Twitch verschärft seine Regeln – Das ist bald im Chat verboten

Beim Streaming-Dienst Twitch gelten bald härtere Regeln im Chat und bei der Benutzung von bestimmten Begriffen. Dahinter steckt die Bemühung, einige Nutzergruppen zu schützen, die sich laut Twitch häufigen Angriffen ausgesetzt sehen, wie etwa Frauen, Mitglieder der LGBQTIA+- oder der BIPoC-Community. Die Regeln betreffen Streamer wie Zuschauer.

Was sind das für neue Regeln? Die neuen Regeln sollen explizit dafür sorgen, dass Belästigung, hasserfülltes Verhalten und sexuelle Belästigung auf Twitch eingeschränkt werden. Dazu verschärft Twitch die bereits bestehenden Verhaltensregeln.

Sie umfassen nun explizit das Verhalten in den genannten Fällen, da laut Twitch betroffene Benutzer unverhältnismäßig oft Opfer von Beleidigung oder Belästigung sind. Die Ausarbeitung hat laut der offiziellen Meldung mehrere Monate gedauert.

Welche Strafen gibt es? Je nach Härte des Vergehens greifen Strafen von einer temporären Kanalsperre bis hin zu permanenten Banns. Letztere können in besonders harten Fällen sogar beim ersten Verstoß verhängt werden.

Twitch will dabei darauf achten, dass sie den Kontext berücksichtigen. In Communitys, in denen ein wenig „gutmütiges Geplänkel“ dazugehört, soll das dementsprechend in die Bewertung einfließen. Außerdem sei für die Härte der Strafe relevant, ob der Benutzer bereits Strafen erhalten hat und wie viele Meldungen von Nutzern oder Moderatoren eingehen.

Strafen für Hassrede und sexueller Belästigung

Das ist jetzt verboten: Im Blogpost gibt Twitch einige Beispiele für Inhalte, die explizit verboten sind und bestraft werden. Die gelten sowohl für Nachrichten im Chat, private Nachrichten als auch Inhalte, die in Streams gezeigt werden:

  • Die Behauptung, dass das Opfer einer gut dokumentierten, brutalen Tragödie alles nur vorgetäuscht hat oder lügt
  • Ermutigung zu DDoS-, Hacking-Angriffen, Doxing- oder Swatting-Aktionen gegenüber anderen Personen
  • Anstiftung zu böswilligen Angriffen auf die Social-Media-Profile einer anderen Person außerhalb von Twitch
  • Emotes sind ein wichtiger Teil unserer Kommunikation, sie können jedoch auch böswillig genutzt werden. Deshalb gilt diese Richtlinie auch für Emote-Kombinationen, selbst wenn sie im Chat ohne zusätzlichen Text verwendet werden.
  • Angesichts ihrer historischen und symbolischen Verbindung mit der Sklaverei und weißen Rassistengruppen in den USA ist das Zeigen der Flagge der Konföderierten verboten.
  • Wiederholte Anmerkungen zur wahrgenommenen Attraktivität einer Person sind verboten, auch wenn sie deiner Meinung nach positiv oder schmeichelhaft sind, falls es Anzeichen dafür gibt, dass sie unwillkommen sind, (d. h. du wurdest aufgefordert, damit aufzuhören, wirst vorübergehend oder dauerhaft im Kanal gesperrt).
  • Anzügliche oder explizite Bemerkungen über die Sexualität oder das Aussehen einer Person sind verboten. Beachte, dass wir für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens keine Ausnahme machen.
  • Das Senden von unerwünschten/unerbetenen Links zu Nacktbildern oder Videos ist verboten.

Dabei setzt Twitch darauf, dass Nutzer von der Melde-Funktion gebrauch machen, um entsprechendes Fehlverhalten zu melden. Ihr findet die vollständigen Verhaltensregeln (via Twitch) und weitere Ausführungen zu den neuen Regeln im offiziellen Blog von Twitch (via Twitch).

Ab wann gilt das? Die neuen Regeln greifen ab dem 21. Januar 2021 und nur für Inhalte, die nach diesem Tag erscheinen. Alle Inhalte wie Clips, die vor diesem Datum entstanden sind, bestraft Twitch nicht nachträglich.

Sexismus und Belästigung auf Twitch

Die neuen Regeln sollen unter anderem Frauen schützen, die auf Twitch schon seit geraumer Zeit angegangen werden. Im Oktober 2020 etwa beschwerte sich die größte Streamerin, Pokimane, dass sie es satt hat, von „perversen Losern“ sexualisiert zu werden.

