„WoW ist ein Spiel für Casuals geworden“ – Stimmt das eigentlich?

World of Warcraft ist ein Spiel für Casuals geworden. Doch stimmt das eigentlich? Cortyn von MeinMMO findet: Nein, das ist nur ein Begriff, den Möchtegern-Profis gerne schreien.

In den vergangenen 10-15 Jahren gab es immer wieder einige Punkte, die so manch ein Spieler der World of Warcraft vorwarf. Der wohl hartnäckigste davon ist, dass WoW in den Jahren immer mehr „vercasualisiert“ wurde.

Bevor wir dieser Aussage genauer nachgehen, sollten wir vielleicht abklären, was genau denn ein „Casual“ überhaupt ist. Denn eine klare Definition davon gibt es offenbar auch nicht, weshalb man das wohl zur Diskussion stellen sollte.

Was ist eigentlich ein „Casual Gamer“?

Was ist ein Casual? Meine persönliche Definition eines „Casuals“ wäre: Ein Spieler, der nur gelegentlich Zeit fürs Spielen aufbringt („Casual Gamer“ = Gelegenheitsspieler). Das kann einmal pro Monat oder auch wenige Male pro Woche für einige Stunden sein. Ein „Casual“ unterscheidet sich jedoch klar von einem „Core-Gamer“, der ein Spiel im Regelfall intensiver spielt und das oft sogar täglich für mehrere Stunden.

Kurze Dungeons als Beispiel der Casualisierung

Ein häufig genanntes Beispiel für die vermeintliche Casualisierung ist die Länge von Dungeons. „Früher“, heißt es dann immer, „da hat Blizzard noch lange Dungeons für uns Core-Gamer gemacht.“

Und während es natürlich stimmt, dass viele der Classic-Dungeons relativ lang waren (man denke nur an die Blackrock-Tiefen), war es nicht die Absicht von Blizzard, das für Hardcore-Spieler so zu designen. Die langen Dungeons entstanden unter der Annahme, dass Spieler einen Dungeon ohnehin nur ein einziges Mal betreten würden. Dass Dungeons wiederholt besucht werden und das immer und immer wieder, das war schlicht nicht in der ursprünglichen Planung beabsichtigt.

WoW Dungeon bosse titel
Dungeons in World of Warcraft sind kürzer als noch in Classic – aber der Trend begann bereits in Classic.

Noch während der Vanilla-Zeit hat man sich davon verabschiedet und kürzere Dungeons eingebaut, wie etwa die einzelnen Flügel von Düsterbruch oder dem Scharlachroten Kloster.

Ein weiterer Denkfehler hier ist, dass ein kurzer Dungeon eher für Casuals gedacht ist als für Core-Gamer.

Klar: Ein Casual, der nur eine Stunde am Abend Zeit hat, kann nur einen Dungeon bewältigen. Aber ein Core-Gamer, der mehrere Stunden Zeit hat, kann mehrere Dungeons abschließen (oder den gleichen mehrfach) und so gezielt nach seiner optimalen Ausrüstung farmen. Kürzere und wiederholbare Dungeons sind also nichts, was nur einem Casual nützt, sondern auch dem Core-Gamer.

Die notwendige Zeit für einen einzelnen Spielinhalt kann nicht der ausschlaggebende Faktor sein, ob ein Spielinhalt „casual“ ist oder nicht. Sonst müsste man nämlich auch erklären, dass ein 5-Minuten-Arenamatch mit einer Wertung von 2400+ definitiv etwas für Casuals sei, weil es ja so schnell vorbei ist.

WoW PvP Arenabattle
Wenn Zeit ein Faktor für „Casualisierung“ ist, müssten Arena-Matches auch sehr casual sein.

Ein weiteres gutes Beispiel, das gegen die Casualisierung spricht, nannte OnkelBarlow auf YouTube vor einiger Zeit in einem seiner Videos. Heutzutage hat quasi jede einzelne Gruppe aus Gegnern in einem Dungeon mehrere Fähigkeiten, von denen fast immer ein oder zwei unterbrochen werden müssen, sofern der Dungeon noch eine relevante Schwierigkeit hat. Barlow nannte es sinngemäß so: „Vermutlich hat jede einzelne Mobgruppe in aktuellen Dungeons mehr Mechaniken als alle Bosse aus Molten Core zusammen.“

Eindeutig ist auf jeden Fall, dass World of Warcraft in den letzten Jahren breiter geworden ist, was Spielmodi und Inhalte angeht. Neben Dungeons, Raids und Schlachtfeldern gesellten sich immer neue Inhalte, wie Arena-Kämpfe, weitere Nebenberufe wie Archäologie, Pet-Battle für Haustiersammler, Insel-Expeditionen, Kriegsfronten, Szenarien und so weiter dazu.

