Erwartet uns 2025 ein Preis-Schock bei Videospielen? Wenn es nach dem Analysten Matthew Ball geht, ist das durchaus möglich. In einer Analyse, die 219 Seiten umfasst, blickt er auf die zentrale Rolle von GTA 6. Das Spiel könnte Preis-Grenzen neu stecken und vielleicht die Gaming-Industrie aus ihrem Tief befreien.
Wer ist der Analyst? Matthew Ball ist der CEO von Epyllion und beschäftigt sich mit der Analyse von Videospielen, Filmen und TV-Serien. Er hat Sachbücher wie „Metaverse“ geschrieben und führt als Beleg für seine Expertise an, dass große Tech-Personen wie Tim Sweeney, Mark Zuckerberg oder Phil Spencer gut über seine Arbeit gesprochen haben (via matthewball).
Die Aufgabe eines Analysten ist es, Investoren, die Geld in den Markt stecken möchten, so zu informieren, dass sie die richtige Entscheidung treffen, wenn es darum geht, in welche Firmen sie investieren.
GTA 6 könnte bis zu 100 € kosten
Das sagt er nun: In einer Analyse „State of Video Game in 2025“, die 219 Seiten umfasst, gibt es auch eine Passage, die sich um das Wachstum der Industrie dreht.
Bei GTA 6 glaubt er, dass eine Möglichkeit besteht, dass Take Two den Preis des Spiels auf 80 oder sogar 100 $ setzen könnte. Das würde einem Euro-Preis von bis zu 100 oder 110 € entsprechen.
Wie kommt er zu der Analyse? Auf den hunderten Slides beschäftigt sich Ball mit einer immer schlechter aussehenden Lage für Videospiele. Die Spiele werden immer teurer, es gibt immer mehr “Black Hole”-Games, die Spieler so binden, dass sie keine neuen Games kaufen wollen, der Markt ist ausgereizt. Das belegen die zahlreichen Entlassungen im Gaming-Sektor in den letzten Jahren.
In einem Segment beschäftigt er sich mit Wachstums-Motoren
, welche die Industrie ankurbeln könnten. Hier ist ein erhöhter Preis durch GTA 6 eine der Wachstums-Faktoren, die er sieht. Denn neben Minecraft und PUBG ist GTA 5 einer der großen Bestseller
aller Zeiten. Da ist also eine ordentliche Hebelwirkung da.

GTA 6 könnte allen Firmen erlauben, mehr Geld für ihre Games zu verlangen
Warum ist das wichtig? Normalerweise kosten AAA-Spiele 70 $, was ungefähr 80 € entspricht. Auf so hohe Preise gingen Spiele wie Skull and Bones
hoch, das als AAAA
-Spiel von Ubisoft angepriesen wurde.
Wenn GTA 6 diese Preis-Grenze überschreitet, würde das einen Präzedenzfall setzen, der dann auch anderen Spielen erlauben würde, über die Preisgrenze von 70 oder 80 € zu gehen und Games grundsätzlich bei etwa 100 € anzusiedeln, nach dem Motto „Unser Spiel ist auch AAA und wir wollen einen AAA-Preis.“
Wenn ein Spiel es sich leisten könnte, diese Preisgrenze erstmals zu durchstoßen, könnte das tatsächlich GTA 6 sein, das als „nächster Meilenstein im Gaming angesehen wird.“ Die These von Ball löst eine Diskussion aus, ob diese Preiserhöhung die Gaming-Branche „retten“ kann.
Die Ansicht, dass GTA 6 alle Videospiele teurer machen könnte, hatte Mitte 2024 bereits der erfahrene Videospiel-Entwickler wie Michael Douse vertreten, der an Baldur’s Gate 3 gearbeitet hat. Denn Herstellungskosten und Inflation hätten Preise in die Höhe getrieben: GTA 6 könnte alle Spiele teurer machen, glaubt ein Entwickler von Baldur’s Gate 3
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Ich finde diese Diskussionen immer wieder witzig, wenn ein Artikel erscheint bei dem es um die Komponenten eines PCs oder um Gaming PCs an sich geht, dann wird immer wieder geprotzt mit den teuersten Komponenten. „Ich hab aber die 4090 du Geringverdiener…was anderes kommt mir nicht ins Haus…“
Wenn dann ein Artikel dazu kommt das die Spiele teurer werden könnten, dann sind das oftmals die selben Leute die sagen, „nee!!! Zum Release sowieso nicht, vorbestellen schon gar nicht, wenn dann im Sale für 20 Euro.“
Das ist so wie, mein Besteck zuhause hab ich nur aus Echtgold, ich ess doch nicht mit Edelstahl…WAAASSSS? Die Butter ist teurer geworden? Nein! Ich Kauf die beim Aldi wenn die im Angebot ist.