Pokimane Titel Twitch
Hat die Schnauze voll: Pokimane

Das Problem haben Frauen auf Twitch offenbar häufiger. Laut einem Insider-Bericht soll es sogar bei Twitch intern zu Sexismus kommen. Da ging es darum, dass einige Männer versucht haben sollen, die Streamerin Kaceytron loszuwerden.

Einige der Streamerinnen reagieren auf eine Belästigung mit spitzen Reaktionen. Die Streamerin PaladinAmber etwa verspottet freche Zuschauer, die ihr an die Wäsche wollen, indem sie sie direkt anspricht und ihnen zeigt, wie Fehl am Platz ihr Verhalten ist.

Quelle(n): Twitch
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Serandis

Gerade noch den Artikel über den Blogger gelesen, der im Iran gehängt wurde wegen aufhetzung zu Aufständen, Propaganda und beleidigung des Islams. Diese neuen Regeln sind diktatorische Züge. Ich selber sehe auch nicht ein, warum man Leute beleidigen soll oder kindisch Hetzjagden macht, aber in beiden Fällen geht es darum, dass andere Menschen einen eigenen Willen haben und nicht darauf hören müssen.
Einem Opfer nachzusagen, es lügt, ist Meinungsfreiheit und sollte nicht verboten werden, auch wenn es eine dämliche Aussage ist in gut dokumentierten Fällen.

Was twitch da für Regeln aufstellt ist falsch, nichts anderes. Pure Angst vor Aussagen, die sie deshalb verbieten wollen. Wird langsam zur Farce.

AdellValliere

Informiere dich einmal bitte, was Meinungsfreiheit überhaupt bedeutet. Einem Opfer vorzuwerfen, es würde lügen, um sich selbst zu bereichern ist nämlich nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt.

chris

noch strenger?
man kann gefühlt nichtmal „furz“ schreiben ohne mindestens ein timeout zu bekommen.

Hisuinoi

Das zeigt mir nur das Twitch immer verklemmter wird.
Klar sind gewisse Regeln notwendig.
Aber nur solange auch Twitch selber diese genau befolgt und keinen bevorteilt oder benachteiligt behandelt.

Laut diesen Artikel und bei gewissen Sanktionen merkt man auch eindeutig das doch Sexismus in Twitch verankert ist.
Bevor erst mal andere bestraft werden sollten Twitch Mitarbeiter zur rechenschaft gezogen werden!

Mit einer Kündigung würde ich die nicht bestrafen aber eine saftige Rüge und eine intensive interne Aufklärung bei den Mitarbeiter die nicht fair und nach den Regeln entscheiden.
Und Wiederholungstäter nach dieser Rüge würde ich entlassen.
Ich finde jeder hat eine zweite Chance verdient, da jeder unterschiedliche Ansichten hat und unter umständen ja nicht böse gemeint war.

Ally13

Diese neuen Regeln machen mehr kaputt als sie schützen. Es gibt Communitys, die ihre Streamer regelmäßig mit vermeintlichen Beleidigungen und Bemerkungen necken, was diese aber null negativ sehen, sondern für sie zum liebevollen Umgang miteinander gehören. Wie so ein Insider unter sich.

Unsere Welt verkommt immer mehr zu einer Mimimi-Gesellschaft, in der alles negativ und persönlich aufgefasst wird. Witze, Satire und Ironie ade…

Sanke

Wie ginge das viel einfacher? Indem ein Stremer einen User aus seinem Chat bannen kann wenn er den User nicht haben mag.
Wieso wär das besser? Weil Twitch schon bewiesen hat das „Belästigung“, „hasserfüllt“ und „sexuelle Belästigung“ etwas anderes bedeutet je nachdem um wen es geht.

Solche Regeln sind super für despotisches Verhalten weil man sie sehr frei auslegen kann und in fast jeder Situation nutzbar sind.

N0ma

„User aus seinem Chat bannen kann“
hätte jetzt gedacht das geht, sonst ist es ja relativ leicht einen Streamer rauszuhauen

Sanke

Ja, deshalb braucht es die Regeln nicht ;X.
Das Umgehen wirst du so ja auch nicht los.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Sanke
Kjtten

Und wenn die Streamer dieses „despotische Verhalten“ dann an den Tag legen, indem sie nach belieben bannen, ist das ein deinen Augen kein Problem? 🤔

Btw: Ich könnte schwören dass Channel bans schon existieren.. hat aber halt auch nur begrenzte Wirkung.