Leichter Einstieg – ist das casual?

Die Einstiegshürden für die meisten Inhalte sind in WoW recht niedrig. Jeder kann ein Pet Battle starten und jeder wird es hinkriegen, sich mit 2-3 Klicks für einen LFR-Raid anzumelden. Und wenn dies alles wäre, das WoW zu bieten hat, dann könnte man wohl von einer Casualisierung sprechen. Aber das ist es ja nicht.

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Der Einstieg in WoW ist leicht – doch das Meistern auch?

Raids gehen bis zur mythischen Schwierigkeit. Die Kämpfe dort sind komplexer als je zuvor. Mehrere Mechaniken stapeln sich, können sich in bestimmten Intervallen überlagern und benötigen oft die Aufmerksamkeit der ganzen Gruppe. Ein einzelner Fehler kann zum Tod der ganzen Gruppe führen.

Auch bei Dungeons gibt es eine (sogar endlos) skalierende Schwierigkeit. „Mythisch+“-Dungeons auf Stufe 15 und höher, was die besten Belohnungen beschert, sind sicher weit außerhalb dessen, was ein „Casual“ mit einer Gruppe anderer „Casuals“ erreichen kann.

Das ist kein Vergleich zu Raids, wie damals in der „guten alten Hardcore-Zeit“ von Vanilla. Wenn auch in den Erinnerungen einiger damals alles richtig schwer und komplex war, hat sich das doch als Mythos entpuppt. WoW Classic hat gezeigt, dass die Raids in Classic mit schnell zusammengebauten Gruppen zu meistern sind. Die ersten Gilden hatten nichtmal alle Spieler auf Stufe 60, geschweige denn Ausrüstung für den Geschmolzenen Kern gefarmt. So „hardcore“ konnte diese Zeit also gar nicht sein, selbst wenn man sie so in Erinnerung hat.

Pet Battle als reine „Casual“-Aktivität. Stimmt das?

Diese steigende Schwierigkeit gilt übrigens auch für vermeintlich triviale Inhalte wie Pet Battles. Wer denkt, dass Pet Battles extrem simpel und nur „Pokémon für Arme“ sind, der soll doch bitte den aktuellsten Pet-Battle-Dungeon in den Schwarzfelstiefen meistern – und das ohne ausführlichen Guide. Dann reden wir weiter.

Fehlende Talente = Alles so casual?

Noch eine häufig genannte Argumentation ist, dass die Casualisierung durch die Abschaffung der klassischen Talentbäume eingeläutet wurde. Dass das noch immer behauptet wird, finde ich überraschend.

Wenn man anstelle von 51 Punkten nur noch 11 Punkte verteilen kann (7 PvE + 4 PvP), dann ist das nicht automatisch weniger komplex oder „casual“. Vor allem dann nicht, wenn die 51 Punkte in der Gesamtheit ihrer Auswirkung weniger Einfluss auf meinen Charakter haben, als die 11 Punkte aus dem modernen WoW.

Klar hätte man in der Theorie mit 51 Talentpunkten eine größere Vielfalt haben können als mit 11 Punkten. Doch das ist nicht das, was in der Realität des Spiels stattgefunden hat.

WoW Human Mage Female Blood Elf Priest Female trans
Meine Priesterin hat 11 Talente, meine Feuermagierin in Classic 51. Die 11 Talente sind aber deutlich mehr sinnvolle Auswahl.

Als Beispiel, das sich auf fast alle anderen Klassen und Spezialisierungen übertragen lässt, nehme ich meinen Feuermagier. Der riesige Unterschied zu anderen Feuermagiern bestand darin, ob sie 2 Punkte für Pyroschlag und Druckwelle ausgegeben oder lieber doch 2 Punkte in Arkane Meditation für 10% Manaregeneration gesteckt haben.

Wenn bei 51 möglichen Punkten der größte Unterschied in der Verteilung von 2 Punkten steckt, dann ist das kein System, das ein Spiel mehr oder weniger „Casual“ oder „Hardcore“ macht – dann ist es einfach überflüssig.

Mehr Zeit notwendig – Wie kann das Casual sein?

