LoL: EU-Team beschwert sich – Konkurrenz-Team soll Spieler illegal abwerben

Das Team MAD Lions wirft seinem League of Legends-Konkurrenten G2 Esports Manipulation von Spielern anderer Teams vor. Das ist nach den Statuten von Riot Games nicht erlaubt. MAD Lions und auch andere Teams der LEC fordern nun eine Überarbeitung der Regeln.

Was passiert gerade in der LEC? Die Organisation MAD Lions hat beim Treffen zwischen den Teams der LEC und Riot Games dem Konkurrenten G2 Esports Manipulation vorgeworfen. MAD Lions forderte zudem eine Überarbeitung der Manipulations- und Abwerberegeln in der Liga. Das berichtet die Webseite DotEsports.

Die Treffen fanden angeblich am 2. und 3. September statt: In einer Abstimmung entschieden sich 8 der 10 Teams für eine solche Überarbeitung. Dagegen stimmten G2 Esports und Team Vitality. Vitality argumentiert jedoch damit, dass die bisherigen Regeln gar nicht korrekt durchgesetzt würden, heißt es im Bericht der E-Sport-Seite.

Alle 3 Teams lehnten ein Statement gegenüber DotEsports ab. Riot Games gab jedoch bekannt, dass keine offizielle Beschwerde zur Manipulation von G2 Esports eingereicht wurde, der man nachgehen könne.

G2 sucht angeblich Ersatz für Rekkles, gräbt verbotene Spieler an

Worum geht es konkret? Welche Spieler genau manipuliert oder abgeworben werden sollen, ist nicht klar. Allerdings gibt es das Gerücht, dass sich G2 Esports von ihrem AD-Carry Martin “Rekkles” Larsson trennen möchte.

Als Ersatz für Rekkles wiederum soll G2 Esports unter anderem an Matyáš “Carzzy” Orság interessiert sein, dem AD-Carry von MAD Lions (Titelbild). Der steht aber noch bis November 2021 unter Vertrag und darf frühestens zur Off-Season im November wechseln.

Wie es mit G2 Esports 2022 generell weitergeht, ist bisher unklar. Für das Team, das die letzten Jahre LoL in Europa dominiert hat, lief es dieses Jahr nicht gut. Sie verpassten die Qualifikation für die Worlds 2022.

  • Der Midlaner Caps hat eine Vertragsverlängerung bis 2023 bekommen und bleibt G2 Esports erhalten.
  • Die Zukunft der anderen Spieler und auch von Trainer GrabbZ, der seit 2017 das Team anführt, ist noch nicht geklärt.
Lol Rekkles traurig
Rekkles steht derzeit in der Kritik. Sein Spielstil soll nicht zu G2 Esports passen.

Regelkatalog soll Manipulation und Abwerbung verhindern

Wie sehen die bisherigen Regeln aus? Im Global Penalty Index von Riot Games ist genau geregelt, was erlaubt ist und was nicht (via Esport-assets.com). Drei Regeln drehen sich dabei um das Thema Abwerbung:

  • Ein Spieler, der einen anderen manipuliert, um ihn für eine Mannschaft abzuwerben, bekommt eine Sperre zwischen 5 und 10 Monaten.
  • Auch Nicht-Spieler eines Teams oder deren Tochtergesellschaft dürfen nicht versuchen, andere Spieler abzuwerben oder ihnen eine Beschäftigung anbieten. Die Höchststrafe führt zu einem unbefristeten Ausschluss.
  • Als Drittes dürfen Spieler oder Trainer, ohne die ausdrückliche Zustimmung des aktuellen Teams, nicht um Angebote anderer Teams werben, solange er unter Vertrag steht. Das kann zu einer Sperre zwischen 3 und 15 Monaten führen.

Alle Manipulationsvorwürfe müssen jedoch innerhalb von sechs Monaten nach dem angeblichen Vorfall gemeldet werden.