Sanke

Also erst einmal, richtig, das gibt es schon… wozu also die Regeln?
Was das verbannen aus dem eigenen Channel angeht, es ist der Channel den dieser User hat und er hat das Recht sich auszusuchen wer da sein darf. Sowas reguliert sich alleine dadurch das jemand der „Trigger Happy“ ist eben sich dann einen schlechten Ruf macht und Leute bleiben von alleine fern.

Kjtten

Und Twitch hat nicht das Recht sich auszusuchen welche Leute sie auf ihrer Plattform haben wollen? Wenn sie damit Leute vergraulen ist es doch ebenfalls ihr Problem, genau wie bei einem einzelnen Streamer.

Sanke

Wenn sie als öffentliche Plattform gelten möchten nein, dann darf nur geahndet werden was auch an einem öffentlichen Platz verboten ist.
Im Gegenzug kriegen sie ja auch Steuerbonis und sind nicht an Verstößen sofort Schuld wie es ein Publisher ist.
Was sie natürlich können ist sich aussuchen wer monetisiert wird mit Werbung, solange es als eigene Sache gehandhabt wird ist das ja np.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Sanke
Kjtten

Für eine international agierende Plattform kann das keine Grundlage sein.
Nutzungsbedingungen werden immer mehr abdecken als örtliche Gesetze, schon allein um dem Problem zu entgehen, im Kontext welchen Landes jemand zu beurteilen ist.

Sanke

Du kannst bei so einer Plattform das lokal umsetzen und dich den Gesetzen der entsprechenden Länder nur für Verbindungen aus diesen Ländern unterordnen, das wird in einigen Fällen doch bereits so gemacht.

edit: Und vielen dank für die angenehme Unterhaltung schon einmal, wir mögen etwas andere Ansichten haben aber ich weiß es zu schätzen wie ordentlich das abläuft :)-

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Sanke
Kjtten

Möglich wäre das mit Sicherheit, doch gerade bei einer Plattform mit so viel internationaler Interaktion wie Twitch wird das mit ziemlicher Sicherheit zu Unverständnis und Streit wegen Ungleichbehandlung führen, wenn jeder im Chat an den Gesetzen seines Landes gemessen wird.
Auch wenn es objektiv alles seine Richtigkeit hat, lässt es sich den Nutzern doch nur schwer vermitteln.

Auch das Reporting von Verstößen wird dadurch ungemein verkompliziert, weil kaum jemand den Überblick behalten kann, was für wen gilt.

Einheitliche Plattformweite Regeln sind da einfach die logische Konsequenz.

Den Dank für die angenehme Diskussion kann ich nur zurückgeben 🙂

Mac31

Ein Streamer kann auch so jeden aus seinen Kanal bannen, wenn er will. Hausrecht halt. Die neuen Regeln bedeuten, das Streamer (bzw. die Moderatoren) User im Chat mit entsprecheden Missverhalten sanktionieren müssen. Ein Streamer ist für die Moderation seines Chats verantwortlich. Chats die entsprechend Ausarten, und der Streamer nicht eingreift, können zum Bann des Streamers führen.

Sanke

Auch hier, jap können sie schon. Daher braucht es die Regeln nicht.
Das man dafür verantwortlich ist keine Dinge durchgehen zu lassen die gegen Gesetze verstoßen ist verständlich (öffentliche Plattform und so) aber mehr sollte auch nicht erzwungen sein weil Twitch ja offiziell kein Verleger ist sollten die das nicht einmal dürfen.

Mac31

Ja die Regeln decken weit mehr ab, als die Gesetze in den meisten Ländern. Hier hat Twitch ein Interesse daran einen Plattformweiten Standard zu etablieren, und nicht für jedes Land nur die jeweiligen Mindeststandards zu erfüllen. Für die Werbekunden ist auch das Image von Twitch wichtig, schlechte Presse wegen einiger User die ihre gute Kinderstube vergessen haben, kann man nicht brauchen.