Ein weiterer Punkt ist für mich, dass World of Warcraft heute mehr Zeit benötigt als früher, wenn man „vorne“ mitspielen will. Wer zum aktuellen Zeitpunkt in World of Warcraft raiden oder im gewerteten PvP an vorderster Front mitspielen will, der muss eine ganze Palette von Inhalten spielen und förmlich abarbeiten:

  • Essenzen für das Herz von Azeroth:
    • PvP
    • Welt-Quests
    • Dungeons
    • Raids
    • Insel-Expeditionen
  • Artefaktmacht:
    • Insel-Expeditionen
    • Welt-Quests
    • Daily-Quests
  • Ausrüstung:
    • Jede Woche hohe „Mythisch+“Dungeons
    • Raids
    • Visionen (gekoppelt an Daily-Quests)
    • Eventuell Crafting

Wie kann diese lange Auflistung an Dingen, die alle viele Stunden Zeit pro Woche benötigen, „für Casuals gemacht“ sein? Casuals, die den Namen doch gerade deswegen tragen, weil sie nur gelegentlich einloggen und nicht so viel Zeit ins Spiel investieren können oder wollen. Wenn es viel zu tun gibt und das meiste davon relevant und (mehr oder weniger) notwendig ist, dann ist das genau das Gegenteil von Casualisierung. Denn die Casuals können gar nicht mithalten.

Komplexere Mechaniken als je zuvor

Ein letzter Punkt, den ich aufgreifen möchte, ist die Komplexität von Spielmechaniken. Oder eher die notwendige Übersicht, die ein Spieler haben muss, um seine Klasse so gut es geht zu spielen. Während es natürlich Klassen gibt, die vergleichsweise simpel auf solide Leistung kommen (wie etwa meine Dämonenjägerin), sieht das nicht bei allen Klassen so aus.

Alleine durch passive Klassenfähigkeiten, Talente, Schmuckstücke, den legendären Umhang, Azerit-Fähigkeiten und Essenzen gibt es inzwischen so viele passive Boni und Vorteile, die gleichzeitig proccen und ausgelöst werden können. Die Übersicht dabei zu behalten ist schwierig, sodass viele Spieler schon auf Addons wie WeakAuras zurückgreifen müssen. Während des Kampfes kann ein Blick in die Buff-Leiste schon verwirren. Häufig sind da 15, 20 oder noch mehr Auren und Buffs gleichzeitig aktiv. Da den goldenen Augenblick für Fähigkeit X oder Y herauszufinden, ist gar nicht so leicht.

WOW NZoth Thrall Corruption
Besonders in den Visionen regnet es Effekte und Buffs – da kann man den Überblick verlieren.

Einfach nur noch dann den Instant-Pyro rauszuhauen, wenn er gerade bereit ist, könnte die falsche Wahl sein. Den perfekten Augenblick zu finden ist schwierig, unübersichtlich und daher schlicht komplexer geworden – alles andere als casual. Besonders in den Verstörenden Visionen, wo es noch mehr Buffs und Effekte gibt, ist das schwer.

WoW ist so casual – Seht ihr das so?

Wer mich ein bisschen kennt und meine Artikel hier liest, der weiß, dass ich mich mit Kritik an World of Warcraft häufig nicht zurückhalte, wenn ich sie denn angebracht finde. Doch wann immer ich von der „Casualisierung“ lese, fehlt es danach an stichhaltigen Argumenten, die mir aufzeigen, warum WoW plötzlich so „casualisiert“ sein soll. Nur weil die Einstiegshürde niedrig ist, bedeutet dies für mich nicht, dass die Anforderung für sämtliche Inhalte niedrig und damit casual ist.

Für mich ist World of Warcraft dem Prinzip „Leicht zu lernen, schwierig zu meistern“ treu geblieben. Die leichtesten Inhalte sind noch leichter geworden, aber die härtesten Inhalte noch schwieriger.

Zum Abschluss habe ich hier noch eine kleine Umfrage (Link zum Umfrage auf Apester), um mal in unsere Community zu horchen. Vielleicht ist es nur ein kleiner aber lauter Teil, der immer wieder von der Casualisierung spricht. Also gebt doch in der Umfrage an, ob ihr WoW im Laufe der Zeit für ‚casualisiert‘ haltet oder nicht.

Aber vielleicht können mir die Verfechter der Casualisierung von WoW in den Kommentaren ja einige stichhaltige Beweise und Argumente liefern. Ich hätte Lust darauf, über das Thema etwas zu diskutieren – denn es taucht doch immer wieder auf.

