Nach 25 Beschwerden und VR Pornos im Büro: Der „Goldjunge“ von Xbox Kinect und HoloLens verlässt Microsoft

Nach 25 Beschwerden und VR Pornos im Büro: Der „Goldjunge“ von Xbox Kinect und HoloLens verlässt Microsoft

Alex Kipman, der Technikexperte bei Microsoft, der unter anderem Xbox Kinect und die „Mixed Reality“-Brille HoloLens erfunden hat, verlässt die Firma. Er galt als „unantastbarer Goldjunge“ beim Konzern. Offiziell verlässt Kipman Microsoft aus eigenen Stücken und wegen einer „Restrukturierung“, allerdings wurden gegen ihn wohl schwere Vorwürfe erhoben.

Wer ist der Entwickler? Alex Kipman, der brasilianische Tech-Experte bei Microsoft, wird die Firma nach 21 Jahren verlassen. Mit Xbox Kinect und der HoloLens hat sich Kipman insbesondere im Bereich Augmented Reality einen Namen gemacht. 

Sein Abgang wurde bekannt, nachdem Geekwire eine interne eMail zugespielt wurde. In dieser Mail spricht der Leiter der Abteilung für Cloud und KI bei Microsoft, Scott Guthrie, von „Restrukturierungs-Maßnahmen“, in dessen Folge Kipman seinen Posten räumen wird.

Was sind die Gründe für den Abschied? Guthrie dankt in der geleakten Mail Kipman für seine „Vision“, seine Erfolge bei Microsoft, sowie für seinen Beitrag bei dem Metaverse-Projekt von Microsoft. Doch jetzt sei „der richtige Zeitpunkt“ für Kipman, sich neuen Herausforderungen abseits von Microsoft zu stellen.

Diese freiwillige Kündigung von Kipman sei somit nach einem Austausch in den letzten Monaten passiert, heißt es in der Mail. Der HoloLens-Entwickler soll noch 2 Monate bei Microsoft bleiben.

Was in dieser Mail allerdings nicht hervorgeht, ist, dass gegen Kipman schwere Vorwürfe erhoben wurden. In einem „Business Insider“-Artikel vom 25. Mai wurde Kipman als „unantastbarer“ Mitarbeiter und „Goldjunge“ bei Microsoft bezeichnet, weil er trotz zahlreicher Beschwerden und vielen angeblichen Vergehen seinen Job behalten durfte.

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Bericht: Frauen sollten nicht alleine in der Nähe von Kipman gelassen werden

Was waren das für Beschwerden? Kipman wurde vorgeworfen, oft sexuell übergriffig geworden zu sein.

Die Zusammenarbeit mit Kipman soll so schlimm geworden sein, dass mehr als 25 Mitarbeiter gemeinsam einen Bericht zusammengestellt haben, in dem all seine Übergrifflichkeiten und unangebrachten Verhaltensweisen aufgezählt wurden. Dieses Dokument ging an Microsoft-CEO Satya Nadella.

Drei Quellen zufolge warnten Manager sogar andere davor, Frauen mit Kipman allein zu lassen. Er soll unter anderem einer Frau ungefragt die Schulter massiert haben. Als sie versuchte, ihn zu stoppen, machte Kipman trotzdem weiter, was sie als „sehr unangenehm“ betrachtete.

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Das Wort „unangenehm“ wurde von einer Quelle auch für einen Vorfall mit VR-Pornografie verwendet. An einem Abend im Jahr 2015, als das Mixed-Reality-Team des Unternehmens mit einem Prototyp experimentierte, soll Kipman ein VR-Headset aufgesetzt haben, um es auszuprobieren.

Dabei soll er einen Virtual-Reality-Porno geschaut haben, der eine „offenkundig sexistische Kissenschlacht“ zeigte. Alle Mitarbeiter im Raum konnten dieses Video unfreiwillig auch über einen Monitor im Raum sehen, heißt es im Bericht.

Microsoft kommentiert Vorwürfe nicht

Was sagt Microsoft zu diesen Vorwürfen? Weder in der internen eMail noch auf Nachfragen von Journalisten seit dem ersten Bericht über Kipmans Verhalten hat Microsoft diese Vorwürfe kommentiert.

Microsoft schweigt auch jetzt, wo der geplante Abschied von Kipman publik wurde. Gegenüber Kotaku sagte ein Microsoft-Sprecher lediglich, dass es organisatorische Änderungen im Mixed-Reality-Team gegeben hat und dass Kipman das Unternehmen verlassen wird, um „anderen Interessen nachzugehen“, nachdem er einer zweimonatigen Übergangszeit zugestimmt hat.

Immer wieder überschattet ein Sexismus-Skandal die Industrie. Neben Activision Blizzard, die bald auch Teil von Microsoft sind, gab es unter anderem auch bei Sony eine Klage:

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