Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds: „E-Sport existiert nicht“

Ist eSport ein Sport? Hier scheiden sich die Geister. Für viele ist Sport mit einer körperlichen Betätigung verbunden. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds und der hessische Innen- und Sportminister meinen aber, dass E-Sport hier nicht dazu gehört.

Was ist passiert? Vergangenes Jahr meinte Thomas Bach, Präsident des internationalen olympischen Komitees (IOC), dass eSport aufgrund vieler gewalthaltiger Spiele nicht den olympischen Gedanken von Frieden und Völkerverständigung entspräche.

Damit standen die Chancen für eine Aufnahme des eSports als olympische Disziplin schon sehr schlecht.

esports summer hinter den kulissen

Welche Meinung vertritt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB)? Beim Neujahres-Empfang des Deutschen Olympischen Sportbundes erklärte Alfons Hörmann, Präsident der Dachorganisation der DOSB, dass es E-Sport nicht gibt.

Es wird auf keinen Fall als olympische Disziplin aufgenommen.

Es handle sich hier nicht um E-Sport, sondern um E-Gaming.

Das sagt der hessische Innenminister: Vorher hatte der hessische Innen- und Sportminister Peter Beuth erklärt, dass E-Sport „so wenig Sport wie Stricken und Blockflöte spielen“ ist.

Werte wie Fair Play und die Achtung vor den Menschen würden bei Videospielen nicht vermittelt. „Wir dürfen es der E-Gaming-Industrie nicht erlauben, diese Sportwerte zu vereinnahmen“, erklärte er weiter.

Er möchte weiterhin nicht, dass die „E-Gaming-Industrie um Fördermittel buhlt“.

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Warum ist dies ein Reizthema für Gamer? Der eSport dreht sich vielen Spielern zufolge nicht um „brutale“ Spiele, sondern darum, im Team etwas zu erreichen, auf einen Sieg hinzuarbeiten und hart dafür zu arbeiten. Fair Play ist beim E-Sport ebenso wichtig wie die Achtung vor den Menschen, genau, wie das beim „echten“ Sport der Fall ist.

Auch Schach wird immer wieder erwähnt. Ob Schach Sport ist, wird seit Längerem kontrovers diskutiert. Besonders, seit 2014 die Fördermittel gestrichen wurden.

Denn im Dezember 2013 trat eine Richtlinie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Kraft, der zufolge Sportarten ohne „eigenmotorische Aktivität des Sportlers“ nicht mehr gefördert werden. Dies zog schwere Konsequenzen für den Schach nach sich.

 

Eine ähnliche Diskussion wird um Dart geführt.

Bei Schach und Dart kommt allerdings das Argument auf, es handle sich um Mentalsport. Konzentration, Überlegung, Taktik, all das ist wichtig. Das trifft aber auch auf Computerspiele zu.

Gamer fühlen sich unfair behandelt, da der eSport mit seinen hohen Preisgeldern schon seit Jahren ein so großer Teil der Gesellschaft ist, aber einfach nicht offiziell anerkannt wird.ESWC esports summer

Ist dies das Ende des eSports als olympische Disziplin? Mit den Aussagen des Sportministers Beuth und des DOSB-Präsidenten Hörmann scheint dieses Kapitel wohl vorerst abgeschlossen zu sein. Zumindest vorerst wird es wohl keine olympische Disziplin „E-Sport“ geben. Allerdings gibt es in der Politik Personen, die sich für eine Anerkennung des eSports als offizielle Sportart aussprechen.

Hierzu gehört Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung. Im Herbst 2018 meinte sie kurz und knapp: „eSport ist Sport. So einfach ist das.“ Die Diskussion wird also weitergeführt. Und vielleicht können wir irgendwann erreichen, dass der eSport wirklich als olympische Disziplin gilt.

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Autor(in)
Quelle(n): PCGamer
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