MeinMMO-Dämon Cortyn versinkt mit der Switch 2 gerade in den Zelda-Spielen – und stellt dabei fest, wie nervig Erfolge in anderen Spielen sind.
Die Zelda-Spiele auf dem Nintendo 64 waren damals ein großer Teil meiner Jugend. Ich habe Ocarina of Time geliebt, nachts heimlich viel zu lange Majora’s Mask gespielt. Später dann Twilight Princess mit einem Geschwister durchgezockt und in meiner ersten WG mit meinem Mitbewohner auch noch Skyward Sword.
Bei mir wohnen auch heute noch die beiden Zelda-Raps von Starbomb mietfrei im Kopf (die es zum Glück noch auf YouTube gibt).
Zelda – oder eher Link – begleitet mich also schon mein ganzes Leben. Als für die Switch 1 dann Breath of the Wild und Tears of the Kingdom erschien, juckte es mir in den Fingern – aber ich fand die Optik auf der Switch 1 nicht ansprechend genug, um den Kauf zu rechtfertigen.
Jetzt habe ich das mit der Switch 2 nachgeholt und mir direkt die beiden Zelda-Spiele gekauft. Und sie lehren mich etwas, das ich im Grunde schon lange gefühlt habe, aber jetzt auch deutlich formulieren kann: Beim Nether, Achievement-Systeme sind so ätzend.
Wie Achievements vom Spiel ablenken
Dabei ist es egal, ob ich gerade einen extrem fordernden Bosskampf in Clair Obscur Expedition 33 bewältige oder der emotionalen Story von Lost Records: Bloom and Rage folge. Sobald irgendein wichtiger Punkt im Spiel erreicht ist, gibt es ein lautes „Pling“, das mich automatisch an den oberen Bildschirmrand schauen lässt, wo die Trophäe eingeblendet wird.
Ein kurzer Augenblick, der maximal 1-2 Sekunden dauert. Die Intention ist das Triggern des Belohnungszentrums. Ich habe etwas „erreicht“ und etwas „verdient“ – nämlich die Trophäe. Das soll mir einen kurzen Dopamin-Kick geben.
Doch diese „Belohnungen“ haben einen Nachteil. Sie reißen mich jedes Mal aus der Spielwelt und der Erzählung der Welt raus. Der Erhalt von Trophäen ist nicht-diegetisch und in den allermeisten Fällen ist mit der Trophäe auch absolut nichts verbunden außer dem Erreichen eines bestimmten Punktes im Spiel oder dem Ausführen einer bestimmten versteckten Aktion zum richtigen Zeitpunkt.
Jedes Mal, wenn es eine Trophäe gibt, ist das ein kurzer Moment, in dem ich aus der Spielwelt gerissen werde. Ein kurzer Augenblick, in dem mich meine PlayStation oder Steam daran erinnert, dass ich ja ein Spiel spiele und da Dinge „abschließe“. Eine versteckte oder sichtbare Check-Liste, die mir sagt, wann ich alles gesehen und erlebt habe.
Übrigens: Die Kollegen von der GameStar haben ein sehr lohnenswertes YouTube-Video über das Zelda-Phänomen gemacht.
Zelda ist ein reines Erfolgserlebnis, das keine Erfolge
braucht
The Legend of Zelda braucht das alles nicht und das habe ich in den letzten Tagen deutlich gemerkt. Denn Zelda (oder Nintendo im Allgemeinen) hat kein Erfolgs-System.
Natürlich hat man auch in Zelda „Erfolgserlebnisse“. Wenn ich einen versteckten Schrein gefunden oder einen der großen Tempel gemeistert habe, winkt zumeist ein neuer Ausrüstungsgegenstand oder eine Fähigkeit.
Die „Erfolge“ in Zelda sind Teil der Spielerfahrung. Ein Erfolg ist nicht, dass mir ein Overlay anzeigt, was ich tolles errungen habe, sondern die viereckigen Bomben, die an Abhängen nicht mehr runterrutschen oder das heiße Feuerschwert, das Frost-Feinde mit einem Schlag besiegen kann.
Eigentlich hatte ich Open-World-Spiele satt. Eigentlich war ich ablehnend gegenüber dem „Deine Waffen gehen nach X Schlägen kaputt“-System. Eigentlich dachte ich, ich wäre aus Zelda irgendwie rausgewachsen.
