm bringt dir kein Geld
davon ab hab ich nicht von einem Prozess geredet

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von N0ma
bmg1900

Wissen wir nicht. Wer weiß was Activision jetzt im Nachgang noch mit dem Künstler aushandelt. In erster Instanz wurde erstmal das plagiieren unterbunden indem Activision den Skin scheinbar erstmal nicht bringt.

Sowas landet Zwangsläufig vor Gericht wenn du da Geld sehen willst. Ein Anschreiben vom Anwalt wird von denen direkt in deren Rechtsabteilung gegeben die sich dann irgendwas zusammen dichtet und jegliche Vorwürfe dementiert.

Matima

wenn man im recht ist spielt es keine rolle wie groß ein unternehmen ist. McDonalds musste auch für zu heißen Kaffe Millionen zahlen.

Was ist das bitte für eine logik?

Coreleon

Das ist eher Wunschdenken, Recht haben und Recht bekommen sind unterschiedliche Sachen. Wenn da bock drauf haben schleppen die das durch alle Instanzen bis du pleite bist. Die McDonalds Nummer funktioniert dann über solche Kanzleien, die wägen ab ob da Millionen bekommen können und fechten das dann aus, die nehmen dann aber saftig Prozente von dem Schadensersatz.

Bei so einer 10k (eher viel weniger, so 2k wenn überhaupt) Kiste haben solche Kanzleien halt überhaupt keine Ambitionen sich darum zu kümmern. Entweder hast dann genug Geld rumliegen oder hast pech.

Matima

„Wenn sie sich kein Anwalt leisten können, wird ihnen einer gestellt“ „Pflichtverteidiger“ oder Rechtsschutzversicherung.

bmg1900

Das war aber auch ein Präzedenzfall, kann man nicht wirklich vergleichen.
Wie @Coreleon schon gesagt hat, schleppen dich solche Konzerne durch sämtliche Instanzen und/oder ziehen das Verfahren in die Länge. Für das Unternehmen kein Problem, als Privatperson kannst du dich da aber auch ganz schnell in die Pleite klagen. Leider standartvorgehen bei so großen Unternehmen, auch bei Klagen gegen kleine Unternehmen. Wäre schön wenn jeder Recht bekommt der im Recht ist aber leider funktioniert die Welt so nicht.
Und es gibt schon n Grund wieso Anwalt A 5.000,- € die Stunde kostet und Anwalt B 500,- € die Stunde.

Zudem kommt, dass Gerichtsstand die USA wären und die haben sowieso n komisches Rechts- & Justizsystem.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von bmg1900
Jean Tillmann

Das ist halt Quark. Bei so einem Fall gibt es eine einstweilige Verfügung. Mehr nicht. Sprich – das Werk muss entfernt werden. That’s it. Anders wäre es, wenn das Plagiat dem Künstler erst nach Monaten aufgefallen und es fester Bestandteil kommerziellen Contents gewesen wäre. Ich spreche aus Erfahrung. Nur nicht mit visuellen Werken, sondern akustischen.

Lamoras

Ein Künstler lebt von seiner Reichweite. Jetzt weis jeder, dem es interessiert, dass es sein Werk ist, was dort in einem der größten Gaming Franchises verwendet wurde. Der Rechtsweg, der ja immer noch da ist, würde nur eine Einmalzahlung bringen. Mit Glück ist deren PR Team sogar auch nicht aufm Kopf gefallen und bietet ihm am weitere Werke zu lizensieren, damit sie das dann medienwirksam ausschlachten können.

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