Fortnite: Mega-Event hat 72% weniger Twitch-Zuschauer als 2018 – Hype vorbei?

Im Jahr 2018 war das Pro-Am von Fortnite das am meisten gesehene Event auf Twitch. Im Jahr 2019 verliert das Event 72 % der gleichzeitigen Zuschauer und Fortnite sackt gegen die League of Legends auf Twitch ab. Wir fragen: Ist der Hype um Fortnite vorbei?

Das war das Pro-Am Turnier: Das Turnier fand am Wochenende nach der E3 gleich in Los Angeles statt. Auf der E3 selbst spielte Fortnite kaum eine Rolle, die wollten ihre eigene Party im Anschluss feiern.

Beim Pro-AM traten an:

  • 50 populäre Fortnite-Spieler, die man von Twitch oder YouTube kennt
  • und 50 „Stars oder Sternchen“ aus der Welt der Musik, des Sports oder aus TV und Filmen

Sie bildeten 50 Duos und spielten für einen guten Zweck um 3 Millionen US-Dollar.

Fortnite-Peak-Zahlen-Twitch
Die Monate mit den „höchsten Zuschauerzahlen in der Spitze“ auf Twitch. Quelle: Githyp

So waren die Twitch-Zahlen:

  • 2018 war das Pro-Am das größte Event auf Twitch mit 1,5 Millionen Zuschauern in der Spitze. Das brachte Fortnite damals weit nach vorne
  • 2019 hatte das Turnier im Peak lediglich 472.000 Zuschauer auf Twitch

Man sieht an den Zahlen, dass das Event 2018 ein richtiger Ausreißer war. Dem kam nichts auch nur annähernd nahe.

So wichtig war das Turnier für Epic: Das Pro-Am Turnier von Fortnite war von Epic groß promotet worden. Über Wochen kam die Auflistung der Top-Spieler über den Twitter-Kanal.

Man hatte auch die großen Stars am Start:

  • Vorjahresgewinner Ninja war mit dem ehemaligen Football-Spieler Marshawn Lynch dabei, die landeten aber nur auf Platz 19.
  • Tfue wurde Dritter mit Basketball-Star Josh Hart.
  • Und Airwaks gewann das Ding mit RL Grime.
Fortnite-Pro-Am-Resultate

Epic hat das Pro-Am groß aufgezogen, aber 2019 ist man nicht so durchgedrungen wie im letzten Jahr.

Dabei hätte man einen großen Hit gut gebrauchen können, weil die Zuschauerzahlen für Fortnite auf Twitch langsam schwinden und die League of Legends näher kommt.

Hatte man im Juli 2018 noch 223,434 durchschnittliche Zuschauer am Tag, sind es in den letzten 30 Tagen lediglich 128,873 (via githyp)

Warum war das Hit-Event aus 2018 jetzt so schwach?

Woran liegt’s, dass Pro-Am floppte? Es gibt mehrere Faktoren. Es liegt zum einen daran, dass das Event 2018 gigantisch groß Auf Twitch war.

Das Pro-Am war im Juni 2018 das erste „richtige Fortnite-Event“ und das wollten Millionen sehen.

Es war eigentlich klar, dass das Pro Am 2019 diesen Erfolg nicht wiederholen können würde.

Ninja dominiert erstes Fortnite-Turnier, hätte aber fast spektakulär verloren

Aber es gibt auch spezifische Probleme von 2019:

  • Fortnite nicht mehr frisch – im Juli 2018 war Fortnite nach der „Drake/Ninja“-Sache so ziemlich am Höhepunkt. Viele entdeckten das Spiel neu für sich. Dieser große Hype ist seit einer Weile vorbei. Der Shooter ist nicht mehr „das heiße neue Ding.“
  • Luft ist ein bisschen raus – Fortnite ist noch immer ein riesiges Spiel, aber nicht mehr das popkulturelle Phänomen wie vor einem Jahr. Das liegt auch an zuletzt eher schwachen Seasons. Die Luft ist 2019 ein wenig raus.
Fortnite-Skin-Frozen
Weihnachten 2018 drehte Fortnite noch mal richtig auf – seitdem ist es eher ruhig geworden.
  • Streamer-Ermüdung  – das Pro-Am-Turnier setzt darauf, dass die Streamer ihr Publikum heiß machen und zum Zuschauen bewegen. Das machen sie aber ohnehin seit anderthalb Jahren im Dauer-Lauf. Irgendwann nutzt sich das ab.
  • Für Streamer nicht wichtig genug – Das Turnier hat für die Streamer nicht den Stellenwert wie prestigeträchtige andere Dinge. Es ist mehr eine „Fortnite“-Sache und keine Sache, die der eigenen Marke nutzt. Das sah man allein daran, dass Tfue und Ninja vorher raus wollten, um lieber die WM-Quali zu spielen.
  • Event-Übersättigung – 2018 gab es kaum „Fortnite-Events.“ Das Pro-Am damals war das 1. richtige Turnier. 2019 läuft jede Woche die WM-Qualifikation. Das ist für viele Zuschauer schon deutlich spannender, ihrem Streamer da zu folgen, als bei einem Bespaßungs-Event in LA.
PewDiePie spielt Fortnite-Turnier, zerstört Twitch, haut dann ab

