Das muss passieren, damit e-Sports offiziell zum „echten Sport“ wird

In Deutschland tut man sich schwer, den eSports offiziell als echte Sport-Disziplin anzusehen. Was sich hier ändern muss, damit der elektronische Sport zum „echten Sport“ wird, erklärt der Experte Timo Schöber – Leiter der Denkfabrik Esportionary.

Das wettbewerbsorientierte Spielen von Videogames, der sogenannte e-Sports, ist weltweit auf dem Vormarsch. In über dreißig Ländern der Erde ist e-Sports bereits eine offizielle Sportart, mit allem, was dazugehört: Visa-Erleichterungen, Sportförderung, Forschung, Breitensport-Landschaften und gesellschaftlicher Anerkennung. 

Südkorea, China und die USA als Hochburgen des globalen e-Sports forcieren das Vorankommen seit Jahrzehnten. Es finden sich in diesen Ländern Stadien, Hotels, Vergnügungsparks, TV-Sender, Leistungszentren und teilweise ganze Stadtteile – nur für den e-Sports. Aber man muss aus deutscher Sicht gar nicht so sehr in die Ferne schweifen, wenn man positive Entwicklungen finden möchte. Frankreich, Russland, Schweden, Dänemark, Finnland, Italien und viele weitere Nationen definieren den sportlichen Wettkampf Mittels Videospielen ganz offen als Sportart. 

In Deutschland tut man sich an vielen Stellen schwer. Während die politische und gesellschaftliche Akzeptanz des e-Sports hierzulande deutlich wächst, hat sich am eigentlichen Ist-Stand des e-Sports hinsichtlich einer Anerkennung als Sportart wenig bis nichts geändert.

Über den Autor: Timo Schöber ist Autor des Bestsellers „Bildschirm-Athleten“. Darüber hinaus ist er als Dozent der Europa-Universität Viadrina und Leiter der Denkfabrik Esportionary forschend tätig. 
Timo Schöber

Der Werdegang des eSports in Deutschland

Während gegenwärtig in den Mainstream-Medien vom „neuartigen Phänomen e-Sports“ gesprochen wird, ist dieses Phänomen auch in Deutschland gar nicht so neu wie viele denken. e-Sports Mannschaften, Clans genannt, wurden bereits Mitte der 1990er-Jahre in Deutschland gegründet. Besonders OCRANA (1996), SK Gaming (damals Schröt Kommando, 1997) und pro-Gaming (1998) haben die deutsche e-Sports Landschaft auf eine sehr strukturierte und professionelle Stufe gehoben – und SK Gaming ist bis heute einer der internationalen Topclans schlechthin. 

Mit der Electronic Sports League (ESL, 2000) wurde in Deutschland die Organisation gegründet, die heute der größte und wichtigste Wettbewerbsveranstalter der Welt ist. Dabei schuf die ESL Strukturen, wie man sie in Europa zuvor nur von der niederländischen ClanBase (1998) gekannt hatte. Der Wettkampf beider Turnier- und Ligabetreiber der damaligen Zeit ist legendär.

Virtus pro ESL
Heute finden noch Turniere unter der Flagge der ESL statt.

Aufgrund vielerlei Innovationen, einer umfassenden Monetarisierung und der kontinuierlichen Verbesserung des eigenen Angebots konnte sich schlussendlich die ESL durchsetzen. Sie wurde zuerst in Europa, später weltweit zum wichtigsten Anbieter von Turnieren und Ligen – und ist es bis heute. 

Anhand dieser wenigen Beispiele werden zwei Dinge deutlich:

  • Zum einen ist der deutsche e-Sports viel älter, als häufig angenommen wird. 
  • Zum anderen ist der e-Sports aus Deutschland für den Weltmarkt von immenser Bedeutung. Gerade und vor allem, weil hier Marktteilnehmer gegründet werden, die zu den wichtigsten und besten des gesamten e-Sports gehören.

Der Status Quo hinsichtlich der Anerkennung und Förderung als Sport liest sich weniger erfreulich. 

esports umfrage header
Obwohl es hohe Preisgelder im eSports gibt, ist die Fianzierung hart – für Spieler und Vereine.

Das Problem mit der sportlichen Anerkennung in Deutschland

In anderen Ländern als Deutschland kann eine Anerkennung als Sport von politischer Seite relativ leicht erfolgen. Hier existieren Sportministerien, die die offizielle Anerkennung als Sport von politischer Seite steuern.

Bei etwa der Gründung des südkoreanischen e-Sports Verbandes (Korean e-Sports Association, KeSPA, 2000) haben die Initiatoren direkt das Sportministerium des Landes mit ins Boot geholt und so früh Hürden beseitigt. In Südkorea ist e-Sports seit Jahrzehnten Sport, Gesellschaftlich anerkannt und von der Öffentlichkeit weitgehend positiv bewertet. Dort haben e-Sportler den Status wie hierzulande Fußballprofis. 

Wir haben euch gefragt: Ist eSports richtiger Sport? Das ist eure Meinung

Was so einfach sein könnte, ist in Deutschland wesentlich komplizierter. Die Hoheit darüber, was Sport ist und was nicht, hat hierzulande einzig und alleine der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Das ist in dieser Form weltweit einmalig. 

Demokratische Prozesse, die Politik und gesellschaftliches Engagement können also nicht darüber entscheiden, was als Sport gilt. Nur ein einziger Sportverband hat die Entscheidungsgewalt darüber, was „echter Sport“ ist und was nicht.

Bewegung im eSports gibt es in vielerlei Hinsicht – in der Frauen-Förderung etwa

Warum der Deutsche Olympische Sportbund e-Sports ablehnt

Die Haltung des DOSB dem e-Sports gegenüber ist kritisch bis ablehnend. Der Verband kommuniziert seine negative Haltung zum Thema regelmäßig. Darüber hinaus versucht er mit Auftragsgutachten gegen den e-Sports vorzugehen. Nicht zuletzt aufgrund physischer Aspekte sei e-Sports kein Sport. Darüber hinaus lehne man Videospiele mit gewaltverherrlichenden Inhalten ab.Diese Thesen und die gegen den e-Sports vorgebrachten Argumente des DOSB sind wissenschaftlich und auch anderweitig bereits vielfach widerlegt worden.  

