Der Steam Summer Sale lockt aktuell mit zahlreichen Angeboten. Unter den Spielen befindet sich eine besondere Perle namens Eville, mit der MeinMMO-Autorin Jasmin Beverungen ganz neue Erfahrungen machen durfte. Falls ihr nicht wissen solltet, um was für einen Titel es sich dabei handelt, hat euch Jasmin einen Überblick über das Spiel geschrieben. Ansonsten könnt ihr direkt zum zweiten Teil des Artikels rüberspringen.
Wie spielt sich Eville? Seit Ende letzten Jahres ist das Multiplayer-Social-Deduction-Spiel Eville auf dem Markt. Ihr könnt euch den Titel so ähnlich wie das „Werwölfe“-Spiel vorstellen: Eine Gruppe unschuldiger Dorfbewohner wird von Verschwörern infiltriert und muss über mehrere Runden aufdecken, wer aus der Gruppe zu den Übeltätern zählt.
Es gibt nämlich einen Tages- und Nachtrhythmus. Am Tag über gehen die Dorfbewohner bestimmten Aufgaben nach, stellen Fallen auf oder brauen sich Tränke zum Schutz vor den Verbrechern. Jeder Bewohner hat dabei sein eigenes Haus, in das er sich nachts zurückzieht.
Seid ihr selbst ein Verbrecher, müsst ihr jede Nacht einen der Dorfbewohner umlegen. Dazu lauft ihr in die Häuser der (meist schlafenden) Dorfbewohner und tötet diese im besten Fall. Am darauffolgenden Tag wird entschieden, welcher Spieler sich am verdächtigsten verhalten hat und dementsprechend verbrannt wird.

Am Anfang einer jeden Runde wird euch dabei eine zufällige Rolle zugewiesen. Seid ihr auf der Seite der Dorfbewohner eingeteilt, könnt ihr mit einer speziellen Gabe bei der Aufklärung helfen. Der Seher kann beispielsweise magische Fallen aufstellen, die wie eine Art Überwachungskamera fungieren.
Durch die unterschiedlichen Rollen und Tränke, die beispielsweise für das Wachbleiben in der Nacht sorgen, spielt sich keine Runde wie die andere. Doch neben dem abwechslungsreichen Gameplay hat mich vor allem die Community überzeugt.
Was hat mir an Eville besonders gut gefallen? Bevor ihr eine Runde startet, könnt ihr euch entscheiden, auf welcher Sprache ihr den Titel spielen wollt. Entscheidet ihr euch für die englische Community, habt ihr eine größere Auswahl an Lobbies. Doch ich habe mich bewusst dafür entschieden, das Spiel auf Deutsch zu spielen und es nicht bereut.
Dadurch, dass die Community auf Deutsch kleiner war, wurde man über mehrere Abende hinweg zufällig mit Leuten zusammengeworfen, mit denen man bereits gespielt hat. Dadurch haben sich so etwas wie Insider in der Gruppe und kleine Freundschaften entwickelt.
Ein ähnliches Spielprinzip gibt es übrigens auch bei Among Us:
Die Verbundenheit kam unter anderem dadurch zustande, dass das Spiel mit Voice Chat funktioniert. Für schüchterne Personen ist es auch möglich, nur den Chat zu nutzen. Doch gerade durch den Voice Chat fühlte man sich den anderen Personen „verbundener“ und konnte mehr Witze zünden als im Chat.
Dank der Freund-Funktion habe ich die Leute irgendwann hinzufügen und mit ihnen bewusst neue Termine für Spielrunden ausmachen können. Die Leute waren sehr zuverlässig und so wurden wir zu einer Spielgruppe. Ein besonders einschneidendes Erlebnis hatte mir gezeigt, wie sehr ich mich auf die Truppe verlassen kann.
Eville hat unsere Truppe zusammengeschweißt
In einer Runde verirrte sich plötzlich eine englischsprachige Person in unsere Gruppe. Wir hatten den für uns Fremden freundlich empfangen und wechselten extra für ihn auf Englisch, damit er dem Geschehen folgen konnte.
Nach kurzer Zeit stellte sich jedoch heraus, dass die Person hatte keine guten Absichten: Ich hatte mich in meinem Haus auf die bevorstehende Nacht vorbereitet. Dort braute ich mir einen Trank, der es mir erlaubte, nachts wach zu bleiben. Dadurch konnte ich potentiellen Mördern entkommen und mich so eine weitere Nacht schützen.

Doch der neue Spieler gesellte sich ebenfalls in mein Haus. Nach anfänglichem „Hi“ und „Wie geht’s“ wurde schnell klar, worauf der Fremde abzielte: Er begann mich plötzlich „Baby“ zu nennen und anzügliche Dinge zu sagen.
Als ich daraufhin aus dem Haus rannte und mich anderen aus der Gruppe anvertraute, entschieden wir uns dafür, die englischsprachige Person sofort rauszuwählen, zu melden und zu blockieren. Unabhängig davon, was für eine Rolle der Spieler eigentlich hat.
In seiner Wut warf der Spieler uns Dinge an den Kopf, die mit unserer deutschen Herkunft zu tun haben, ich hier besser nicht noch einmal wiederholen möchte. Bislang habe ich mich in keinem Moment so verletzlich und geschützt in einem Videospiel gefühlt wie in Eville. Das hätte ich vor dem Installieren des Spiels niemals gedacht.
Die Gruppe hätten den Vorfall ja auch einfach ignorieren oder meine Sorgen nicht ernst nehmen können. Somit ist mir bei Eville vor allem die tolle Community (abgesehen von der einen Ausnahme) im Gedächtnis geblieben.
Das Traurige an der Geschichte: Leider hat sich unsere Truppe mittlerweile aufgelöst und wir vergnügen uns in anderen Spielen. Ich denke heute noch oft an den Vorfall und daran, was vielleicht aus der Gruppe geworden ist. Denn so freundliche Menschen habe ich selten in einem Spiel gesehen.
Aktuell ist Eville zu einem Preis von 5,99 Euro statt 14,99 Euro erhältlich. Weitere Infos zum Spiel findet ihr auf MeinMMO: Fans von Among Us feiern neues Multiplayer-Spiel auf Steam – Jagt Axtmörder in einem malerischen Dorf
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