Wie jetzt bekannt wurde, hat Bethesda 8 Spieler aus der Community eingeladen, um sich Feedback für Fallout 76 zu holen und den neuen Battle-Royale-Modus zu testen. Einer davon sagt, er war einer der härtesten Kritiker des Spiels und hat Bethesda solange mit Beschwerden zugespammt, bis die reagieren mussten.
Wo kommt die Geschichte her? Auf reddit erzählt der Nutzer, Aten_Ra, was er in den letzten vier, fünf Monaten mit Fallout 76 erlebt hat.
Es ist eine außergewöhnliche Geschichte, die mit viel Ärger begann und auf einer versöhnlichen Note endet.
Ein Moderator des Subreddits sagt: Die Geschichte sei “verifiziert”, hätte also Hand und Fuß.

Spieler tritt Spam-Welle los, um Fallout 76 wachzurütteln
Wie wurde Bethesda auf den Kritiker aufmerksam? Der Spieler sagt, er hatte vor Monaten zig Bug Reports zu Fallout 76 eingereicht, aber das Gefühl, ihn hört keiner.
Daraufhin hat er Ende Januar laut Alarm gerufen, ist auf reddit eskaliert und warf Bethesda vor, nicht mit der Community zu reden.
Dann hätte ein Community-Manager ihn angeschrieben, aber im Prinzip nur die Ansage erteilt: “Reich ein Ticket ein.”
Das wollte der Spieler dann auch machen, aber nicht nur ein Ticket, sondern zig Tickets. Also trat er eine Spam-Welle los. Um Bethesda richtig auf den Geist zu gehen, hat er über den Customer Service die Tickets eingereicht. Dafür hat er sich ein Formular erstellt, damit das auch schön schnell geht.
Auf die Art hat der Plagegeist jeden Bug eingereicht, den er erlebt hatte und auch noch Bugs von anderen.

Letztlich mündete das in eine seltsame Situation: Der Spieler hatte ein einstündiges Gespräch mit einem Angestellten von Bethesda, dem Chef des Customer Supports.
Der wollte ihn wohl eigentlich auffordern, den Spam zumindest für ein paar Tage zu lassen. Letztlich wurde daraus aber ein konstruktive Unterhaltung und es kamen Dinge in Bewegung:
- Dann wurde er Monate später gefragt, ob er ein NDA unterzeichnen würde, eine Verschwiegenheitsklausel
- Man fragte ihn, ob er bereit sei, auch persönlich vorbeizuschauen
- Letztlich flog Bethesda den so harten Kritiker nach Dallas ein, ins Hauptquartier