Kommt Manipulation öfter vor? Es gibt klare Vorschriften von Riot Games, die Manipulation und das Abwerben von Spielern verhindern soll. Oft hört man von solchen Fällen nichts. Allerdings wurde G2 Esports in der Vergangenheit bereits zweimal ein solches Verhalten vorgeworfen.

Wo gab es bereits Manipulationsvorwürfe? G2 Esports war bereits in zwei Aktionen verwickelt, bei denen der Vorwurf von Manipulation im Raum stand:

  • Zum einen gab es 2016 einen Vorfall, bei dem der Midlaner Perkz die Spieler Zven und Mithy “angeworben” haben soll. 10 bis 15 europäische Spieler sollen in einer Art “Geheimen Gruppenchat” gewesen sein, wie Slingshot Esports damals berichtete. Mithy wechselte im Anschluss von Origin zu G2 Esports.
  • 2018 soll Perkz den Top-Laner Odoamne, die Bot-Laner Hjarnan und Upset sowie den Support Wadid manipuliert haben. Darüber berichtete VPEsports. Die LEC dementierte jedoch, dass sie eine Beschwerde bekommen habe.

Bestraft wurden G2 Esports und Perkz für beide Aktionen nicht.

Das Team MAD Lions hat im Sommer 2021 überraschten die LEC gewonnen. Im Team befindet sich auch ein deutscher Spieler:

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Zid

Also v.a. die 3. Regel finde ich Interessant.

Ist diese Regeln überhaupt mit den jeweiligen Rechtslagen in den europäischen Ländern vereinbar? Ich glaube z.B. nicht das man in Deutschland einem Arbeitnehmer verbieten kann sich um einen neuen Arbeitgeber zu bemühen.
Selbst wenn das in deinem Vertrag steht ist das meines Wissens nach nicht rechtens.
Hat ein bisschen was von Leibeigenschaft 😀

Auch haben die Spieler ja befristete Verträge mit Ihren Teams geschlossen. Um dort raus zu kommen, muss man ja sowieso mit dem Team in den Dialog gehen um die Bedingungen für eine Vertragsauflösung zu verhandeln.
Wenn das Team dann “nein” sagt. Bist du ja im jedem Falle sowieso mal an deine Vertragslaufzeit gebunden. So wie es dein Arbeitgeber eben auch ist.
Für die Zeit nach deiner Vertragslaufzeit kann dir niemand, aber auch gar niemand vorschreiben, wo und wann du dich bei wem bewirbst.
Könntest dich als Spieler somit in jedem Falle hinstellen uns sagen: “Also ich habe mit Team B ja nur über die Zeit nach meinem Vertrag gesprochen. Generell wäre ich auch bereit früher zu gehen, aber die Modalitäten soll bitte Team B mit Team A besprechen”

Da Riot bewusst ist, dass das ganze rechtlich sehr fraglich ist, werden die Fälle auch nicht angezeigt, bzw. werden Spieler auch nicht ausgeschlossen.

Mal abgesehen davon: Wer würde das denn anzeigen? Wenn dein Spieler, den du ja offensichtlich halten willst, sich um ein neues Team bemüht. Dafür erhält er dann eine 3-15 Monate Sperre?
Kannst Ihn dann auch gleich gehen lassen.

DDuck

Naja, solche Vorgaben sind im Sport eigentlich Standard: In der Bundesliga, darf Team A auch keinen Kontakt zu Spielern von Team B aufnehmen, ohne sich vorher die ausdrückliche Erlaubnis von Team B eingeholt zu haben. Umgekehrt, darf sich ein Spieler ohne eine entsprechende Freigabe seines aktuellen Vereins auch nicht anderen Vereinen anbieten.

Wirkt zwar irgendwo ein wenig wie Menschenhandel, aber machen wir uns nichts vor: Gerade im Fußball ist es doch kaum noch etwas Anderes als das.

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