Aber Breath of the Wild zeigt mir gerade, dass das nicht der Fall ist. Das Spiel hat mir schon nach wenigen Tagen einige spannende Dinge gezeigt, die ich ansonsten wohl noch lange nicht begriffen hätte. Die riesige, frei zugängliche Welt, in der man einfach drauflos marschieren kann, egal wohin mal will – auch wenn das heißt, da das eine oder andere Mal auf Feinde zu treffen, die mit einem Schlag gleich mehrere Leben aus Links Leib prügeln. Vielleicht hätte ich mir die Lehre aus dem Song zu Herzen nehmen sollen:
Doch wie kaum eine andere Spielwelt ist The Legend of Zelda einfach „rund“ und das vollkommen ohne Erfolgssysteme. Auch wenn ich viele Entscheidungen von Nintendo ein wenig fraglich finde, aber so ein Achievement-Feature nicht zu haben, gehört eindeutig zu den besseren.
Und „Tears of the Kingdom“ liegt hier auch schon bereit, wenn ich dann irgendwann mal mit Breath of the Wild fertig bin.
Wann das so weit ist? Keine Ahnung. Ich habe ja keine Achievements, die mir verraten, wie weit ich schon bin.
Meine Lehre daraus: Den Erhalt von Trophäen und Erfolgen aktiv als Option ausblenden, wo auch immer das geht. Seit ihrer Einführung haben sie für mich Spiele immer mehr entwertet. War man am Anfang noch positiv eingestellt, weil – seien wir mal ehrlich – Sammeln auch irgendwie was Tolles ist, hat sich das rasch abgenutzt. Denn in den allermeisten Fällen sind Erfolge eben kein Teil der Spielerfahrung, sondern schlicht etwas Aufgesetztes, das über das eigentliche Spiel gestülpt wird, um einen weiteren Dopaminkick auszulösen.

Zumindest für mich macht es die Spielerfahrung so viel besser und immersiver. Denn kein aufblinkendes Pop-Up kann das Erlebnis aufwiegen, diesen riesigen, schneebedeckten Berg mit Frostschutztrank nach einer Stunde erklommen zu haben, um mich dann mit einem Gleiter von diesem zu stürzen.
Ich möchte keine Erfolge mehr in meinen Spielen, nur damit es Erfolge gibt. Ich will keine Listen mehr, die sich nach „abarbeiten“ anfühlen und vor allem will ich kein nerviges „Pling“, das mich alle halbe Stunde kurz aus dem Spielerlebnis reißt und damit genau das Gegenteil von dem erreicht, was ich eigentlich will: In eine Welt eintauchen können und alles andere für diese Zeit vergessen.
Open-World-Spiele kann man sich aber auch wunderbar kaputt machen – das kriegt unsere Mary oft hin.


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Erfolge deaktivieren und die Listen zu den Trophäen/Achievement nicht durchschauen und schon ist es wie früher.
Das Problem beim herausreissen aus der Spielwelt hatte ich aber noch nie.
Ich sitze halt auf dem Sofa und steuer eine Figur mit einem Plastik Teil. Das habe ich halt schon irgendwie ständig im Hinterkopf. Da hat mich das aufploppen nie wirklich gestört.
Seit längerem habe ich diese aber deaktiviert.
Früher habe ich die Spiele beiseite gelegt wenn ich das Gefühl hatte ich habe genug von der Welt gesehen.
Irgendwann kamen dann die Erfolge und da habe ich mich oft ertappt wie ich in die Erfolge schaute und dann sah:
“Ach hier noch das und dort noch dieses dann habe ich 100%”
Mittlerweile dauern aber auch Action Adventure ihrer 50+ Stunden und sind sehr oft gestreckt und damit für mich irgendwann langweilig.
Da fing ich mich dann an zu fragen ob ich denn die 100% überhaupt benötige? Von der Welt hatte ich ja genug gesehen und sollte dann trotzdem noch 10 weiter Stunden darin verbringen.
Ich Spiele auch heute noch Spiele auf Platin aber das sind dann Spiele die ich extrem gerne Spiele z. B die Darksiders oder Resident Evil Reihe.
Die könnte ich Rauf und Runter Spielen. Letztes Spiel war Clair Obscure, da musste ich nur noch ein paar Füsse Sammeln und einen Angriff mit Sciel machen.