Verschiedene Untersuchungen zum e-Sports machen deutlich, dass er hinsichtlich physischer Aspekte sehr wohl als Sport zu werten ist. Hierbei handelt es sich nicht um Auftragsgutachten, deren Ergebnisse stets im Sinne des Auftraggebers ausfallen (siehe DOSB), sondern um fundierte Forschung unabhängiger Stellen. Die renommierte Sporthochschule Köln, insbesondere Prof.

Olympia will eSports nicht – die Argumente dafür sind schwach

Dr. Ingo Froböse und sein Team, machen aus wissenschaftlicher Perspektive deutlich, dass der sportliche Wettkampf mittels Videospielen nichts anderes ist als eine vergleichsweise neue Sportart. e-Sportler schaffen bis zu 400 Aktionen pro Minute an Tastatur, Maus oder Controller. Herzfrequenz und Cortisol-Spiegel (Stresshormon) sind vergleichbar mit jenen eines Formel 1 Rennfahrers. Teamplay, Kommunikation und mannschaftliche Dynamiken stehen klassischen Teamsportarten in nichts nach – im Gegenteil, e-Sports ist hier häufig deutlich intensiver.

Was „Gewaltverherrlichung“ aus Sicht des DOSB sein soll bleibt nebulös. Spiele wie Counter-Strike (CS) können jedenfalls nicht gemeint sein. Wer sich einmal intensiver mit CS beschäftigt hat, der weiß, dass es bei dem Spiel in erster Linie um strategische und taktische Aspekte, Teamplay und Kommunikation geht. Selbst das Abschießen der Gegner hat nichts mit der Verherrlichung von Gewalt zu tun. Die Darstellung von Gewalt ist etwas ganz anderes als diese zu verherrlichen. Ganz davon ab, dass Gewalt in CS eben kein essentieller Spielinhalt im Sinne des e-Sports ist. 

Blizzard Blitzchung Hearthstone
Nach einem Hearthstone-Turnier löste Blitzchung eine weltweite Diskussion aus

Der neueste Versuch des DOSB gegen den e-Sports in seiner Gesamtheit vorzugehen ist die eigens geschaffene Wortkreation „eGaming“. Ein Begriff, den außerhalb Deutschlands niemand kennt. Der Verband bezeichnet alle Sportsimulationen als „e-Sports“, alles andere, also etwa Shooter wie Counter-Strike und Strategiespiele wie League of Legends (LoL), seien „eGaming“. Durch den Begriff „eGaming“ versucht der DOSB alle Videospiele, die auf dem Bildschirm keinen Sport nach realem Vorbild abbilden, vom e-Sports auszunehmen. Einerseits in dem Versuch die e-Sports Community zu spalten, andererseits, um der eigenen Argumentation gegen bestimmte Genres (Shooter, Strategiespiele, etc.) mehr Ausdruck zu verleihen.  

Nichts könnte besser verdeutlichen, dass der DOSB nicht verstanden hat, warum e-Sports ein Sport ist. Es geht eben nicht darum, was auf dem Bildschirm dargestellt wird, sondern darum, was vor dem Bildschirm stattfindet: Mentale und feinmotorische Höchstleistung, Multitasking, schnelle Entscheidungen und vieles mehr. 

Overwatch-League-Shanghai_Dragons_Fan Titel
Um den eSports und seine Mannschaften herum bilden sich treue Fans – kaum von einem Fußballstadion zu unterscheiden.

Inzwischen versucht der DOSB mit vermehrt aufkommenden Auftragsgutachten den e-Sports ins Abseits zu schießen. Auftragsgutachten, die wissenschaftlich unhaltbar und handwerklich zumeist schlecht umgesetzt sind. Gerade ein jüngst erschienenes Rechtsgutachten zeigt dies sehr eindrucksvoll. Hier versucht man e-Sports aufgrund bestimmter Eigenschaften nicht als Sport zu werten. 

Für eine Pressemitteilung des Berliner Instituts für Ludologie (Spielforschung) hatte ich es einmal so formuliert:

„Der DOSB lehnt E-Sport ab, versucht dies nun aber anhand kruder Verengungen auf bestimmte Definitionsmerkmale hinsichtlich des Sportbegriffs auf rechtliche Beine zu stellen. Das macht in meinen Augen vor allem deutlich, dass der DOSB seine Felle davonschwimmen sieht.“

Um zu verstehen, warum e-Sports auch im wissenschaftlichen Sinne ganz klar als Sport zu sehen ist, sollte man sich anschauen, was einen Sport eigentlich ausmacht.

MeinMMO-eSports-Quiz: Bist du ein Amateur oder ein hartgesottener Profi?

Der Sportbegriff unter die Lupe genommen

Was Sport ist und was nicht kann nicht scharf abgegrenzt werden. Dennoch gibt es viele Indikatoren, an denen man ablesen kann, ob etwas als Sport definiert werden sollte. 

In Diskussionen darüber, ob e-Sports als Sport zu werten ist oder nicht kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit das Gegenargument, dass Sport nur das sei, bei dem man sich körperlich viel bewegt. 

Auch in diesem Sinne würde e-Sports allerdings den Anforderungen eines Sports genügen (wir erinnern uns: Feinmotorik, 400 Aktionen pro Minute). Ferner ist bei dieser Argumentation ein Blick in die Mitgliederstruktur des DOSB äußerst erhellend. Hier finden sich Sportarten wie Darts, Billard und Sportschießen. Das in solchen Diskussionen überstrapazierte Schach werde ich an dieser Stelle nicht näher thematisieren. 

Overwatch eSport Woman
Zum Sport gehört noch mehr als sich nur rein körperlich zu ertüchtigen.

Viel wichtiger bei der Betrachtung des Sportsbegriffs ist allerdings, dass eine Untersuchung der Definition mit Scheuklappen wenig sinnvoll ist. Sport definiert sich durch mehr als Bewegung. Es gibt noch: feste Regeln und Spielziele, Kommunikation und Teamplay, Fairplay, umfassende Strukturen und Organisiertheit, Wettkampforientierung, Trainingspläne, Analysen von Gegnern, Spielen und dem Meta, Vorbereitung auf Gegner und Wettbewerbe, Planung eines geregelten Tagesablaufs (Ernährung, Ausgleichssport), Ambivalenz und Spannung, Symbolhandeln, Gegenwartsbezogenheit, Freiheit und freiwillige Teilnahme, Nichtnotwendigkeit, Wiederholbarkeit und Unendlichkeit sowie Zweckfreiheit und Sinnstiftung. 