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butalive

Nachtrag: Man kann in allen Dungeons, selbst M+, fast alles an Trash wegbomben, CC, Stun etc. sind kaum notwendig. Selbst hohe M+ Steine können mit reinen Tank- oder DD-Klassen absolviert werden.

butalive

WoW hat jede Menge triviale Inhalte bekommen, die man random oder gar alleine absolvieren kann wie beispielsweise Kriegsfronten, Inselexpeditionen, Weltquests, Abgesandtentruhen, Events und Event-Quests. Aus diesen Quellen kann man vielerlei gute Ausrüstung erhalten.

Heroische Instanzen sind ein Witz, in TBC waren sie bockschwer. Weil vieles einfacher wurde, wurden neue Modi hinzugefügt: Mythic, dann M+.

Casuals verbringen durchschnittlich viel Zeit wie ein fortgeschrittener, aber nicht Pro-Raider. Dazu gab es vor einigen Jahren sogar mal eine Studie. Casuals verbringen viel mehr Zeit mit einfacheren Inhalten oder chatten, während fortgeschrittene Spieler häufig strukturierter spielen. 2 x die Woche Raiden und das notwendigste machen und das wars.

Tendenziell braucht man zwar mehr Zeit als früher, aber nur, wenn man Mythisch Raiden oder hohe M+ Steine laufen möchte. Da fallen Casuals raus, das Argument zählt also nicht. Im Gegenteil gibts ja sogar mittlerweile massive Aufholtechniken, dass auch Neulinge und Wiederkehrer schnell auf ähnlichem Stand nach einem neuen Patch sind. Früher gab es diesen „Reset“ nur bei neuen Addons.

Ein weiterer „Beweis“ für die Casualisierung sind Tools, mit denen man schnell einer Gruppe beitreten kann, sei es das Orga-Tool, der LfR, der Dungeonfinder.

Während man zu Classiczeiten während der Levelphase Mühe mit mehr als einem Mob hatte, sieht es jetzt ganz anders aus. Ausnahme die teilweise verkorkste nicht gut skalierende Levelphase in BfA, vor allem ab Stufe 118.

Talentsystem spricht für sich selbst.

onions4everyone

Zu aller erst, WoW war geplant als casualfreundlichere Version der damaligen MMORPGs und der Trend ging weiter in die Richtung auch nach Release.
Also konkret geantwortet: ja WoW ist casualisierter geworden. Optimiert um eine breite Masse ansprechen zu können und Einsteigerfreundlich zu sein.

Mehr Zeit notwendig – Wie kann das Casual sein?

Timegating – Casuals können besser aufholen. Und Core Gamer werden vom grinden abgehalten bzw so dermaßen beschnitten, das die Auswirkung fast garnicht mehr relevant ist. Ausserdem wird so der „jeden X Tag einloggen“-Effekt sympathisiert und der Content kann reguliert gestreckt werden (bestes aktuelles Beispiel ist der Umhang). Das spielt in das zweite Casual System mit rein:

Catch-Up – Absolute vercasualisierung von „alten“ Inhalten bzw Daten. Sei es alte Raids abfarmen zu können für Mog-Gear, oder weniger Punkte für die Kette zu brauchen, Catch-Up findet sich in sehr vielen Sachen in vielen Formen. Es erlaubt Leuten weniger zu verpassen. (Krieg mal nen ordentlichen Mog-Gear Run hin für zB Antorus Mythic, wenn der Schwierigkeitsgrad der selbe wie zu aktuellem Content wäre. Das nimmt jedoch die Exklusivität und Motivation für einige Spieler weg, Mounts wie Invincible zB sind nicht mehr so Besonders, weil man einfach jede Woche mit 10 Chars Lootluck fordert. Wogegen es früher auch noch „Skill“ und Koordination erfordert hat.

QoL Features sind häufig auch Auslöser für Diskussionen um vercasualisierung, wie zB das Dungeon Finder Tool (speziel das automatische Matchen und Hinteleportieren).
Ebenso kann die vercasualisierung eines Game-Aspekts Auslöser sein einen anderen Part mit“anzugreifen“. Fliegen zerstört zB einen großen Teil vom Open-World PvP, der mMn sowieso einfach nur aus gegriefe besteht. Blizzards Kompensation dafür sind die Abmount-Netze und Boomerangs, die bescheiden sind.