Task-Force aus 8 Spielern vor Ort
Das passierte in Dallas: Wie der Spieler sagt, hatte Bethesda 10 Leute in der Community angeschrieben, die alle verschiedene Perspektiven repräsentierten. 8 davon waren nach Dallas geflogen, ohne zu wissen, was Bethesda eigentlich von ihnen will. Einige kamen nicht mal aus den USA.
Das Treffen wird als konstruktiv und offen beschrieben. Die Fallout-76-Entwickler waren sehr an den Aussagen der Spieler interessiert.
In Dallas zeigte man den 8 Fachleuten dann auch den neuen Content, vor allem „Nuclear Winter.“ Das ist der neue Battle-Royale-Modus für Fallout 76 mit 52 Spielern.
Spieler und Entwickler hätten gemischte Teams gebildet und wären durch den Modus gerast, erzählt Aten_Ra.
Das “Nuclear-Winter”-Update wurde gestern auf der E3 2019 vorgestellt, deshalb kann der Spieler auch jetzt darüber sprechen – das NDA ist gelockert.
Battle-Royale-Modus bekehrt knallharten Fallout-4-Fan
Das sagt der Spammer: Er sagt, er kann nicht alle Details offenbaren, aber er sagt, dass Fallout 76 das Potential hat, als Spiel wirklich was zu reißen und am Ende jedem gefallen könne.
Die meisten der 8 Leute, die nach Dallas kamen, seien “Oldschool-Fallout”-Fans – er selbst ist Mod-Autor für Fallout 4. Eigentlich hätten die Oldschool-Spieler keinen Bock auf Battle-Royale gehabt, aber mit dem Modus wurden sie wirklich warm.
Er selbst liebe den Modus wirklich.
Von Bethesda hält er nach der Aktion wohl große Stücke, dass die sich auf so ein Risiko eingelassen hatten, 8 Spielern hinter die Kulissen schauen zu lassen und den Austausch suchten.
Spieler retten ihre Spiele – es wird zum Trend
Das steckt dahinter: Was Fallout 76 hier gemacht hat, ist in letzter Zeit häufiger vorgekommen. Ein Spiel, das in der Entwicklung als völlig verschlossen galt, öffnet nach einer schwierigen Phase seine Pforten und lädt Hardcore-Fans ein, über das Spiel zu sprechen:
- So hat Zenimax 2014 nach dem furchtbaren Start von The Elder Scrolls Online einen “Guild Summit” ins Leben gerufen, um mit den größten Fans klar zu besprechen, wie man das MMORPG radikal verändern wird
- The Division 1 hat eine “Task-Force” gebildet, als das Spiel am Tiefpunkt angekommen war
- bei Destiny 2 hat Bungie YouTuber und Content-Creators eingeladen. Man wollte ein starkes Dreier-Team haben, um sicherzustellen, dass man mit Forsaken auf der richtigen Spur ist
Offenbar setzt Bethesda ebenfalls auf diesen Weg und hat sich das einiges kosten lassen. Man darf gespannt sein, wie das neue Update Nuclear Winter jetzt ankommt.
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Nice article, other than you labeling me “The Spammer” (Translation error?) pretty solid.
Irgendwann wollte ich mir das Spiel ja mal kaufen, aber ein BR einbauen? Selbst wenn es nur optional ist, werde ich es allein deswegen nicht kaufen.
Das ist denke ich kein Grund. Den kannst ja auch komplett links liegen lassen und das Spiel dennoch genießen. Wenn ich so sehe, wie das Game verbessert wird, mit NPC und allem, bin ich wirklich positiv gestimmt
Nen BR modus hat wohl niemand gebraucht oder gewollt oder irre ich mich? Aber wenn wir mal ehrlich sind das einzige was bethesda hat wohl einfliegen lassen waren die peinlichen 6 7 gröler in den ersten reihen die bei jeden satz ne standing ovation veranstalten haben. Sry aber die bethesda PK war ein riesen witz. Kanns sich mit EA in die shame ecke stellen…
Nein du irrst dich gar nicht 😉 für mich wirkt dass schon sehr nach Panikreaktion und “Ausfahrt Mainstream” es fehlt einfach ganz klar an Ideen.
Ich mag Battle royal auch überhaupt nicht, aber wenn old school Hardcore Fans überzeugt werden, bin ich gespannt…
Oder doch ein Marketing Trick?
Vor allem, was ist denn ein “Hardcore Fallout 4 Fan”? Jemand, der erst spät dazukam. Jemand der “Alle Fallouts bis hin zu Fallout 4” spielte und damit ein langzeitfan ist, oder jemand, der Fallout 4 besonders feiert, weil ihm der Bastel-/Sammel-Städtebaumodus gefiel?
Alles davon existiert vermutlich, aber das sind ja komplett verschiedene Gruppen.
Jemand, der selbst Mods erstellt und sich da voll in die Community einbringt.
Ich meinte das garnicht zwingend so kritisch, wie es ankam. Aber, meiner Erfahrung nach, hat man (gerade eben auch durch diesen BauModus) in Fallout 4 nicht “den homogenen Fan” und ich kann mir durchaus vorstellen, das jemand, der “Fallout spielt, weil es immernoch geil genug ist, aber der eigentlich am liebsten Fallout 1 vom Spielgefühl wiederhätte” vielleicht eher weniger zu “Battle Royale gefällt mir hier doch” gebracht wird, als jemand, der relativ “neu” im Universum ist, auch andere (heute ja eh Battle Royale geprägte) Spiele spielt und den Survival- oder Bauaspekt geil findet.
Beide wären aber “Fallout 4 Fan”, deswegen ist für die “Der BR ist doch ganz geil” Aussage, das Label so…ein bisschen wertlos, finde ich.
Ich denke, man muss da auch beachten: Es gibt so einen Effekt, wenn du “extra” wohin geflogen wirst und dann ganz besondere Erfahrungen hast, sind das auch andere Bedinungen, als wenn du zu Hause sitzt, das Ding installierst und dann loszockst.
Das ist so eine große Gefahr bei solchen Terminen, dass die aufregende Umgebung und das Drumherum schon Einfluss auf die Wahrnehmung haben.
Ich weiß nicht, ob es in dem Fall so ist – aber es ist generell ein Phänomen.
Anders ausgedrückt: Wenn du im Italien-Urlaub ist und alles ist anders und fantastisch, dann schmeckt die Pizza da auch anders. Wenn du dieselbe Pizza bei Nieselregen und 5° draußen zu Hause essen würdest, nach einem Scheißtag im Büro … wäre die nicht so geil
Bullshit!!!! Pizza ist immer geil