Es geht um Selbstwirksamkeit, Selbstbewusstsein und Identitätsstiftung als auch Ästhetik. e-Sports erfüllt alle diese Definitionsmerkmale – obwohl nur ein Teil dieser erfüllt sein sollte, wenn etwas als Sport gelten möchte. Die eindimensionale Betrachtung des Sports reduziert auf die körperliche Bewegung ist weder zeitgemäß, noch haltbar.  

Wichtig hinsichtlich des e-Sports: Es geht dort nicht um Gaming. Gaming beschreibt das Freizeitspielen aus Spaß an der Freude. Beim e-Sports hingegen geht es um Wettbewerb, Leistung und die Teilnahme an Turnieren sowie Ligen. 

Während der DOSB in reaktionären Denkmustern verharrt und mit der Differenzierung in „e-Sports“ und „eGaming“ eine Minderheitenmeinung vertritt, geht man auf politischer Ebene bereits erste Schritte zur Förderung des e-Sports – oder doch nicht?

Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds: „E-Sport existiert nicht“

e-Sports und die deutsche Politik

Der Jubel in der e-Sports Szene war groß, als die Koalition aus CDU, CSU und SPD auf Bundesebene im Jahr 2018 den aktuellen Koalitionsvertrag vorgelegt hatte. Man wolle e-Sports als Sport anerkennen – und zwar mit einer olympischen Perspektive. Das war nicht der erste Schritt in diese Richtung und leider auch nicht das erste Mal, dass dieses ambitionierte Ziel von Seiten der Politik wieder aufgeweicht wurde. Inzwischen hat sich die Regierung wieder sehr weit von den einst getätigten, vollmundigen Versprechungen entfernt.  

Auch in Schleswig-Holstein kennt man das leider. Während sich Daniel Günther (CDU) auf dem weltberühmten Wacken Open Air vor gar nicht so langer Zeit in einem e-Sports T-Shirt gezeigt hatte, ruderte er auf der diesjährigen Versammlung des Landessportverbandes Schleswig-Holstein wieder zurück. So heißt es auf der Webseite des Verbandes

„Sein Blick auf das Thema habe sich nach zahlreichen informativen und aufklärenden Gesprächen inzwischen verändert. Die gemeinsame Auffassung der Landesregierung sei, dass man die Einstellung des Landesssportverbandes Schleswig-Holsteins und des Deutschen Olympischen Sportbundes teile, wonach eSport, eigentlich nur das sein kann, was sich aus real existierenden Sportarten ableite und in die virtuelle Welt übertragen werde. Dies könne, wenn man es klug anginge, auch wissenschaftlich basiert, seiner Meinung nach auch einen Mehrwert für den Sport bedeuten. Der Ministerpräsident bekräftigte auch, dass definitiv das, was er als eGaming bezeichnen würde, nicht dazu gehört.“

Ein Argument gegen den eSports ist oft, dass die Spiele mit Gewalt und Amokläufen in Zusammenhang gebracht werden.

Das ist die schlimmste Form eines Wortbruches, die sich e-Sportler im Land zwischen den Meeren hätten vorstellen können. Eigentlich kündigte man in Schleswig-Holstein eine umfassende Förderung des e-Sports an. Wichtige Projekte sind angedacht gewesen, vor allem eine e-Sports Akademie an der Fachhochschule Westküste. Hier hätten Studiengänge, Forschung und Veranstaltungen stattfinden können, zumal an der FH ohnehin schon erfolgreich zum Thema geforscht wird. 

Während die CDU auf Landesebene sich also auf Druck klassischer Sportverbände um 180 Grad gedreht zu haben scheint, ist nicht, wie von Herrn Günther impliziert, die gesamte Landesregierung umgefallen. Vor allem die FDP forciert das Thema nach wie vor, sodass sinnvolle und bereits umfassend geplante Projekte wie die e-Sports Akademie weiter auf eine Förderung hoffen können. Gerade eine derartige Hochschuleinrichtung wäre ein absolutes Leuchtturmprojekt.  

CDU-Politiker will E-Sport als Begriff „ausradieren“, erntet heftige Kritik

Darüber hinaus stehen klassischen Sportvereinen, e-Sports Vereinen und einem geplanten Landeszentrum Fördergelder in Höhe von 500.000 Euro zur Verfügung. Es bewegt sich also zumindest ein bisschen etwas im Norden.     

Die Fördergelder kommen allerdings aus der Wirtschafts-, nicht aus der Sportförderung. Das mag als einmalige Maßnahme sinnvoll sein – ist sie doch dem Engagement vieler Ehrenamtlicher, Vereine und Politiker zu verdanken – aber eine dauerhafte Lösung sollte das nicht sein. e-Sports sollte als das gefördert werden, was er ist: Sport. 

Wenn also bereits viele Weichen auf „grün“ stehen, die Sportdefinition und die Wissenschaft e-Sports als Sport sehen, warum gelingt nicht der ganz große Wurf?

Mighty P!xels Logo titel mit Salvatore
Es gibt mittlerweile zahlreiche eSports-Vereine, die privat gegründet wurden – wie die Mighty Pixels

eSport-Bund Deutschland (ESBD)

Der ESBD wurde im Jahr 2017 in Frankfurt (Main) gegründet. Er selbst sieht sich als Dachverband des deutschen e-Sports. Organisiert sind in ihm rund 30 Mitglieder in Form von Vereinen und anderen Organisationen. 

Dass der Anspruch „Dachverband“ so aber nicht haltbar ist, erkennt man schon an der Mitgliederstruktur: Deutsche Topclans wie SK Gaming, mousesports oder PENTA sind keine Mitglieder des ESBD. Der Verband erklärt dies mit der internationalen Ausrichtung jener Clans. Das wäre einerseits so, als würde der Deutsche Fußball Bund (DFB) ohne den FC Bayern München dastehen, für den das wichtigste Titelziel jedes Jahr die Champions League ist.

