Dota Underlords und TFT kämpfen mit Problemen – Ist der Auto-Chess-Hype vorbei?

Ende Juni 2019 erschienen die beiden Auto-Chess-Spiele Dota Underlords und Teamfight Tactics. Beide waren zu Beginn sehr erfolgreich, kämpfen jedoch nun mit unterschiedlichen Problemen.

Wie lief der Release der beiden Spiele? Dota Underlords und Teamfight Tactics erschienen beide sehr zeitnah. Das Auto-Chess-Game von Valve startete die Open Beta am 20. Juni, Riot Games zog am 26. Juni mit TFT in Europa nach.

Beide Spiele hatten einen sehr erfolgreichen Release. Underlords erreichte Platz 4 in den Steam-Charts, während sich TFT noch vor dem offiziellen Release den ersten Platz auf Twitch sichern konnte.

Danach konkurrierten beide Spiele um Zuschauer und Spieler, wobei sich schnell ein Sieger herauskristallisierte.

Teamfight Tactics thront über Twitch, Dota Underlords dominiert Steam – Wer gewinnt?

Welches Spiel ist erfolgreicher? Auf Twitch und auch im gesamten medialen Interesse hat Teamfight Tactics über weite Strecken die Nase vorn. Das zeigt auch die unten eingebundene Übersicht von Google Trends.

In den Spielerzahlen kann man hingegen keine genaue Aussage treffen, da es keine gesonderte Zahl für TFT gibt.

Interesse an TFT (blau) und Underlords (rot) bei Google Trends

Doch beide Spiele kämpfen aktuell damit, dass das Interesse zurückgeht:

  • Dota Underlords hatte laut Steamcharts in den letzten 30 Tagen durchschnittlich 32.246 Spieler, im gesamten Juli waren es noch 58.456.
  • Teamfight Tactics hingegen hat laut Sullygnomes in den letzten 14 Tagen 40% seiner durchschnittlichen Zuschauer auf Twitch verloren. Schauten in den zwei Wochen vorher noch 40.000 Menschen am Tag zu, sind es nun nur noch 23.600.

Wo hapert es? Beide Spiele haben am Anfang von einem großen Hype profitiert, der inzwischen ausgelaufen ist. Doch beide haben auch ganz individuelle Probleme.

Dota Underlords hat zurzeit eine Identitätskrise, während Teamfight Tactics viele Neuerungen veröffentlicht, jedoch einen ganz wichtigen Aspekt vernachlässigt hat.

Wir schauen uns deshalb die Probleme der beiden Spiele und ihre Pläne für die Zukunft genauer an.

Dota Underlords in der Identitätskrise

Was ist das große Problem von Underlords? Underlords war von Anfang an sowohl für den PC als auch für das Smartphone entwickelt worden. Doch das führte zu einer echten Identitätskrise.

Während optisch und vom Interface auch in der PC-Version vieles an ein Mobile-Game erinnert, dauern die Runden einfach viel zu lange, um unterwegs gespielt zu werden.

Meistens beschäftigen sich Spieler 10 oder 20 Minuten im Zug oder in der Pause mit einem Handyspiel. Eine Runde Dota Underlords dauert jedoch gerne mal bis zu 50 Minuten. Deutlich zu lange für ein Mobile-Game also.

Dota Underlords Titel

Was passiert bei Underlords aktuell? Auch wenn die Zahlen zurückgegangen sind, befindet sich Dota Underlords noch immer auf Platz 13 der Steam-Charts. Es hat also immer noch eine große Fanbase.

Auch Updates erscheinen weiterhin regelmäßig. Am 30. August hat das Auto Chess eine brandneue taktische Komponente bekommen. Ihr könnt nun Barrikaden und Gebäude errichten, die Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen.

Zudem gab es regelmäßig Balance-Patches.

Wie geht es in der Zukunft weiter? Bald schon soll die erste Season von Underlords beginnen. Dann soll das Spiel auch offiziell den Beta-Status verlieren. Damit einher gehen viele neue Änderungen, darunter:

  • Die Underlords, die bald erscheinen sollen
  • Ein 2v2v2v2-Modus
  • UI-Anpassungen

Die UI-Anpassungen sind dabei besonders interessant, weil sie das Problem, dass sich Underlords zu stark nach einem Mobile-Spiel anfühlt, lösen könnten.

Dota-Underlords

Ist TFT nicht kompetitiv genug?

Was ist das große Problem von TFT? Teamfight Tactics möchte relevant und in Bewegung bleiben, weswegen jede Woche ein Balance-Patch erschien, sodass sich keine Meta zu stark verfestigen konnte.

Eigentlich hätten die Spieler jedoch viel lieber neue Funktionen wie einen Spectator Mode, mit dem sich dann Turniere umsetzen lassen würden, gehabt.

Viele erhoffen sich davon, dass TFT kompetitiver wird.

Teamfight Tactics: Patch 9.17 mit neuem Champ Pantheon ist da – Patch Notes

Kann TFT kompetitiver werden? Wie die Seite Dexerto berichtet, glaubt Jack Etienne, CEO von Cloud 9, durchaus an einen Erfolg von Teamfight Tactics im kompetitiven Bereich:

Ich liebe es, mit Riot zusammenzuarbeiten, ich selbst liebe TFT, ich sehe die Popularität des Spiels. Vielleicht sind nicht alle Weichen dafür gestellt, dass TFT für den eSport taugt, aber es gibt in meinen Augen genug Interesse, um ein Risiko einzugehen und sich einzubringen

Doch auch er erwartet dafür einen gut funktionierenden Spectator Mode. Dieser hat aktuell auch höchste Priorität bei Riot Games selbst.

Wie geht es in Zukunft weiter? Für die kommende Woche steht Patch 9.18 bevor. Dieser wird, anders als ursprünglich geplant, nicht den neuen Gegenstand Kampfhandschuhe mit sich bringen. Der Gegenstand soll nun erst mit 9.19 kommen.

Die angekündigten Änderungen an der Item-Verteilung sollen jedoch schon am Donnerstag ihren Weg ins Spiel finden. Sie sollen den Zufall reduzieren, obwohl sie das Spiel noch zufälliger machen:

Teamfight Tactics möchte Zufall beim Loot verringern, indem alles zufälliger wird

Außerdem plant Teamfight Tactics für die längere Zukunft komplette Rotationen von Champions und sogar Klassen und Herkünften, sodass immer Bewegung im Spiel sein soll.

Beide Spiele planen langfristig

Wie sieht die Zukunft von Auto Chess aus? Auch wenn Dota Underlords und Teamfight Tactics beide mit sinkendem Interesse und mit geringeren Spielerzahlen als zu Release zu kämpfen haben, planen sowohl Valve als auch Riot Games langfristig mit den Spielen.

Ihre Pläne für die Zukunft der Spiele sehen interessant aus und adressieren auch die Dinge, die aktuell von den Spielern kritisiert werden.

Spannend wird dabei besonders, ob es TFT gelingt, kompetitiv zu werden und ob Underlords der Spagat zwischen PC und Mobile gelingt. Eine Lösung könnte ein bereits diskutierter Speedmodus wie bei Chess Rush sein, der die Runden auf 10 bis 20 Minuten reduziert:

Chess Rush: Mobile-Alternative zu Dota Underlords und TFT bietet Turbo-Modus an
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