Microsoft begann mit dem Kauf von Activision Blizzard nur 3 Tage nach üblem Bericht über CEO

Microsoft begann mit dem Kauf von Activision Blizzard nur 3 Tage nach üblem Bericht über CEO

Microsoft plant den Kauf von Activision Blizzard (WoW, Call of Duty, Diablo 3): Wenn der Deal durchgeht, wäre es der größte Kauf in der Geschichte des Gamings. Wie jetzt durch einen Bericht an die Börsenaufsicht der USA, die SEC, klar wird: Der Kauf begann nur 3 Tage, nachdem ein Bericht des Wall Street Journals den CEO Bobby Kotick unter großen Druck gesetzt hatte. Der Bericht macht klar, wie unheimlich schnell die Diskussion über die riesige Fusion eigentlich lief.

Das ist die Situation:

  • Am 18.1.2022 wurde bekannt, dass Microsoft plant, Activision Blizzard zu kaufen. Der Kaufpreis beträgt etwa 68,7 Milliarden US-Dollar.
  • Am 16. November 2021 war ein Bericht des Wall Street Journals erschienen, der dem CEO von Activision Blizzard, Bobby Kotick, unterstellte, er habe von Missbrauchsfällen in der Firma gewusst. Der Aktienpreis von Activision Blizzard sank danach um einige Prozentpunkte.
  • Wie jetzt bekannt wurde, hat der Chef von Xbox schon am 19. November, unmittelbar nach dem Bericht über Kotick, damit begonnen, den Kauf von Activision Blizzard einzuleiten. Er rannte damit augenscheinlich offene Türen ein. Bis zur offiziellen Angabe des Übernahme-Angebots dauerte es dann nur 2 Monate, das war extrem schnell.
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Activision Blizzard erklärt offiziell den zeitlichen Ablauf des Kaufs

Woher stammen jetzt die neuen Informationen? Die neuen Infos sind hochoffiziell. Die Informationen stammen aus einem Brief an die Aktionäre von Activision Blizzard, in denen sie aufgefordert werden, der Fusion mit Microsoft zuzustimmen. Dort gibt es auf Seite 30 einen Abschnitt über „den Hintergrund der Fusion“ (via sec.gov).

Hier wird die genaue zeitliche Reihenfolge des Angebots zusammengefasst:

Am 19. November sprachen Xbox-Chef Phil Spencer und der CEO von Activision Blizzard, Bobby Kotick, miteinander über andere Themen, als Spencer den CEO fragte, ob er am nächsten Tag Zeit für ein Gespräch mit dem Chef von Microsoft habe. Man wolle „strategische Gelegenheiten zwischen Activision Blizzard und Microsoft besprochen“.

Danach lief alles im Tages-Takt ab, verschiedene Gespräche und Meetings auf allen Eben fanden statt. Alles lief erstaunlich glatt durch.

Ende November gab eine Verhandlung über den Aktienpreis: Activision Blizzard konnte Microsoft von 80 $ auf 95 $ hochhandeln. Im Prinzip deutete aber von Beginn der Verhandlungen alles daraufhin, dass beide Seiten ein großes Interesse hatten, dass der Deal zustande kommt.

Das Verfahren wirkt auch stark beschleunigt.

Wenn Bobby Kotick jetzt nicht geht, wird Activision Blizzard mehr Talente verlieren

Jemand wollte Blizzard einzeln kaufen

Was ist noch spannend? Im Bericht findet sich auch eine Passage, dass am 6. Dezember eine Person seinen Wunsch zum Ausdruck brachte, die „Geschäftseinheit Blizzard“ teilweise oder ganz zu kaufen.

Der Vorstand hatte aber Zweifel an der Fähigkeit der Person, eine solche Transaktion zu stimmen. Außerdem fürchtete man, dass es zu Störungen kommen könnte, daher entschied der Vorstand, kein Gespräch mit dem potentiellen Käufer aufzunehmen.

Kotick bekommt statt Rauswurf nun 410 Millionen $

Das macht die Sache besonders: Zwei Monate für eine Fusion dieser Größenordnung ist extrem schnell.

Der Zeitpunkt, dass das Angebot gerade kam, als CEO Kotick unter erheblichem Druck stand, ist ebenfalls auffällig. Kotick hatte in einem Interview erklärt, der Sexismus-Skandal sei nicht entscheidend für die Entscheidung gewesen, Activision Blizzard zu verkaufen.

Wie die Seite Kotaku bemerkt, erhält Bobby Kotick im Falle, dass der Deal durchgeht, etwa 410 Millionen $ Dollar, wenn er seine Aktien abstößt. Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als könnte Bobby Kotick unter dem Druck der Öffentlichkeit und seiner Mitarbeiter zu einem Rückzug gezwungen werde. Da kam offenbar das Übernahme-Angebot zum idealen Zeitpunkt.

In der Darstellung von Kotick klang der Verkauf noch deutlich anders:

Activision Blizzard erklärt, warum sie selbst verkaufen mussten, statt EA zu kaufen

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Daniel

Diese ganzen Shitstorms bei den Spieleschmieden in letzter Zeit sind alle künstlich um die Spieleindustrie zu monopolisolieren. Am Ende gibt es nur noch 2 oder 3 Player die alles kontrollieren. Bzw. die von oben leicht zu kontrollieren sind. Spiele sind ein Werkzeug die Menschen zu erziehen, genau wie bei den Filmen. Dort ist es schon sehr stark zu sehen mittlerweile. Gender, Feminismus usw. Es ist erst der Anfang, Metaverse…alles läuft in eine Richtung.

thoxx

uff, so schnell find ich meinen Aluhut gar nicht

N0ma

Was lernen wir je mieser du als Manager zu deinen Leuten bist desto mehr Geld gibts. Gut die Erkenntnis ist natürlich nicht neu. Aber im Gegensatz zu dem Marketing Bullshit vor dem Vorhang, hat sich hinter dem Vorhang nichts verändert.

HolistischeGesundheit

Interessant. Drei Tage nach dem Shitstorm kommt Microsoft wie ein Engel um die Ecke um Blizzard zu Retten.

Nichts ist auf dem politischen und wirtschaftlichen Parkett in der größenordnung passiert zufällig.

Ich hatte mich eh gewundert warum der öffentliche Focus so auf Blizzard gerichtet wurde.

Mit dem Artikel erscheint einiges im neuen Licht.

lIIIllIIlllIIlII

Spielt eigentlich kaum eine Rolle. Fast 86 % der Aktien befinden sich im Streubesitz. Wer auch immer und warum auch immer welch auch immer geartete Absichtserklärung verlauten lässt… er muss so oder so die Anteile erstmal aus dem Streubesitz aufkaufen. Und die 68,7 sehe ich da noch überhaupt nicht. Der Großteil wird in Indexfonds oder ETF liegen. Die verkaufen so wieso nicht. Und jeder andere, der das Geld nicht braucht und etwas Risikoaffin ist, wird bis zum letzten Tag mit dem Verkauf warten.

Bin gespannt.

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