Das Logo des ESBDs

Andererseits stellt sich die Frage, warum Berlin International Gaming (BIG), das ebenfalls eine internationale Ausrichtung hat (es sagt schon der Name) im ESBD organisiert ist. Das Hauptteam in Counter-Strike:GO, also das Zugpferd von BIG, spielt kaum nationale Wettbewerbe. Gleichzeitig stellt mousesports, die nicht ESBD-Mitglied sind, deutsche Serienmeister in StarCraft II.  

Das eigentliche Problem hinsichtlich des ESBD ist allerdings dessen Wirkung nach außen. Man wolle auf „Augenhöhe“ mit dem DOSB verhandeln. Im DOSB sind 2500mal so viele Organisationen vertreten wie im ESBD, gleichzeitig ist der DOSB 60mal älter. Angesichts der Größe des DOSB und der Winzigkeit des ESBD auf „Augenhöhe“ sprechen zu wollen erscheint selbst vielen e-Sportlern als anmaßend. Gerade und vor allem auch, weil der ESBD selbst innerhalb der e-Sports Szene hochumstritten ist. Viele lehnen den Verband gar ab.

Teenager hat mit 14 schon einen Vollzeit-Job: Er ist Fortnite-Profi

Trotz allem muss sich ein Verband aber an seinem Erfolg messen lassen. Kernziele des ESBD sind die Erwirkung einer Anerkennung des e-Sports als Sport sowie eine Förderung des e-Sports im Sinne eines Sports. Keines dieser Ziele hat der Verband nach zweijähriger Arbeit umsetzen können.

Während der ESBD-Präsident jüngst twitterte, dass man „als Verband unglaublich viel für den eSport erreicht“ habe, haben sich weite Teile der deutschen e-Sports Szene verwundert die Augen gerieben: Was konkret soll das gewesen sein?  

Der neueste Vorstoß des Verbandes zielt auf eine Förderung des e-Sports auf anderen Wegen. Auch außerhalb des ESBD sind unterschiedliche Möglichkeiten im Rahmen der Abgabenordnung im Gespräch. Das Spiel als Kulturgut zum Beispiel oder aber eine Förderung über die Jugendarbeit.

Fortnite-Crimz
Fortnite statt Schule: Vater erzieht Sohn zum Pro-Gamer, seit er 3 ist

Standhaft bleiben: Nicht die Seele des Sports verkaufen

In der Außenwirkung erzeugt dieses Vorgehen des ESBD und anderer doch einige Irritation. Kritiker meinen, dass es dem e-Sports also gar nicht um die Anerkennung als Sport an sich gehe, sondern nur darum, irgendwie an Fördergelder zu kommen. 

Vielleicht hat der Umweg über andere Möglichkeiten kurzfristig einen praktischen Nutzen, weil Projekte angestoßen werden können. Aber zu welchem Preis? Für die gesellschaftliche Wahrnehmung und den jahrelangen Kampf für den e-Sports als Sport ist das Vorgehen des ESBD und einiger weniger anderer Personen und Organisationen jedenfalls verheerend. 

e-Sports ist Sport. Sport- und spielwissenschaftlich ist dies eindeutig. Eine Anerkennung des e-Sports als Sport hätte eine Förderung zur Folge, diese Förderung darf aber niemals zum Selbstzweck verkommen. 

Was ist zu tun?

Um den eSports anerkennen zu lassen, müssen die Befürworter standhaft beiben wie die Overwatch – ein beliebtes Spiel im eSports.

Die entscheidenden Faktoren, um e-Sports zur Anerkennung zu verhelfen 

Während der ESBD als Verband innerhalb und außerhalb der e-Sports Szene viel verbrannte Erde hinterlassen hat, existiert in Deutschland ein Verband, der als starker Verhandlungspartner gegenüber dem DOSB und Teilen der Politik fungieren könnte: Der game – Verband der deutschen Games-Branche (game). Der game setzt sich vorwiegend für die Interessen von Spieleentwicklern und -herstellern sowie der Videospiele-Branche im Allgemeinen ein, hat darüber hinaus aber auch einen Bereich, der sich dem e-Sports widmet. 

Der game-Verband hat einen ausgezeichneten Ruf und verfügt über umfassende Expertise, sodass in meinen Augen eine vollständige Loslösung des game vom ESBD hinsichtlich des e-Sports erstrebenswert wäre. Dies würde die gesamte Debatte mit dem DOSB versachlichen – und ein game könnte darüber hinaus viel eher auf „Augenhöhe“ mit einem DOSB verhandeln als ein ESBD. 

Schon seit Jahren werden ganze Hallen mit eSports-Turnieren gefüllt – das kann auf Dauer nicht ignoriert werden.

An der Basis leisten bereits heute kommunale, regionale oder landesweite Breitensport-Vereine hervorragende Arbeit. Diese gilt es im Sinne der Gemeinnützigkeit und des Ehrenamtes weiter zu monetarisieren, um auf eigenen Beinen stehend für den e-Sports kämpfen zu können. Die Arbeit solcher Breitensport-Vereine bildet vielerlei Aufgaben ab: Aufklärung und Beratung, politische Kommunikation, Suchtprävention, das Organisieren von Veranstaltungen, die Vermittlung von Medienkompetenzen, die Zusammenarbeit mit Bildungsträgern und Eltern sowie vieles mehr. Gerade in Sachen gesellschaftlicher Wahrnehmung bauen Breitensport-Vereine viele Brücken und erreichen so Akzeptanz und schaffen Synergieeffekten zu anderen Organisationen, etwa klassischen Sportvereinen – Nachwuchsgewinnung. 

Aber auch außerhalb des Amateurbereiches und des Ehrenamts gilt es Kräfte zu bündeln. Die ESL ist eine weltweit anerkannte und starke Marke, deren Gewicht es in die Waagschale zu werfen gilt. Auch deutsche Topclans haben eine wichtige Rolle, wenn es um die Anerkennung des e-Sports als Sport geht, weil sie vielerlei Aspekte aus der Sportdefinition „auf die Spitze treiben“. Dadurch zeigen sie Außenstehenden, was e-Sports „on its best“ ausmacht. 

EA Sports Live
Spiele wie FIFA 20 sind ebenfall eine eSports-Disziplin, die dem „echten Fußball“ nachempfunden ist.

