Entwickler von Blue Protocol erklären, was bei dem MMORPG bislang falsch gelaufen ist

Entwickler von Blue Protocol erklären, was bei dem MMORPG bislang falsch gelaufen ist

Trotz finanzieller Schwierigkeiten scheint Bandai Namco Online das MMORPG Blue Protocol weiterhin in den Westen bringen zu wollen. In einem Interview sprachen die Entwickler jetzt darüber, was bisher ihrer Ansicht nach falsch gelaufen ist.

Was haben die Entwickler analysiert? In einem Interview mit der Famitsu (via Automaton) erklärten die Verantwortlichen von Bandai Namco Online, warum das Anime-MMORPG Blue Protocol in Japan einen schwierigen Start hingelegt hat:

  • Ein großer Teil der Kritik lässt sich auf ein Problem zurückführen: Das Gameplay ist viel zu repetitiv, wenn es etwa darum geht, die Geschichte voranzutreiben oder Waffen herzustellen.
  • Die Entwickler hatten ganz bewusst auf einen zeitfordernden Grind gesetzt. Das kam auch daher, dass sie sich selbst als Hardcore-MMO-Spieler bezeichnen, die mit Grind und niedrigen Drop-Raten groß geworden sind.
  • Die Analysen bringen jedoch zwei Erkenntnisse: Zum einen, dass es den Entwicklern nicht gelungen ist, diesen Gameplay-Loop ausreichend spaßig und motivierend zu gestalten. Zum anderen haben sie ihre Zielgruppe falsch eingeschätzt. Statt Fans von Hardcore-MMOs haben sie mit Blue Protocol eher Gelegenheitsspieler oder Fans von moderneren MMORPGs angelockt.
  • Abseits der Hauptgeschichte gibt es zu wenige lohnenswerte oder unterhaltsame Nebenaktivitäten und Herausforderungen, so die Kritik vieler Spielenden.
  • Ganz grundsätzlich gibt’s auch jetzt noch einige Bugs, die sich negativ auf die Spielerfahrung auswirken.
  • Die Entwickler räumen Fehler bei der Kommunikation mit der Community ein.

In Japan ist Blue Protocol im vergangenen Jahr erschienen – hier einer der Trailer:

Welche Maßnahmen folgen auf diese Erkenntnisse?

  • Die Entwickler wollen alles, was sich nur wie Füllmaterial anfühlt, beseitigen.
  • Da man den Grind nicht vollständig entfernen kann, soll sich das, was an Grind oder wiederholenden Aktivitäten übrig bleibt, zumindest sehr viel belohnender anfühlen. Bosse sollen beispielsweise große Schatztruhen fallen lassen.
  • Darüber hinaus möchte man bereits mit dem nächsten Update zusätzliche Inhalte wie Schatzjagden oder Minispiele wie Beachvolleyball bieten. Auch ein Housing-Feature deuten die Entwickler an. Man möchte den Spielenden einfach mehr Gründe geben, gerne Zeit in der Anime-Welt von Blue Protocol zu verbringen.
  • Die Benutzerfreundlichkeit soll in Bereichen verbessert werden, die aktuell dafür sorgen, dass Spielende gegen Hürden prallen und das MMO für immer verlassen. Leitfäden und neue Komfortfunktionen für Schnellreise und die Karte sollen den Einstieg weiter verbessern.

Hoffnung auf die Kehrtwende

Weitere Pläne für Blue Protocol hatten die Entwickler schon vor Tagen in einem mehr als drei Stunden langen Stream verraten. Von neuen Arealen, einer höheren Maximalstufe, frischen Dungeons und zusätzlichen Story-Inhalten war die Rede.

Auch ein neues Qualitätssystem für Waffen, frische Endgame-Inhalte, ein Gacha-ähnliches System für kosmetische Skins sowie umfassende Änderungen für den Saison-Pass stehen auf der Agenda der Entwickler.

Kurz nach dem Stream machte dann jedoch die Meldung die Runde, dass Bandai Namco Online vor der Insolvenz stehen soll. Ein offizielles Statement der Konzernmutter gibt’s bislang nicht. Der Bandai Namco Group selbst dürfte es dank Elden Ring, Tekken 8 und Co. weiterhin gut gehen. Mehr dazu: Der Sargnagel für Blue Protocol? Aus Japan kommen schlechte Nachrichten für Bandai Namco Online

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Scaver

Hm, Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Nur die Frage ist, ob sie es hinbekommen und wann.
Ich bleibe da weiter extrem skeptisch und hab mich fast schon gedanklich verabschiedet.
Lohnt sich eh kaum noch, Hoffnung in Games zu setzen. Man wird eh nur enttäuscht.

