BlizzCon 2018: Diablo Immortal zeigt, wie selbstbewusst Blizzard ist

Auf der BlizzCon 2018 stellte Blizzard mit Diablo Immortal ein Mobile-RPG vor. Die besondere Art der Präsentation zeigt, wie sicher sich Blizzard seiner Lage ist, sagt unser Autor Schuhmann. Denn den Moment des Schmerzes sah man seit mehr als 2 Jahren kommen.

Das war die Lage: Seit Jahren warten Fans von Diablo darauf, dass mit ihrer Lieblingsmarke irgendwas passiert.

  •  Am liebsten wäre ihnen die Ankündigung eines großen Diablo 4.
  • Mit einer dicken Erweiterung für Diablo 3 hätten sie sich auf der BlizzCon 2018 gerade so zufrieden geben.
  • Als absolute Mindest-Basis der Verhandlung hätten sie vielleicht ein Diablo 2 Remastered in Kombination mit einem Klassen-AddOn für Diablo 3 akzeptiert, den Druiden vielleicht.
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Das ist passiert: Blizzard hat ihnen jedoch nichts von alledem gegeben und stattdessen Diablo Immortal vorgestellt.

Das ist ein Mobile-RPG, das sich klar an chinesischen Vorbildern orientiert. Kein Wunder, hat man doch den China-Partner NetEase gleich mit ins Boot geholt. Die haben mit Spielen dieser Machart in China auf dem Mobile-Markt ein Vermögen verdient.

Die Ähnlichkeiten von Diablo Immortal mit „China Mobile-RPGs“ gehen soweit, dass manche bereits aufgeregt von einem Reskin sprechen.

Die Reaktion der Fans auf Diablo Immortal waren alles in allem extrem negativ:

  • Es hagelte Dislikes auf YouTube (aktuell 180.000 auf dem Cinematic – bei nur 6000 Likes)
  • Auf der Messe stand sogar wer auf und fragte den Entwickler, ob das denn ein Aprilscherz sei.
  • Zudem gab es Buh-Rufe, als klar wurde: Das kommt nicht für den PC.

Diablo Immortal Screen 4

Ein Mobile-Game von Blizzard kündigte sich seit 2016 an

Diablo Immortal hat man lange kommen sehen: Seit Februar 2016 weiß man, dass Blizzard seine Zukunft im Mobile-Markt sieht. Immer wieder hat man das betont. In jedem Finanzbericht von Activision Blizzard lässt sich nachlesen, dass Blizzard auf Mobile setzen wird.

Die Frage war eigentlich nur:

Jetzt kennen wir die Antwort.

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Die Gründe sind klar:

  • Die Technik macht Fortschritte – Smartphones werden immer stärker
  • Das Smartphone eröffnet neue Zielgruppen von „Nicht-Gamern“, die trotzdem leistungsstarke Gaming-Geräte haben
  • In Asien ist der Mobile-Markt schon riesig.
  • Westliche Spiele-Entwickler wollen neue Spieler gewinnen und ihre etablierten Marken auf diese neuen Plattformen bringen

Konkurrenten wie Ubisoft, EA und Bethesda sind diesen Schritt in den vergangenen Monaten gegangen oder werden ihn noch gehen. Sie haben schon Mobile-Ausgaben für ihre größten Marken vorgestellt.

DIablo Immortal Crusader not amused titel

Dass Blizzard zu einer ihrer großen Marken ein Mobile-Spiel macht, haben viele kommen sehen, auch wenn sie es vielleicht bis zum letzten Moment nicht wahrhaben wollte.

Daher war es für viele Fans doch hart, mit der Realität konfrontiert zu werden. Vor allem mit der besonderen Härte, dass ausgerechnet Blizzard ausgerechnet ein Diablo-Mobile-Game rausgibt.

Darum ist die Ankündigung von Diablo Immortal besonders schwierig: 

  • Mobile-Gaming ist im Westen stark mit „Casual Gaming“ wie Candy Crush verbunden. Unter Core-Gamern herrscht starke Ablehnung.
  • Blizzard gilt vielen als ein Garant für qualitativ hochwertige PC-Core-Spiele. Für viele lässt sich Blizzard nicht mit Mobile unter einen Hut bringen.
  • Und gerade bei Diablo warten Fans schon so lange auf was Neues, dass man hoffte, hier ein „Core-Spiel“ für eine „Core-Plattform“, also den PC, zu erhalten.

Diablo 3 Tyrael Titel

Blizzard zeigt Eier aus Stahl

Das ist das Besondere: Das Besondere an Diablo Immortal auf der BlizzCon war es, wie ungefiltert und ohne Puffer Blizzard das Spiel präsentiert hat.

Die Konkurrenten haben ihre „Mobile-Games von bekannten Franchises“ in eine Schaumstoffhülle gepackt und mit allerlei Puffer umgeben, um sie den Fans schmackhaft zu machen und genau so einen „harten Moment“ zu vermeiden.

  • So gab es erste Bilder von „The Elder Scrolls 6“, während Bethesda das Mobile-Spiel „Elder Scrolls Blades“ präsentiert hat.
  • Auf der E3 zeigte Electronic Arts einen Haufen Kram vor und nach dem Mobile-Game „Command and Conquer Rivals“ und trotzdem hat da so mancher Traditionalist einen Anfall bekommen
  • Und das neue „Gears Mobile“ von Microsoft war einer von vielen Punkten während der E3-Präsentation, den man förmlich versteckt hat.

Blizzard hat sich dazu entschieden, Diablo Immortal ohne groß was drumherum als BlizzCon-Highlight 2018 zu präsentieren. Dafür braucht man schon ein großes Selbstbewusstsein.

Diablo Immortal Screen 5

Der Moment des Schmerzes hat sich 2,5 Jahre angekündigt

Klar ist: Blizzard hat mit der Reaktion der Core-Fans genauso gerechnet. Man hat „DIablo Immortal“ nicht schamhaft irgendwo am Rand versteckt oder wollte das den Spielern so unterjubeln.

Sondern man hatte das Selbstbewusstsein, das wirklich in den Mittelpunkt der BlizzCon zu stellen und jetzt mit den Reaktionen der Fans zu leben.

Das war gestern Abend ein Moment, von dem Blizzard seit mindestens zweieinhalb Jahren wusste, dass er kommt. Man wusste: Es wird Ärger geben, wenn wir unseren Core-Fans das neue Mobile-Spiel zeigen.

Und sie haben es durchgezogen.

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