Immer wieder sehr amüsant.
Solange genug Leute wie idiotische Schafe mitrennen, statt auf 50% Rabatte zu warten (welche bei Scheitern im Markt kommen werden), werden die Preise weiter steigen und steigen.
Können die ruhig machen, aber meiner Meinung wird das gewaltig nach hinten losgehen:
Das mag durchaus sein dass eine Preissteigerung notwendig/sinnvoll wäre. ABER wenn weiter Spiele im “Alpha/Beta”-Stadium als “Vollpreis+” verkauft werden, werden die Spieler irgendwann komplett abspringen….
Ich für meinen Teil kaufe schon lange nur mehr EA Titel die meist unter 35€ kosten. Und wenn doch mal eines über 40€ kostet, dann sind das Titel die ich wirklich spielen will/ich dem Entwickler vertraue und das sind wenn überhaupt 1-2 Titel pro Jahr 😀
Seh ich genauso. Vorbestellen tu ich schon lange nichts mehr und dass ich mir ein Spiel direkt zum Release zum Vollpreis kaufe da müßte ich schon außerordentlich gehyped sein. I. d. R. pack ich´s auf die Wunschliste und schlag dann zu wenn´s im Sale mal unter 40,- Euro oder weniger kostet. Nicht weil ich´s mir nicht leisten kann sondern einfach weil mir ein paar Stunden Unterhaltung keine 80 Euro wert sind. Ich hab keinen Druck irgendwas sofort spielen zu müssen, ich hab genug andere Dinge im Leben mit denen ich mich beschäftigen kann und spiel zudem eh nur noch Single-Player. Zuletzt hab ich Marvel Midnight Suns gespielt. War spaßig und hab ich für knapp 20 Euro gekauft. Hat mich einige Wochen gut unterhalten.
Dann meidest du sicherlich auch Kino, Konzerte,Theater, etc… denn all das kostet, für meist deutlich weniger Stunden Unterhaltung, entweder deutlich mehr pro Stunde oder sogar in Summe deutlich mehr 🙂
sollen sich diejenigen gedanken machen, die irrerweise spiele zum release kaufen.
bei mir ist das vertrauen in die ganze spieleindustrie vor jahren flöten gegangen, sehe ja garnicht als betatester missbraucht zu werden und dann noch so geschichten wie ingameshops in singleplayer games und was weiss ich was noch alles
Rockstar: GTA6 zu produzieren war so umfangreich, wir müssen euch nun 100 dafür abknöpfen…
EA 2 Minuten später: Unsere jährlichen Cashgrabs ähm Sportspiele, sind genauso umfangreich und kosten ab jetzt ebenfalls immer 100!
Das klingt total realistisch für mich. 🙂
Du hast Square Enix und Sony vergessen 😅
Jetzt mal ohne Witz, ja ein GTA könnte mehr als 80€ fordern, das liegt aber daran das es GTA ist und es eben nichts retten muss. Also abseits vielleicht von noch mehr Dividende für Aktionäre.
Die Gaming-Branche hat aber vorallem ein Effizienz-, Management und Ausgabenproblem. Ein höherer Preis löst die Probleme nicht. Oder wie man so schön sagt gutes Geld dem schlechten hinterher werfen funktioniert nicht.
Diese vielfältigen Probleme löst es natürlich nicht.
Aber das Problem der seit inzwischen fast Jahrzehnten im Endpreis nicht (mehr) abgebildeten Inflationskosten. Ein GTA 4 hat 2008 schon 60 Dollar gekostet, bei 60 bis max., wenn sich einer traut, 70 Dollar für ein AAA-Spiel, liegen wir auch heute noch, obwohl wir seither für “alles andere” 40,5% durchschnittliche Inflation hatten, welche bei den Produktionskosten sich sehr wohl niedergeschlagen hat aber in den Preisen nicht widerspiegelt (60$ aus 2008 wären heute, hätten die Endpreise die seitherige Inflation halbwegs mitgemacht, bereits bei über 80$)
Ich würde dem ja eine Relevanz zuordnen wenn man über all die Zeit nicht auch andere Kostenfaktoren ignoriert hat.
Wenn du ernsthaft da schauen willst musst du auch berücksichtigen das die Reduzierung von Verpackungskosten oder der Wegfall von Datenträgern, Handbüchern, Merch, etc. fast nie an den Endkunden weitergereicht wurden. Klar sind das alles Peanuts aber die Industrie war schon immer gut Kosten einzusparen aber nichts weiterzugeben.
