LoL-Profi (23) erklärt, wie hart eSport ist: „Bist du nicht berühmt, wirst du ersetzt“

Der ehemalige LoL-Profi Yan „Letme“ Jun-Ze erklärt, wie hart der professionelle eSport in China ist. Der frühere Profi der League of Legends sagt, wenn man nicht berühmt sei, werde man ersetzt und vergessen. Zudem spricht er von körperlichen Schäden, die durch das harte Training entstehen.

Woher kommen die Informationen? CNN hat das chinesische eSport-Team Royal Never Give UP (RNG) besucht. Dort hat man mit der Team-Managerin gesprochen und mit einem ehemaligen Profi.

Der Fokus des Berichts war es, wie hart die chinesischen Spieler dafür trainieren, erfolgreiche eSport-Profis in Spielen wie DOTA 2 oder LoL zu sein.

Im aktuellen Hype um Gaming durch Twitch und YouTube nehmen einige nur die hohen Preisgelder und Gehälter wahr, um die es im eSport geht. Aber die Realität hat auch Schattenseiten.

So verabschiedete sich RNG im Mai 2019 von Letme.

Die dunkle Seite des eSports

Das sagt der Profi: „Letme“ begann seine Profi-Karriere in LoL als Teenager im Jahr 2014. Zwischen 2015 und 2019 war Letme ein Top-Laner für RNG. Er hat allerdings aus persönlichen Gründen seine Karriere beendet. Jetzt will er Mode-Designer werden.

Wenn er auf seine Karriere zurückblickt, sagt Letme: Es gebe viele positive Seiten, ein eSportler zu sein. Die Karriere biete die Möglichkeit, seinen Traum zu verfolgen.

Aber Letme sagt auch, durch das intensive Training komme es zu körperlichen Schäden, etwa an Kopf und Hals:

„Es ist nicht so gut, wie Leute denken. Wenn du nicht berühmt bist, bist du verloren. Und du weißt nicht, was du machen sollst. Du kannst dann eine andere Karriere einschlagen, aber dann hat dein Körper schon einigen Schaden genommen.“

Letme

Letme sagt, nur berühmte Pro-Gamer erhalten Anschluss-Möglichkeiten, wenn sie sich zur Ruhe setzen, etwa als Kommentator:

„Sie werden vergessen. Wenn du nicht berühmt bist und nichts erreicht hast, wirst du ersetzt.“

Letme
RNG-Topspieler
Die aktuellen Spitzenspieler von RNG.

Von 13 Uhr bis 4 Uhr nachts dreht sich alles um LoL

So sieht der Alltag aus: Die Managerin des eSport-Teams, Bi Lianli, spricht von 14 Stunden-Tagen und das 7-mal in der Woche in der heißen Saison-Phase. Vor der Weltmeisterschaft, den LoL Worlds 2019, hatte sich das Team drei Monate lang mit einem harten täglichen Trainingsprogramm vorbereitet.

Die Spieler von RNG hatten in den 3 Monaten vor den Worlds diesen Ablauf:

  • Sie wachen um 13 Uhr mittags auf und quetschen eine Stunde Solo-Training in die Zeit vorm Team-Training bis 17 Uhr
  • Dann gibt es was zu essen, sie gehen spazieren, nehmen eine Dusche, trainieren wieder ab 19 Uhr
  • Gegen 23 Uhr gibt’s Trainings-Kämpfe gegen andere Teams
  • Schließlich können die Profis dann noch selbstständig trainieren bis 4 Uhr nachts, bis sie dann schlafen gehen

Die Teammanagerin sagt, es sei üblich bis spät in die Nacht zu trainieren: Das sei der gewohnte Ablauf für alle Spieler.

Ein Arzt und ein Physiotherapeut seien anwesend und hätten ein Auge auf die Spieler.

Hat es geholfen? Die LoL Worlds sind mittlerweile gespielt. Bei den LoL Worlds schied RNG trotz des vielen Trainings bereits in der Gruppenphase aus.

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Unser Ziel ist es zu gewinnen, nicht Spaß zu haben

Wer will das werden? Laut der Team-Managerin hat RNG eine Training-Schule in Shanghai, bei der sich jedes Jahr hunderte Teenager bewerben, aber kaum wer schafft es, durchzukommen:

„Unser Ziel ist es zu gewinnen, nicht Spaß zu haben. Jeder will gewinnen. Da kommt es auch zu Gruppen-Druck. Das ist der Grund, warum sich von 100 Leute, die sich einschreiben, fast keiner durchkommt. Der Prozess ist so hart.“

Bi Lianli, Team Managerin RNG

Karriere-Ende bei LoL-Profis mit 24

Wann hören Spieler auf? Die Managerin sagt, die meisten eSport-Athleten in China seien jünger als 22. Viele würden mit 24 aufhören:

„In der Regel gilt ein 24-Jähriger als zu alt, um ein eSport-Athlet zu sein.“

Bi Lianli
LoL-eSport-Alter
Das durchschnittliche Alter, in dem Profi-Spieler ihre Karriere beenden. Quelle: Elias Sports Bureau, via ESPN

Ein Problem sei es weiterhin, dass Spiele aus der Mode kommen können. Dann würden sich Karrieren über Nacht auflösen:

„Wir haben versucht Sportler, die in einem Spiel gut waren, zu einem anderen Game wechseln zu lassen. Aber wir haben herausgefunden, dass es nicht geht. Sie versagten … es ist sehr grausam.“

Bi Lianli
LoL-Weltmeister (22) erzählt von der Zwangsstörung, die seine Karriere beendet
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Meinmmouser
1 Monat zuvor

Na und. Zwingt sie ja keiner, das zu machen.

ParaDox
1 Monat zuvor

Im Tennis, Fußball, Basketball, American Football, Eishockey,… gibt es für jeden der es geschafft hat 1000e die es nicht geschafft haben. Da ist der eSport keine Ausnahme.
Und auch jeder der es geschafft hat muss sich dann erst eine Status eines Messis, Tom Bradys oder Rafael Nadal erarbeiten.

Bodicore
1 Monat zuvor

Ich will keineswegs schmälern oder klein reden was die E-Sporler da auf sich nehmen. Das ist auf jedem Fall eine große Belastung für Körper und Geist.

Beim Leistungssport ist es halt nun mal so.

Man trainiert so viel wie halt der Körper maximal zulässt und gut ist für den Trainingsfortschritt (manchmal sogar halt etwas mehr je nach Sportart).

Eigentlich ist es aber ist in jeder Sportart so, dass man raus ist wenn man es nicht bringt.
Wenn man es bringt, kommt die Berühmtheit aber von alleine.

Klar gesundheitliche Probleme sind sicherlich auch ein Grund (wie in jedem Sport) Dass die Leute so früh wieder aufhören liegt beim E-Sport wohl aber eher im Reaktionsvermögen welches einfach irgendwo nach 20 abnimmt.

Seska Larafey
Seska Larafey
1 Monat zuvor

Nicht nur Körper zulässt, der Geist ist auch wichtig

Das ständige konzentriert sein wird irgendwann sein Tribut einfordern.

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