Dinge zu bekommen die mich motivieren sollen, müssen Gegenstände sein die mit Prestige durchzogen sind, sonst hat das für mich keinen Wert. Bronze Drache Effekt würde ich das nennen. Alle haben Netherdrachen und Co wie Atze gefarmt damit man was anderes hat und weil es doch bissl Investment war und nicht jeder hatte. Bronze Drache hab ich glaub ich 100 mal zerstört, weil ich jedesmal auch greed gedrückt hab. Verglich man die „Besitzt/Fliegt Ihn“-Ratio, war der Netherdrache auch WotLK noch sehr gut dabei. Ganz abgesehen von Alar… Fancy Ding.

Heute alles nichts mehr Wert weil der Content einfach lächerlich einfach ist.
Und das ist ebenfalls Teil der vercasualisierung und natürlich ein großer Teil des dahinter liegenden Systems geschuldet.

PvP jedoch mit den exklusiven Titel sind ultra reizend für mich, aber dafür bin ich noch zu schlecht in diesem Game und finde keinen passenden Partner. Da bleib ich lieber bei meinen Competitive Shootern.

ABER! Vercasualierung ist nicht immer schlecht. Es ist wie das Wort „Duschlampe“ – wie man es halt sieht.

edit:
Fast vergessen. Nur weil das Game casualisierter ist, heißt das nicht das es keinen Hardcore-Content gibt. Was ne schwachsinnige Annahme von Einigen. Der Gap zwischen Hardcore und Casual ist nur „erträglicher“ gemacht worden, sodass ein Einstieg und Umstieg auch leichter fällt und man als Casual sich nicht denkt: „How tf soll ich dahin jetzt noch hinkommen?“ – An einigen Stellen gut gelöst, an anderen absoluter Garbage oder unnötig.

edit2:
Ich denke auch das häufig die verschiedenen Definitionen zu „Casual“ ein Problem darstellen. Ein Kommunikationsproblem. Jemand der am Tag 3-4 Stunden oder nur am Wochenende 10 Stunden spielt ist kein Casual. Wenn du unregelmäßig 30-120 Minuten 1-2x die Woche einloggst kommen wir der definition Casual schon näher mMn.
Wer jedes Wochenende Saufen geht bis zur vollen Promille ist ein Wochendalkoholiker, wenn du jede Woche 1-2 Bier trinkst, ist das was anderes.
Schwierig analoge Werte und Definitionen Binär einzugliedern wenn es nicht fest definiert ist.

tl;dr:
WoW ist mir zu casual geworden, es fühlt sich seicht an und mir persönlich fehlt der Anreiz etwas zu machen, da der Weg nicht interessant genug ist und das Ziel keinen Wert für mich hat.

Joker#22737

Toller Artikel 🙂

Also ich würde sagen WoW ist mit Legion/BfA ganz klar wieder in Richtung Pro-hardcore-Player gerutscht.
Wenn du als Casual wieder einsteigst, völlig egal ob mit dem Char von letzten Patch oder frisch gelevelt, dauerd es recht lange bis du mit anderen Spielern halbwegs mithalten kannst.
„Gear wird einem doch eh hinterher geworfen“ – mag sein, dennoch dauerd es mehrere Wochen bis Halskette/Artefaktwaffe/Umhang/Essenzen kein Flaschenhals mehr sind.
Vorher fallen sowohl BGs,Arena als auch Raids und Dungeons komplett weg – obwohl du im Endgame angekommen bist stehst du vor einer riesigen Wand.
Als Tank kannst du dich mit M+ einigermaßen selbstständig nach vorne bringen, setzt aber ein gutes Maß an Selbstbewusstsein sowie ein Studium über BfA Dungeonmechaniken voraus.

Casualisierung sieht anders aus.

Dieser Grind ist es der meine momentan gern gespielten Twinks auf 120 direkt unbrauchbar macht, lieber die Zeit in einen neuen investieren, obwohl ich eigentlich alle Klassen seit Jahren uf Max Level habe.

Natürlich kannst du mit einem frischen 120ger BGs spielen, dann kommst du allerdings auch in die Hölle weil du anderen massiv die Siegeschancen stiehlst.

Scaver

Ich gehe diesmal nicht auf jeden Punkt ein (die Mühe ist es mir nicht mehr wert). Ich sage kurz: Einigem stimme ich zu, einiges sehe ich ziemlich anders.

