Im Universum von Herr der Ringe gibt es nicht nur ausgedachte Kreaturen, auch Haustiere wie Hunde bevölkern Mittelerde. Noch lange vor den Ereignissen der Filme wurde ein Tier zu einem mächtigen Verbündeten, der es sogar mit Sauron aufnehmen konnte.
Hunde nehmen in den Filmen zu Herr der Ringe keine wichtige Rolle ein, doch es gibt sie in den Geschichten von Tolkien. Im Ersten Zeitalter, mehrere Tausend Jahre vor der Reise der Gefährten, wurde ein besonderer Hund sogar zu einem Verbündeten der Valar. Das sind uralte Wesen, die vom göttlichen Wesen Ilúvatar erschaffen wurden.
Huan war ein Wolfshund, von dem man nicht weiß, wie alt er wirklich war. Er wurde von den Valar auserwählt und erhielt besondere Fähigkeiten. Darunter waren Unsterblichkeit und die Fähigkeit, niemals schlafen zu müssen. Laut einer Prophezeiung soll er vor seinem Tod dreimal sprechen.
Ursprünglich war er ein Jagdhund von Oromë, einem Valar, der besonders als Jäger bekannt und einer der stärksten seiner Art war. Er gab Huan später Celegorm, einem der Söhne Fëanors. Auch er war ein Jäger und Freund von Oromë, der ihm einiges beibrachte.
Huan war nicht nur ein starker Jagdhund, sondern ein echter Held.
Mächtiger als viele Krieger
Wie verlief das Leben von Huan? Zusammen mit Celegorm und anderen Noldor reiste er nach Mittelerde. Eines Tages fand Huan bei einer Jagd mit Celegorm und Curufin (einem anderen Sohn Fëanors) Lúthien, die Tochter von König Thingol, der in Doriath herrschte.
Sie war auf der Suche nach ihrer großen Liebe Beren. Er befindet sich zu der Zeit mit Finrod, dem König von Nargothrond, auf einer Selbstmordmission: Da Luthiens Vater die Liebe der beiden nicht wirklich akzeptiert, schickte er Beren los, um einen Silmaril, einen der 3 mächtigen Edelsteine, zu besorgen, die sich zu dem Zeitpunkt im Besitz von Oberschurke Morgoth befinden.
Das wissen auch Celegorm und Curufin, die Lúthien gefangen nehmen, um sie als Druckmittel für Thingol zu benutzen, damit er einer Allianz zustimmt. Huan aber half Lúthien. Während ihrer Gefangenschaft sprach sie öfter mit dem Hund.
Huan sprach zum ersten Mal, half ihr zu entkommen und reiste zusammen mit ihr nach Tol-in-Gaurhoth, einer Festung von Sauron, der damals noch ein Leutnant war. Dort war Beren eingesperrt.
Passend zum anderen Namen der Festung, Insel der Werwölfe, mussten Lúthien und Huan gegen ebendiese kämpfen. Als das erledigt war, verwandelte sich sogar Sauron selbst in einen Werwolf, denn eine Prophezeiung besagte, dass Huan durch einen Werwolf sterben wird. Doch auch ihn konnte Huan mit der Hilfe von Lúthien besiegen. Sauron floh und die Liebenden waren wieder vereint.
Auf dem Weg zurück nach Doriath trafen Beren und Lúthien aber wieder auf Curufin und Celegorm, zu denen auch Huan wieder gestoßen ist. Die mittlerweile verbannten Elben griffen Lúthien an, doch Huan verteidigte sie. Sie flohen vor Angst.
Der Tod von Huan
Wie endet die Geschichte von Huan? Beren entschloss sich, weiter nach den Silmarils zu suchen, und schlich sich alleine fort. Huan und Luthien folgten Beren natürlich auf dem Weg nach Angband. Als sie aufeinandertrafen, sprach Huan ein 2. Mal und eröffnete Beren, dass er sich dem Schicksal zusammen mit Lúthien stellen muss.
Beren, getarnt als der Werwolf Draugluin, und Lúthien, getarnt als die Fledermaus Thuringwethil, begaben sich nach Angband, zunächst ohne Huan. Um Angband zu verteidigen und sich vor Huan zu schützen, erschuf Morgoth einen eigenen, mächtigen Werwolf.
Carcharoth stammt von Draugluin, den ersten Werwölfen, ab und wurde mit lebendem Fleisch von Morgoth gefüttert.
Beren und Lúthien schafften es, einen Silmaril zu klauen, doch der große böse Wolf von Morgoth wartete. Er biss Berens Hand, die den Edelstein hielt, ab. Doch Huan half den beiden, indem er die Adler zu ihrer Rettung schickte (wie in den Filmen). Die Liebenden kehrten zurück zu Lúthiens Vater, der die Liebe der beiden jetzt akzeptierte, nachdem er gehört hatte, was vorgefallen ist.
Doch Carcharoth hatte ein Problem: Der Silmaril in seinem Magen verursachte unendliche Schmerzen, weshalb er wahnsinnig wurde und versuchte, die Helden zu jagen. Kurz bevor er das Königreich von Thingol erreichte, schickte Thingol eine Truppe (sich eingeschlossen) hinaus, um den Werwolf zu jagen.
Es kam zu einem letzten großen Kampf der beiden Tiere. Beren und Huan schafften es zwar, den Werwolf zu töten, aber beide starben. Huan sprach zum letzten Mal und verabschiedete sich von Beren und Lúthien.
Huan ist der Beweis, dass sich nicht nur Menschen, Elben oder Zwerge dem Bösen widersetzt haben, sondern auch Tiere. Außerdem repräsentiert er ein zentrales Element der Geschichte: Loyalität. Falls ihr mehr zu Herr der Ringe und Mittelerde erfahren wollt, findet ihr hier eine Übersicht: Herr der Ringe: Alles zur Lore und Geschichte von Mittelerde
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