Andere Turniere-Formate laufen erfolgreich, die auf Streamer setzen

Geht Fortnite wirklich die Luft auf Twitch aus? Es ist zumindest ein Abfall zu bemerken. Allerdings schaffen es Formate wie der „Fortnite Friday“ auf extrem hohe Zuschauerzahlen:

Bei diesem Schaukampf stehen die „Streamer und YouTuber“ voll im Fokus, die da ihre Fans anheizen.

Bei Fortnite Friday geht’s aber nicht um „Peak Zuschauer bei Twitch“, sondern die setzen eher auf einen langen Abend auf allen Plattformen.

Das Format funktioniert aber offenbar nach wie vor sehr gut, sogar besser als 2018, weil es jetzt viel mehr Content-Creator mit riesigen Fanbases gibt als vorher.

Marshmello-Fortnite
Letztes Jahr packte man Marshmello zu Ninja, der war wohl der größte Star der „Nicht-Spieler.“

Fortnite braucht keine Stars aus der Pop-Kultur

Das zeigt das Event: Die Strahlkraft der Prominenten, die Epic zum Pro-Am einlud, scheint beschränkt zu sein.

Fortnite braucht keine „anderen Stars aus Musik und Popkultur“ – die eigentlichen Stars der Gaming-Welt sind die Content-Creator wie Ninja, Tfue oder Myth.

Die Leute würden wohl eher Ninja und Tfue in einem Team sehen, als Ninja und einen Footballer.

Zwar war der „Drake-Moment“ für Fortnite eine Riesen-Sache, das lässt sich aber kaum mit beliebigen Promis aus der 2. oder 3. Reihe nachstellen.

drake
Das ist Drake. Sein Stream mit Ninja brachte Fortnite 2018 in den Mainstream.

Das im Vergleich schwache Pro-AM-Turnier 2018 ist also nicht unbedingt ein Fortnite-Problem, sondern auch ein spezifisches Problem dieses Formats.

Die Frage ist, ob der Fortnite World-Cup wirklich mehr Viewer bringt.

Denn da spielen zwar die besten Spieler gegeneinander, aber das sind nicht die beliebtesten.

Fortnite: Von den großen Twitch-Stars schafft’s nur einer in die Solo-WM

Was könnte Fortnite tun? Wenn Fortnite auf maximale Twitch-Zahlen kommen will, müssen sie wohl eher „Schaukämpfe“ wie den Fortnite-Friday veranstalten, um den Hype zu maximieren.

Außerdem braucht es im Spiel wieder Abwechslung. Da arbeiten sich die Content-Designer zwar halb tot, um das Spiel frisch zu halten und sie bringen immer wieder tolle neue Modi und Items.

Aber es fehlt bei Fortnite gerade an Impulsen und neuen Ideen. Das Niveau der Änderungen bei Fortnite war 2018 durch Sachen wie die versteckte Story so hoch, dass „normal“ jetzt als „schwach“ empfunden wird.

fortnite-meh-titel

Ist der Fortnite-Hype vorbei? Nein, der ist nicht vorbei. Aber er ist auch nicht mehr auf dem Niveau wie 2018.

Es wird für Epic zusehends schwerer, den Hype hochzuhalten. Was in 2018 noch funktionierte, muss in 2019 nicht erfolgreich sein.

Man merkte, dass sich Streamer, Zuschauer und Spieler nach Abwechslung sehnen – nach 15 Monaten Fortnite-Dauer-Hype ist die Luft raus. Ein natürlicher Prozess.

Wichtig für Fortnite wird es jetzt, das Entertainment-Potential ihrer besten Streamer herauszustellen – das fällt ihnen aktuell wohl schwer.

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