Aber einen Punkt möchte ich doch herausheben:
„Für mich ist World of Warcraft dem Prinzip „Leicht zu lernen, schwierig zu meistern“ treu geblieben. Die leichtesten Inhalte sind noch leichter geworden, aber die härtesten Inhalte noch schwieriger.“

Sehe ich anders. Schon zu Classic Zeiten war ein Clear Run für aktuellen Content (bevor ein neuer Raid Tier erschien) für „Gelegenheitsspieler“ relativ unmöglich, außer sie fanden eine Gilde/Gruppe, die sie durchgezogen haben.
Auch später war der Heroic Mode nichts für Gelegenheitsspieler (Casuals).
Beides scheiterte in der Regel daran, dass man als Gelegenheitsspieler in der entsprechenden Zeit gar nicht an das passende Pre Raid Gear kam.

Heute kann man ohne größeren Aufwand passendes Gear mit passenden iLvL für Hc und gar Mythic zusammen bekommen, auch als Casual.

Und ich spreche da als aktueller Casual und ehemaliger Progress Raider. Als Progress Raider benötigte ich früher noch 6-8 Stunden 5-7 Tage die Woche. Als Casual reichen heute 2 Stunden alle 2-3 Tage um im aktuellen Content auf mithalten zu können… und dabei sind die Raids selber nicht mal zwingend notwendig. Zu viele andere Quellen bieten passendes Gear.

Kurz: Alles leichter (nichts ist wirklich schwerer geworden). Leichter weil alles mit weniger Aufwand und daher Schneller erreichbar ist und man früher eindeutig mehr Aufwand betreiben musste.

Klaphood

Also Zeitaufwand = Schwierigkeit für dich?

Interessante Sicht. Ich hatte auch schon oft das Gefühl, dass Viele eher das mit „zu casual geworden“ meinten.
Das, und das fehlende Gefühl „richtiger“ großer Belohnungen/Items, statt regelmäßigen und häufigen kleinen, die dann auch meist sehr schnell wieder ersetzt werden.

Nico

WoW ist Casual weil man in Dungoens fast kein cc Brauch und in höheren M+ dann auch nur zum kiten.
Ein Schurke mit Sap wird heute doch garnicht mehr gebraucht.

Und man muss ja nicht alles mit classic vergleichen sondern z.b. auch mit BC. Die Boss Mechaniken heute sind auch nicht komplizierter gestaltet als in BC (ist für mich übrigens die beste zeit in WoW Gewesen)
Ich finde sogar im Gegenteil, die Bossmechaniken sind extra so gestaltet das sie einfach sind. In höheren mystisch+ instanzen ist es dann nurnoch wichtig die 1-2 mechaniken schnell zu dodgen da der schaden der Mechaniken einfach nur höher wird. Und das alles hatte man schon z.b. in BC im schweren modus des Dungoens… Die Itemspirale macht alles kaputt…

Auch Klassen Mechaniken waren damals noch teils Komplizierter als heute, es ändert sich zwar mit shadowlands wieder, aber die jahre zuvor hatte man schon alleine viel weniger Skills, die azeritfähigkeiten etc sind alles nur procs das ist es doch, ka wie du da draufschauen musst auf die Buffleiste, es gibt nur ein paar klassen die ein paar wichtige Buffs von Skills oben haben müssen, der Rest ist halt reine proc sache….
Schmuckstücke gabs damals auch schon genügend, damals gab es in BC sogar mehr Schmuckstücke auf die man acht geben musste als heute.
Mana? wo müssen Heiler heute noch groß aufs Mana achten? Das Heilen ist sowas von primitives Spamheilen geworden, Man muss jedeglich bei dem ein oder anderen Heiler wie z.b. Monk dann ein wenig die skills kombinieren um effektiver zu heilen.

Auf normal oder schwer, und auch auf Mystisch normal kannste die Dungoens im Schwierigkeitsgrad doch knicken
Selbst die ersten 2-3 M+ Stufen sind nicht sonderlich schwer.
Und dadurch das diese Dungones dann schon vorher ein klacks sind durch diese immense Itemspirale kommt selten im heutigen WoW das Gefühl auf man hat was geschafft, und dann wie oben beschrieben gehts halt nurnoch itemlvl pushen und das dungoen mit etwas mehr dmg und leben durch zu schaffen.

Die Talente von heute z.b. sind doch ein Witz. von den paar talenten wo man immer theoretisch 3 zur auswahl hat ist fast immer nur einer Sinnvoll ab und zu mal ein 2tes talent (und das auch nur meist im pvp) und das 3te ist meist so schlecht designed das es ganz außer acht gelassen wird.