Warum eSports zukünftig offiziell als „echter Sport“ anerkannt wird

Dass e-Sports auch in Deutschland offizielle Sportart werden wird ist keine Frage des „Ob“ mehr, sondern es geht nur noch um das „Wann“. Je stärker die Kräfte von glaubwürdigen und etablierten e-Sports Organisationen und von Unterstützern gebündelt werden können, desto schneller wird die Anerkennung des e-Sports folgen. Es ist deutlich, dass e-Sports aufgrund seiner vielen Eigenschaften, die sich mit der Sportdefinition decken, nichts anderes sein kann als ein „echter Sport“.  

Alleine der demografische Wandel und die massiven Nachwuchsprobleme vieler Sportarten werden auch auf Seiten des klassischen Sports den Druck erhöhen, neuartige Konzepte und Sportarten in die eigenen Strukturen aufzunehmen. Wir erleben das bereits jetzt, denn nicht nur große Proficlubs aus der Fußballbundesliga, sondern auch viele Sportvereine „von nebenan“ schaffen eigene e-Sports Räumlichkeiten und Strukturen.

Frau forscht im Labor
Im Bereich eSports wird viel Forschung betrieben – das Feld ist noch jung.

Darüber hinaus wird sich die Forschung zum Thema e-Sports intensivieren. Das Forschungsfeld ist vergleichsweise jung und bietet viel Potenzial. Durch die mit der Wissenschaft einhergehende Objektivierung vieler Diskussionsgegenstände, werden aller Voraussicht nach weitere Argumente für den e-Sports offengelegt.  

Wenn der e-Sports glaubwürdig zusammen voranschreitet, wird die Anerkennung bald folgen. Hierfür sollte man sich im ersten Schritt komplett vom ESBD lösen und verbandliche Kompetenzen vollständig beim game-Verband implementieren. Darüber hinaus sollten Breiten- und Profisport, Forschung und Wissenschaft sowie die Teile der Politik, die e-Sports als Sport sehen, eng mit dem game-Verband zusammenarbeiten, um das Thema so mit vielerlei Kräften beim DOSB zu platzieren. 

Ich freue mich auf die Zukunft. Vor allem das Engagement vieler ehrenamtlich arbeitender Menschen wird schlussendlich dafür Sorge tragen, dass der e-Sports insgesamt endlich als das gelten wird, was er ist: echter Sport. 

Was sagt ihr zu dem Thema eSports und seine offizielle Anerkennung?

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ParaDox
ParaDox
3 Monate zuvor

Kritiker meinen, dass es dem e-Sports also gar nicht um die Anerkennung als Sport an sich gehe, sondern nur darum, irgendwie an Fördergelder zu kommen.

Ich sehe das auch so. Der ESBD würde dann theoretisch die Fördermittel auch verteilen und hätte ein Druckmittel damit alle Vereine dem ESBD beitreten müssen.

Die ganze Diskussion um das Thema finde ich mittlerweile durchaus mühsam.
Bis jetzt läuft es doch auch so ganz gut.
Wer ein großes internationales Turnier gewinnt kann sich davon mehr Kaufen als ein Ruderer mit einer olympischen Goldmedaille. Sport hin oder her.

Ich sehe das größte Problem eher in der Unabhängigkeit des eSport.
Der eSport ist leider abhängig von den jeweiligen Publishern bzw. Rechteinhabern.

Blizzard hat auch die Apex Liga in Korea zu Gunsten der Overwatch League platt gemacht, was die KeSPA dazu gesagt hat, dürfte Blizzard auch ziemlich egal gewesen sein.
Die HGC haben die auch einfach aufgelöst. Gut es gibt zwar Nachfolgeprojekte, die kommen an eine professionelle Übertragung bei weitem nicht ran.

Die Macht ist hier einfach ungleich verteilt.
Riot, Blizzard, Valve, HiRez,… sagen wo es langgeht, da hilft auch ein Verband ziemlich wenig.
Wenn die ihre Ligen schließen oder den Geldhahn zudrehen, kann man dagegen nicht viel unternehmen.

eSport muss zuerst einmal unabhängig werden, oder die Macht gleichmäßig verteilt werden. Sonst bleibt der eSport eine Marionette der Industrie, ob er jetzt als Sport anerkannt wird oder nicht.

outi
outi
3 Monate zuvor

Sehr einseitiger Text der im Prinzip jegliche Objektivität vermissen lässt. Für mich bleibt eSport eben eSport aber hat nichts mit realen Sport zutun. Warum ist das so schlimm? Kann wie immer nur Finanzielle Ursachen haben^^

Sascha Schulte
Sascha Schulte
3 Monate zuvor

Na wie definiert man halt Sport? Bei Schach wird halt etwas anderes gefordert als beim Gewichtheben.
Bei E-Sport werden wiederum andere Dinge gefordert wie beim Ballsport.

Das Ding ist ja das eine gewisse Masse an Menschen sich davon begeistern lassen, zumal die Spieler auch nicht casual mässig sind sondern schon gewisse Merkmale aufweisen das sie so besonders stark macht.

Domenik Heimes
Domenik Heimes
3 Monate zuvor

„Warum ist das so schlimm? Kann wie immer nur Finanzielle Ursachen haben“

Ja das hat natürlich Finanzielle Ursachen unteranderem.

So bekommen sie zum Beispiel keine Fördergelder um Anlagen für den Esports zu bauen. Schulen,Austragungsorte etc.

Aber es ist auch schwieriger Ausländische Spieler in die Vereine zu holen da es nicht als Sport gilt. Da bringt viele komplikationen mit sich und muss mit viel aufwand umgangen werden.

Desweiteren geht es auch um das Gesellschaftliche ansehen. Deutschland sieht den eSport immer noch als „Jugendliche Zeitverschwendung“ oder „Kinderbeschäftigungstherapie“ etc. an. Menschen im mittlerem alter wollen und können sich damit nicht auseinandersetzen da es nicht Öffentlich gehandelt wird und gezeigt wird.
Das würde sich auch mit ändern wenn der eSports als Sport vom DOSB angesehenwerden würde.

Das sind nur einige kleine nicht Finanzielle Vorteile die der begriff Sport mit sich bringen würde.

ThunderStrike
ThunderStrike
3 Monate zuvor

Sehr gut herausgearbeiteter Text. Gefällt mir.

