5 Gründe, warum Diablo Immortal besser wird, als nun viele fürchten

Die Ankündigung von Diablo Immortal hat Fans auf der BlizzCon einen Schock versetzt, die auf Diablo 4 gewartet haben. Unser Autor Schuhmann sagt: Die Horror-Szenarien sind übertrieben. Es gibt gute Gründe dafür, dass Diablo Immortal besser wird als jetzt befürchtet.

Deshalb hat es Diablo Immortal so schwer: Das Mobile-Spiel wurde unter den schlechtesten Voraussetzungen angekündigt, die man sich nur denken kann:

  • als wichtigstes Event auf der BlizzCon 2018
  • während die Fans auf etwas Neues zu Diablo 4 hofften
  • und vor PC-Core-Gamern, die Mobile ablehnen, weil sie es mit Casual-Spielen á la Candy Crush gleichsetzen

Der negative Reaktion der Spieler war gewaltig und Blizzard ist seitdem im „Schadensbegrenzungs“-Modus. Dabei ist noch mehr Porzellan kaputt gegangen, als während der eigentlichen Ankündigung.

Diablo Immortal Screen 3

Das ist die Angst der Spieler: Die Spieler befürchten Diablo Immortal könne ein „typisches Asia-Mobile-Game“ werden. Mit diesem Begriff verbinden die Diablo-Fans ein Horror-Szenario, das sie unmöglich mit ihrem Bild von Blizzard in Einklang bringen können.

Mobile-Games aus Asien sind berüchtigt für:

  • schwaches Gameplay
  • einen übergriffigen Cash-Shop mit Glücksspiel-Elementen
  • billige Produktionswerte
  • dass sie alle gleich aussehen und sich gleich spielen
  • und dass sie nur für den asiatischen Markt gedacht sind, der komplett anders als der westliche Markt tickt
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Dem schwersten Vorwurf widerspricht Blizzard sofort

Asia Mobile-Spiele sehen alle gleich aus: Der größte Vorwurf, der nach der BlizzCon auftauchte, war es, dass „Diablo Immortal“ lediglich ein Klon eines bestehenden Spiels von NetEase sei.

Blizzard entwickelt Diablo Immortal zusammen mit den chinesischen Partnern NetEase.

In der Tat sehen auf den ersten Blick viele Mobile-RPGs aus Asien gleich aus. Wie Blizzard selbst gegenüber der koreanischen Seite Inven zugibt, ähneln sich nicht nur die Action-RPGs von NetEase untereinander, sondern die Action-RPGs aus China und Südkorea insgesamt. Die hätten einiges gemein, speziell im Interface.

Dennoch beteuert Blizzard, für Diablo Immortal werde alles neu hergestellt. Sobald Spieler das Inventar, die Items oder Gameplay sehen, würden sie sich fühlen, als spielten sie das neue Diablo.

Frage: Von welchem der 3 Mobile-Spiele hier soll Diablo Immortal genau ein Klon sein?

Diablo-Immortal

Diablo Immortal

marvel-future-fight

Marvel Future Fight

Endless-of-God

Endless of God

Mit der UI und und den ganzen Systemen komme ich nach den Anfangsschwierigkeiten jetzt auch deutlich besser klar. Es wird im Spielverlauf alles gut erklärt.

Lineage 2 Revolution

Antwort: Angeblich von „Endless of God“, denn das ist von NetEase. Die anderen beiden sind vom südkoreanischen Entwickler Netmarble.

Da steckt dahinter: Die Ähnlichkeiten liegt daran, dass sich bei Mobile-Games die Steuerung mit den Daumen durchgesetzt hat. Daher sind die wichtigen Skills unten rechts, die Laufbewegungen gehen über ein Steuerungselement am linken unteren Bildrand.

Dieser typische standardisierte Mobile-Look lässt auf den ersten Blick in der Tat alle Mobile-Games gleich aussehen.

Diablo Immortal Screen 5

Darum wird Diablo Immortal anders als „typische Mobile-RPGs“

Vieles scheint dafür zu sprechen, dass Diablo Immortal ein „Asia-RPG“ von der Stange ist. Es gibt aber einige Gründe, warum Diablo Immortal ein „anderes Spiel“ werden wird.

Typisches Feature fehlt: Blizzard hat schon angekündigt, kein „Autoplay“ in Diablo Immortal zu bringen. Das „Autoplay“ ist ein elementarer Bestandteil der typischen Asia-RPGs. Dort laufen dann die Charaktere alleine herum, während der Spieler weg vom Tablet oder Handy ist. Eine Art „Auto-Pilot“ übernimmt dann die Steuerung des Charakters, der sich durch Monsterhorden schnetzelt.

Für manche fühlen sich Asia-Mobile-MMOS daher an wie „Manager-Spiele, in denen man seinen Helden coacht.“

Alleine dass Autoplay fehlt, macht schon klar, dass es kein „Action-RPG“ von der Stange wird.

