Mecker Mittwoch: WoW: Legion und seine Logikfehler

Mal wieder herzlichen Willkommen zu meiner wunderbaren Selbsttherapie! Die BlizzCon ist nun eine Weile her, ich hatte genug Zeit, um alles sacken zu lassen. Immer mehr Informationen zu Legion, dem kommenden World of Warcraft-Addon, wurden bekannt. Während vieles davon gut und interessant klingt, sind andere Sachen doch so an den Haaren herbeigezogen und unlogisch miteinander verknüpft, dass mein Rollenspielerherz zu bluten beginnt.

Achtung, es wird ein bisschen lore-nerdig, ihr wurdet gewarnt.

Kleine Fehler sind nichts Neues

World of Warcraft Charakter

Manche Dinge sollte das Team vielleicht noch einmal gegenlesen …

Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass man bei einem Werk von der Größe wie Warcraft selbst als Autor mal die Übersicht über jeden einzelnen Handlungsstrang oder einige geschichtliche Ereignisse verliert. Für Blizzard ist das auch nichts wirklich Neues, schon früher hat man die bestehende Lore abgeändert oder dementiert.

Man erinnere sich nur an die ursprüngliche Fassung, wo der dunkle Titan Sargeras von den Eredar korrumpiert wurde. Das hat man, nach den zweifelnden Fragen der Lore-Freaks, dann kurzerhand umgedreht, sodass die Eredar von Sargeras verdorben wurden.

Auch an anderer Stelle musste die Community aushelfen, wie etwa zu Cataclysm, als der „Red Shirt Guy“ mal eben Chris Metzen korrigierte, der davon ausging, dass Falstad Wildhammer in einem Buch gestorben sei – was nicht der Fall war.

Falstad zusammen mit dem "Faktenchecker" - eine Ehrung für den Red Shirt Guy.

Falstad zusammen mit dem „Faktenchecker“ – eine Ehrung für den Red Shirt Guy.

Legion setzt die Serie fort

Mit World of Warcraft: Legion scheint die Reihe dieser Lorefehler weiterzulaufen. Ein kleines Beispiel dafür ist die Artefaktwaffe, die aus Frostgram geschmiedet wird. Deren Splitter lagen nämlich – zumindest ist das die aktuelle Fassung – jahrelang einfach so nach dem Tod des Lichkönigs in Eiskrone herum. Das ist nicht nur reichlich bescheuert, eine der mächtigsten Waffen unbeaufsichtigt zu lassen, sondern beißt sich auch mit der Entwickleraussage, dass die Splitter „gut verwahrt und weggesperrt wurden, wo sie keiner findet.“ Da bin ich aber gespannt, wie sie das Rätsel lösen.

Da hat man Arthas' Klinge doch glatt "vergessen". Kann ja mal passieren.

Da hat man Arthas‘ Klinge doch glatt „vergessen“. Kann ja mal passieren.

Viel amüsanter ist da allerdings noch die Geschichte um die Artefaktwaffe des Dämonologie-Hexenmeisters. Diese zitiere ich hier, damit alle wissen, wovon ich rede:

Der Schädel der Man'ari - nicht sehr durchdacht.

Der Schädel der Man’ari – nicht sehr durchdacht.

Bevor die Eredar dem Titanen Sargeras dienten, verfügte einer ihrer größten Anführer, Thal’kiel, über nie da gewesene Kunstfertigkeit mit Beschwörungs- und Bindungsmagien. Von seinem Ehrgeiz getrieben griff er in die Leere und erhielt Wissen über finstere Kreaturen, die nichts glichen, was die Eredar je zuvor gesehen hatten. Sein waghalsiges Streben nach Macht erzürnte den Dämonenfürsten Archimonde, der ihn tötete und seinen Schädel als Warnung vergolden und zur Schau stellen ließ.“

Thal’kiel griff in die Leere, bevor die Eredar dem dunklen Titanen Sargeras dienten. Dies bedeutet, dass die Eredar damals noch keinen Dämonen waren. Das hat den „Dämonenfürsten“ Archimonde aber wütend gemacht – der übrigens auch ein Eredar ist und damit zu diesem Zeitpunkt noch kein Dämon sein konnte.

Selbst wenn man – was aus dem Text nicht hervorgeht – davon ausgeht, dass zwischen dem „in die Leere greifen“ und „Archimondes Zorn“ viele Jahre vergangen sind und die Dämonisierung der Eredar derweil stattfand, dann ergibt die Geschichte noch viel weniger Sinn. Denn dann wäre Archimonde auf einen anderen Dämon wütend gewesen, der nach Macht griff – so, wie alle Eredar es mit der Dämonisierung getan haben.

WoW Archimonde

Archimonde – der einzige Dämonenfürst, der dafür nicht einmal Dämon sein musste.

Um die Kolumne abzuschließen, ende ich mit dem sarkastischen Satz eines guten Freundes, der mich auf die letzte Story aufmerksam machte: „Fünf Lore-Punkte für Gryffindor! Blizzard gewinnt den Schwachsinns-Pokal!“

Autor(in)
Quelle(n): eu.battle.net - Hexenmeister-Vorschau
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