Psycheater
Psycheater
3 Monate zuvor

Ich denke was sich ändern muss ist das sich Leute über e-Sport äußern die so weit weg von der Marterie sind wie der Mars von der Erde (also nahezu alle Politiker), aber leider sind das die Leute die den Daumen nach oben oder unten zeigen ????????‍♂️

Sarakin
Sarakin
3 Monate zuvor

Ich denke ich sollte mich auch der E-Sport Community anschließen…beim schreiben dieses Textes hatte ich bestimmt 800 Anschläge pro Minute und beim Lesen definitiv eine erhöhte Herzfrequenz. Man kann also laut E-Sport Richtlinien sagen: Ich bin ein Extremsportler. Jippi!

Muss ich mir doch keine Gedanken mehr dazu machen, ausreichend Sport zu betreiben. Jeden Tag ein Kommentar und ich bin fit wie ein Turnschuh.

Mohjoe90
Mohjoe90
3 Monate zuvor

Hast anscheinend nichts von dem Text verstanden. Schade. Aber deine Meinung respektiere ich auch wenn ich sie nicht teile.

Sarakin
Sarakin
3 Monate zuvor

Ich habe den Text schon verstanden, es geht darum, dass man versucht E-Sport offiziell anerkennen zu lassen um Fördergelder zubekommen. Es geht nicht um die Begrifflichkeit sondern es geht um Geld.

Es werden pseudowissenschaftliche Dinge aufgeführt um das ganze besser zu verkaufen. Als ein Beispiel wird aufgeführt, dass man ähnliche Körperfunktionen aufweist wie jemand bei einer „richtigen Sportart“…bsp Herzfrequenz, Stresshormone wie ein Formel 1 Fahrer.

Jetzt der Unterschied: ein Formel 1 Fahrer weist die selben Funktionen auf…Plus die Körperliche Belastung.

Aber darauf will man natürlich nicht eingehen, da es die Leistung eines „E-Sportlers“ schmälern würde.

Martin Hartmann
Martin Hartmann
3 Monate zuvor

Hier gehts aber um die sportart formel 1 und die jeweilige sportart (bzw spiel) im esports und nicht darum das du nen beitrag mit 800 apm schreiben kannst….wenn ich mit 200kmh über die autobahn fahre …bin ich auch noch lange kein formel 1 fahrer…

„Jetzt der Unterschied: ein Formel 1 Fahrer weist die selben Funktionen auf…Plus die Körperliche Belastung.“

sport bleibt sport und auch die jenigen welche esports „proffesionel“ betreiben haben psychischen druck…für viele hängt auch die existens davon ab….das auf ihre körper keine gkräfte wirken stimme ich dir zu…aber auch psyche is eine belastung..

Sarakin
Sarakin
3 Monate zuvor

Ja mag sein das die Psyche auch eine Belastung darstellt…aber das ist genau der Punkt…jede Sporart hat diese Belastung der Psyche…plus eben eine weitere körperliche Belastung.

Ich hätte gerne einen wissenschaftlichen Vergleich über die Belastung der Muskelgruppen beim „E-Sport“ das würde mich wirklich interessieren…und das ganze dann im Vergleich zu einer „richtigen Sportart“

Zudem unterliegt jede Sportart gewissen Regeln, die immer gleich sind. Beim E-Sport ist das nicht der Fall. Auch wenn es im Artikel steht…tut mir leid aber das ist schlicht und ergreifend falsch.

ThunderStrike
ThunderStrike
3 Monate zuvor

„Ich habe den Text schon verstanden, es geht darum, dass man versucht E-Sport offiziell anerkennen zu lassen um Fördergelder zubekommen. Es geht nicht um die Begrifflichkeit sondern es geht um Geld.“

Du hast den Text ganz offensichtlich eben nicht gelesen.

Mohjoe90
Mohjoe90
3 Monate zuvor

Heißt für dich ist Sport, wenn eine gewisse Anzahl an Muskelgruppen angesprochen werden… Naja sehr einseitige Sicht der Dinge. Ich war Leistungssportler (Leichtathlet, 400m Läufer, 7 Tage die Woche Training) und sehe E-Sports als Leistungssport, da man eben 7 Tage die Woche trainiert, mit seinen Teamkollegen, dem Staff im Hintergrund etc. pp. (hat man ja hier alles schon ausgeführt). Sport definiert sich meiner Meinung nach nicht nur nach der körperlichen Belastung, die allerdings auch beim E-Sport gegeben ist. Jede Sportart ist anders und beansprucht verschiedene physische und psychische Regionen unseres Körpers. Da schlicht nur von der physischen Seite auszugehen ist schlicht und ergreifend ein grober Fehler… Man könnte theoretisch durch eine wissenschaftl. Studie die körperliche Belastung „messen“ bzw. erörtern beim E-Sport…

Oile
Oile
3 Monate zuvor

https://www.dw.com/de/sport… -> bzw. einfach mal weitere Berichte von Professor Ingo Froböse durchlesen.

– Weiter ist deine Aussage „Zudem unterliegt jede Sportart gewissen Regeln, die immer gleich sind. Beim E-Sport ist das nicht der Fall. Auch wenn es im Artikel steht…tut mir leid aber das ist schlicht und ergreifend falsch.“ an sich schon falsch. In welchem Esport ändern sich den die Regeln?
Ich arbeite seit fast 2 Jahren im Esport und mir fällt spontan kein Spiel ein, wo die Regeln sich geändert haben. https://media1.giphy.com/me

Sarakin
Sarakin
3 Monate zuvor

„Ich arbeite seit fast 2 Jahren im Esport und mir fällt spontan kein Spiel ein, wo die Regeln sich geändert haben.“

Das ist sehr gut, dann steckst du ja voll in der Materie drin und kannst mir dann vllt folgende Frage beantworten:

Also Fußball ist Sport…es gibt feste Regeln und Ziele…es wird bsp nicht ausschließlich mit den Händen gespielt oder?

Es wäre Handball…auch ein Sport der Feste Regeln und Ziele hat…unterscheidet sich dennoch gravierend von…

Football, auch ein Sport der feste Regeln und Ziele hat.

Das sind einzelne Sport „Arten“ die als Sport gelten.

