Ein neues Koop-Spiel verzichtet auf übermächtige Helden, will euch lieber an eure ersten Tabletop-Sessions mit Freunden erinnern

Ein neues Koop-Spiel verzichtet auf übermächtige Helden, will euch lieber an eure ersten Tabletop-Sessions mit Freunden erinnern

Nachdem sie an Titeln wie der Battlefield-Reihe und Star Wars: Battlefront gearbeitet hatten, entschieden sich ein paar Entwickler dazu, sich einem ganz neuen Projekt zu widmen: Wyldheart, einem Koop-Action-RPG, das sich wie die ersten Tabletop-Sessions einer befreundeten D&D-Gruppe anfühlt. MeinMMO-Redakteurin Caro hat mit dem Team gesprochen und bereits erste Einblicke in Wyldheart erhalten.

Ein paar ehemalige Entwickler von DICE, das vor allem für AAA-Shooter wie die Battlefield-Reihe bekannt ist, besaßen abseits ihres Jobs ein weiteres Hobby: Tabletop-RPGs, darunter auch Dungeons & Dragons. 

Wyldheart von Studio Wayfinder ist ein neues Koop-Action-RPG für den PC, das von ehemaligen Entwicklern von DICE, aber auch Mojang Studios und Embark Studios entwickelt wird. Unter diesen Entwicklern befindet sich als Co-Gründer des Studios Dennis Brännvall, der für Star Wars: Battlefront seine Skills als Creative Director zur Verfügung gestellt hatte.

Gemeinsam mit seiner Partnerin Fia Tjernberg und weiteren motivierten Kollegen widmet sich das Team nun etwas ganz anderem als Schusswaffen und -gefechten: einer rustikalen Fantasy-Erfahrung für Freunde, die gemeinsam im Koop eine eigene virtuelle Tabletop-Kampagne erleben wollen.

Ich konnte bereits erste Einblicke in Wyldheart erhalten und sowohl mit Dennis Bränvall als auch mit Marketing Director Erin Bower über ihr Spiel, aber auch über ihre Liebe zum Rollenspiel quatschen. Was ich zusammenfassend vorwegnehmen kann: Wyldheart könnte zu einer starken Möglichkeit für diejenigen werden, die keinen Bock auf Minmaxing haben und einfach einen entspannten Feierabend mit Freunden und einer ungezwungenen Tabletop-Session genießen wollen.

Von einem glänzenden Helden mit dem stärksten Build müsst ihr euch verabschieden

Wyldheart verbindet sämtliche Genres wie das Dungeon-Crawling, Sandbox-Gameplay und Rollenspiel, das vor allem von den Spielern angetrieben wird. Man kann alleine, aber auch mit bis zu 3 weiteren Freunden eine Kampagne starten, um sich gemeinsam ins Abenteuer zu begeben. Auch als Einzelgänger soll man eine balancierte Erfahrung geboten bekommen, allerdings ist das Spiel auf das gemeinsame Erlebnis im Koop ausgelegt.

Bei der Charaktererstellung wird vielen Rollenspiel-Veteranen bereits auffallen: Es gibt keine klassischen Klassen.

Anstatt eines Klassenaufstieges schaltet man mit gesammelter XP mehr Skills frei, die sich auf Abenteuer, Überleben, Dungeonerkundung, Waffenkunst und Magie beziehen.

Bereits bei der Charaktererstellung wird dadurch schnell klar: Hier sollt ihr nicht als tollkühne Helden starten – ihr seid zunächst einfach nur irgendwelche, vielleicht sogar etwas unterqualifizierte, Leute.

Spieler können sich eins von verschiedenen Fantasy-Völkern aussuchen, sowie einen Hintergrund, von dem es ganze 18 Varianten gibt: Darunter gibt es klassischere Beispiele wie einen Verbrecher oder einen Söldner, aber auch etwas andere Kandidaten wie den Schlachter, den Säufer oder den Rattenfänger. 

In Wyldheart geht es weniger darum, einen starken Build zu finden und dann immer mächtiger zu werden. Ja, es gibt Levelaufstiege und bessere Ausrüstungen und Waffen, die man im Spiel findet. Doch wer sich nach starkem Powergaming und Minmaxing sehnt, ist bei Wyldheart am falschen Platz. 

Wyldheart stellt viel mehr die gemeinsame Erfahrung unter Freunden in den Vordergrund, ein geteiltes Spielerlebnis, das sich nicht nur auf taktische Kämpfe bezieht. Neben der Action in Dungeons erinnert Wyldheart einfach zutiefst an gemeinsames Tabletop am Tisch:

  • Es gibt keine Minimap. Egal, wohin man sich begibt, man erkundet einfach drauflos.
  • Das Camp ist nicht nur ein Platz, um die Nacht zu überspringen, sondern ein Ort, wo man gemeinsam Essen zubereiten, seine Ausrüstung reparieren und sich einfach unterhalten kann – natürlich mit passenden Emotes.
  • Wenn ein Charakter permanent stirbt, weil seine Hoffnung komplett verschwunden ist (ja, das ist eine Mechanik), bedeutet das nicht das Ende für den Spieler. Man kann sich einen neuen Abenteurer erstellen und – wenn man es so will – gemeinsam mit der Truppe nach einer Möglichkeit schauen, den gefallenen Helden wiederzubeleben, oder auch nicht.
  • Neben dem Kampf und der Erkundung, sind auch Fähigkeiten wie Belauschen, das Entschlüsseln von Gerüchten und der Austausch mit NPCs wichtig.
  • Auch das Design spielt mit: Wenn man über längere Distanzen reist, hüpfen die Charaktere als winzige Figürchen im Miniatur-Stil über die Map.