Weniger zeit ist also =casual

Das stimmt teilweise ist aber meiner Meinung nach nicht Richtig, zumindest bei den obengenannten Punkten?

Die sachen haben doch auch caps, ist also nichtmal soviel zeit notwendig.
Und da sehe ich übrigens schon das nächste Problem, wer ganz weit vorne sein will…..
Früher gings nicht darum den content gleich sofort alles zu schaffen, sondern ihn überhaupt mit seiner Gilde zu schaffen.
Solche gilden gibts heute auch nochmehr als Genug aber die spielen das Spiel halt auch nur einfach vorsich hin und machen sich kaum gedanken da sie eh spätestens per weltquests etc die items/artefaktmacht haben um das zu schaffen, Nur wegen der Casualisierung gibt es heutzutage soviele wiederholende Schwierigkeitsgrade anstatt neuen Content. BC hatte am ende 16 dungoens, 6 große raids, 2 kleine Raids, anstatt wie heute wo sie vlt auf 10 Dungoens kommen mit m+ 5 Raids und 0 kleine.
Elite Quests gibts heutzutage auch kaum mehr, mal ein einzelner elite boss bei den Weltquests das wars aber auch.

Dann wird punkt Crafting aufgezählt, haha also wer meint crafting ist heutzutage wichtiger als damals der hat glaub damals kein crafting betrieben…..

Casual bedeutet nicht umbedingt das die leute weniger zeit reinstecken um xyz sachen zu Farmen, sondern Casual heißt das diejenigen alles machen wollen wie die Spieler die sich mit den Spiel beschäftigen dann auch schaffen. Und genau das ist das Problem selbst die Casuals heutzutage haben kein bock mehr auf WoW weil es meist nur Monotone sachen sind die man solo lösen kann oder so extrem generisch sind das selbst sie die Lust verlieren obwohl sie es viel seltener machen.
Wie z.b. Weltquests, Inselexpeditionen, Dailyquests,

Cukky

Ich denke das was viele und vor allem die die mehr Zeit rein stecken stört, zumindest stört mich das mit Abstand am meisten was dieses Thema betrift ist folgendes :

Stelle 5 Chars nebeneinander und vergleicht nur das Equip .

Und nun steht man schon vor dem Dilemma, der mit dem besten Equip könnte mit Abstand am wenigsten Zeit in diesem spiel verbracht haben.
Das Equip spiegelt einfach nicht die im spiel erbrachte Leistung wieder.
Es kann nicht sein das mein Twink der eine 15 Kiste in der Woche macht deutlich besseres Equip hat als der Main …..
Und wenn ich so mal in die Gilde schaue bin ich da kein Einzelfall.
wir haben sogar ein Fall wo der Main froh war einmal stars 2 zu bekommen und da war es das Schwert vom Panzer…. Und sein Twink hat mindestens 3 items Rank 3 aus den wöchentlichen Kisten gezogen ……

Ich hoffe das mit Items ändert sich wirklich im add on.
Denn dieser Zufall der aktuell herrschst ist einfach viel zu viel.

Und ich glaub genau deswegen wird das Spiel von vielen als zu casual beschrieben.
Nicht wegen dem was im Artikel geschrieben wird , sondern weil man mit Glück ohne viel Anstrengung mega gutes Equip bekommen kann, wo selbst der Mystisch Raider neidisch wird.

Kraehe

Naja, mein Tank-Twink (den ich echt selten spiele) hat mehr BiS-Equipteile und hatte (bis der Legi-Umhang kam) wirklich einen höheren GS als mein Main, der sicher die 10fache Spielzeit vom Twink hat. Einfach weil der Twink so n Glücksschweinchen bei den Weekly-Kisten und Randomdrops ist 😀 (zugegeben, der Tank läuft sobald ingame aber idR auch nur m+ und macht keinen „unnötigen“ Daily-Kram, wie es der Main macht.)
Seit Umhang ist keiner meiner Twinks mehr über dem Main. Da ich die Visionen nicht mag und ergo nur mit dem Main gemacht habe so weit es eben sein musste, und den Umhang aktuell auch nur 2 meiner Chars haben, ist das aber auch kein Wunder.

p1ddly

Das ist auch ein Beispiel, dass man Falsches nur oft genug wiederholen muss, so dass es sich als Wahrheit festsetzt.