Jetzt kommt „E-Sport“ die als Sport „Art“ gelten möchte…da sind wie du sagst, die Regeln und Ziele immer gleich? Sie haben sich nicht geändert?

Ist es also genau das gleiche ob ich CSGO oder Dota oder Fortnite spiele? Sind bei diesen drei Spielen die Regeln im Gesamten immer gleich? Oder unterscheiden sich diese Spiele nochmal voneinander und es gibt lediglich pro Spiel feste Regeln?

Wenn jemand sagen würde, bsp Fortnite ist Sport…dann kann man sagen, ok da gibt es feste Regeln und Ziele…aber E-Sport als Oberbegriff zunehmen und sagen, das ist Sport, es hat überall die gleichen Regeln und Ziele, ist einfach komplett falsch.

Fals dem nicht so sein sollte, musst du mir bitte erklären, inwiefern CSGO 5vs5 und Fortnite 1vsAll die gleichen Regeln hat?

Es ist im Prinzip so als würde eine Organisation um die Ecke kommen und sagen, Ballsport ist Sport…es hat immer die gleichen Regeln und Ziele…nein das ist nicht so…jede untergeordnete Ballsportart muss für sich selbst die Anerkennung bekommen ob es nun Sport ist oder nicht…nur weil ich professionell einen Ball hin und her werfe, das ganze mit Trainingsplänen und Gegneranalysle usw betreibe, heißt das noch lange nicht, das dies als offizielle Sportart anerkannt wird.

Martin Hartmann
Martin Hartmann
3 Monate zuvor

„Fals dem nicht so sein sollte, musst du mir bitte erklären, inwiefern CSGO 5vs5 und Fortnite 1vsAll die gleichen Regeln hat?“

„Ist es also genau das gleiche ob ich CSGO oder Dota oder Fortnite spiele?“

du wiedersprichst dir doch selbst ….Fußball handball football tennis etc pp…haben auch alle unterschiedliche regeln und is auch nicht alles gleich…und der oberbegriff ist Sport…
Und Esports will auch oberbegriff sein und nicht eine sportart…der sportarten ergeben sich aus den verschiedenen spielen..

Sarakin
Sarakin
3 Monate zuvor

Du scheinst es nicht zu verstehen.

Fußball ist Sport. Es hat feste Regeln.

Jetzt kommt der Artikel in dem steht:

Esport ist Sport. Aber es hat eben keine festen Regeln…es kommt hierbei auf das Spiel an.

Wenn du jemanden fragst, was für einen Sport machst du? Sagt er dann als Antwort: Sport

Nein er sagt beispielsweise Fußball.

Fußball ist Sport…und Esport will auch Sport sein? Das ist von der Bedeutung einfach nur dämlich…

Genas
Genas
3 Monate zuvor

Du hast die ganze Diskussion wohl auch nicht so richtig erfasst. Es geht darum, dass die verschiedenen Disziplinen im eSport als Gesamtheit als Sport anerkannt werden möchten.
Die Gründe beginnen natürlich auch beim Geld, gehen aber weiter bis zu gesellschaftlicher Anerkennung und Vereinfachungen beim Aufbau von Strukturen des eSport im Amateurbereich.

Der eSport als Begrifflichkeit ist hier dem Oberbegriff der Leichtathletik gleichzusetzen. Eine Sportart, verschiedene Disziplinen.

Wenn du beispielsweise einen CS-Spieler fragst, was er tut, gibt es zwei mögliche Antworten, die er vermutlich dem anpasst, wie er dich einschätzt und ob er grade mit dir ausführlicher sprechen möchte:
1. Er spielt CS. Geht davon aus, dass du weißst, wovon er spricht oder hat Lust mit dir darüber groß zu sprechen und es dir genauer zu erläutern.
2. Er betreibt eSport. Weil er weiss, dass du keinen Plan von dem Ganzen hast, keinen Bock auf die übliche Killerspieldebatte, etc

Antwort zwei ist die selbe, wie wenn ein Triathlet dir antwortet, er betreibe Leistungssport.

Sarakin
Sarakin
3 Monate zuvor

Ich habe es schon erfasst und auch verstanden, aber es ergibt einfach keinen Sinn.

Auch gerade zum Thema CS…ich persönlich kenne keine Sportart mit dem Ziel, andere Leute zu erschießen. Bist du tot, hast du verloren. Wenn es so eine Sportart gab, ist sie „ausgestorben“ mangels „Athleten“.

Man kann jetzt wieder sagen, es ist nur ein Spiel…im Gegenzug wird sich aber höllisch aufgeregt über das neue CoD…weil es zu real ist…die Russen werden zu extrem dargestellt etc…irgendwie bleibt es dabei wiederum aus, dass die Leute sagen: es ist nur ein Spiel.

Weiter im Text…Pokemon GO möchte auch in den Esport…ist das auch Sport? Oder eine Disziplin? Ich finde das einfach lächerlich…im Prinzip kann jedes Spiel sich einen Esport Sticker drauf kleben und voilà es ist Sport…

Nach meinem Verständnis für Sport, hat Esport einfach null mit Sport zu tun.

Man möchte Fördergelder, das ist im Prinzip alles.

Genauso könnte ich eine Organisation gründen für E-Work und möchte das ganze offiziell anerkennen lassen.

Ich frag ein paar Universitäten und Mediziner ob sie nicht ein paar Untersuchungen dazu machen möchten. Schließlich ist extremes grinden in Spielen auch mit richtiger Arbeit zu vergleichen. Stresshormone, Herzfrequenz wird im gleichen Maße zustande kommen, wie bei richtiger Arbeit.

Wo kommen wir denn hin?

Martin Hartmann
Martin Hartmann
3 Monate zuvor

Auch gerade zum Thema CS…ich persönlich kenne keine Sportart mit dem
Ziel, andere Leute zu erschießen. Bist du tot, hast du verloren. Wenn es
so eine Sportart gab, ist sie „ausgestorben“ mangels „Athleten“.

ich sag nur DPL…deutsche paintball liga..schiesse auf andere um sie „zu töten“

Genas
Genas
3 Monate zuvor

Schieße auf andere, um sie zu „markieren“. Ein bisschen damit beschäftigen vorher bitte:) selbst beim nem Treffer am Arm bist du nicht sofort tot, im Paintball aber trotzdem raus.

