Viele E-Sportler nutzen einen Arm-Sleeve, um besser zu performen – Ist das auch für euch sinnvoll?

Viele E-Sportler nutzen einen Arm-Sleeve, um besser zu performen – Ist das auch für euch sinnvoll?

MeinMMO-Redakteur Dariusz hat sechs Monate Shooter mit einem Arm-Sleeve gespielt. Solltet ihr das auch tun oder ist das sinnlos?

Wer schon mal ein E-Sport-Match geschaut hat, besonders von Shootern wie Valorant, Counter-Strike oder Rainbow Six: Siege, dem sind bestimmt diese komischen Ärmel aufgefallen, die manche Spieler am Arm tragen.

Diese dünnen, stutzen-artigen Nylonstrümpfe heißen Arm-Sleeves und viele Spieler erwarten von ihnen, dass sie die spielerische Performance steigern. Die Bewegungen mit dem Arm sollen durch die Sleeves flüssiger, geschmeidiger sein, als mit einem normalen Pullover oder der blanken Haut.

Doch bringen die Arm-Sleeves wirklich einen Vorteil und ist es auch für Casual-Spieler sinnvoll, einen solchen Sleeve zu nutzen? MeinMMO-Redaukteur Dariusz hat einen Arm-Sleeve getestet und fasst euch hier seine Einschätzung zusammen.

Wer schreibt hier? Dariusz ist der Shooter-Nerd von MeinMMO und testet nahezu jeden Vertreter des Genres – egal ob PvE oder PvP. Den Großteil seiner Gaming-Zeit verbringt er dabei in kompetitiven Shootern wie Rainbow Six: Siege und Valorant. Aber auch Spiele wie The Finals, CoD und Battlefield stehen auf seiner Liste. Einzig Battle Royale und Extraction-Shooter machen ihm gar keinen Spaß – auch wenn sie natürlich trotzdem jedes Mal hoffnungsvoll testet.

Beim Spielen von Shootern verfolgt Dariusz stets das Ziel zu gewinnen und scheut auch nicht davor, hunderte Stunden in Training zu investieren oder Geld für vermeintlich unnötigen Schnickschnack wie extra leichte Mäuse und spezielle Mauspads auszugeben.
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Welchen Zweck erfüllen Arm-Sleeves?

Kurz gesagt: Arm-Sleeves sollen die Performance in Spielen verbessern. Natürlich wird durch einen Fetzen Nylon nicht plötzlich das Aim oder das Spielverständnis besser. Stattdessen besitzen die Sleeves kleine Vorteile gegenüber der blanken Haut oder einem normalen Pullover, die euch helfen können, das Beste aus euren Aim herauszuholen.

Ich habe meinen Arm-Sleeve jetzt ein halbes Jahr getestet und mir sind dabei folgende Vorteile aufgefallen:

  • Arm-Sleeves verursachen weniger Reibung beim Bewegen des Arms als ein normaler Pullover oder die blanke Haut. Die Haut am Arm oder der Stoff eines Pullovers haben einen spürbar größeren Widerstand. Mit einem Sleeve fühlen sich die Bewegungen geschmeidiger und ungebremst an.
  • Die bei den Arm-Sleeves entstehende Reibung ist häufig gleichmäßiger als bei einem Pullover oder der Haut, da sie eine gleichbleibend glatte Oberfläche haben. Pullover haben im Gegensatz dazu gegebenenfalls verschiedene Muster im Stoff eingearbeitet oder schlagen Falten. Auch die Haut kann beim Aufliegen Falten bilden. Da die Bewegungen bei einem Sleeve während des Aimens durch die glatte Oberfläche eine gleichbleibende Reibung aufweist, ist die Präzision beim Aimen weniger Abweichungen ausgesetzt.
  • Es gibt Arm-Sleeves, die den Handballen ebenfalls einhüllen. Wer beim Aimen das Mauspad mit dem Handballen berührt, stoppt sich durch die geringere Gleitfähigkeit der Haut selbst.
  • Bei Mauspads aus Glas, also sogenannten Glaspads, ist ein Arm-Sleeve nahezu essenziell, da die Haut am Glas des Pads „kleben“ bleiben kann – besonders an schwitzigen Sommertagen. Das Spielen mit einem Arm-Sleeve bei großer Wärme ist auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig, aber besser, als am Pad zu kleben oder bei 35 Grad einen Pullover zu tragen.
  • Die Sleeves wirken wie eine Stoff-Schicht zwischen dem Mauspad und dem Arm, die Schweiß vom Mauspad fernhält. Dadurch muss das Mauspad seltener gereinigt werden. Natürlich solltet ihr den Sleeve selbst regelmäßig waschen, doch das ist mit weniger Aufwand verbunden, als bei einem Mauspad (außer bei Glaspads).