Wyldheart glänzt im Koop und will dementsprechend zugänglich sein

Eine Kampagne funktioniert wie ein gemeinsamer Save, an dem die Gruppe weiterarbeitet. Um in der Kampagne weiterzuspielen, müssen aber gar nicht alle Teilnehmer anwesend sein. So kann jemand, der in der Regel mehr Zeit hat, in seiner Kampagne alleine auf Erkundungstour gehen und XP sammeln, auch wenn der Rest seiner Gruppe gar nicht dabei ist.

Wenn die anderen schließlich wieder dazustoßen, profitieren diese auch von der Motivation des fleißigen Spielers und erhalten die gleichen Erfahrungspunkte. Das hilft ungemein bei Freundesgruppen, die unterschiedliche Arbeitszeiten, Hobbys oder andere Verpflichtungen haben und trotzdem an einer gemeinsamen Geschichte teilhaben wollen. 

Auf dieselbe Weise kann jeder auch den Aktivitäten nachgehen, die er oder sie besonders mag, seien es Dungeons, das Quatschen mit NPCs oder das Looten von möglichst vielen Körpern. Kein Spieler muss auf seine Lieblingsspielweise verzichten und kann dadurch sogar die Aufgaben erfüllen, auf die ein anderer vielleicht eher weniger Lust hat.

Tabletop-Rollenspiele haben viele Facetten, doch diese spielen in Wyldheart eine wichtige Rolle

Ich wollte von Dennis Bränvall als Co-Gründer des Studios wissen, was er an Rollenspielen wie Dungeons & Dragons besonders mag und wie sich das in Wyldheart bemerkbar machen wird. Ich war überrascht, wie sehr seine Meinung meiner eigenen ähnelte:

Also, persönlich mag ich den Rollenspiel-Aspekt am meisten. Ich denke, danach kommt der taktische Kampf und das Bewältigen schwieriger Herausforderungen. Aber vor allem genieße ich die spontane Verrücktheit von Tabletop-RPGs und dass alles passieren kann. Ich spiele normalerweise sehr thematische Charaktere, nicht unbedingt stark optimierte Charaktere.

[Er lacht, während ich fröhlich die Hände in die Luft werfe.]

Ich liebe es auch, wenn ich mein Essen verwalten muss, den Zustand meiner Rüstung im Blick behalten muss und solche Dinge. Und ich denke, davon wirst du in Wyldheart eine Menge sehen.

Trotz des recht bodenständigen und sehr entspannt klingenden Ansatzes eines „rustikalen” Rollenspiels bietet Wyldheart weiterhin Herausforderungen. Doch die müssen nicht immer im Kampf liegen.

„‚Rustikal‘ bedeutet für uns nicht nur, dass man als einfacher Bauer spielt und nicht ‚der Auserwählte‘ ist”, erklärt Bränvall in Bezug auf die Frage, wie sie diese Definition genau meinen. „Es bedeutet auch, dass deine Ausrüstung kaputtgeht, dir das Essen ausgeht und dir die Hoffnung schwindet – und es regnet, und das ist echt mies. Aber genau das liebe ich daran! Es sind nicht nur die Monster, die dir schaden, sondern auch andere Dinge.“

Auch wenn ich bereits ein paar erste Eindrücke mit den Entwicklern sammeln konnte, bin ich gespannt, wie sich Wyldheart im Koop mit den eigenen Freunden anfühlt. Das sollte noch eine ganz andere Erfahrung werden. 

Im Gespräch klang es jedoch so, als hätte das Team noch viele weitere Ideen, die es in Zukunft implementieren könnte, wie verschiedene Kampagnen, potenzielle One-Shots für kürzere Runden und mehr. Zunächst stehen jedoch der eigentliche Release und ein wenig Feinschliff an, bevor Wyldheart ein neuer regelmäßiger Treffpunkt für Freundesgruppen werden kann.

Auch wenn ich mich in dem Artikel auf D&D beziehe, gibt es noch viele weitere Tabletop-Rollenspielsysteme, deren Spieler Freude an Wyldheart finden könnten. Hier auf MeinMMO haben wir euch die 9 Spitzenreiter vorgestellt: Laut Entwickler ist D&D das meistgespielte System der Welt, doch daneben gibt es noch 9 weitere Spitzenreiter

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