Martin Hartmann
Martin Hartmann
3 Monate zuvor

Ja war bisschen überspitzt aber du weisst was ich damit sagen wollte ^^ und bei nem arm treffer is man in nem shooter auch nicht zwangsläufig tot :p

Genas
Genas
3 Monate zuvor

Was genau ergibt keinen Sinn? Dass eine riesige Community gerne ab ähnliche Vorteile erhalten möchte wie der „alteingesessenen Sport“? Ist schon nervig, wenn Spieler zu Weltmeisterschaften mit tausenden Live-Zuschauern und Millionen im Stream nicht anreisen können, weil sie kein Athletenvisum bekommen.

CS ist genau wie alle anderen ComputerSPIELE eben genau das: ein Spiel! Ein Spiel mit dessen Hilfe sich zwei oder mehr Athleten in einem Wettkampf messen.

Ich hab noch nicht mitbekommen, dass sich über die Realität von CoD aufgeregt wird. Aber ist auch völlig egal: es ist auch nur ein Spiel, dass aber ggf. je nach Inhalt nicht für Kinder geeignet ist. Das ist alles.

Google Mal die ungewöhnlichsten olympischen Disziplinen. Tabak-Weitspucken? Tauben-Schießen davon(echte Tiere)? Sackhüpfen?

Abgesehen davon würde je nachdem wie die Strukturen sich dann entwickeln geschaut werden müssen, ab wann ein Spiel auch ein eSport ist.

Zuletzt noch kennst du keine Disziplin, bei der es darum geht, Leute zu töten. Ich auch nicht. Aber ich hab auch von niemandem gehört, der in einem Spiel gestorben ist und dadurch selbst sein reales leben beendet wurde. Was ne schwachsinnige Aussage (sry das ich das so klar sagen muss).

Hier mal nen paar Sportarten/-disziplinen:
Das gute alte Schach ist eine Kriegssimulation. Wenn man Aussee acht lässt, ob die Figuren real auf einem Brett vor mir stehen oder auf einem Bildschirm vor mir angezeigt werden ist es das selbe wie viele (Echtzeit-) Strategiespiele.

Beim Schießsport wird heute auf scheiben und fliegende Teller geschossen (mit Pfeil und Bogen, Gewehr, Pistole, mittlerweile auch lediglich elektronisch), früher wurde auf echte Tauben und Holzpuppen geschossen.

Fechten simuliert den Fechtkampf bei dem es Punkte für (im realen) tödliche Treffer gibt.

Im boxen wird sich tatsächlich auf die Mütze gegebenen mit teilweise bleibenden Schäden bis hin zu Toten.

Dir sportliche Betätigung beim Darts ist jetzt in meinen Augen auch überschaubar.

Es gibt also so einige Punkte, in denen deine Argumentation genau wie die des DOSB nicht ganz schlüssig ist.

Martin Hartmann
Martin Hartmann
3 Monate zuvor

„Fußball ist Sport. Es hat feste Regeln.“

„Esport ist Sport. Aber es hat eben keine festen Regeln…es kommt hierbei auf das Spiel an.“

esport hat genauso feste regeln…sagst aber das es nicht so ist weil es aufs spiel ankommt und sich die regeln unterscheiden…

wusste nicht das bei allen sportarten die regeln gleich sind..gut zu wissen nächsten sonntag aufm fußballplatz nehm ich den ball einfach in die hand…is ja sport sind ja alle regeln immer gleich…

du merkst gar nicht das du dich im kreis drehst…

Louis Schelling
Louis Schelling
3 Monate zuvor

Jo Golf oder ähnliches wird auch anerkannt. Was nun das macht halt all deine Argumente zur physischen Belastung zu Nichte, was nun?

Sarakin
Sarakin
3 Monate zuvor

Du benötigst definitiv mehr körperliche Fitness beim Golf als bei „E-Sports“ zu dem werden wesentlich mehr Muskelgruppen angesprochen.

Wie sieht das bei „Sport“ Verletzungen aus? Schon mal was von nem Golf-Arm oder Tennis-Arm gehört? Ja? Das gibts auch wirklich…ich habe allerdings noch nie von einem Maus-Arm oder Tastatur-Arm gehört…

Louis Schelling
Louis Schelling
3 Monate zuvor

Es gibt Verletzungen, schau dir dazu nur mal den Beitrag zu E-Sport von ARD an. E-Sportler haben ja auch Fitnesscoachess, damit sie genug Ausgleich Sport machen, um eben Verletzungen vorzubeugen.

v_n_c_s
v_n_c_s
3 Monate zuvor

1. Geh mal selbst Golfen, dann wirst du sehen, dass das verdammt anstrengend ist wink Außerdem finde ich die Argumentation mit Negativbeispielen (hier Billiard oder Darts, die eben anerkannt sind esports baer nicht immer schwierig). Für mich persönlich wäre der esport da her ein Beispiel um solchen „Sport“arten den Status als Sport wieder abzuerkennen.
2. Sind die Fitnesstrainer bei den Organisationen weniger für Verletzungen da, sondern eher weil körperliche Fitness essenziell ist um geistig 100% auf der Höhe zu sein.

Insgesamt ist es halt Auslegungssache. Für Sarakin, mich und scheinbar auch viele andere Menschen ist Sport halt mit körperlicher Betätigung verbunden. Dabei ist die Tatsache, dass sich die Personen nebenbei mit Fitnesstrainer etc fit halten sekundär. Überzogen gesagt macht es doch meinen Bürojob, bei dem ich 8 Stunden am Tag sitze, nicht zum Sport, weil ich jeden Tag ins Fitnessstudio gehe, um fit zu bleiben und Rückenproblemen oä vorzubeugen.

Domenik Heimes
Domenik Heimes
3 Monate zuvor

Schach

Sascha Schulte
Sascha Schulte
3 Monate zuvor

Generell muss man doch sagen das ein Sport nicht anhand seiner „Belastung“ gemessen wird.

Jeder Sport tickt da anders und auch E-Sportler müssen über eine gewisse Zeit eine Spannung aufbauen bzw. im Fokus stehen und eine herausragende Leistung abrufen.

Selbst wenn es nur ums Geld bzw. die Förderung geht, solange wie sich Menschen begeistern lassen ist doch alles gut.

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