Anthem hat mehr Geld umgesetzt als Apex Legends, aber es gibt einen Haken

Das neue Online-RPG Anthem steht bei digitalen Einnahmen mit 100 Millionen US-Dollar im Launch-Monat Februar 2019 hervorragend da. Man hat mehr Geld eingenommen als Apex Legends. Doch es gibt einen Schönheitsfehler: Der Cash-Shop von Anthem trägt nur wenig zu den Einnahmen bei.

So gut verkaufte sich Anthem zum Release: Nachdem am Anfang eher negative Zahlen reinkamen, hat sich die Lage jetzt deutlich gebessert:

Es scheint also wirklich so zu sein, wie BioWare schon nach dem Launch meldete: Macht Euch keine Sorgen, es spielen verdammt viele Leute Anthem.

So viel hat Apex Legends verdient: Der neue Battle-Royale-Shooter von Respawn liegt bei einem Umsatz von 92 Millionen US-Dollar, was die digitalen Einnahmen weltweit angeht. Das ist der erfolgreichste Launch-Monat eines Free2Play-Titels aller Zeiten, meldet Superdata.

Anthem hat im Februar 2019 damit 8 Millionen US-Dollar mehr als Apex Legends verdient, obwohl Apex Legends etwa zwei Wochen vor Anthem erschien.

Apex Legends Legenden Titel
Für die Legenden lief es richtig: 92 Millionen US-Dollar zum Launch, das schaffte kein Free2Play-Spiel vor ihnen.

Anthem wegen verkauften Spielen auf diesem Niveau

Das ist der Haken bei Anthem: Superdata meldet, dass nur 3.5 Millionen US-Dollar des Umsatzes im Februar 2019 aus dem „Cash-Shop“ und den Mikrotransaktionen von Anthem kommen.

Der überwiegende Teil der digitalen Einnahmen stammt aus dem Verkauf des Spiels selbst.

Anthem-Cash-Shop-Preise
Hier findet sich wohl zu selten etwas, das Spieler kaufen wollen.

Darum ist das ein Problem: BioWare plant keine kostenpflichtigen DLCs, um Anthem mit neuen Inhalten zu versorgen, wie etwa Destiny. Man will auch keinen zweiten Teil entwickeln wie The Division.

Nach dem Release von Anthem soll das Spiel ausschließlich über den Cash-Shop finanziert werden. Das scheint zumindest im Februar nicht allzu gut funktioniert zu haben.

Zwar starteten Spieler mit einigem Spielgeld in den Februar, hatten also einen Vorrat, bevor sie Mikrotransaktionen nutzen mussten. Doch es scheint auch wenig im Shop zu geben, das sich die Lancer kaufen möchten, wie man Spieler-Reaktionen entnimmt.

Es wird interessant sein zu sehen, wie BioWare auf diese Situation reagiert. In den neuen kosmetischen Truhen werden etwa keine Rüstungs-Skins sein.

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So ist die Situation bei Anthem jetzt: Die Zahlen sagen klar, dass BioWare mit Anthem eine große Spielerbasis erreichen und davon überzeugen konnte, das Spiel gleich zum Release zu kaufen.

Jetzt gilt es für BioWare dafür zu sorgen, aus den Käufern auch aktive Spieler zu machen, die im Spiel bleiben, Spaß daran haben und bereit sind, auch mal was im Shop zu kaufen.

Der Anfang ist für Anthem also gemacht. Das Online-RPG steht finanziell auf einer soliden Basis. Jetzt geht es darum, auf dieser Basis weiter aufzubauen.

Apex Legends Pathfinder traurig titel

So ist die Situation für Apex Legends jetzt: Respawn und EA haben zum Release einen gewaltigen Hype um Apex Legends erzeugt, unter anderem mit der teuer erkauften Hilfe von Star-Streamern.

Diesen Hype konnte Respawn nutzen.

Jetzt wird die Frage sein, ob sie dieses Niveau in den nächsten Monaten halten können.

Denn auch wenn Apex Legends beim Gameplay stark ist, in der „Kosmetik-Abteilung“ scheinen die Entwickler von Respawn noch Schwächen aufzuweisen.

So stehen beide Spiele im Vergleich: Zwar hat Anthem im Februar 2019 mehr Geld umgesetzt als das groß gehypte Apex Legends:

  • doch bei Apex Legends kommt alles Geld aus dem Cash-Shop, der auch in den nächsten Monaten attraktiv bleibt.
  • das Geld, das Anthem mit dem Launch verdient hat, waren einmalige Einnahmen.
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