Seit dem 1. August 2025 ist Titan Quest 2 im Early Access auf Steam spielbar. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus hat das Spiel schon vorher gesehen, aber bisher ignoriert – insbesondere, weil Diablo 4 wie die bessere Alternative aussah. Die ersten Stunden in Titan Quest 2 haben ihn eines Besseren belehrt.
Was Action-RPGs und Hack’n’Slays anging, war meine Jugend vor allem von Sacred und Dungeon Siege geprägt. Diablo kam erst sehr viel später und Titan Quest ist damals total an mir vorbei gegangen, auch wenn es eine der besten Alternativen zu Diablo ist.
Entsprechend hat mich der Hype um Titan Quest 2 zur Ankündigung 2023 gar nicht abgeholt. Viele Fans waren total aus dem Häuschen, für mich war es einfach nur ein neues Action-RPG, das ich dann 2024 zum ersten Mal live auf der gamescom sehen durfte.
Da hatte ich das Spiel noch sehr skeptisch beäugt. Die Entwickler haben mit mir gesprochen und mich konkret nach meiner Meinung und Verbesserungen gefragt – da war ich schon recht direkt und meinte, Titan Quest 2 wirke einfach zu träge.
Besonders mit Blick auf Vessel of Hatred, die erste Erweiterung für Diablo 4, die ich damals schon vorab gespielt habe, sah Titan Quest 2 nicht so aus, als könne es irgendwie konkurrieren. Path of Exile 2 stand auch in den Startlöchern. Keine guten Vorzeichen.
Jetzt haben wir Zugang zum Early Access bekommen und ich habe den erst einmal ignoriert, bis ich mich am Sonntag dann doch mal aus einer Laune heraus entschieden habe, Titan Quest 2 zu installieren. Zum Glück, sonst hätte ich was verpasst.
Das Intro hat mich abgeholt, die „Klassen“ haben mich gehalten
Ein Grund für die Installation war, dass die Fans total von Titan Quest 2 schwärmen. Normalerweise ist es bei Fortsetzungen nach so langer Zeit oft so, dass die Nostalgie-Brille eher für Kritik sorgt, weil man das Original positiver im Kopf hat, als es wirklich war.
Mit der Neugier und dem Vorteil, dass ich das Spiel nicht mit seinem Vorgänger vergleichen muss, habe ich mich ins Abenteuer gestürzt. Schon nach wenigen Minuten die erste Überraschung: Meine Lehrerin wird von Emma Gregory gesprochen, die auch Minthara und vielen Charakteren in Warhammer ihre ikonische Stimme verleiht. Das hat mich grinsen lassen.
Allerdings fand ich auch den Kampf gegen die Krabben am Anfang schon durchaus befriedigend. Ich habe verschiedene Waffen gefunden, die sich, obwohl sie nur jeweils einen Angriff haben, alle unterschiedlich anfühlen.
Wirklich gehookt war ich dann aber, als ich meine erste Meisterschaft wählen durfte – das sind quasi die Klassen in Titan Quest 2. Hier hat mir das Spiel etwas gezeigt, was mir bei Diablo immer zu kurz gekommen ist.





Ich packe in meinen Zauber und nehme mit …
Das Klassen- und Skill-System in Titan Quest 2 funktioniert so, dass ihr euch eine von aktuell vier Meisterschaften aussucht, die euch mit Fähigkeiten und Passives versorgt:
- Erde: Wirft mit Feuer- und Erd-Zaubern um sich
- Schurke: Kämpft mit Verstohlenheit und Giften
- Sturm: Wirkt Zauber aus Eis und Blitz
- Kriegskunst: Klassischer Fokus auf Waffen und Rüstungen
Statt aber einfach nur Skillpunkte zu verteilen, die die Fähigkeiten stärker machen, sorgen gesteigerte Skills in Titan Quest 2 dafür, dass ich sie mit neuen Effekten versehen kann. Meine Eiszapfen etwa fliegen jetzt nicht mehr einfach nach vorne, sondern verfolgen Gegner oder – wenn keine Feinde da sind – kreisen um mich herum, bis das nächste Ziel auftaucht.
Ich habe noch nicht sehr weit skillen können, aber jetzt schon meine helle Freude daran, mir meine Fähigkeiten selbst zu bauen. Da steckt das Potenzial für haufenweise spannende, verrückte oder viel zu starke Builds drin.
Genau wie im ersten Teil könnt ihr übrigens am Ende zwei Meisterschaften verbinden und erschafft dadurch erst eure „Klasse“. Ich bin gerade ein Schurken-Eiszauberer, der vom Spiel dann passenderweise „Stormblade“ betitelt wird.