Diablo Immortal Monk Intro

Cash-Shop wird nicht so schlimm: Außerdem kann es sich Blizzard gar nicht leisten, ein typisches „Cash-Grab“-Spiel zu veröffentlichen. Der Ruf der Firma wäre dann beschädigt.

Sicher wird Diablo Immortal auf einen Cash-Shop setzen, aber es wird ein „zahmer“ Cash-Shop sein wie in Overwatch, Heroes of the Storm oder Hearthstone. Das geht auch aus ersten Äußerungen von Blizzard-Mitarbeitern hervor, dass man sich an diesen Spielen orientiert.

Ein typischer „Cash-Shop“ aus Asia-RPGs wäre bei einem Blizzard-Titel kaum vorstellbar.

DIablo Immortal DH Intro Titel

NetEase keine typische Klonfabrik: Diablo Immortal wird von Blizzard zusammen mit dem chinesischen Publisher NetEase entwickelt. Zwar hat NetEase in der Tat mit „Klonen“ von bekannten Spielen einen Haufen Geld verdient, aber das ist nur ein Teil des Firmenkonzepts:

  • So betreibt man auch PC-MMORPGs, die seit einem Jahrzehnt gut laufen.
  • NetEase ist ein riesiger chinesischer Konzern, der Deals mit SpatialOs und Bungie gemacht hat. In diese Deals hat NetEase Summen im Bereich von 50 Millionen US-Dollar (SpatialOS) und 100 Millionen US-Dollar (Bungie) investiert. Die sind durchaus innovativ und in den Westen gerichtet.
  • NetEase sind zudem seit 10 Jahren Partner von Blizzard und nicht der „typische Asia-Entwickler“.

NetEase wird Diablo Immortal nicht alleine entwickeln, sondern mit Blizzard zusammen. Dort haben mittlerweile viele Entwickler Erfahrung mit Mobile-Spielen, wie es von Blizzard heißt.

Diablo Immortal Screen 1

Nicht nur für Asien: Diablo Immortal ist ausdrücklich nicht nur für Asien gedacht. Dort wird zwar NetEase den Vertrieb übernehmen, für den Rest der Welt macht das aber Blizzard selbst.

Damit ist klar, dass Diablo Immortal auch für den westlichen Markt ausgerichtet wird. Die Story des Spiels wird zur offiziellen Lore von Diablo gehören. Sie spielt während der 20 Jahre andauernden Lücke zwischen Diablo 2: Lord of Destruction und Diablo 3.

Es ist kaum vorstellbar, dass Blizzard hier bewusst zulässt, dass eine Marke durch ein schwaches, nicht passendes Spiel stark geschädigt wird.DIablo immortal Necro Intro Titel

Wichtiges Projekt für Blizzard: Blizzard will Mobile-Spiele im Westen etablieren. Das ist ein Trend in der ganzen westlichen Gaming-Industrie, „Core-Gaming“ auf Mobile in den Westen zu bringen. In Südkorea und China ist das schon erreicht, während hier im Westen Mobile-Gaming noch mit „Casual-Games“ wie Candy Crush in Verbindung gebracht wird.

Blizzard hat hier mit Diablo eine wichtige Marke ausgewählt, um damit den Markt zu öffnen. Blizzard will die „Core-Mobile-Games“ für Activision entwickeln, während „King“ weiter die Casual-Sparte bedient.

Das ist eine wichtige, strategische Entscheidung, Core-Mobile-Gaming im Westen groß zu machen.

Es wäre kontraproduktiv hier Billigware anzubieten. Damit würden sie sich die Tür, die sie aufmachen, gleich wieder verschließen.

Diablo Immortal Screen 4

Bedenken sind verständlich, aber übertrieben

Erstmal anspielen: Man kann die Enttäuschung und die Wut der Spieler gut verstehen. Auch die Skepsis ist absolut angebracht bei dem Ruf, den Mobile-Spiele genießen. Allerdings sollte man darüber nicht völlig vergessen, wer Blizzard ist und wofür die Marke steht.

Sicher wird Diablo Immortal nicht das Spiel werden, das jeden PC-Core-Gamer nun zum Mobile-Spieler bekehren wird. Das wird kein Spiel erreichen und das will auch keiner. Die aktuell kursierenden Horror-Szenarien sind aber übertrieben.

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Diablo Immortal ist unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen angekündigt worden. Dennoch ist es kaum vorstellbar, dass es auch nur annähernd so schlimm wird wie jetzt viele fürchten.

Es wird ohnehin noch eine Weile dauern, bis wir Diablo Immortal wirklich spielen und bewerten können.

Vielleicht ist es ja doch ein kleiner Zwischenhappen, bis irgendwann das Diablo 4 erscheint, auf das Core-Gamer warten. Und bis dahin kann man sich ja mit einem anderen Spiel die Zeit vertreiben:

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Autor(in)
Quelle(n): Inven
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