Alles andere hatte ich schon automatisch durchs spielen ohne auf die Erfolge zu schauen.
Mir sind Erfolge egal, ich besitze nur eine Platin Trophy auf PlayStation, und selbst die ist geschummelt, weil ich da Hilfe brauchte 😀 Das Aufploppen stört mich auch nicht, man gewöhnt sich auch irgendwann dran und ignoriert es gekonnt. Kann aber Gamer wie dich verstehen, die das nervt.
Btw: Liebe für Majoras Mask <3
Bin das ganz deiner Meinung.
auch das deaktivieren usw ist nicht das selbe. Man hat es einfach im Hinterkopf.
mag es auch, dass man bei der Switch 2 drauf verzichtet hat ☺️
Man kann die Benachrichtigungen auch deaktivieren…habe ich gehört. Aber ernsthaft, ich habe vor Jahren das Pling auf der PS und Xbox deaktiviert, da die „Erfolge“ für mich nie einen Mehrwert hatten/haben. Hin und wieder schaue ich mal rein, doch im Spiel lasse ich mich davon niemals stören und dieses Spiel muss nicht zwingend ein Zelda sein 😉🤪
Ich liebe Achievements und sammel sie auch aktiv, aber trotzdem vermeide ich es bewusst, sie mir vor dem ersten Spielen anzuschauen. Den ersten Playthrough mache ich meistens „blind“, treffe Entscheidungen nach meinem eigenen Empfinden und versuche, Geheimnisse selbst zu entdecken. Gefolgt von einem zweiten oder dritten Durchlauf für Cleanup. Wenn ich das so lese, müsste ich vielleicht mal probieren, die Popups für den ersten Playthrough zu deaktivieren 🤔
“Achievements sind scheiße” (Zitat des Artikelauthors; fünd ich lustig, wenn die Ausdrucksweise jetzt angeprangert wird),
“Achievements sind unnötig”
“Achievements entwerten Spiele”.
Deine Meinung, als allgemeingültige Feststellung verpackt. 1A objektiver Journalismus.
Guten Morgen und herzlich willkommen in einem Artikel, der dick als “Meinung” gekennzeichnet ist.
Selbst wenn man das Label oben übersieht, kann man das sehr leicht durch Worte wie ich “Ich” oder “Für mich” erkennen, dass es sich dabei um einen Meinungsbeitrag handelt, der subjektiv ist.
In diesem Sinne: 1A Textverständnis.
“Ich möchte keine Erfolge mehr in meinen Spielen, nur damit es Erfolge gibt.”
Da kannst du aber auch bei WoW anfangen. 😉
Achievements sind sinnvoll wenn sie Impact haben. Ja, es gibt Spiele da wird man damit zugeworfen, und dann wirds einfach nur beliebig und es gibt Spiele mit aussagekräftigen Achievements die zb dazu genutzt werden eine Gruppe zusammenzustellen, oder auch um damit anzugeben 😉
Bei WoW gehen mir schon lange alle Erfolge auf den Zeiger, die nicht irgendetwas Sinnvolles mit sich bringen, wie etwa einen Titel, ein Spielzeug, etc.
Erfolge nur um eines Erfolgs willen, damit eine Zahl größer wird, die absolut nichts bringt … find ich schon länger ätzend.
Mein bestes Beispiel ist immer noch GW1.
“Gott unter Sterblichen” war Archievment und Titel – war sehr schwer zu erringen (da kenn ich nichts annähernd vglbares in anderen Spielen), wurde auch spieleweit gepostet.
Gab sogar einen Geldtitel, auch da hatte sich GW1 was interessantes ausgedacht. Wer sehr viel Gold hatte, konnte den machen. Dazu musste man entweder Großhändler sein oder Speedclear Spieler oder seeeehr viel Ausdauer. Dann gabs ein nach Rang gestaffeltes Emote, wo Waffen (bis zu 4) aus dem Himmel fielen und eine Trophäe bildeten.
PvP gabs auch was, ein weithin sichtbares Emote, rangabhängig.
Nie wieder in Spielen gesehen sowas, leider auch nicht GW2. Lustigerweise konnte man seinen Gott Titel in GW2 übernehmen, aber keiner konnte ihn in GW2 ablegen, verrückt.