LoL-Profi beendet Karriere mit 22 wegen einer Zwangsstörung

Der LoL-Profi und frühere Weltmeister Heo „PawN“ Won-Seok (22) hat bekanntgegeben, dass er seine Karriere als Profi-Spieler in der League of Legends beendet. Er sagt, er leide an einer Zwangsstörung (OCD), die er nicht unter Kontrolle bekommt. Sein Setup müsse genauso sein, wie er wolle. Er dachte, er kriegt es in den Griff – aber es geht doch nicht.

Das ist die Situation: PawN gilt als ein herausragender Midlaner in der League of Legends. Er hatte im letzten halben Jahr aber kein Spiel mehr für sein Team, King- Zone Dragon X, in Korea gemacht. Die haben ohne ihn eine mäßige Saison gespielt und schafften es nicht, sich zu den Worlds 2019 zu qualifizieren.

Bislang dachte man, PawN falle wegen Rückenproblemen aus. Aber dem ist nicht so.

LeBlanc-LoL
PawN war unter anderem für sein Spiel mit LeBlanc oder Fizz bekannt.

Das Setup musste genauso sein, wie er es haben wollte

Das sagt PawN nun: PawN sagt in einem Statement auf Facebook, es tue ihm leid, dass es so lange gedauert hat, bis das Statement zu seiner Pause nun kommt.

Aber bei ihm wurde 2018 eine Zwangsstörung diagnostiziert: Er konnte League of Legends überhaupt nicht mehr spielen, wenn er nicht genau das Setup hatte, das er wollte.

Er begab sich in Therapie, besuchte mehrere Kliniken, aber nichts funktionierte.

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PawN schraubt an seinem Setup rum. Bildquelle FOMOS (via DexertO)

Er dachte schon darüber nach, aufzuhören, aber wollte noch ein letztes Mal versuchen, zu den Worlds 2018 zu kommen. Damals spielte er noch für KT Rolster, ein Top-Team in Korea.

Zu der Zeit fand er ein Setup, das ihn zufriedenstellte. Er dachte, alles wäre okay. Er begann dann 2019 damit für Kingzone Dragon X zu spielen, beendete die Herbst-Hälfte ohne Probleme.

Aber als die Saison im Sommer wieder losging, rechnete er nicht damit, dass ihn die Zwangsstörung wieder erwischt und das auf eine andere Art und so plötzlich.

Es tue ihm leid, dass er die Fans und das Team so enttäuscht hat, aber er glaubt nicht mehr, dass er als Profi weitermachen kann.

Was ist das für eine Zwangsstörung? PawN sagt, er leidet unter OCD (obsessive-compulsive disorder).

Daran erkrankte Personen spüren einen inneren Zwang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Sie können sich gegen diesen Zwang nicht wehren.

Auch wenn das in Comedy-Serien oft humoristisch dargestellt wird, entsteht für die Betroffenen ein großer Leidensdruck.

PawN wurde schon blutjung Weltmeister

Wer ist PawN? PawN gilt als herausragender Midlane der letzten Jahre, wenn er fit war. Gerade seine Plays mit LeBlanc lieferten Stoff für Highlight-Clips.

PawN spielte für mehrere Profi-Teams aus China und Südkorea in der Midlane. Er machte sich schon 2013 einen Namen als „Faker’s Kryptonit“, weil es ihm gelang, den Superstar Faker in der Lane solo auszuschalten. Sowas passierte normalerweise nicht.

Seine von den Resultaten her stärkste Saison hatte PawN 2014, da war er das jüngste Mitglied bei Samsung White. Das Team gewann damals die Weltmeisterschaft in der League of Legends mit ihm als Midlaner.

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Der größte Erfolg von Pawn: Der Gewinn der LoL Worlds 2014.

Grund für Ausfall: „Rückenprobleme“

In den Jahren darauf spielte PaWn für Edward Gaming, KT Rolster und zuletzt für Kingzone Dragon X. Doch in den letzten Monaten nahm er sich eine Auszeit vom professionellen LoL. Den letzten Split in Korea hatte er gar nicht mehr gespielt. Offiziell hieß es, PawN hätte Rückenprobleme.

Ohne PawN konnte Kingzone Dragon X mit seinem Ersatz-Spieler nicht überzeugen und schloss die koreanischen LoL-Liga nur mit mäßigen Ergebnissen an.

PawN wurde in einem Interview 2014 gefragt, ob er ein Roboter sei, weil er so emotionslos wirke. Da sagte er, nein, er sei menschlich. Er schalte nur beim Spielen den Roboter-Modus an.

Er beendet seine Karriere mit 22 Jahren.

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Quelle(n): korizon.netdexerto (Bildquelle)
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