Und sind wir ehrlich Rockstar war schon immer sehr schlecht was Preise angeht, schon wenn man sich anschaut das RDR2 immer noch 60€ kostet.
Dank der PS5 hatten wir ja außerdem doch schon die ominöse Erhöhung von 70€ auf 80€, wir sind schon lange am 60 ist der normale Preis vorbei gewandert. Nur setzt dies nicht jeder so um, nicht mal Sony macht das Konsequent bei Ihren Ports und die sind jetzt nicht gerade zimperlich was Preise angeht.
Die Inflation mag eine schöne Argumentation sein, aber tut mir leid die hat hier eher kein Relevanz, wenn es darum geht was die Probleme in der Branche sind.
Ich war selbst Spieleentwickler. Ich würde nie und niemals nicht 80 oder 100 EUR für ein Spiel zahlen
Die Leute zahlen jetzt schon so viel über Sondereditionen, die dann mit Goodies/Saison-Passes kommen.
Neulich war ein 100€-MMORPG-Paket in den Steam-Trends – da ging es nur um Mikrotransaktionen zu Lost Ark.
CIG lacht sich tot. 80 €. Ist ja niedlich.
Da hast du recht. 🙂 Ich bin ja normalerweise echt sparsam, aber Warhammer 3 mit den ganzen DLCs hat mich jetzt auch gekriegt.
Stellaris? 😀
Doppelte Verneinung bedeutet in der deutschen Sprache, dass du es tun würdest.
Haha, ja könnte man so deuten, aber ich bin zu geizig dazu. Ich habe noch nie ein Spiel das > 50 EUR kostet gekauft. Selbst auf Steam packe ich sie mir in die Wishlist und warte auf mindestens 25% oder einen anderen Sale und wenn es 1 Jahr dauert.
Nur ein weiterer Analyst und Experte, von denen es zur Zeit sehr viele zu geben scheint, der den Markt so gut kennt, weiss was alles falsch läuft und dabei die Befindlichkeiten der Gamer komplett ignoriert. Wir werden sehen, ob die Spieler, meist mit begrenztem Budget, denn im Portmonee herrscht kein unbegrenzter Wachstum, bereit sind, noch mehr für unpolierte, oft verbuggte, erst beim Spieler „fertig entwickelte“ Games zu bezahlen 🤷🏻♂️
GTA ist halt in der Regel nicht unpoliert und verbugged. Und es braucht eben nur diesen einen einzigen Vorreiter, der extrem erwartet ist, der sich “traut”, den Preis so weit anzuheben und ein Dominoeffekt tritt ein.
Das Luxusgut “Games” ist übrigens eines der ganz ganz wenigen, die “Inflation” nur äußerst begrenzt mitgemacht haben (während sie für die Entwickler, bei ihren Produktionskosten aber voll schlagend geworden ist). GTA 4 hat bei Erscheinen 2008 zB. 60$ gekostet – alleine mit der durchschnittlichen Inflationsrate seit 2008 (40,85%), müsste das heute schon 84,50$ kosten um denselben “Wert” zu haben
Das ist schon richtig.
Wir sehen ja auch, wie die Gaming-Industrie diese “Preisgrenze” umtanzt mit Free2Play-Spielen, aber Mikrotransaktionen oder “Deluxe-Super-Editionen” und Battle-Passes.
Die 70 $ sind ja die Preisgrenze für “Standard-Editionen” – in der Realität hat man diese harte Preisgrenze mittlerweile über Sonder-Editionen aufgeweicht.
Gaming ist in Relation trotzdem ein sehr, sehr günstiges Hobby geblieben, wenn man sich von Mikrotransaktionen fernhält und Spiele im Sale kauft, wie das heute fast jeder macht. Auf Steam wird so viel dann im Sale gekauft …
Kommt darauf an in Relation zu was. Gaming ist kein teures Hobby (wobei es das natürlich je nachdem natürlich sein kann), aber als sehr sehr günstig würde ich es wirklich nicht bezeichnen.
Ja, du hat recht. Ich finde den Faktor “Zeit-Kosten” schon günstig im Vergleich zu typischen Ausgaben in seiner Freizeit wie “Ein Abend in der Stadt mit Kino und Essen” oder “Konzert-Besuch” oder “Städte-Urlaub” oder was man sonst so in seiner Freizeit macht, aber es gibt da sicher auch minimalistische Hobbys.