Da lobe ich mir gerade FFXIV Dawntrail. Hab ich für langweiligen “Urlaubsschrott” gehalten. Wurde nun doch positiv überrascht. Gut, nicht mal halb so gut wie die letzten beiden Erweiterungen (bis jetzt), aber keine Geldverschwendung bis jetzt(!).

Aber dass das mit BP noch was wird, glaube ich nicht. Traurig, aber leider wahr.

Majora

Also falls die noch Mal die Kurve bekommen, wird es 2028 endlich in den Westen erscheinen. Hauptsache japan kann es schon ewig vorher rauf und runter zocken. Die Meinung der westlichen Spieler sind denen völlig egal, da wundert mich die Insolvenz überhaupt nicht. Selber schuld in gewisser Weise.
Auch die Erklärung das sie den Grind abmildern wollen und neues stattdessen einführen wollen, geht komplett an den Interessen der Spieler vorbei. Warum nicht Grind so lassen und neue Inhalte und alternative Möglichkeiten einführen an das Grind lästige Zeug zu kommen? Muss doch nicht alles linear ablaufen, es kann doch mehrere wege zum Käse geben.

lrxg

War das nicht bei Wildstar damals genau so, dass die falsche Zielgruppe angesprochen wurde? War ja auch für HC-Spieler konzepiert, aber durch die Präsentation und Optik kamen halt Andere.

Peter Nuhn

Ja, das war so.

Scaver

Ja, Wildstar wurde für Hardcore Gamer entwickelt und die wurden auch bewusst beworben. In Masse kamen aber eher die Normal und Casual Gamer. Und die brachten das Geld und die waren unzufrieden und gingen wieder… und die paar Hardcore Gamer die blieben, konnten die Kosten nicht decken, geschweige denn für Gewinn sorgen.

Oneo

Zitat :Die Entwickler hatten ganz bewusst auf einen zeitfordernden Grind gesetzt. Das kam auch daher, dass sie sich selbst als Hardcore-MMO-Spieler bezeichnen, die mit Grind und niedrigen Drop-Raten groß geworden sind.

Ja ne ist klar….😉
Ich kenne persöhnlich keinen der so masochistisch ist und sowas mag ….
Gibt zwar bestimmt welche aber nicht in dem Umfang schon gar nicht in Europa und wenn es schon in Asien zuviel Grind war dann gute nacht.

Falsche Zielgruppe angesprochen….wer mag es schon nix zu bekommen oder nur eine sehr kleine chance zu haben etwas zu bekommen …bei manchen sachen ist ja ok mounts spezielle oder sonst was aber bei allem ? NOPEDI NOPE.

TorteTV

So unterschätzen würde ich die Zielgruppe nicht. Es gibt genug Spieler welche auf endlosen Grind abfahren. Es muss jedoch gut umgesetzt sein, sonst würd es schnell Mühsam. Aber es hat schon auch seinen Grund warum zum Beispiel Black Desert auch im Westen solchen Erfolg hatte.

Majora

Jup ich und ich kenne auch viele andere die Grind lieben. Finde es immer seltsam wenn jemand meint für alle zu sprechen.
Ein Game kann halt nicht aus immer neueren Inhalten bestehen, so never Ending Story. Da hab ich lieber einige lustige Grind Aktivitäten mit anderen, solange es nicht zu krampfhaften max Speed RAID mit toxischer Gear Kontrolle ausartet kann das sogar Spaß machen. Minigames wären auch ganz cool.

Scaver

Gerade in Asien stehen die voll darauf. Eine Sache gilt da nur als lohnend und wertvoll, wenn man aber dutzende Stunden und/oder tausende von Versuchen benötigt um etwas zu bekommen.
So heftiger Grind und pay per hour ist in Asien sehr groß und sehr beliebt. Sie macht (vermutlich) den größten Teil der asiatischen Spieler aus.
Und auf diese Zielgruppe hatten es die Entwickler wohl abgesehen. Aber angelockt hat das Game ganz andere Spieler. Und die die es spielen wollen sind nun mal die, die am Ende das Geld bringen.

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