Sanke

Es trifft doch gar nicht direkt das Image von Twitch, Twitch wurde durch diese Leute oftmals bekannt und das ist es was die Werbekunden an Land gezogen hat.
Abgesehen davon wär es dann noch immer besser das ganze mit so anzusprechen das man mit den Werbenden redet und fragt wo ihre Grenzen liegen und das ganze als Regeln für die Werbung zu geben und wenn einer drüber geht hat er eben weniger die bei ihm Werbung anbieten.

edit: Und vielen dank für die angenehme Unterhaltung schon einmal, wir mögen etwas andere Ansichten haben aber ich weiß es zu schätzen wie ordentlich das abläuft :)-

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Sanke
Mac31

Twitch heute, ist nicht mehr das gleiche Twitch von vor 2 Jahren. Das Image, die Zielgruppe und der Bekanntheitsgrad hat sich verändert. Genauso die Werbekunden. Ja ich weiß, in D laufen hauptsächlich noch Amazon Prime oder Gaming bezogene Clips. Das ändert sich aber gerade, und in manchen Ländern ist hier die Werbekundschaft von Twitch längst weitaus breiter aufgestellt. Twitch ist ein global Player, und ihre Strategie und Regeln sind darauf eingestellt, dem Rechnung zu tragen. Man will und muss weiter wachsen (Bezos hat Twitch nicht zu Spaß gekauft), und das auch in Ländern die weitaus konservativer sind als in Deutschland.

Kjtten

Woher kommt die Info, dass die Streamer/Mods sanktionieren müssen?
Das liefe doch entgegen der Aussage, dass Entscheidungen im „Kontext“ der entsprechenden Channel-Community getroffen werden.

Mac31

Twitch darf nicht verwendet werden, um zu hasserfülltem Verhalten oder Belästigungen auf Twitch oder außerhalb von Twitch anzustacheln oder zu ermuntern, es zu fördern, zu erleichtern oder zu organisieren. Wir werden Communitys, Organisationen und Einzelpersonen, die dies tun, sperren.

community-guidelines

Wenn ein Streamer solchen Treiben, in seinen Chat tatenlos gewähren lässt. Kann er dafür einen Bann kassieren, heute ist Twitch da deutlich konsequenter als dies früher der Fall war.

Kjtten

Persönlich sehe ich da ja den Punkt der Förderung o.Ä. durch rein passive Duldung noch nicht erfüllt, aber da kann man sich sicher auch andere Auslegungen konstruieren.

Wenn das wirklich in größerem Umfang gegen die Streamer angewandt wird würde ich mir an der Stelle wirklich eine eindeutigere Formulierung wünschen.

Mac31

Eigentlich sollte schon der Streamer kein Interesse daran haben, so etwas auf seinen Kanal zuzulassen. Twitch ist heute keine Nerdplattform mehr, sondern hat Werbekunden, die ganz sicher nicht mit so etwas in Verbindung gebracht werden wollen.
Welchen Umfang eine Sanktion gegen einen Kanal hat, hängt sicher von der Gesamtbewertung ab. Twitch formuliert seine Richtlinien nicht umsonst, immer so Kontextbezogen. Aber Streamer die eine toxische Community anziehen, oder es gar darauf anlegen, sollten sich wohl besser überlegen was sie da tun.

Sanke

Wenn man „Nerds“ nicht bewerben könnte dann wär Twitch nie etwas geworden weil dort niemals Wachstum gewesen wär.
Aber Twitch ist verfallen zu etwas das 0/8/15 ist, soweit würde ich zustimmen.

Kjtten

Sicher ist es nicht im Sinne der meisten eine toxische Community aufzubauen, ab einer gewissen Größe lässt sich ein toxischer Anteil aber kaum vermeiden. Bzw ein „grenzwandlerischer“ Anteil.

Und genau bei diesen grenzwertigen Aktionen sehe ich das Problem, wenn von Streamern die Durchsetzung von Regeln erwartet wird, die ihrerseits von Twitch kontextabhängig bewertet werden.

Streamern sollte kein Strick daraus gedreht werden können, dass ihre Einschätzung der Situation in ihrem Kanal anders war (für die Chat-User ohne Konsequenzen blieb), als es Twitch dann eventuell im Nachhinein beurteilt (und den User sanktioniert, und den Streamer gleich mit, weil er es nicht getan hat).

Oder es sollte zumindest explizit klargestellt werden, dass die Streamer zur Durchsetzung der Regeln verpflichtet sind, dann kann man sich darauf einstellen, im Zweifelsfall „härter“ zu bewerten.

Aber es ist halt allgemein schwierig, den richtigen Weg zwischen klaren und situationsabhängig auslegbaren Regeln zu finden. Es wird immer Rufe in die eine oder andere Richtung geben.

Sanke

Persönlich sehe ich“
Wie gesagt kann das alles so ausgelegt werden wie man grade will, deshalb sehe ich die Regeln als nicht gut an.

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