Habe ich eine Leistungssteigerung bemerkt?

Ja, ich habe eine Leistungssteigerung durch den Arm-Sleeve bemerkt – aber hauptsächlich in Aim-Trainern. Bei schnellen, durchgehenden Bewegungen mit dem Arm habe ich besonders im Vergleich zu einem normalen Pullover gespürt, dass ich viel besser über das Mauspad gleite.

An den Statistiken des Aim-Trainers sah ich sofort, dass ich meine Präzision bei Schüssen auf kleine Ziele sowie meine Geschwindigkeit beim präzisen Aimen steigern konnte.

In Valorant oder Rainbow Six: Siege ist mir wiederum keine wirkliche Verbesserung aufgefallen. Noch geringer fielen die Auswirkungen des Arm-Sleeves allerdings bei Shootern wie CoD, Battlefield und The Finals auf. Im Winter war mein Arm wärmer, aber das wars dann auch schon.

Auch für Casual-Spieler sinnvoll – aber nur bedingt

Alle Vorteile, die ein Arm-Sleeve bringt, gelten auch für Casual-Spieler. Es ist vollkommen egal, ob ihr E-Sportler seid und an Turnieren teilnehmt oder ob ihr am Abend nur 1–2 Runden eures Lieblingsshooters zocken und entspannen wollt. Die Vorteile bleiben bestehen und dementsprechend sinnvoll ist der Arm-Sleeve – ihr braucht ihn nur nicht.

Ein Arm-Sleeve macht euch nicht plötzlich zum God-Gamer, also warum solltet ihr in beim entspannten Spielen tragen, wenn ihr kein Glaspad habt? Die gefühlt 3 % Leistungssteigerung bekommt niemand mit und euer persönliches Abschneiden interessiert auch niemanden, wenn ihr nicht um ein Preisgeld spielt.

Noch irrelevanter wird der Arm-Sleeve allerdings, wenn ihr nicht nur PvP zockt. Ich habe in den knapp sechs Monaten, in denen ich den Sleeve jetzt genutzt habe, auch Palworld, Helldivers 2 und Neon White gezockt. In diesen Spielen ziehe ich den Sleeve nicht an – wofür auch?

Den Sleeve trage ich wirklich nur, wenn ich kompetitive PvP-Shooter auf dem Glaspad spiele. Für PvE lege ich das Glaspad weg und den Sleeve gleich mit. Auf einem normalen Stoff- oder Cordura-Pad würde ich den Sleeve wohl so gut wie nie tragen – außer, ich jage in Aim-Trainern wieder Rekorden nach und versuche aktiv mein Aim zu verbessern. Dann möchte ich nämlich alle Vorteile der „Gamer-Socke“ spüren.

Ich habe 100 Stunden einen Aimtrainer gespielt, um besser in Shootern zu werden – Doch hat es wirklich was gebracht?

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flyhightrypie

Schreib doch einfach das du beim Shooter spielen gerne Cosplayst. 😘

pinaris1

Im E-Sport mag das sinnvoll sein, um so die letzten Prozente herauszukitzeln, aber zu Hause in den eigenen Wänden, wo es hauptsächlich um Spaß am Spiel gehen sollte, halte ich das für ein wenig albern und übertrieben. 
Was kommt dann als nächstes, ein wenig Adderall einwerfen bevor man ins Matchmaking geht? 😄

Yikes

Ohne Adderall und meine Gamerglasses benutz ich nicht mal den Geldautomat.

N0ma

” Wer beim Aimen das Mauspad mit dem Handballen berührt, stoppt sich durch die geringere Gleitfähigkeit der Haut selbst.”

Mein Handballen liegt auf, aber immer an der selben Stelle. Die Maus beweg ich mit den Fingern. Ist aus meiner Sicht auch die performanteste Methode. Oder?

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von N0ma
Jasmin

Naja die Teile sind ja eh aus dem Radsport geklaut.
Und zeichentablets haben was ähnliches für die hand

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Jasmin
lIIIllIIlllIIlII

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