Das Klassen-System ist damit dem des ersten Teils sehr ähnlich, nur dass sich Skills dort nicht so entwickelt haben wie in Titan Quest 2. Vor einigen Monaten habe ich den Vorhänger auf Anraten eines Freundes ausprobiert und habe deswegen nun einen sehr direkten Vergleich.
Titan Quest konnte mich aber überhaupt nicht packen und hat mich sogar mit den Skills eher verloren. Das wirkte wie viel Skillen für wenig Ertrag, ähnlich wie bei Diablo stellenweise, und lange Zeit des Levelns, ohne dass sich eine Veränderung bemerkbar macht. Die Spielfreude jetzt in Titan Quest 2 ist direkt da.
Titan Quest 2 ist noch nicht fertig, aber vielversprechend
Aktuell bietet der Early Access von Titan Quest 2 lediglich rund 10 Stunden an Inhalten, die ich vermutlich nicht ganz ausreizen werde. Es macht zwar Spaß, mit den Skills herumzuspielen, und ich werde sicherlich ein wenig mehr experimentieren.
Ähnlich begeistert zeigt sich übrigens auch die GameStar im Vorab-Test.
Allerdings spiele ich nicht gerne den gleichen Content wieder und wieder durch, weswegen ich nach dem Early Access jetzt eher auf die neuen Content-Updates oder sogar den vollständigen Release warten werde, der vermutlich Ende 2026 passieren wird.
Im Moment hat das Spiel noch nicht einmal einen Multiplayer und keine deutsche Lokalisierung. Trotzdem ist es eines der am meisten verkauften Spiele auf Steam in Deutschland.
Abgesehen von den begrenzten Inhalten, die über die nächsten Monate erweitert werden – es hieß, ein großes Update rund alle 3 Monate – wirkt Titan Quest 2 aber jetzt schon sehr stabil. Die Grafik ist außerordentlich hübsch, die Atmosphäre stimmig, das Gameplay langsamer als Diablo, aber dadurch etwas „bedeutender“, spannender, weniger gehetzt.
Titan Quest 2 wird mich auf jeden Fall noch ein paar Stunden beschäftigen, auch mit dem begrenzten Content. Zumindest bis zum 14. August 2025. Denn da kommt das Spiel, auf das ich schon seit vielen Jahren brennend warte, auch wenn einige meiner Mit-Nerds sich aufregen: Fans bekommen nach 21 Jahren das Remaster für eines der besten Spiele zu Warhammer 40.000, sind jetzt sauer wegen eines Space Marines
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Keine deutsche Sprachausgabe in einem Spiel aus Deutschland.
Ich spiel weiter Diablo.
Man erreicht eine größere Zielgruppe halt eher mit Englisch.
Wobei es unterschiedliche Gründe haben kann, auch der das die Übersetzung aktuell keine Priorität hat, was nachvollziehbar wäre. Oder einer der primären gründe wohl einfach auch sein dürfte das Spiele-Entwicklung primär in Englisch stattfindet.
Aber gut das ist nur Spekulation von mir, meinerseits habe ich damit kein Problem das es im EA nur in Englisch ist.
Nicht nur das, nur 12 std Spielzeit fürn Game für 30 Euro, ich rieche Scam.
Nennt sich Early Access, ist so etwas neues das es erst seit ca. 10 Jahren vermehrt gibt. Entwickler bieten da ihre Software in einer Art langen Beta an für die man Zugang zahlt, um a) aktiv an der Entwicklung teilzunehmen mit Feedback, weshalb man kein Spiel das zu 90% fertig ist in den EA schickt, und b) den Entwickler finanziell unterstützt, da so ein Spiel manchmal 5+ Jahre entwicklung frisst und daher eine riesen Investition ist.
Ich würde auch erstmal ein funktionierendes Produkt für eine breite Masse produzieren bevor ich mich um Extra Features kümmere. Ist einfach Wirtschaftlicher, auch wenn es natürlich nervt wenn man die Sprache dann nicht spricht.
“Titan Quest 2 wirke einfach zu träge.” Ich errinnere mich noch an die beta von Diablo 4 und dachte mir nice endlich mal Gegner und nicht wie bei 3 nur loot Pinjatas, mittlerweile ist D4 ja genauso geworden und mein Interesse schwindet stark. Titan Quest 1 war damals schon cool obwohl ich es damals auch erst Jahre nach dem Release überhaupt entdeckt habe erkannte ich sofort die Quali von dem Spiel.
Hatte auch ein sehr angenehmes Spielerlebniss mit TitanQuest2. Erde macht richtig Laune! Etwas verwundert war ich nur irgendwann darüber, dass ich beim zaubern ständig Lebenspunkte verlor. Tja, war ein Nebeneffekt von an den Skills herumspielen- mehr Schaden aber auch einen Nachteil mit dabei.
Gefällt mir. Fühlt sich so insgesamt alles wertiger an. Auch der Kampf mit dem Greifen war toll und schön herausfordernd.