Destiny 2: „Mod-System ist furchtbar“, sagt der Entwickler

Zwei Destiny-Entwickler sprechen Klartext, was bei Destiny 2 schief lief. Beim Versuch, Destiny zu polieren, ist viel der Magie von Destiny 1 verloren gegangen. Vor allem das Mod-System sei einfach furchtbar, sagt einer, der dran gearbeitet habt.

Experten unter sich: Im Destiny Community-Podcast sind einige wichtige Streamer versammelt, die Destiny seit Jahren begleiten. Früher waren sie bei Planet Destiny, aber seit einiger Zeit ist der Podcast selbstständig. Diesmal hatte die Runde zwei der führenden Destiny-2-Entwickler zu Gast:

  • John Weisnewski, den Waffen-Spezialisten,
  • und Josh Hamrick, der für die Balance zuständig ist.

Kein PR-Gerede: Das ist eine andere Atmosphäre, als man sonst von Bungie kennt, wenn die PR-Spezialisten wie DeeJ oder Mark Noseworthy vorgeschaltet sind. Hamrick und Weisnewski geben Einblick in das Design und was dahintersteckt. Es ist eine offene Atmosphäre, wobei auch sie keine Kollegen an den Pranger stellen oder Geheimnisse verraten.

destiny 2 Titan Borealis

Mod-System einfach furchtbar, sagt Entwickler

„Mods sind furchtbar“: Als die Sprache auf die Mods von Destiny 2 kommt, lachen Weisnewski und Hamrick ein wenig und schütteln die Köpfe. Es ist klar, dass sie die Kritik daran gut nachvollziehen können. Hamrick sagt: „Das Mod-System, das wir mit Destiny 2 gebracht haben, war furchtbar. Ich kann das sagen, ich hab dran gearbeitet.“ Das System sei zu kompliziert und einfach schlecht.

Es gab wohl interne Widersprüche. Weisnewski meint zu Hamrick: „Das (mit schlecht und kompliziert) hab ich dir damals schon gesagt“, aber da sei es schon sehr spät gewesen.

Hamrick erklärt: Die Art, wie Mods eingeführt wurden, gab den Entwicklern nicht die Gelegenheit, wirklich das draus zu machen, was es hätte sein sollen. Nun will man das mit dem neuen Wissen überarbeiten und verbessern.

Auf die genauen Ursachen, was beim Mod-System schief lief, wollten die Entwickler allerdings nicht eingehen. Weisnewski sagte: „Der wahre Grund ist es nicht wert, hier drüber zu sprechen. Spiele machen ist einfach schwierig.“

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Rüstung in Destiny 2 schlechter als bei Destiny 1

Rüstung in Destiny 2 wirkt austauschbar: Ein wichtiger Punkt der Kritik war, dass sich Rüstung in Destiny 2 nicht mehr wichtig anfühlt. Es gibt keinen Grund, speziell die Raid-Rüstung zu jagen. Dabei gab es in Destiny 1 fantastische Raid-Rüstungen, die jeder haben wollte.

Die Entwickler stimmen dem zu. Das Problem in Destiny 1 war, dass Rüstungen an bestimmte Eigenschaften gekoppelt waren. Wer auf eine bestimmte Art spielen wollte, musste auch auf eine bestimmte Art aussehen. Wenn man ein „böser, düsterer Motherfucker“ sein wollte, konnte es trotzdem sein, dass man aus Gameplay-Gründen eine regenbogenfarbene Rüstung tragen musste, erklärt Weisnewski.

Bei Destiny 2 wollte man das trennen:

  • Die Waffen sollten das Gameplay beeinflussen
  • Die Rüstung sollte vor allem für „Fashion“ da sein.

Das Problem war, dass man durch diese Entscheidung Rüstung beliebig und austauschbar gemacht hat und sie in Destiny 2 weniger bedeutet. Daher will man hier wieder zurückgehen und die Rüstung wieder deutlich überarbeiten. Offenbar hat man den Fokus auch zu stark auf „exotische Rüstung“ gelegt und die mit Perks überladen – legendäre Rüstung kam dann zu kurz.

Destiny 2 Guardians

Betriebsblindheit ein Problem

Destiny 1, das hässliche Entlein: Hamrick spricht von Destiny 1 als von einem Spiel, auf das man bei Bungie stolz war, das technisch aber ein hässliches Entlein gewesen sei. Destiny 2 sollte glatter, polierter, sauberer werden. Beim Versuch, das Spiel so sauber zu machen, habe man viele Ecken und Kanten abgeschmirgelt und genau das verloren, in das sich Spieler bei Destiny 1 verliebt hatten.

Aber das könne man viel besser sehen, wenn man außerhalb des Gebäudes sei, wo jeder an dem Spiel arbeitet. Denn im Studio denkt man: „Natürlich mögen die Leute das Polierte nun lieber, denn es ist viel besser.“ Aber die Spieler hätten sich in das hässliche Entlein verliebt, weil das fantastisch war.

Wie bei Resident Evil: Hamrick sagt, dass er bei einem anderen Spiel von außen genau die Fehler beobachtet hat, die jetzt bei Destiny 2 passiert sind. Resident Evil 4 habe er geliebt, mit Resident Evil 5 war Hamrick aber sehr unzufrieden, weil das Studio genau diese Politur gemacht hat, die Bungie jetzt bei Destiny 2 unternommen habe.

  • Bei Resident Evil 4 hätten die Entwickler zurückgeblickt und gesagt: „Das können wir jetzt aber viel besser machen, wir wissen jetzt, was unsere Fans mögen!“
  • Bei Resident Evil 5 hätten die Fans das gesagt: „Ihr habt genau das verloren, was ich gemocht habe.“

Offenbar sieht Hamrick klare Parallelen von Destiny zu Resident Evil. Man will jetzt gegensteuern, geht aus den Statements hervor.

Vor einigen Wochen haben wir uns noch genau so eine offene Sprache von Bungie gewünscht:

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