Horde und Allianz nach 8.2 auf Kuschelkurs – Was bedeutet das für WoW?

Ein neues Cinematic in World of Warcraft legt nahe, dass der Krieg zwischen Horde und Allianz bald ein Ende findet. Doch wäre das überhaupt möglich?

Das neuste Cinematic in Patch 8.2 Azsharas Aufstieg sorgt für viele Diskussionen innerhalb der Community. Es enthält immerhin einige Implikationen, welche die World of Warcraft in ihren Grundfesten erschüttern könnten. Unter den Spielern wird gerade diskutiert, ob Blizzard den „War“ aus Warcraft nimmt und den Krieg zwischen der Horde und Allianz endlich beseitigt.

Was war im Cinematic zu sehen? In der Zwischensequenz ist den Spielern die Rettung von Baine aus Orgrimmar gelungen. Thrall, Jaina, Baine, Shaw und Saurfang finden sich auf den Bergen von Mulgore wieder und betrachten Donnerfels, während sie miteinander sprechen. Vor allem Jaina und Thrall reden über die Vergangenheit und die Kriege, die Horde und Allianz bereits erlebt haben. Wie es ein ewig währender Kreislauf sei, der die beiden Fraktionen immer wieder zusammenführt und dann auseinander reißt.

Frieden als Option für Horde und Allianz

Jaina erinnert daran, dass Horde und Allianz schon einmal Hand in Hand gearbeitet haben und dann unaufhaltbar waren – in Warcraft 3 bei der Verteidigung des Weltenbaumes Teldrassil. Auf Thralls Frage hin, was sich denn dieses Mal verändert haben soll, antwortet Jaina mit „Wir zwei“. Wobei sie das nur in der deutschen Übersetzung sagt. Im Englischen sagt sie „We are“ – ein womöglich weiter gefasstes „Wir“.

Sie spricht damit nicht nur für Thrall und Jaina, sondern auch für die meisten Mitglieder von Horde und Allianz – also auch die Spieler. Immerhin sind all diese Leute inzwischen klüger und reicher an Erfahrungen geworden. Sie haben gesehen, wohin Personen wie Garrosh die Welt gebracht haben und was Sylvanas im Augenblick anstellt.

Jaina hat die Konsequenzen ihrer Säuberung von Dalaran erlebt, in der sie die Blutelfen getötet und vertrieben hat. Beide Seiten haben immer wieder gesehen, wohin der andauernde Konflikt führt und dass die Spirale des Hasses sich endlos weiterdreht.

Es scheint sich immer mehr herauszukristallisieren, dass Sylvanas am Ende der Erweiterung als Kriegshäuptling abgesägt wird – das wird ihr auch bereits klar sein, dass es darauf zusteuert. Es wird immer wahrscheinlicher, dass sie eine eigene Gruppierung gründet und losgelöst von Horde und Allianz existiert, die beide eher friedlichere Pläne verfolgen wollen.

Sylvanas siebt gerade die Leute aus, die ihr nicht loyal zur Seite stehen. Mit jenen, die es tun, wird sie vermutlich eine eigene Gruppierung gründen um einen Plan zu verfolgen, der bisher noch nicht offenbar wurde. Das könnte etwas durchaus positives sein (wie der Schutz gegen die Leerenfürsten) oder auch der Weg des Lichkönigs, dass einfach alles untot sein muss, weil dann herrscht ja auch Frieden (die Anime-Bösewicht-Variante).

Einige Spieler träumen bereits davon, dass ein Ende des Krieges auch Konsequenzen fürs Gameplay haben könnte. So hofft so mancher, dass es gemischte Gruppen gibt und man etwa aus einer kombinierten Gruppe aus Horde und Allianz in Dungeons ziehen kann. Immerhin ist die Sprachbarriere durch Einführung eines Trankes für Rollenspieler bereits gefallen.

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Thematisch würde so eine stärkere Kooperation auch gut in den Rahmen passen. Immerhin sind die Widersacher in World of Warcraft immer mächtiger und die Bedrohungen immer gewaltiger geworden. Nachdem selbst die Brennende Legion keinen dauerhaften Frieden herbeiführen konnte, steht darüber eigentlich nur noch die Bedrohung durch die Leerenfürsten, die sicher in einer kommenden Erweiterung behandelt werden. Das ist der „große Feind“, der bisher nur durch die Alten Götter agiert. Wenn es dieser Gegner nicht schafft, Horde und Allianz in einen Frieden zu zwingen, dann dürften die Chancen dafür langsam aufgebraucht sein.

Was spricht gegen Frieden in WoW?

Allerdings gibt es auch eine Reihe von Argumenten, die gegen eine solch drastische Änderung in der World of Warcraft spricht. Immerhin ist der Konflikt von Horde und Allianz der treibende Motor und einer der wichtigsten Kern-Aspekte des Spiels. Das „Wir gegen die anderen“-Gefühl, das sich bei der Wahl von Horde oder Allianz einstellt, ist eine wichtige Identifikation für viele Spieler. Wenn das nun vollkommen trivialisiert wird, weil Horde und Allianz einfach in einem Topf aus Freundschaft, Liebe und Wattebäuschen landen, würde das so manchen Spieler vergraulen.

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Gleichzeitig gibt es aber auch noch genug Hinweise, die zumindest erahnen lassen, dass ein Frieden nur von sehr kurzer Dauer sein würde. Immerhin gibt es noch die kryptischen Worte von Il’gynoth, die darauf hinweisen, dass er „drei Lügen präsentieren wird“, weil er „bereits am Tisch des Meisters sitzt“. Diese Sprüche beziehen sich auf Anduin, der immer für Frieden einstand. Sollte er wegfallen und sich in irgendeiner Form als Verräter offenbaren, dürften die Friedenspläne schwer werden.

Was ist am wahrscheinlichsten?

Am wahrscheinlichsten scheint zu sein, dass Blizzard hier einen Mittelweg anstreben wird. Also dass der Krieg zwischen Horde und Allianz zwar auf dem Papier ein Ende findet und bei großen Projekten (wie dem Retten der Welt) zusammengearbeitet wird. Einzelne Gruppierungen werden sich aber wohl nicht daran halten, alleine schon im PvP weiterhin sinnvoll zu ermöglichen und das nicht nur als „Spielmechanik“ zu deklassieren.

Wie genau es kommt, lässt sich noch nicht genau sagen. Sicher dürfte aber sein, dass der kommende (mögliche) große Patch 8.3 bereits die Weichen legen wird für das, was in der nächsten Erweiterung aus Horde und Allianz wird. Und das könnte ein weiteres Mal der Versuch sein, Frieden zu schließen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um die größten Feinde gemeinsam zu bezwingen.

Danach kann man sich ja einfach trotzdem wieder aufs Maul geben.

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