N0ma

Casual kann man imo nicht an der Zeit festmachen. Es gibt auch Casual Spieler die 24/7 spielen und Progress Spieler mit 3x Raidabend die Woche. Deshalb hab ich auch eine andere Definition. Core Spieler wollen etwas erreichen, Casual Spieler ist das nicht so wichtig hauptsache sie haben Spass am Spiel (das ist natürlich nichts schlimmes). Insofern sind manche Leute gar keine Casual die denken sie wärens. Jemand der alle Handwerke auf max haben will ist meist kein Casual. Die Grenze ist natürlich fliessend.

Das Problem bei WoW ist das man die Openworld immer leichter gemacht hat. Deshalb dieser Casual Vorwurf. Wobei durch die Stufenanpassung ist die OW wieder schwerer geworden, möglicherweise ungewollt oder doch gewollt?
Auf der anderen Seite hat man die Mythic Raids die nie von einem Casual auch nur betreten werden.

Ein anderer Punkt sind die Skills. Ob man nun Bäume hat oder Balken ist dabei Wumpe. Ich finde sogar die Balken besser weil man die jederzeit ändern kann. In dem Sinne ist das für „Core“ Gamer besser. Was mich mehr stört das man bei den Skills kaum Variationen hat die man spielen kann. Im Gegensatz zu Classic muss man auch kaum zwischen High Mana und Low Mana Skills unterscheiden. Das Skill System ist daher aus meiner Sicht Casual. Diese Sprüche wie leicht zu lernen schwer zu meistern machts nicht besser. Man hat keine Rota die man an den Boss anpasst, sondern spielt mehr oder weniger immer das gleiche.

Beipiel Holy Priest, da gibts 2 Varianten in dem man den spielen kann das wars. Sieht man auch ganz gut im Damage Meter an der Skill Reihenfolge. Da gibts dann einen AoE CD. Bei Rift zB hatte ich da 3. Da musste man schon überlegen welcher ist in der Situation der beste. Man hatte auch low Skills die Dmg+Heal machten, sogar mehrere, heisst bei wenig Dmg spiel ich da komplett anders. Daneben gabs noch x komplett andere Arten den Heal Priest zu spielen. Der Vergleich ist ein bisschen wie Schach mit Maumau. (Das darf man natürlich nicht verwechseln mit dem reinen Schwierigkeitsgrad im mRaid) Da fehlt mir einfach die Komplexität und damit auch das man Sachen ausprobiert.

Karnisas

Ich muss sagen das das einzige was mich aktuell stört ist, ist der massive Random Faktor bei sehr Uniquen und wichtigen Itemquellen.
Als Beispiel mein Arms Krieger: 476 Equip beinahe perfekt gebalancete Stats, dieser hat seid mehreren Monaten 15er Kisten in der Tasche. Da freut man sich selbstverständlich auf die Weekly auch wenn das aktuelle Charakterequipment nur schwer zu improven ist. Allerdings muss ich enttäuscht feststellen das die letzten 12 Id´s (alles 15 er chests) leider nur trash aus der Kiste kam der mich nicht weiter gebracht hat und den ich auf trocken direkt wieder verkaufen konnte… und das obwohl ich seid Monaten einen 445er Ring aus einer Weltquest mit Sockel trage (keine corruption).

Klar kann man das jetzt unlucky abstempeln allerdings ziehe ich dazu den Vergleich zu meinen Freunden die ein BiS-Item nach dem anderen an der Chest ziehen obwohl sie weniger Zeit in den Charakter gesteckt haben. Fühlt sich am Ende für den Vielspieler leider ein wenig unbelohnend an…

Ich weiß flexxen gehört sich nicht aber wenn auf meinem Warri alles gleichzeitig procct hab ich 6300 Haste xD.

Trotzdem cooler Artikel 🙂

p1ddly

Man muss Quatsch einfach oft genug wiederholen, damit aus dem Quatsch Wahrheit wird. Dass WoW total casual geworden ist, ist ein sehr gutes Beispiel.

Vor allem fänd ichs mal echt praktisch, wenn ich WIRKLICH nur zweimal die Woche paar Stunden WoW spielen und hinterherkommen könnt. Ist aber halt nicht so. Wenn du was reißen willst fühlt sich das Spiel aktuell eher wie ein Job als eine gelegentliche Freizeitbeschäftigung an.

Wars früher anders? Teilweise. Einerseits waren wir früher jünger und haben uns eher auf die Endlosgrinds eingelassen, andererseits gabs aber auch keinen progressiven Schwierigkeitsgrad, den M+ bringt und man hat das Addon irgendwann einfach durchgespielt gehabt.

Loccorocco

Ja ist es damit ist das Thema ja beendet…

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